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Kulturnachrichten

Montag, 24. Dezember 2018

Neues Museum widmet sich Schriftsteller Solschenizyn

Ausstellung wurde in seiner früheren Wohnung in Moskau eingerichtet

In Moskau erinnert jetzt ein Museum an den vor 100 Jahren geborenen Schriftsteller und Dissidenten Alexander Solschenizyn. Die stellvertretende Moskauer Bürgermeisterin Natalia Sergunina sagte bei der Eröffnung des Museums, es sei eine Hommage an die Menschen, die mit ihm zusammen gewesen seien. Die Einrichtung werde sehr gefragt sein. Die Ausstellung zeigt in verschiedenen Themenbereichen Leben und Werk des Schriftstellers. Das Museum wurde in der Wohnung eingerichtet, in der Solschenizyn Anfang der 1970er Jahre verhaftet wurde. An der Eröffnung nahm auch seine Witwe teil. Zu den beühmtesten Werken des Schriftstellers gehört die Lagerchronik "Archipel Gulag".

Argentinische Charango-Ikone Jaime Torres ist tot

Musiker starb im ALter von 88 Jahren

Der argentinische Musiker Jaime Torres ist tot. Der 80-Jährige sei zuvor noch in ein Krankenhaus gebracht worden, bestätigte seine Tochter der Tageszeitung «Clarín». Torres war für sein Spiel der Charango bekannt, einem gitarrenähnlichen Zupfinstrument aus der Andenregion. Mit ihr bespielte er internationale Bühnen, unter anderem auch die der Philharmonie in Berlin. Torres wurde am 21. September 1938 in San Miguel de Tucuman geboren.

NRW-Museumsverbände wollen fusionieren

Vorsitzende verspricht sich sich bessere Sichtbarkeit

Die beiden regionalen Museumsverbände im Rheinland und in Westfalen wollen sich im kommenden Jahr zu einem Verband zusammenschließen. Die Mitglieder des Museumsverbandes Rheinland und der Vereinigung westfälischer Museen hätten bereits zugestimmt, sagte Regine Zeller, die Vorsitzende des Verbandes Rheinischer Museen. 2019 soll der Gesamtmuseumsverband Nordrhein-Westfalen gegründet werden. Es sei wichtig, dass die Häuser mit einer Stimme sprächen. "Es ist unser Ziel, dass wir wahrgenommen werden", sagte Zeller über das Vorhaben. Die Museumsverbände in Westfalen und im Rheinland sind jeweils über 90 Jahre alt. Sie vertreten zusammen mehr als 400 Museen in NRW.

Bürgerstiftung will Opernbau vorstellen

Im Januar will die Stiftung die Neubaupläne dem Magistrat präsentieren

Einflussreiche Bürger wollen für die Stadt Frankfurt eine neue Oper bauen - mit dem Vorschlag hat die Stiftung Anfang Dezember für Furore gesorgt. Im Januar will die Gruppe ihre Initiative nun offiziell dem Magistrat vorstellen. "Wir machen der Stadt ein Angebot", sagte der Sprecher der Bürgerstiftung Neue Oper Frankfurt, Martin Wentz. Die derzeitige Theaterdoppelanlage von Schauspiel und Oper gilt als marode. Ein umfangreiches Gutachten hat die Kosten für eine Sanierung auf fast 900 Millionen Euro geschätzt. Die Stiftung will 50 Millionen Euro etwa durch Spenden als Eigenkapital auftreiben. Den Rest der geschätzten Baukosten von 240 Millionen Euro will die Gruppe mit Darlehen finanzieren. Das Grundstück müsste die Stadt dem Bauherren per Erbbauvertrag überlassen. Die Oper wäre in dem Neubau dann Mieter. Die Stiftung könne die Oper viel schneller und kostengünstiger bauen, da sie anders als die Stadt nicht dem öffentlichen Vergaberecht unterliege, betont Wentz.

Relotius: Täuschung mit Spendenaufruf?

Geld sollte auf Privatkonto des "Spiegel"-Reporters überwiesen werden

Nach Bekanntwerden der Betrügereien des "Spiegel"-Reporters Claas Relotius stehen strafrechtliche Ermittlungen wegen der Veruntreuung von Spendengeldern im Raum. Wie "Spiegel online" berichtete, soll Relotius von seinem privaten E-Mail-Konto Lesern Spendenaufrufe geschickt haben, um angeblich Waisenkindern in der Türkei zu helfen. Das hätten Leser dem Magazin mitgeteilt. Das Geld sollte demnach auf Relotius' Privatkonto überwiesen werden. "Wie viele Spender sich auf diesen Aufruf meldeten, wieviel Geld schließlich zusammenkam und was mit diesem Geld passierte, ist derzeit noch nicht klar", heißt es auf "Spiegel online". Der Redaktion sei von der Spendensammlung nichts bekannt gewesen. Alle gesammelten Informationen würden der Staatsanwaltschaft "im Rahmen einer Strafanzeige" zur Verfügung gestellt.

Robert Menasse hat Hallstein-Zitate erfunden

Vermeintlichen Zitate hätten Aufnahme gefunden in Bücher und Debatten

Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse hat mehrere Zitate des früheren CDU-Europapolitikers Walter Hallstein (1901-1982) erfunden. Hallstein habe es nie so zugespitzt gesagt, "man müsste lange Passagen zitieren, um diese Position ableiten zu können", sagte Menasse der "Welt am Sonntag". "Was kümmert mich das 'Wörtliche', wenn es mir um den Sinn geht", rechtfertigte sich der Schriftsteller. Menasse habe sich auf Hallstein, der 1958 erster Kommissionspräsident des EU-Vorläufers Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) wurde, in vielen Artikeln, Essays und Reden berufen, um seine Forderung nach einer Überwindung der Nationen zu unterstreichen, berichtet die "Welt am Sonntag". Die vermeintlichen Hallstein-Zitate hätten Aufnahme gefunden in Aufsätzen, Büchern und Debatten. Hallstein habe das sagen wollen, was er ihm in den Mund gelegt habe, sagte Menasse. Er habe "eine Diskussion provoziert und einen Denkraum des notwendig Möglichen eröffnet, den es vorher nicht gab, einfach dadurch, dass ich eine Autorität zu meinem Kronzeugen erklärt habe, der nichts dagegen gehabt hätte".

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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