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Freitag, 14.12.2018
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 14. Dezember 2018

Die Jazzlegende Nancy Wilson ist tot

Sie wurde 81 Jahre alt

Die Sängerin Nancy Wilson ist tot. Nach Angaben ihres Managers starb sie im Alter von 81 Jahren im kalifornischen Pioneertown. Nancy Wilson sang Soul, Blues und Gospel. Einer ihrer bekannstesten Titel war "(You Don't Know) How Glad I Am" aus dem Jahr 1964. Wilson wurde mehrfach mit einem Grammy ausgezeichnet. Sie trat mit Nat King Cole und Sarah Vaughan in Konzerten auf. Geboren wurde Wilson 1937 in Ohio als Tochter eines Stahlarbeiters und eines Hausmädchen. Sie engagierte sie sich früh politisch, nach ihrer Ankunft in New York wurde sie Teil der Bürgerrechtsbewegung. 1965 nahm sie neben Martin Luther King an den berühmten Protestmärschen in Selma, Alabama, teil.

Schriftsteller Wilhelm Genazino gestorben

Er wurde 75 Jahre alt

Der Schriftsteller Wilhelm Genazino ist tot. Wie heute bekannt wurde, starb er am Mittwoch nach kurzer Krankheit. Das teilte der Carl-Hanser-Verlag in München mit. Genazino wurde1943 in Mannheim geboren und lebte als freier Autor in Frankfurt. Zunächst arbeitete er als Journalist unter anderem bei der Satire-Zeitschrift "Pardon". Später studierte er Germanistik. Genazino schrieb Hörspiele, bevor er mit seiner Angestellten-Romantrilogie "Abschaffel" (1977), "Die Vernichtung der Sorgen" (1978) und "Falsche Jahre" (1979) bekannt wurde. Genazinos Werk wurde in viele Sprachen übersetzt. Sein letzter Roman "Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze" erschien im Frühjahr 2018. Die Protagonisten seiner Romane waren stets Außenseiter, die sich auf durchaus kreative Art mit dem Leben auseinandersetzen. Genazino nannte seine Anti-Helden, "Individualisten wider Willen". Für seine Werke erhielt der Literat viele Auszeichnungen, darunter den Georg-Büchner-Preis und den Kleist-Preis.

Bundestag bestätigt Buchpreisbindung

Börsenverein: Abgeordnete erkennen damit zentrale Rolle des Buches an

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels begrüßt die Bestätigung der Buchpreisbindung durch den Bundestag. Das Parlament sei einer Empfehlung der Monopolkommission, die Buchpreisbindung abzuschaffen, nicht gefolgt. Die Buchpreisbindung sei eine Grundvoraussetzung für den deutschen Buchmarkt und stelle ein breites und vielfältiges Buchangebot sicher, hieß es. Der Börsenverein hat nach eigenen Angaben zwei Forschungsgutachten an die Justus-Liebig-Universität Gießen und das Institut für Handels- und Wirtschaftsrecht an der Universität Osnabrück vergeben. Diese sollen die Notwendigkeit der Buchpreisbindung unabhängig und umfassend sowie aus Sicht des Kartellrechts untersuchen. Ergebnisse sollen demnach im April 2019 vorgestellt werden.

US-Schauspielerin Sondra Locke

Sie war Filmpartnerin und Freundin von Clint Eastwood

Die US-Schauspielerin Sondra Locke ist tot. Sie starb Anfang November im Alter von 74 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Bekannt wurde Locke als langjährige Filmpartnerin und Freundin des Regisseurs Clint Eastwood.
Für die Rolle in ihrem Debütfilm "Das Herz ist ein einsamer Jäger" wurde sie 1968 als beste Nebendarstellerin für einen Oscar nominiert. Danach spielte sie fast ausschließlich an der Seite von Clint Eastwood. Mit ihm drehte sie unter anderem den Western "Der Texaner" sowie "Der Mann der niemals aufgibt", "Der Mann aus San Fernando" und "Dirty Harry kommt zurück". Locke und Eastwood waren außerdem 13 Jahre lang ein Paar und trennten sich 1989. Die Beziehung endete in einem erbitterten Gerichtsstreit.

