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Donnerstag, 28.05.2020
 
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Kulturnachrichten

Montag, 16. Dezember 2019

Grütters eröffnet Beethoven-Jahr

Mit einem Festakt in der Bonner Oper ist das Beethoven-Jubiläum 2020 eröffnet worden. Kulturstaatsministerin Grütters betonte die zeitlose Kraft, die das Werk des in Bonn geborenen Komponisten habe. Es falle nicht schwer, ihn als weltweit verehrten Mega-Star gedanklich in die heutige Zeit zu holen. Das Beethoven-Jahr dauert 12 Monate bis zum 17. Dezember 2020, seinem 250. Geburtstag. Rund eintausend Konzerte, Opernaufführungen, Ausstellungen und Konferenzen sind geplant.

Arbeitskampf im Münchner Haus der Haus der Kunst

Das Münchner Haus der Kunst wird die Bereiche Kasse, Oberaufsicht und Pforte nun doch nicht outsourcen. Ziel in den genannten Bereichen sei eine Beschäftigungsstruktur mit 26 Vollzeitstellen, die sich auf ca. 30 bis 34 Mitarbeiter verteilen. Das geht aus den heute veröffentlichten Ergebnissen der Einigungsstelle zwischen Geschäftsleitung und dem Betriebsrat hervor. Die aktuellen Mitarbeiter könnten sich ab sofort um die Aufstockung ihrer Wochenstunden bewerben. Allen im Rahmen eines Minijobs Beschäftigten werde ein Aufhebungsvertrag angeboten, unter Einhaltung einer Kündigungsfrist und Zuerkennung einer Abfindung. Der Arbeitskampf im Münchner Haus der Kunst, das ein teils staatlich, teils von einer Stiftung finanziertes Museum ist, schwelte seit dem Sommer und hat Solidaritätsadressen aus der Kunstwelt von Chris Dercon, Bazon Brock oder Ai Weiwei hervorgerufen.

Akademie der Künste fordert humanen Umgang mit Assange

Die Akademie der Künste zeigt sich besorgt über den Zustand von Julian Assange. In einer Erklärung heißt es, die Behandlung des Journalisten und Verlegers in seiner unbegründet weiterlaufenden Isolationshaft in einem Londoner Hochsicherheitsgefängnis, zeige ein Fehlen rechtsstaatlicher Standards. Der bisherige gerichtliche Umgang mit Julian Assange sei ein Beispiel für die Erosion demokratischer Grundwerte. Die zu erwartende Überstellung an US-amerikanische Gerichte mit dem dort neu geltenden Espionage Act werde weitreichende Konsequenzen haben für die Situation aller Journalistinnen und
Journalisten weltweit, aber in der direkten Folge auch für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Künstlerinnen und Künstler. Bedroht sei nichts weniger als die Freiheit des Wortes. Julian Assange sei das Exempel, das statuiert werde. Deshalb fordere die Akademie der Künste einen humanen und rechtsstaatlichen Umgang mit ihm.

Schriftstellerin Krechel mit Jean-Paul-Preis gewürdigt

Die Schriftstellerin Ursula Krechel (72) hat für ihr literarisches Lebenswerk den Jean-Paul-Preis 2019 erhalten. Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) überreichte ihr die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung in München. Die Autorin habe die deutschsprachige Literatur bereichert und verändert, sagte er.
"Ursula Krechel ergreift das Wort für diejenigen, die in der deutschen Nachkriegsgeschichte kaum eine Stimme haben. Sie spricht an, was bewusst verschwiegen wurde." Krechel stammt aus Trier und lebt in Berlin. Ende der 1970er-Jahre trat sie mit ersten Lyrikveröffentlichungen hervor. Außer Gedichten publizierte sie Theaterstücke, Hörspiele, Essays und Romane, die vielfach ausgezeichnet wurden.

Gertrud-Eysoldt-Ring für Sandra Hüller

Der Gertrud-Eysoldt-Ring 2019 geht an die Schauspielerin Sandra Hüller. Das gaben die Stadt Bensheim und die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste heute bekannt. Sandra Hüller erhält die Auszeichnung für ihre Rolle als Hamlet am Schauspielhaus Bochum. In der Jurybegründung heißt es, dass Sandra Hüllers leidenschaftliche und entschiedene Auseinandersetzung mit der Hamletfigur auch eine Auseinandersetzung mit der Bühnenkunst als solcher sei. Besondere Bekanntheit erlangt Sandra Hüller durch ihre Hauptrolle im Kinofilm "Toni Erdmann". Der mit 10.000 Euro dotierte Gertrud-Eysoldt-Ring gilt als einer der bedeutendsten Theaterpreise im deutschsprachigen Raum und wird seit 1986 jährlich in Bensheim vergeben.

