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Kulturnachrichten

Freitag, 28. Dezember 2018

Designierte Spiegel-Führung lässt Verträge ruhen

Zunächst untersucht eine Kommission den Betrugsfall um Claas Relotius

Im Fälschungsskandal um einen ehemaligen "Spiegel"-Reporter werden die Verträge von zwei Führungskräften zunächst auf Eis gelegt. Das kündigte der designierte Chefredakteur Steffen Klusmann in einem Schreiben an die Mitarbeiter an, wie eine "Spiegel"-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Freitagabend bestätigte. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. Klusmann schreibt in dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Brief, der Fall des Reporters Claas Relotius habe bei einigen die Frage aufgeworfen, ob Ullrich Fichtner als Chefredakteur und Matthias Geyer als Blattmacher nach einem solchen "Desaster" eigentlich noch tragbar seien. "Der eine hat Claas Relotius für den Spiegel entdeckt, der andere hat ihn fest angestellt und bis zuletzt geführt." Er wolle den Fall Relotius hier nicht leichtfertig abtun, schreibt Klusmann. "Dafür ist er zu groß und zu gefährlich. Und er ist noch lange nicht ausgestanden. Ich habe daher mit Matthias und Ullrich verabredet, dass wir ihre neuen Verträge erst mal aussetzen und ruhen lassen, bis die Kommission den Fall abschließend untersucht hat."

Israelischer Schriftsteller Amos Oz gestorben

Oz starb mit 79 Jahren an einem Krebsleiden

Der israelische Schriftsteller Amos Oz ist tot. Er starb im Alter von 79 Jahren in Jerusalem, wie seine Tochter Fania Oz-Salzberger auf Twitter mitteilte. Ein halbes Jahr vor seinem 80. Geburtstag erlag er einem Krebsleiden. Der Schriftsteller, Journalist und Mitbegründer der politischen Bewegung "Peace Now" wurde am 4. Mai 1939 in Jerusalem geboren. Er studierte Literatur und Philosophie an der Hebräischen Universität. Für seine Romane, Erzählungen, Essays und Kinderbücher wurde er vielfach ausgezeichnet. Von 1987 bis 2005 war er Professor für hebräische Literatur an der Ben-Gurion-Universität. 1993 erhielt er dort den Agnon-Lehrstuhl für moderne hebräische Literatur.

Direktor der Schlösserstiftung tritt später an

Grund sind noch laufende Verhandlungen

Der neue Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Christoph Martin Vogtherr, wird erst im Laufe des ersten Quartals 2019 sein Amt antreten. Ein genauer Zeitpunkt könne derzeit nicht genannt werden, sagte der Sprecher des Brandenburger Kulturministeriums, Stephan Breiding. Es liefen noch Verhandlungen. Vogtherr, Hamburger Kulturmanager und Kunsthistoriker, war im November vom Stiftungsrat ernannt worden. Er tritt die Nachfolge von Hartmut Dorgerloh an, der im Sommer zum Generalintendanten des Humboldt Forums Berlin berufen wurde.

Erster russischer "Vatikanist" gestorben

Alexej Bukalov begleitete als erster Russe Päpste auf Auslandsreisen

Der langjährige russische Vatikan-Korrespondent Alexej Bukalov ist 78-jährig in Rom gestorben. Das meldete die Vatikanzeitung "Osservatore Romano". Seit 1991 war Bukalov Leiter des römischen Büros der russischen Nachrichtenagentur Tass. Als erster Russe begleitete er Päpste auf Auslandsreisen und gehörte über 20 Jahre der Gruppe der Vatikan-Korrespondenten an. 1940 in Leningrad geboren, studierte Bukalov Journalismus, Literatur und Politikwissenschaften, bevor er zunächst eine diplomatische Laufbahn einschlug. Ende der 80er Jahre wechselte er zum Journalismus. Seine letzte Papstreise unternahm er Ende August mit Franziskus nach Irland.

