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Kulturnachrichten

Dienstag, 10. Dezember 2019

Künstlerkollektiv muss Stahlsäule entfernen

Nach Angaben des Bezirksamtes Berlin-Mitte muss die vom Künstlerkollektiv "Zentrum für politische Schönheit" vor dem Reichstag aufgestellte Stahlsäule bis zum 20. Dezember entfernt werden. Grund sei die nicht genehmigte Einbetonierung. Nach Angaben des Künstlerkollektivs war die Säule in ein Stahl-Beton-Fundament gegossen worden. Zuvor habe man die umstrittene Stele überarbeitet und die angeblich enthaltene Asche von Holocaust-Opfern entnommen. Diese sei der orthodoxen Rabbiner-Konferenz übergeben worden.

Gericht bestätigt Haftstrafe gegen Bill Cosby

Der frühere US-Fernsehstar Bill Cosby hat das Berufungsverfahren gegen seine Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs verloren. Ein Gericht im Bundesstaat Pennsylvania bestätigte das Urteil der ersten Instanz und hielt an der dreieinhalbjährigen Haftstrafe fest. Cosby war 2018 schuldig gesprochen worden, eine Frau 2004 sexuell missbraucht zu haben. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der heute 82-Jährige sein Opfer unter Drogen gesetzt und sich an ihr vergangen hatte. Ob Cosby nun vor den Obersten Gerichtshof von Pennsylvania zieht, ließen seine Anwälte offen. Insgesamt werfen ihm etwa 60 Frauen sexuellen Missbrauch vor, die meisten Fälle sind aber verjährt.

Nobelpreise in Stockholm und Oslo überreicht

In Stockholm und Oslo sind die Nobelpreise für Frieden und Literatur, für Medizin, Physik, Chemie und Wirtschaft verliehen worden. Der Literaturnobelpreis für das Jahr 2018 geht an die Polin Olga Tokarczuk, der für dieses Jahr an den Österreicher Peter Handke. Wegen seiner pro-serbischen Haltung im Jugoslawien-Krieg und der Zeit danach ist die Auszeichnung für Handke umstritten. In der Nähe des Konzerthaues versammelten sich etwa 200 Menschen, um gegen die Verleihung zu protestieren. Die Nobel-Akademie hatte ihre Entscheidung verteidigt. Man müsse zwischen einer Person und ihrem literarischen Werk unterscheiden, hatte sie erklärt.

Banksy-Werk zeigt Obdachlosen in Rentierschlitten

Ein weihnachtliches Graffiti des britischen Street-Art-Künstlers Banksy ist in Birmingham aufgetaucht - und wurde bemalt. Das Werk zeigt zwei fliegende Rentiere auf einer Backsteinmauer, die eine daneben stehende echte Parkbank zu ziehen scheinen. Auf einem Video, das Banksy auf Instagram postete, liegt ein offenbar obdachloser Mann namens Ryan auf der Bank. Nur wenige Stunden später hat ein unbekannter Sprayer den Rentieren rote Nasen verpasst, berichteten britische Medien. Banksys Video wurde schon millionenfach abgerufen. Fans feiern Banksy für das sozialkritische Werk. In einem Kommentar unter dem Post hieß es: "Schönes Geschenk zu Weihnachten. Danke, Banksy."

Kulturstiftung übernimmt Halberstädter Domschatz

Die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt übernimmt zu Beginn des kommenden Jahres die Verantwortung für den Domschatz von Halbstadt und damit für eine der wertvollsten sakralen Kunstsammlungen in Deutschland. Die Stiftung ist dann für den musealen Betrieb, die Präsentation und die Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenschatzes zuständig, teilte Sachsen-Anhalts Kulturministerium in Magdeburg mit. Bislang trägt die evangelische Kirchengemeinde die Verantwortung für den Domschatz. Zu dem Schatz gehören romanische und gotische Wandteppiche, Messgewänder, Altarbilder, Möbel und Gottesdienst-Utensilien wie Kelche oder Leuchter.

Tokarczuk auf Usedomer Literaturtagen

Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk eröffnet im kommenden Jahr die Usedomer Literaturtage. Das teilten die Veranstalter vor der Übergabe des Nobelpreises in Stockholm an die polnische Autorin mit. Tokarczuk hatte 2012 den Usedomer Literaturpreis erhalten. Am 1. April soll sie in Heringsdorf die Literaturtage mit einer Lesung eröffnen. Zu der Veranstaltung werden außerdem Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, der Pianist und Poet Alfred Brendel und der Journalist Simon Strauß auf Usedom erwartet.

