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Mittwoch, 26.06.2019
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 29. Dezember 2018

Berliner Künstlerin malt zusammen mit Roboter

"e-David" heißt die an der Universität Konstanz entwickelte Maschine

Die Berliner Künstlerin Liat Grayver hat auf dem Hackerkongress in Leipzig ihre Zusammenarbeit mit einem Roboter vorgestellt, der zarte Pinselstriche auf die Leinwand malt. "Der Roboter arbeitet mit mir, nicht für mich", sagte Grayver. "e-David" heißt die von Wissenschaftlern der Universität Konstanz entwickelte Maschine. Der Roboter kann mit einem Pinsel Farbe aufnehmen und Striche über eine Leinwand ziehen. Während des Malprozesses ergänzt die Künstlerin das Bild nach eigenen Vorstellungen. Das Roboterprojekt der Arbeitsgruppe Computergrafik und Medieninformatik an der Uni Konstanz begann bereits 2008 mit dem doppelten Ziel, eine Maschine selbstständig malen zu lassen und Künstlern ein zusätzliches Instrument an die Hand zu geben.

Ausstellung über Nazi-Design stößt auf Kritik

Bund der niederländischen Antifaschisten fordert Eingreifen

Eine geplante Ausstellung über das "Design des Dritten Reiches" in den Niederlanden ist auf Kritik gestoßen. Der Bund der niederländischen Antifaschisten (AFVN) kritisierte die vom Design Museum der Stadt Den Bosch angekündigte Ausstellung als "provozierend". In einer Erklärung verlangte sie ein Eingreifen der Stadtverwaltung gegen die Ausstellung. Das Design Museum (bis 2018 Städtisches Museum) in Den Bosch plant vom 14. September 2019 bis 20. Januar 2020 eine Ausstellung über Kunst und Design im Dritten Reich. Nach Angaben von Museumsdirektor Timo De Rijk sollen dabei neben bildender Kunst auch Design-Exponate gezeigt werden - vom Volkswagen über Möbel, Werbeplakate und die Optik von Massenaufmärschen bis hin zum Hakenkreuz. Die Ausstellung werde "wesentliche Exponate" aus großen deutschen Museen zeigen, teilte das Museum auf seiner Webseite mit. Ziel der Ausstellung sei es, zu zeigen, was Design und Kunst auch in schlechtem Sinne leisten könnten.

Texter von "Killing Me Softly" gestorben

Norman Gimbel wurde 91 Jahre alt

Norman Gimbel, der Texter des Welthits "Killing Me Softly" und anderer berühmter Songs, ist tot. Er starb bereits am 19. Dezember im Alter von 91 Jahren in seinem Haus im kalifornischen Montecito, wie sein Sohn Tony Gimbel mitteilte. Der in Brooklyn geborene Gimbel gewann zusammen mit dem Komponisten David Shire einen Academy Award für den besten Originalsong für "It Goes Like It Goes" von Jennifer Warnes im Film "Norma Rae" von 1979. 1973 hatte er zusammen mit seinem langjährigen Komponisten-Mitarbeiter Charles Fox für "Killing Me Softly" von Roberta Flack den Grammy für den besten Song des Jahres gewonnen. Einen weiteren Hit landete Gimbel mit dem englischen Text zum brasilianischen Bossa-Nova-Song "The Girl from Ipanema". 1984 wurde Gimbel als Mitglied in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen.

Türkische Justiz ermittelt gegen Fernsehjournalisten

Fatih Portakal hatte zu friedlichen Protesten gegen Preissteigerungen aufgerufen

Die türkische Justiz hat Ermittlungen gegen den Fernseh-Journalisten Fatih Portakal eingeleitet. Wie die Zeitungen "Hürriyet" und "Milliyet" berichten, wirft die Staatsanwaltschaft Portakal vor, "offen zur Begehung einer Straftat" angestiftet zu haben. Portakal hatte die Frage aufgeworfen, ob der Protest der französischen Gelbwesten ein Vorbild auch für die Türkei sein könne und hatte er zu friedlichem Protest aufgerufen: "Los, lasst uns einen friedlichen Protest machen, gegen die Preissteigerungen, die Steigerungen beim Erdgas-Preis", schrieb Portakal auf Twitter, wo er mehr als sechs Millionen Abonnenten hat. Der türkische Präsident Erdogan bezeichnete die Äußerungen Portakals als "unmoralisch". Die Justiz werde die "notwendige Antwort" geben, Der Journalist arbeitet für den privaten Sender Fox Haber, der in der Vergangenheit auch viel über die türkische Opposition berichtet hatte. Erst Anfang der Woche hatte die türkische Medienaufsicht eine Geldstrafe in unbekannter Höhe gegen den TV-Kanal verhängt. Trotz eines ähnlichen Namens hat dieser keine Verbindung zum US-Sender Fox News.