Alexander Bickel wird Fernsehfilm-Chef beim WDR

Er folgt auf Gebhard Henke, dem wegen Missbrauchsvorwürfen gekündigt wurde

Neuer Leiter des Programmbereichs Fernsehfilm beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) wird Alexander Bickel. Der 49-Jährige übernimmt die neue Aufgabe im Laufe des Jahres 2019. Der Verwaltungsrat des Senders habe bereits zugestimmt, der genaue Zeitpunkt steht aber noch nicht fest. Bickel ist damit auch zuständig für Kino und Serie im WDR. Er verantwortet Produktionen wie die Event-Mehrteiler "Unsere wunderbaren Jahre" und "Brecht", Kinokoproduktionen wie "Victoria", Serien wie "Lindenstraße" oder "Mord mit Aussicht" und die "Tatorte" aus Köln, Münster und Dortmund. Bickel wird Nachfolger von Gebhard Henke, mit dem sich der WDR im Juli außergerichtlich auf eine Trennung geeinigt hatte. Zuvor hatte der größte ARD-Sender ihm gekündigt und als Grund "glaubhafte Vorwürfe sexueller Belästigung und des Machtmissbrauchs" genannt. Henke hatte die Vorwürfe bestritten. Er galt als einer der mächtigsten Männer im deutschen Film- und Fernsehgeschäft. Bickel ist derzeit stellvertretender Leiter der Hauptredaktion Fernsehfilm-Serie beim ZDF.

Gräber NS-verfolgter Sinti und Roma werden erhalten

Romani Rose: "Ein historischer Tag für die Minderheit."

Bund und Länder wollen die Gräber NS-verfolgter Sinti und Roma dauerhaft sichern. Bundesfamilienministerin Giffey und Bundesratspräsident Günther unterzeichneten in Berlin eine entsprechende Vereinbarung. Sie betrifft bundesweit rund 3.400 Grabstätten. Sie sollen laut Giffey als Orte ehrenden Gedenkens und als Mahnmale gegen Rassenhass und Völkermord erhalten bleiben. Die Kosten dafür teilen Bund und Länder. Mit dem Erhalt der Grabstätten wird das ehrende Gedenken an unsere Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet worden sind, gewahrt und an das schlimme Schicksal unserer Minderheit im Holocaust erinnert", so der Vorsitzende des Zentralrats der Deutschen Sinti und Roma, Romani Rose, heute im Bundesrat, wo heute bei einer feierlichen Gedenkstunde der Verfolgung von Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten gedacht wurde.

"In den Gängen" ist Film des Jahres 2018

Der Film des Regisseurs Thomas Stuber erhielt bereits den Gilde Filmpreis

Als Film des Jahres 2018 hat die Evangelische Filmjury die deutsche Tragikomödie "In den Gängen" ausgezeichnet. Der Film von Regisseur Thomas Stuber erzählt von der Gemeinschaft zwischen den Menschen, die in einem Großmarkt in einer ostdeutschen Kleinstadt arbeiten. Der undotierte Preis wird im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt am Main verliehen. Mit "In den Gängen" sei das Soziale auf höchst zeitgemäße Weise ins deutsche Kino zurückgekehrt, würdigte die Jury. Der Film schildere die Lebenswirklichkeit von Menschen, die selten öffentliche Aufmerksamkeit erhielten und mache dabei auch die Auswirkungen der Transformation in Ostdeutschland sichtbar. Der Film erhielt bei der diesjährigen Berlinale bereits den Gilde-Filmpreis deutscher Filmkunsttheater wie auch den Preis der Ökumenischen Jury.