Land Hessen wird neuer Träger der Städelschule

Bisher von Frankfurt getragene Einrichtung wird 14. Hochschule des Landes

Die traditionsreiche Frankfurter Städelschule geht im neuen Jahr in die Trägerschaft des Landes Hessen über. Das teilte Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein in Wiesbaden mit. Bisher war die Stadt Frankfurt Trägerin der Einrichtung. Rhein wies darauf hin, dass das Land bereits in den letzten drei Jahren seine Unterstützung für die Städelschule sukzessive gesteigert habe. Ab 2019 könne sie mit jährlich 4,2 Millionen Euro rechnen. Sie werde dann offiziell die 14. Hochschule des Landes Hessen.

Polnisches Gericht verurteilt ZDF wegen TV-Serie

Sender muss sich entschuldigen und eine Geldstarfe zahlen

Das Bezirksgericht Krakau hat das ZDF wegen der Serie "Unsere Mütter, unsere Väter" zu einer Entschuldigung und einer Geldstrafe verurteilt. Es gebe in der Serie "eine einseitige und unwahre Darstellung von historischen Fakten", sagte Richter Kamil Grzesik in seiner Urteilsbegründung. Das ZDF will Berufung einlegen. Die ZDF-Miniserie, die im März 2013 in Deutschland ausgestrahlt wurde, zeigte eine in Polen umstrittene Szene: Ein Vertreter der polnischen Untergrundorganisation "Heimatarmee" sagte angesichts eines Zuges mit KZ-Häftlingen, die er seinem Schicksal überlassen will: "Weil das Juden sind, und die sind schlimmer als die Kommunisten." Von polnischer Seite wurde darin ein pauschaler Vorwurf gesehen, die Heimatarmee sei eine antisemitische Organisation gewesen. Es folgten Proteste von Veteranen und rechten Gruppen vor dem Sitz des ZDF-Studios in Warschau.

Wiener Philharmoniker gründen eigene Akademie

Zwölf Musiker sollen im ersten Jahrgang aufgenommen werden

Die Wiener Philharmoniker bilden ihren Nachwuchs künftig selbst aus. Zum 1. September will das weltbekannte Orchester eine Akademie gründen und im ersten Jahrgang zwölf Musiker aufnehmen, wie Geschäftsführer Michael Bladerer in Wien mitteilte. Die zweijährige Ausbildung stütze sich dann vor allem auf wöchentlichen Einzelunterricht, Kammermusik und Einheiten im Orchester. Bewerben können sich talentierte Nachwuchsmusiker im Alter zwischen 18 und 27 Jahren.

Katholische Kirche erkennt Relotius Medienpreis ab

Preisgeld soll zurückgefordert werden

Die katholische Kirche hat dem Ex-"Spiegel"-Reporter Claas Relotius den von ihr vergebenen Medienpreis entzogen und will das Preisgeld zurück. Nachdem Relotius nunmehr öffentlich zugegeben habe, den Beitrag "Königskinder" aus dem Jahr 2016 in wesentlichen Punkten gefälscht zu haben, werde der Preis aberkannt, sagte der Sprecher der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp. Seinen Worten zufolge will sie auch das Preisgeld in Höhe 5.000 Euro von Relotius zurückfordern.

Grütters: Europäisches Kulturerbejahr war Erfolg

Permanente europäische Kulturerbe-Plattform soll geschaffen werden

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat das zu Ende gehende Europäische Kulturerbejahr 2018 als Erfolg bezeichnet. Es habe "unter Beteiligung von Millionen Menschen in ganz Europa eindrücklich gezeigt, dass wir aus unserem historischen Erbe heraus großes Vertrauen in die gemeinsame Zukunft Europas schöpfen könne", erklärte die CDU-Politikerin in einer Mitteilung. Auch die Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, Brandenburgs Kultur- und Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD), zog ein positives Fazit. Es sei gelungen, die kulturelle Vielfalt des Kontinents in den Blickpunkt zu rücken und damit auch wieder "Lust auf Europa" zu machen. Münch kündigte an, dass eine permanente europäische Kulturerbe-Plattform geschaffen werden solle, um den Erhalt und die Vermittlung des Kulturerbes sowie die Vernetzung von Einrichtungen weiter voranzutreiben.