Kaiserbad in Karlsbad wird restauriert

Das majestätische Kaiserbad im tschechischen Karlsbad wird nach jahrzehntelangem Stillstand restauriert. Das denkmalgeschützte Kurbad aus dem Jahr 1895 werde nach seiner Runderneuerung "das Interesse von Touristen aus aller Welt wecken", sagte der tschechische Regierungschef Andrej Babis der Zeitung "Lidove noviny". Für die 32 Millionen Euro teuren Arbeiten sind rund dreieinhalb Jahre veranschlagt. Geplant sind ein Multifunktionssaal, eine Museumsausstellung, ein Café und ein Leseraum. Das Kaiserbad entstand zur Hochzeit des Bäderbetriebs in der österreichisch-ungarischen Monarchie. Das Gebäude im Stil der Neorenaissance geht auf einen Entwurf des Wiener Architekturbüros Fellner und Hellmer zurück, die Fassade war unter anderem in dem James Bond Film "Casino Royale" zu sehen.

John Frusciante kehrt zu den Chili Peppers zurück

Der Gitarrist John Frusciante kehrt zu den Red Hot Chili Peppers zurück. Die Chili Peppers selbst hatten die News bei Instagram bekanntgegeben. Der derzeitige Gitarrist, Josh Klinghoffer, verlässt die Band. Frusciante war 1988 erstmals als 18-Jähriger Teil der Red Hot Chili Peppers geworden. Das erste gemeinsame Album war das Funk-Rock-Frühwerk "Mother's Milk". Der Nachfolger "Blood Sugar Sex Magik", wohl eines der besten Alben der 90er, brachte 1992 den internationalen Durchbruch. Frusciante verließ die Red Hot Chili Peppers knapp vier Jahre später aufgrund des wachsenden Erfolgsdrucks. 1999 kam es zur gefeierten Reunion mit dem zweiten Millionenseller "Californication".

Berlin startet Modellprojekt zur Kolonialgeschichte

Berliner Museen und Kultureinrichtungen sollen sich in den kommenden fünf Jahren stärker ihrer Kolonialgeschichte stellen. Ein von der Berliner Kulturverwaltung und der Kulturstiftung des Bundes mit drei Millionen Euro gefördertes Modellprojekt soll von Januar 2020 an die historische Rolle Berlins als koloniale Metropole beleuchten, wie das Stadtmuseum Berlin ankündigte. Dabei gehe es auch um die Auseinandersetzung mit den problematischen Nachwirkungen dieser Geschichte bis in die heutige Zeit. Geplant sind unter anderen Ausstellungen, ein jährliches Kulturfestival und das Erstellen einer Online-Karte zu kolonialen und nachkolonialen Erinnerungsorten in Berlin. Stadtmuseums-Direktor Paul Spies sagte, man erhoffe sich eine Signalwirkung für andere deutsche Städte.

Handke plant Serbienbesuch

Der umstrittene Literaturnobelpreisträger Peter Handke wird nach Belgrader Regierungsangaben im März oder April 2020 nach Serbien reisen. Dies gab die serbische Ministerpräsidentin Ana Brnabic im Privat-Sender Pink TV bekannt: "Präsident Vucic hat mit Handke gesprochen, der ihm sagte, er werde Serbien im März oder April besuchen." Handke hatte sich im Jugoslawien-Konflikt stark mit Serbien solidarisiert und nach Ansicht von Kritikern die von Serben begangenen Kriegsverbrechen bagatellisiert oder geleugnet. Als ihm im Oktober der Nobelpreis für Literatur zuerkannt wurde, löste dies scharfe Proteste aus. Aleksander Vucic werfen Kritiker die Unterdrückung der Opposition und schwere Korruption vor.

Streit um abgesetzem Werbespot mit zwei Bräuten

Der US-Fernsehsender Hallmark will einen nach heftiger Kritik abgesetzen Werbespots mit lesbischen Frauen nun wieder ausstrahlen. Man habe sich mit der Absetzung des Werbespots gequält und sei zu dem Schluss gelangt, dass es die falsche Entscheidung gewesen sei, teilte der Hauptgeschäftsführer des Fernsehkanals Hallmark, Mike Perry, mit. In dem umstrittenen Clip machen zwei sich küssenden Bräuten am Altar, Werbung für eine Hochzeitsplanungswebsite. Die konservative Organisation One Million Moms hatte sich über den Film beschwert. Die Absetzung wurde ebenfalls vielfach kritisiert, auch von Prominenten wie der Komikerin Ellen DeGenere und dem Schauspieler William Shatner. Auf Twitter wurde zum Boykott des Senders aufgerufen.