Künstler Cattelan: Verspeiste Banane ist mir egal

Fortsetzung einer Kunstmarkt-Posse: Der italienische Künstler Maurizio Cattelan sieht es gelassen, dass sein Bananen-Kunstwerk von einem Künstler-Kollegen aufgegessen wurde. Das sei ihm egal, es zähle nur die Idee", sagte Cattelan der Zeitung "Corriere della Sera". Auf der Kunstmesse Art Basel in Miami hatte er drei Bananen mit einem Klebeband an einer Wand befestigt. Zwei der Bananen wurden für je 108 Tausend Euro verkauft. Dann verspeiste ein bis dahin unbekannter Performer eine der Bananen vor laufender Kamera. In die Schlagzeilen geriet Cattelan zuletzt als Schöpfer eines fünf Millionen Euro teuren Klosetts aus Gold, das im September aus einem Palast bei Oxford gestohlen worden war.

Roxette-Sängerin Marie Fredriksson gestorben

Die Sängerin des Pop-Duos Roxette, Marie Fredriksson, ist tot. Sie starb am Montag mit 61 Jahren, teilte das Management der Sängerin mit. Die Sängerin sei nach einem 17-jährigen Kampf gegen den Krebs gestorben. Roxette wurde 1986 gegründet und war eine der international erfolgreichsten Bands Schwedens. Insgesamt verkaufte das Duo über 75 Millionen Tonträger und stand auch viermal an der Spitze der US-Billboard-Liste. Nach einer kurzen Solokarriere begann Fredriksson 1986 mit Per Gessle zusammenzuarbeiten. Der internationale Durchbruch gelang ihnen 1989 mit der Single "The Look". Weitere Charterfolge waren "Listen To Your Heart" und "It Must Have Been Love".

Goethe-Institut warnt vor nationalistischen Tendenzen

Der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, hat vor nationalistischen Tendenzen in Deutschland und Europa insgesamt gewarnt. Man müsse der verhängnisvollen Entwicklung von Abschottung, Fremdenhass und Antisemitismus entgegengetreten, erklärte Lehmann in Berlin. Das Goethe-Institut habe weltweit viele Jahrzehnte dafür gearbeitet, das Vertrauen zu Deutschland wiederherzustellen und dies sei nur möglich gewesen durch "die verantwortungsvolle Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit", so Lehmann. Das Goethe-Institut vertritt Deutschland kulturell mit 157 Instituten in 98 Ländern.

Miterfinder des Strichcodes in den USA gestorben

Der US-Ingenieur George J. Laurer, einer der Erfinder des Strichcodes, ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Der frühere IBM-Ingenieur starb bereits in der vergangenen Woche, teilte seine Familie mit. Laurer war Miterfinder des Universal Product Code, der heute als Strichcode auf Millionen von Produkten steht. Als Pionier der Strichcode-Idee gilt der 2012 verstorbene IBM-Mitarbeiter Norman Woodland. Er meldete seine Idee 1952 zum Patent an, konnte sie jedoch technisch noch nicht umsetzen. 1973 konnte Laurer dann einen Scanner entwickeln, der die Codes aus Strichen und Zahlen digital lesen konnte. Das erste gescannte Produkt war eine Packung Wrigley's Juicy Fruit-Kaugummi, die heute in einem Museum in Washington ausgestellt ist.

Proteste in Ungarn gegen geplantes Kulturgesetz

In Ungarns Hauptstadt Budapest haben am Montagabend Tausende Menschen gegen ein geplantes Gesetz der Regierung protestiert, mit dem Kultureinrichtungen stärker kontrolliert werden sollen. So soll ein Nationaler Kulturrat geschaffen werden, der "die strategische Lenkung der kulturellen Sektoren durch die Regierung gewährleisten" soll. Unter anderem soll die staatliche Förderung von Theaterhäusern an die Zustimmung der Regierung und an Mitspracherechte bei der Auswahl von Intendanten geknüpft werden. Bisher hatten allein die Gemeinden über Subventionen entschieden. Theatermacher verglichen die geplanten Maßnahmen mit der Zensur während des Kommunismus.