Ungarn: Denkmal von Imre Nagy abgebaut

Sattdessen sollen Opfer der kommunistischen Räterepublik geehrt werden

Über Nacht ist das Denkmal zu Ehren von Imre Nagy, einer Schlüsselfigur des antistalinistischen Ungarnaufstands von 1956, in Budapest abgebaut worden. Das berichteten ungarische Medien. An seine Stelle soll die Rekonstruktion eines Monuments kommen, das die Opfer der kommunistischen Räterepublik Ungarns von 1919 ehrt. Das Original dieses Denkmals war in den 1930er Jahren vom rechtsautoritären Regime unter Miklos Horty dort errichtet worden. Es wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den Kommunisten abgerissen. Nagy ist bei der aktuellen rechtsnationalen Regierung von Viktor Orban in Ungnade gefallen, weil er Kommunist war. Nagy gehörte zum antistalinistischen Flügel der Kommunistischen Partei. Er wurde während des 1956er Aufstands von seiner Partei zum Ministerpräsidenten ernannt und bildete eine Mehrparteienregierung.

Berlin plant Gratis-Tage in Museen

So sollen Menschen erreicht werden, die sonst nicht ins Museum gehen

In den Berliner Landesmuseen soll es künftig an bestimmten Tagen freien Eintritt geben. Geplant sei, in den Landesmuseen eine eintrittsfreie Zeitspanne einzurichten und diese mit neuen Vermittlungsangeboten zu kombinieren, sagte Kultursenator Klaus Lederer der "Berliner Morgenpost". Es gehe dabei um einen eintrittsfreien Tag pro Woche oder pro Monat. "Wir reden gerade mit den Häusern, was sie leisten können und wie sie etwas bieten können, was dann auch das Publikum anspricht", sagte der Senator. Es gehe nicht nur darum, regelmäßige Museumsgänger finanziell zu entlasten. Das Ziel sei vielmehr, auch solche Menschen zu erreichen, die sonst nicht den Weg in Kultureinrichtungen fänden.

Demoaufruf: Keine Konsequenzen für Theater-Chef

Keine dienstaufsichtsrechtlichen Schritte gegen Matthias Lilienthal

Der Chef der Münchner Kammerspiele, Matthias Lilienthal, muss nach einem Aufruf zur "#ausgehetzt"-Demonstration im Sommer nicht mit Konsequenzen rechnen. Oberbürgermeister Dieter Reiter werde keine dienstaufsichtsrechtlichen Schritte gegen Lilienthal einleiten, teilte die Stadt mit. Die Münchner Stadtrats-CSU hatte versucht, den städtischen Kammerspielen - und ebenso dem Volkstheater - einen Aufruf zu der Demonstration "#ausgehetzt - gemeinsam gegen die Politik der Angst" zu verbieten, die sich vor allem gegen die Flüchtlingspolitik der CSU und einen Rechtsruck in Deutschland richtete. Die Christsozialen sahen die Neutralitätspflicht für städtische Einrichtungen verletzt und forderten "dienstaufsichtsrechtliche Maßnahmen".

ARD schließt Gang nach Karlsruhe nicht aus

Verfassungsklage sei aber "Ultima Ratio", sagte ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm

Im Ringen um die künftige Höhe des Rundfunkbeitrags schließt die ARD eine Verfassungsklage nicht aus. Falls nicht alle Landtage zustimmen, "bliebe als Ultima Ratio die Klärung beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe", sagte der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm in München. "Dies würde freilich eine jahrelange Hängepartie bedeuten. In dieser Zeit könnte nicht ordnungsgemäß gearbeitet werden." Jeder Haushalt in Deutschland muss derzeit 17,50 Euro pro Monat für ARD, ZDF und Deutschlandradio zahlen. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten macht 2019 erneut einen Vorschlag zur Beitragshöhe. Die anschließende Entscheidung der Ministerpräsidenten muss von allen 16 Landtagen ratifiziert werden.

Gottschalk bekommt Literatursendung

"Gottschalk liest?" soll viermal im Jahr ausgestrahlt werden

Der Bayerische Rundfunk plant eine Fernseh-Literatursendung mit Thomas Gottschalk. "Gottschalk liest?" starte im Frühjahr 2019. Viermal im Jahr werde der 68-Jährige in verschiedenen Regionen mit Gästen über deren Neuerscheinungen und andere Kulturthemen sprechen, teilte der Sender am mit. Thomas Gottschalk, der Germanistik und Geschichte für das Lehramt studiert hat, fühle sich "reif für eine Büchersendung". Der Sender zitiert in mit den Worten: "Zum Lesen haben die meisten heute eine App - ich habe zumindest drei Semester Germanistik."