Plácido Domingo in Mailänder Scala gefeiert

Opernstar Placido Domingo (78) ist trotz "MeToo"-Vorwürfen an der Mailänder Scala ausgiebig gefeiert worden. Das Publikum habe ihn bei dem Galakonzert zu seinem 50. Jubiläum in Mailand mit 18 Minuten langen Standing Ovations bedacht, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Mehrere Sängerinnen hatten den Sänger im Zuge der "MeToo"-Bewegung teils Jahrzehnte zurückliegende Übergriffe vorgeworfen. Der Spanier weist die Beschuldigungen zurück. Nach den Vorwürfen war er als Chef der Oper in Los Angeles zurückgetreten. Zuvor hatte er angekündigt, nicht mehr an der New Yorker Metropolitan Oper aufzutreten. Auch weitere Auftritte in den USA wurden abgesagt.

Klaus Florian Vogt wird Hamburger Kammersänger

Startenor Klaus Florian Vogt (49) erhält vom Hamburger Senat den Ehrentitel Hamburger Kammersänger. Die Auszeichnung soll ihm am kommenden Sonntag nach der "Lohengrin"-Vorstellung in der Hamburger Staatsoper verliehen werden, teilte der Senat am Montag mit. Vogt, geboren 1970 in Heide, begann seine musikalische Karriere als Hornist im Philharmonischen Staatsorchester Hamburg. Mittlerweile zählt er zu den weltweit renommiertesten Sängern seines Fachs und hat sich besonders mit der Interpretation von Wagner-Partien einen Namen gemacht.

Britische Cineworld will kanadische Cineplex schlucken

Die britische Kinokette Cineworld will für umgerechnet 1,8 Milliarden Euro den kanadischen Wettbewerber Cineplex schlucken und so den Rivalen AMC in Nordamerika vom Thron stoßen. Der mit knapp 28 Prozent größte Cineworld-Anteilseigner Global City Theatre habe dem Deal bereits zugestimmt. Erst im Frühjahr 2018 hatte Cineworld für 3,6 Milliarden Dollar den größeren Wettbewerber Regal Entertainment übernommen und war damit zur Nummer Zwei hinter US-Branchenprimus AMC aufgestiegen. Cineworld betreibt Kinos in Großbritannien, Irland, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und Israel.

"kress": Steffen Klusmann ist Chefredakteur des Jahres

Der Medienbranchendienst "kress" zeichnet Steffen Klusmann vom "Spiegel" als Chefredakteur des Jahres 2019 aus. Klusmann habe sich in der Relotius-Affäre als umsichtiger Krisenmanager bewährt und zudem die so wichtige Print/Online-Fusion voran getrieben, urteilte die Jury. Den "Sonderpreis für das Lebenswerk" vergibt "kress" in diesem Jahr an Dieter von Holtzbrinck, wie der Branchendienst am mitteilte. Der Verleger habe es in seiner Laufbahn geschafft, journalistische Qualität und wirtschaftliche Vernunft in Einklang zu bringen. Insgesamt hatte die Redaktion 30 Persönlichkeiten für die "kress awards 2019" nominiert. Die Auszeichnungen sollen am 27. April auf dem European Publishing Congress im Schloss Schönbrunn in Wien übergeben werden.

Weinstein sieht sich als "Pionier" der Frauenförderung

Der wegen Sexualdelikten angeklagte Ex-Filmproduzent Harvey Weinstein sieht sich als Vorreiter bei der Förderung von Frauen in Hollywood. Er habe mehr Filme von Frauen und über Frauen produziert als jeder andere Produzent, sagte Weinstein in einem Interview mit der "New York Post". "Ich war der Erste. Ich war der Pionier", sagte Weinstein. Weinstein wird von zahlreichen Frauen sexueller Missbrauch vorgeworfen. In New York soll im Januar ein Prozess gegen ihn beginnen. In dem Verfahren werden ihm eine Vergewaltigung im Jahr 2013 und erzwungener Oralverkehr im Jahr 2006 zur Last gelegt. Unabhängig von dem Prozess ist Weinstein zu Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe an dutzende andere Frauen bereit, die ihm sexuelle Gewalttaten vorwerfen.

Richter ärgert Handel mit angeblichem Frühwerk

Der Künstler Gerhard Richter hat sich verärgert über den Handel mit einem Skizzen-Konvolut aus seinem angeblichen Frühwerk gezeigt. "Da sind jede Menge Sachen nicht von mir", sagte der in Köln lebende Maler der Deutschen Presse-Agentur. Viele Arbeiten stammten auch von seiner damaligen Frau Marianne, genannt Ema. "Die Hälfte davon ist Ramsch und sollte verbrannt werden", sagte Richter, der sich erstmals öffentlich zu dem Konvolut von etwa 500 Skizzen und Studien äußerte. Seit Jahren versuchen Unbekannte das Konvolut für eine Millionensumme zu verkaufen. Inzwischen wurde es dem früheren Kunsthändler Helge Achenbach angeboten, der wegen Betruges in Haft gesessen hatte. Achenbach will die Arbeiten nach eigenen Angaben für das Gerhard Richter Archiv der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sichern.

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