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Samstag, 22. Dezember 2018

Warschauer Ghetto: Letzter Widerstandskämpfer gestorben

Simcha Rotem von Regierungschef Benjamin Netanjahu gewürdigt

Der letzte jüdische Widerstandskämpfer aus dem Warschauer Ghetto ist tot. Simcha "Kazik" Rotem sei im Alter von 94 Jahren in Jerusalem gestorben, berichteten israelische Medien. Rotem, bekannt auch als Kazik Ratajzer, konnte 1943 nach schweren Kämpfen gegen die Deutschen mit anderen Kameraden durch einen Abwasserkanal aus dem zerstörten Ghetto fliehen. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und Staatspräsident Reuven Rivlin würdigten Rotem als letzten Kämpfer des Warschauer Ghettos. Rotem habe "gegen die Nazis gekämpft und Juden gerettet", schrieb Netanjahu bei Twitter. Am 19. April 1943 hatte die Rebellion jüdischer Aufständischer begonnen, die sich gegen SS-Einheiten wehrten. Der fast einmonatige Kampf gegen die überlegenen Deutschen scheiterte am 16. Mai 1943. Seine blutige Niederschlagung besiegelte das Schicksal der meisten bis dahin überlebenden Warschauer Juden, die vor dem Krieg ein Drittel der Bevölkerung gestellt hatten. Tausende wurden erschossen oder in die Todeslager deportiert.

Architekt fertigt Mini-Bauhaus auf Rädern an

"Wohnmaschine" soll zur Eröffnung des Bauhausjahres nach Dessau-Roßlau rollen

Anlässlich des 100. Bauhaus-Jubiläums hat der Architekt Van Bo Le Mentzel eine Miniatur des Dessauer Bauhausgebäudes auf Rädern angefertigt. Die sogenannte "Wohnmaschine» solle zur Eröffnung des Bauhausjahres nach Dessau-Roßlau rollen und Raum für kritisches Denken bieten, teilte die Hochschule Anhalt mit. Das sogenannte Tiny House biete auf 15 Quadratmetern Platz für Ausstellungsstücke und sei komplett eingerichtet. In dem Mini-Bauhaus sollen vom 7. bis zum 23. Januar 2019 Künstler und Gäste das komplexe Erbe der Moderne hinterfragen. Ab dem 4. Januar 2019 soll das Tiny House bereits in Dessau-Roßlau stehen.

Steinsarkophag in Kathedrale von Bayeux entdeckt

Der Sarg hat ein außergewöhnliches Dekor

In der Kathedrale von Bayeux ist ein mittelalterlicher Steinsarkophag entdeckt worden. Der in zwei Meter Tiefe freigelegte Sarg weise ein außergewöhnliches Dekor auf, zitiert der Sender France Bleu Normandie den Konservator Jerome Bonnet. Bei Ausschachtarbeiten für einen Aufzug sei man zunächst auf Reste des romanischen Baus aus dem 11. Jahrhundert gestoßen, dann auf vorromanisches Mauerwerk und schließlich auf den Deckel des Sarkophags. In dem Steinsarg sind dem Bericht zufolge die Überreste einer Frau sowie einer weiteren Person noch unbestimmten Geschlechts. Erste Untersuchungen ließen auf das 8. oder 9. Jahrhundert schließen. DNA-Tests an Zähnen und Knochen sollen weitere Rückschlüsse geben. Mit Ergebnissen sei in einigen Monaten zu rechnen. Der Sarkophag solle im Verlauf des kommenden Jahres in der Kathedrale ausgestellt werden.