Theaterstück lotet die Ära Merkel aus

"Angela I." von Katja Hensel soll Ende Februar uraufgeführt werden

Nach Altkanzler Helmut Kohl und US-Präsident Donald Trump bekommt jetzt auch Angela Merkel ein eigenes Theaterstück. Nach Ansicht von Autorin Katja Hensel ist sie eine spannende Figur für die Bühne. "Sie überrascht permanent. Es gibt so viele Facetten an dieser Frau, die im Unklaren bleiben." In der Tragikomödie "Angela I." geht es aber nicht um ihr Leben oder ihre politische Karriere, sondern um grundsätzliche Fragen wie Macht, Politikverdrossenheit und die Entfernung zwischen Politikern und Bürgern. Die Bremer Shakespeare Company hat bereits mit den Proben begonnen. Für Ende Februar ist die Uraufführung geplant.

Cumberbatch spielt Brexit-Vorkämpfer Cummings

"Sherlock Holmes"-Darsteller übernimmt Hauptrolle in britischem TV-Drama

Benedict Cumberbatch wird die Hauptrolle in einem TV-Drama über den EU-Ausstieg Großbritanniens spielen. In „Brexit -The Uncivil War" wird der britische Filmstart den Leiter der "Vote Leave"-Kampagne, Dominic Cummings, darstellen. Im Mittelpunkt steht die umstrittene Strategie, mit der die EU-Gegner 2016 das Brexit-Referendum für sich entschieden. Der in der Öffentlichkeit wenig bekannte Cummings arbeitete zunächst als Berater von Europaskeptikern. Dann führte er die Kampagne "Vote Leave" an, die sich für einen Brexit stark machte. Unter anderem setzte er dabei auf eine datenbasierte Kampagne in den sozialen Netzwerken. Cumberbatch erklärte, die Welt durch Cummings' Augen zu sehen sei eine "Herausforderung" gewesen. Er selbst hatte sich für einen Verbleib in der EU ausgesprochen. "Brexit: The Uncivil War" wird im britischen Sender Channel 4 am 7. Januar gezeigt.

Die brasilianische Musikerin Miúcha ist tot

Sängerin und Komponistin starb im Alter von 81 Jahren

In Rio de Janeiro ist eine der populärsten brasilianischen Musikerinnen gestorben. Medienberichten zufolge starb Miúcha nach einer jahrelangen Krebserkrankung im Alter von 81 Jahren. Die Sängerin und Komponistin, die mit bürgerlichem Namen Heloísa Maria Buarque de Holanda hieß, wechselte in ihrer rund 40 Jahre währenden Karriere zwischen Bossa Nova, Samba und der sogenannten Música Popular Brasileira. Die Tochter eines bekannten Historikers und einer Pianistin musizierte unter anderem mit dem Jazz-Saxofonisten Stan Getz und dem Sänger Antônio Carlos Jobim und brachte 14 Alben heraus. Acht Jahre war sie mit João Gilberto verheiratet, der als einer der Väter des Bossa Nova gilt.

"The Avengers" führt deutsche Kino-Rangliste an

Verband der Filmverleiher gibt erfolgreichste Kinofilme des Jahres bekannt

"The Avengers: Infinity War" war 2018 der meistbesuchte Kinofilm des Jahres in Deutschland. Die Marvel-Comic-Verfilmung mit Stars wie Scarlett Johansson, Chris Evans und Robert Downey Jr. sahen sahen nach Angaben des Verbandes der Filmverleiher bis zum 21. Dezember 3,38 Millionen Besucher. Auf Platz zwei landete "Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen" vor "Fifty Shades of Grey - Befreite Lust". Beste deutsche Produktion mit 1,80 Millionen Besuchern war "Jim Knopf und Lukas der Lokomotovführer". Die Musikfilme "Mamma Mia! Here We Go Again" und "Bohemian Rhapsody" wollten 2,18 bzw. 2,11 Millionen Menschen sehen. Das Ranking beruht auf den Besucherzahlen, die die Filmverleiher in rund 1.600 Spielstätten erhoben haben.

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