Museumsdirektor Ralf Beil in Wolfsburg gekündigt

Beil verlässt Kunstmuseum Wolfsburg im Streit

Der Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg, Ralf Beil, verlässt das renommierte Ausstellungshaus im Streit. Der Vertrag mit Beil sei zum 30. Juni 2019 gekündigt, Beil sei ab sofort von seinen Dienstpflichten freigestellt worden, teilte das Museum mit. Einer einvernehmlichen Aufhebungsvereinbarung habe Beil nicht zugestimmt. Der 53-Jährige hatte das Kunstmuseum seit Januar 2015 geleitet. Wie die "Braunschweiger Zeitung" zuerst berichtete, reagierte Beil mit einer anklagenden E-Mail auf seinen Rauswurf. Darin bedauert er, dass er zwei große Ausstellungen im kommenden Jahr nicht mehr betreuen könne. Die künstlerische Freiheit dafür sei am Kunstmuseum Wolfsburg offenbar nicht gegeben, schreibt Beil. Das Haus, das im kommenden Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert, wird im Januar wegen Sanierungsarbeiten bis Ende März geschlossen. Beils Nachfolger soll nach Museumsangaben baldmöglichst bekannt gegeben werden. Vorübergehend übernehme der Geschäftsführer des Museums und Vorstandsmitglied der Kunststiftung Volkswagen, Otmar Böhmer, die Leitung, hieß es.

Houellebecq outet sich als Trump-Fan

Frankreichs Star-Schriftsteller lobt amerikanischen Präsidenten

Frankreichs umstrittener Star-Schriftsteller Michel Houellebecq hat sich als Fan von US-Präsident Donald Trump geoutet. Der Milliardär sei "einer der besten amerikanischen Präsidenten, die ich jemals gesehen habe", schrieb Houellebecq in einem Beitrag für das New Yorker "Harper's Magazine". Der notorische Provokateur singt darin ein Loblied auf Trump wegen dessen protektionistischer Handelspolitik, der Verachtung für die EU und den harten Umgang mit Staatschefs wie Wladimir Putin und Kim Jong Un. Zwar beginnt der wegen seiner lakonischen Romane weltweit gefeierte Autor den Artikel, indem er Trump als "schrecklichen Clown" bezeichnet. Anschließend überschüttet er den Republikaner aber mit Lob. Houellebecq war in der Vergangenheit immer wieder mit politischen Provokationen in Erscheinung getreten. In seinem 2015 erschienenen Bestseller "Unterwerfung" ließ er einen islamistischen Kandidaten die Präsidentschaftswahl in Frankreich im Jahr 2022 gewinnen.

"Heißzeit" ist das Wort des Jahres

Gesellschaft für deutsche Sprache hat Wort des Jahres 2018 gekürt

Das "Wort des Jahres 2018" lautet "Heißzeit". Es thematisiere nicht nur einen extremen Sommer, der gefühlt von April bis November gedauert habe, erklärte die Gesellschaft für deutsche Sprache zur Begründung. Es spiele auch auf den Klimawandel, als ein gravierendes globales Phänomen an. Mit der lautlichen Analogie zu Eiszeit verweise der Ausdruck auf eine sich möglicherweise ändernde Klimaperiode. Auf den zweiten Platz wählte die Jury das Wort "Funklochrepublik". Den dritten Platz belegte der Begriff "Ankerzentren". Mit deren Einführung wolle die große Koalition das Problem der unkontrollierten Migration in den Griff bekommen. Das erste Wortglied "Anker" stehe hier nicht für Fixierung oder Sicherung wie beim Anker eines Schiffs, sondern für die Anfangsbuchstaben von "Ankunft, Entscheidung, Rückführung" von Flüchtlingen und Migranten. Das Wort des Jahres wird von der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden regelmäßig aus hunderten Vorschlägen ausgewählt. Gekürt werden Ausdrücke, die nach Jury-Einschätzung die Diskussionen des Jahres bestimmt haben.

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