"Marriage Story" führt Golden-Globe-Nominierung an

Die Netflix-Produktion "Marriage Story" mit Scarlett Johansson und Adam Driver ist in diesem Jahr der Film mit den meisten Golden-Globe-Nominierungen. Der Streifen wurde in sechs Kategorien nominiert. Der Gangster-Film "The Irishman", ebenfalls eine Netflix-Produktion, hat Chancen auf fünf Preise. Beide konkurrieren in der Kategorie "bestes Filmdrama" gegen den Kriegsfilm "1917", die Comic-Verfilmung "Joker" und "Die zwei Päpste". In der Kategorie beste Kömödie oder Musical wurden "Dolemite is My Name", "Jojo Rabbit", "Knives Out", "Once Upon a Time in Hollywood" und "Rocketman" nominiert. Die Golden Globes werden am 5. Januar in Beverly Hills verliehen. Die Preise werden für Filme und Fernsehsendungen vergeben.

Jazztrompeter Herbert Joos gestorben

Der Jazztrompeter Herbert Joos ist tot. Joos wurde 1940 in Karlsruhe geboren, studierte dort später auch Kontrabass an der Hochschule für Musik und erhielt Trompetenunterricht. Mitte der 1960er-Jahre schloss er sich dem "Modern Jazz Quintett Karlsruhe" an, erste Solo-Aufnahmen folgten (u.a. "The Philosophy of the Flügelhorn"). Große Anerkennung erfuhr Joos im legendären "Vienna Art Orchestra", dessen Mitglied er drei Jahrzehnte lang war. Joos habe einen wunderbaren samtenen Ton in seinem Trompetenspiel gehabt, sagte heute der Komponist und Jazzmusiker Bernd Konrad, der jahrzehntelang zusammen mit Joos in einer eigenen Band spielte. 2017 erhielt Joos den Landesjazzpreis von Hessen für sein Lebenswerk. Herbert Joos starb nach schwerer Krankheit am Wochenende im Alter von 79 Jahren in Baden-Baden.

Kollegen trauern um 21-jährigen Rap-Star Juice Wrld

Der US-Rap-Star Juice Wrld ist tot. Der 21-Jährige erlitt am Sonntag am Flughafen seiner Heimatstadt Chicago einen Krampf-Anfall und starb wenig später, wie Rettungskräfte und das Online-Portal TMZ berichteten. Zahlreiche Musikerkollegen betrauerten den Musiker in den sozialen Netzwerken, wie die Rapper LL Cool J und Meek Mill. Mill schrieb auf Instagram: "Du kennst unsere Herzen. Millionen Fans vermissen dich schmerzlich". Jarad Anthony Higgins, wie der Künstler mit bürgerlichem Namen hieß, hatte 2018 seinen Durchbruch mit dem Track "Lucid Dreams". Großen Erfolg konnte er auch in diesem Jahr mit seinem Album "Death Race for Love" verbuchen. Er zählte zur Generation der sogenannten SoundCloud Rapper, die zuerst auf Streaming-Plattformen im Internet Berühmtheit erlangen. Ob die Todesursache mit seinem Drogenkonsum zu tun hat, ist bisher unklar. In einem Interview mit der "New York Times" hatte er eingeräumt, dass er als Teenager sehr viel Xanax genommen habe, dass er seinen Drogen-Konsum aber drosseln wolle.

Bischöfe verschärfen Leitlinien zu sexuellem Missbrauch

Die katholischen Bischöfe haben ihre Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch innerhalb der Kirche erneut verschärft. Wie die Deutsche Bischofskonferenz in Bonn mitteilte, soll die überarbeitete Fassung erstmals als "Ordnung" verbindlich bundesweit in allen Bistümer gelten. Darin werden Missbrauchsfälle künftig als "Verbrechen" bezeichnet und es ist von "Betroffenen" statt von "Opfern" die Rede. Zudem werden auch Ehrenamtliche und Praktikanten als mögliche Täter aufgenommen. Die kirchliche Rechtsvorschrift gilt ab Januar und regelt auch Fälle, in denen Verstorbene des Missbrauchs beschuldigt werden. Für die zuständigen kirchlichen Stellen besteht nun die Pflicht zur Aufarbeitung. Auch die Rahmenordnung zur Prävention gegen Missbrauch wurde überarbeitet.

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