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Kulturnachrichten

Mittwoch, 26. Dezember 2018

"Moschee-Steuer" für Muslime gefordert

Seyran Ates schlägt Zahlung analog zur Kirchensteuer vor

Die Berliner Anwältin und Moschee-Gründerin Seyran Ates hat sich für eine "Moschee-Steuer" für Muslime ähnlich der Kirchensteuer ausgesprochen. "Alles, was die Gemeinden brauchen, kann in Zukunft von den Mitgliedern selbst aufgebracht werden", sagte Ates der "Welt". Ates ist Initiatorin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee im Berliner Stadtteil Moabit, die für einen liberalen Islam steht und für eine geschlechtergerechte Auslegung des Koran eintritt. Viele muslimische Verbände und Gemeinden in Deutschland werden aus den arabischen Golfmonarchien oder aus der Türkei finanziert. Sie sehen sich deshalb zunehmend dem Vorwurf ausgesetzt, sie vermittelten politisch fragwürdige Werte und beförderten die Entstehung von Parallelgesellschaften.

Noch fehlen 18 Millionen Euro für das Berliner Schloss

Förderverein sammelt für historische Fassaden der einstigen Hohenzollern-Residenz

Für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses fehlen ein Jahr vor der Eröffnung noch 18 Millionen Euro Spenden. Der Vorsitzende des Fördervereins, Wilhelm von Boddien, zeigte sich jedoch zuversichtlich, den Rest der insgesamt 105 Millionen Euro noch aufzubringen. "Ich bin ziemlich sicher, dass wir das schaffen", sagte er. Der Förderverein will deshalb auch nach dem Abbau des Baustellen-Infocenters, der sogenannten Humboldt-Box, weiter um Geldgeber werben. Der Förderverein hat 105 Millionen Euro an Spenden zugesagt, um die historischen Fassaden der einstigen Hohenzollern-Residenz rekonstruieren zu können. Den Löwenanteil der Baukosten von fast 600 Millionen Euro zahlt der Bund. Unter dem Namen Humboldt-Forum soll im Schloss von Ende 2019 an ein Kultur- und Museumszentrum öffnen.

Kevin Spacey muss sich vor Gericht verantworten

US-Schauspieler werden sexuelle Übergriffe vorgeworfen

Der frühere "House of Cards"-Star Kevin Spacey muss sich vor Gericht verantworten. Wie die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Massachusetts mitteilte, soll Spacey am 7. Januar dem Haftrichter vorgeführt werden. Im Juli 2016 soll sich der 59-Jährige in einem Restaurant eines unsittlichen Übergriffes und der Körperverletzung schuldig gemacht haben, hieß es. Erst am Montag hatte Spacey sein langes Schweigen gebrochen und auf Twitter und YouTube ein dreiminütiges Video veröffentlich. Darin stellt er seine TV-Figur, den skrupellosen Politiker Frank Underwood, dar, der offenbar auf Vorwürfe gegen sich reagiert. "Ihr würdet doch nicht ohne Beweise das Schlimmste glauben und ohne Fakten vorschnell urteilen, oder?", sagt Spacey in die Kamera. Er werde bestimmt nicht den Preis für Dinge zahlen, die er nicht getan habe. Im Herbst 2017 waren zahlreiche Vorwürfe gegen ihn vorgebracht worden. Unter anderem hatte der Schauspieler Anthony Rapp gesagt, in den 80er-Jahren als damals 14-Jähriger von Spacey belästigt worden zu sein. Dieser entschuldigte sich, gab aber an, sich nicht erinnern zu können. Der Streaming-Dienst Netflix beendete im Zuge der Enthüllungen die Zusammenarbeit mit dem Oscar-Preisträger. In der Serie "House of Cards" starb die Figur Frank Underwood den Filmtod. Spaceys Karriere liegt seitdem brach.

"Sehr gute Resonanz" bei #MeToo-Anlaufstelle

Beratung und Hilfe für Betroffene aus Film, Fernsehen und Theater

Die erste zentrale Anlaufstelle für #MeToo-Fälle in Deutschland hat ihre Arbeit aufgenommen - und eine "sehr gute Resonanz" beobachtet. Bei "Themis" in Berlin können sich seit dem Herbst Betroffene aus Film, Fernsehen und Theater Rat holen. "Das Schöne ist, dass sich nicht nur Betroffene, sondern auch Unternehmen melden, die Rat suchen, die wissen wollen, wie gehe ich mit Fällen von Belästigung und sexueller Gewalt um", sagte der Jurist Bernhard Störkmann vom Bundesverband Schauspiel. Die zentrale Anlaufstelle wurde von 17 Brancheneinrichtungen ins Leben gerufen und wird von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) gefördert.

Selbstverbrennung von Journalist: Proteste in Tunesien 

Abdel Razaq Zorgi zündete sich aus Protest gegen hohe Arbeitslosigkeit selbst an

Die Selbstverbrennung eines Journalisten in Tunesien hat in dem nordafrikanischen Land Ausschreitungen ausgelöst. Nach der Beerdigung des 32-Jährigen errichteten dutzende Demonstranten in Kasserine im Westen des Landes eine Barrikade aus brennenden Autoreifen und blockierten die Hauptverkehrsstraße. Die Polizei setzte Tränengas ein. Die Proteste hatten kurz nach der Beerdigung des 32-jährigen Abdel Razaq Zorgi begonnen. Der Journalist aus Kasserine war seinen Verletzungen erlegen, nachdem er sich aus Protest gegen die hohe Arbeitslosigkeit und die allgemeine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in der Region Kasserine selbst angezündet hatte.

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