Berlins Currywurst-Museum dauerhaft geschlossen

Interaktives Museum feierte 2009 Eröffnung

Berlin hat eine Touristenattraktion weniger: Das Deutsche Currywurst Museum nahe dem Checkpoint Charlie ist dicht. Das Museum habe dauerhaft geschlossen, ist an den Türen, auf Facebook und auch auf der Internetseite des Hauses zu lesen. Über die Telefonnummer des Betreibers Edutainement International GmbH war niemand zu erreichen. Das interaktive Museum samt Tomatenklecksen und Wurstsofa eröffnete Mitte 2009 in der Schützenstraße. Es schrieb die Erfindung der Currywurst der Berlinerin Herta Heuwer für den 4. September 1949 zu. Sie habe damals eine Soße aus Tomatenmark, Worcestershiresoße, Currypulver und anderen Gewürzen gemischt und über eine gebratene und klein geschnittene Brühwurst gegossen.

KMK-Präsident warnt vor Scheitern des Digitalpaktes

Helmut Holter: Digitalpakt nicht zwingend an Verfassungsänderung gebunden

Der scheidende Präsident der Kultusministerkonferenz, Helmut Holter (Linke), hat davor gewarnt, die Digitalisierung der Schulen auf Eis zu legen. "Das Projekt kann und darf nicht scheitern", sagte Thüringens Bildungsminister in Erfurt. Für den Digitalpakt sollen rund fünf Milliarden Euro an die Länder fließen. Allerdings muss dazu das Grundgesetz geändert werden - weil Bildung bisher ausschließlich Sache der Länder ist. Diese lehnen jedoch einen Passus der Verfassungsänderung ab und wollen über den Vermittlungsausschuss des Bundesrats nachverhandeln. Holters Einschätzung nach ist der Digitalpakt aber nicht zwingend an eine Verfassungsänderung gebunden. "Wenn das Vermittlungsverfahren sich hinziehen sollte, dann müsste der Digitalpakt über eine andere gesetzliche Grundlage gestartet werden", sagte er. In der Vergangenheit hatte sich Holter immer wieder dafür ausgesprochen, das im Grundgesetz verankerte Kooperationsverbot ganz aufzugeben. Ursprünglich sollte das Geld für die Digitalisierung der Schulen ab 2019 fließen. Nun wird Mitte des nächsten Jahres als möglicher Starttermin genannt.

ZDF bedauert polnisches Urteil zu TV-Dreiteiler

Krakauer Bezirksgericht hatte die Macher des Films zu Schadenersatz verurteilt

Nach dem Urteil eines polnischen Gerichts gegen die Macher des ZDF-Mehrteilers "Unsere Mütter, unsere Väter" will der Sender die Begründung des Gerichts abwarten und plant, Rechtsmittel gegen die Entscheidung einzulegen. "Das ZDF bedauert, dass das Krakauer Bezirksgericht der Kunstfreiheit keine ausreichende Beachtung geschenkt hat", teilte der Sender der Deutschen Presse-Agentur mit. Laut der Nachrichtenagentur PAP hatte das Gericht die Macher des Mehrteilers, die Produktionsfirma UFA Fiction und das ZDF, zu Schadenersatz und einer Entschuldigung verurteilt. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Im Rechtsstreit geht es um die Darstellung der polnischen Heimatarmee. Kritiker sind der Ansicht, "Unsere Mütter, unsere Väter" enthalte Szenen, die Polens Heimatarmee Mitschuld an den Verbrechen gegen das jüdische Volk geben würden.

Designierte Spiegel-Führung lässt Verträge ruhen

Zunächst untersucht eine Kommission den Betrugsfall um Claas Relotius

Im Fälschungsskandal um einen ehemaligen "Spiegel"-Reporter werden die Verträge von zwei Führungskräften zunächst auf Eis gelegt. Das kündigte der designierte Chefredakteur Steffen Klusmann in einem Schreiben an die Mitarbeiter an, wie eine "Spiegel"-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. Klusmann schreibt in dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Brief, der Fall des Reporters Claas Relotius habe bei einigen die Frage aufgeworfen, ob Ullrich Fichtner als Chefredakteur und Matthias Geyer als Blattmacher nach einem solchen "Desaster" eigentlich noch tragbar seien. "Der eine hat Claas Relotius für den Spiegel entdeckt, der andere hat ihn fest angestellt und bis zuletzt geführt.

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Fazit

Kritik an Karl-May-FestspielenDebatten statt Verbote
Die Schauspieler Sascha Gluth (l-r), Harald Wieczorek und Alexander Klaws spielen eine Szene aus "Unter Geiern - Der Sohn des Bärenjägers" der Karl-May-Spiele in der Freiluft-Arena am Kalkberg.  (Frank Molter / dpa)

"Professorin will diesen Winnetou abschaffen" titelte eine Boulevardzeitung nach Kritik an den Karl-May-Festspielen. So weit will niemand gehen, aber es gibt gute Gründe, die Darstellung von native americans zu verändern, findet Noa Ha von der Uni Dresden.Mehr

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