Di Lorenzo: Fall Relotius beschädigt Genre Reportage

Gerade Kriegsreporter gerieten unter Generalverdacht

Der Betrugsfall beim Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" beschädigt nach Ansicht des "Zeit"-Chefredakteurs Giovanni di Lorenzo das Genre der Reportage als Ganzes. Dies gelte insbesondere für "die Figur des Kriegsreporters, der normalerweise in Gebiete geht, in denen die Herrschenden ein besonderes Interesse daran haben, dass keine Informationen nach außen dringen", sagte di Lorenzo in einem "Spiegel"-Interview. "Diese Reporter geraten jetzt unter Generalverdacht, weil es kaum möglich ist, ihre Recherchen vollständig nachzuvollziehen." Dass jetzt an der Wahrhaftigkeit von Berichten gezweifelt werde, für die Menschen ihr Leben einsetzten, das sei der eigentliche Schaden. Der "Spiegel" hat das Interview mit di Lorenzo in seiner neuen Ausgabe gedruckt und den Betrugsfall im eigenen Haus zur Titelgeschichte macht. Nach Angaben des Hamburger Nachrichtenmagazins hat ein Redakteur "in großem Umfang seine eigenen Geschichten gefälscht und Protagonisten erfunden".

Bauhaus-Streit: Grütters will Kulturverwalter schulen

Politische Dimension von Kulturveranstaltungen soll berücksichtigt werden

Auf heikle Situationen wie bei der umstrittenen Konzertabsage im Bauhaus Dessau will Kulturstaatsministerin Monika Grütters führende Kulturverwalter besser vorbereiten. "Das soll uns ein Warnzeichen sein und unterstreichen, dass wir die politische Dimension, die doch jeder Kulturproduktion immanent ist, durchaus ernst nehmen müssen", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Grütters will Führungsebenen entsprechend schulen. Die Stiftung Bauhaus Dessau hatte im Oktober die Absage eines ZDF-Konzerts mit der linken Punkband Feine Sahne Fischfilet auf der historischen Bühne des Hauses durchgesetzt, nachdem rechte Gruppierungen mobil gemacht hatten. Nach Argumentation des Bauhaus Dessau sollte die Unesco-Weltkulturerbestätte nicht zum Ort politischer Agitation und Aggression werden. Zahlreiche Kulturschaffende und Bauhaus-Verantwortliche hatten die Absage teils deutlich kritisiert.

Designer Raf Simons verlässt Calvin Klein

Kreativdirektor trennt sich "freundschaftlich" wegen neuer Markenausrichtung

Der belgische Designer Raf Simons verlässt Calvin Klein nach knapp zweieinhalb Jahren als Kreativdirektor. Das teilte das US-Bekleidungsunternehmen PVH mit, dem die bekannte Modemarke gehört. Demnach gehen beide Seiten "freundschaftlich auseinander" wegen der neuen Markenausrichtung von Calvin Klein, mit der Simons nicht einverstanden sei. Simons hatte zunächst sein eigenes Modelabel gestartet und dann einige Jahre für Dior gearbeitet. Dort wurde er im Juli 2016 von Maria Grazia Chiuri ersetzt, die zuvor bei Valentino gewesen war. Im Monat darauf übernahm er die Federführung bei Calvin Klein.

US-Botschafter wirft "Spiegel" "Anti-Amerikanismus" vor

Richard Grenell fordert "gründliche Untersuchung"

Die USA haben den "Spiegel" zu einer unabhängigen Aufarbeitung des Fälscherskandals aufgefordert. In einem Brief an die Chefredaktion warf der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, dem Nachrichtenmagazin "eklatanten Anti-Amerikanismus" vor, der sich gerade in den unlängst als Fälschungen entlarvten Geschichten eines "Spiegel"-Reporters gezeigt habe. Grenell forderte das Magazin zu einer "gründlichen Untersuchung durch eine externe, unabhängige Organisation" auf.

Österreich: Benko darf bei Zeitungen einsteigen

Bundeswettbewerbshörde hat keine Bedenken

Der Immobilien- und Kaufhausinvestor René Benko darf in Österreich bei "Kronen Zeitung" und "Kurier" einsteigen. Der Bundeskartellanwalt und die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) des Landes haben den Deal freigegeben, wie die BWB mitteilte. Benkos Signa Holding hatte im November bekanntgegeben, mit 49 Prozent bei der WAZ Ausland Holding GmbH einzusteigen. Über diese hält die deutsche Funke-Gruppe jeweils rund die Hälfte an der "Krone" und am "Kurier". Benko gehören nach Abschluss des Kaufs ein knappes Viertel an der größten sowie der drittgrößten Kauftageszeitung Österreichs. Zusammen erreichen beide Blätter täglich über 2,6 Millionen Leser.

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