Seit 05:05 Uhr Studio 9

Freitag, 13.12.2019
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Kulturnachrichten

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Architekturbiennale 2020: Hashim Sarkis wird Kurator

Der libanesische Architekt wird Kurator der 17. Architekturbiennale in Venedig

"Die Welt stellt neue Herausforderungen an die Architektur", sagte Hashim Sarkis am Mittwoch einer Mitteilung der Biennale zufolge. Er könne es nicht erwarten, mit Architekten aus aller Welt zusammenzuarbeiten, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Sarkis leitet ein Architekturbüro mit Sitz in den USA und im Libanon und lehrte an verschiedenen Universitäten. 2016 saß er in der Jury der Architekturbiennale. Die Schau unter seiner Leitung läuft vom 23. Mai bis zum 29. November 2020.

Keiner weiteren Peymann-Inszenierungen in Wien

Theaterregisseur Claus Peymann soll nicht weiter am Wiener Burgtheater arbeiten

Peymann hat nach eigenen Worten keine Chance auf eine weitere Inszenierung am Wiener Burgtheater. Martin Kusej als künftiger Intendant habe ihm eine klare Absage erteilt, sagte der 81-jährige Ex-Chef des Berliner Ensembles im Interview der österreichischen Nachrichtenagentur APA. "Auch, wenn ich ein bisschen traurig bin, dass er mich so aufs Altenteil schiebt, wünsche ich ihm Glück." Kusej stehe unter Druck. "Er muss beweisen, dass die ungeheuren Summen, die auch jene aufbringen, die nicht Besucher des Burgtheaters sind, es wert sind", so Peymann. Kusej, derzeit noch Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels, wird zur Spielzeit 2019/2020 die Nachfolge von Karin Bergmann in Wien antreten. Peymann war von 1986 bis 1999 selbst Chef der Wiener Bühne. Aktuell inszeniert er Ionescos "Die Stühle" am Akademietheater, einer Spielstätte des Burgtheaters. Kusej hatte mit Äußerungen über eine starke Veränderung des aktuell etwa 65-köpfigen Ensembles bei den Schauspielern bereits für erhebliche Unruhe gesorgt.

Sachsen-Anhalt: Mehr Geld für Theater

Land stockt Grundförderung um fünf Prozent auf

Sachsen-Anhalts Theater und Orchester können für die kommenden Jahre mit mehr Geld rechnen. Das Land stockt die Grundförderung um fünf Prozent auf und zahlt auch mehr zusätzliches Geld für die steigenden Personalausgaben, wie die Staatskanzlei in Magdeburg mitteilte. Im kommenden Jahr fließen demnach rund 36,2 Millionen Euro Landesmittel an die Häuser. Die entsprechenden Theater- und Orchesterverträge für die Jahre 2019 bis 2023 sollen am Donnerstag in der Staatskanzlei in Magdeburg unterzeichnet werden. "Nach den harten Einschnitten in der Vergangenheit ist nun wieder ein Aufwuchs erreicht worden", hatte Kulturminister Rainer Robra (CDU) nach der Verabschiedung des Landeshaushalts erklärt. Parallel zu den steigenden Zuwendungen des Landes müssen auch die Träger der Theater und Orchester drauflegen.

"Spiegel" deckt Betrugsfall im eigenen Haus auf

Redakteur fälschte und erfand Geschichten und Interviewpartner

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hat einen Betrugsfall im eigenen Haus aufgedeckt. Ein Redakteur habe in "großem Umfang seine eigenen Geschichten gefälscht und Protagonisten erfunden", heißt es in einem auf Spiegel Online veröffentlichten Bericht. Aufgedeckt worden sei der Fall nach internen Hinweisen und eigenen Recherchen. Der Redakteur hat die Vorwürfe laut "Spiegel" eingeräumt. Er habe sein Büro am Sonntag ausgeräumt und seinen Vertrag am Montag gekündigt. Von ihm seien seit 2011 knapp 60 Texte im Heft und bei Spiegel Online erschienen. Seinen eigenen Angaben zufolge sind mindestens 14 Geschichten betroffen und zumindest in Teilen gefälscht. Die Leitung des "Spiegel" will eine Kommission einsetzen, die Hinweisen auf Fälschungen nachgehen soll. Die Ergebnisse sollen öffentlich dokumentiert werden.

Verdienstkreuz für Kinderbuchautorin Mirjam Pressler

Autorin hat sich um deutsch-israelische Verständigung verdient gemacht

Die Kinder- und Jugendbuchautorin Mirjam Pressler bekommt von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Große Bundesverdienstkreuz verliehen. Der bayerische Kunstminister Bernd Sibler überreicht die Auszeichnung an diesem Freitag in Landshut, wie das Ministerium in München mitteilte. Pressler habe sich "in herausragender Weise für die Völkerverständigung insbesondere zwischen Israel und Deutschland und die Erinnerung an das nationalsozialistische Unrecht" eingesetzt, heißt es zur Begründung. Pressler hat mehr als 30 Kinder- und Jugendbücher verfasst. Sie gelten als Plädoyer für eine offene und tolerante Gesellschaft. Themen sind häufig eine unglückliche Kindheit oder die Judenverfolgung während des Dritten Reiches.

Literaturarchiv erwirbt Schrift von Hermann Hesse

Erzählung offenbart unglückliche Liebe des jungen Autors

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach hat eine frühe Handschrift des Schriftstellers Hermann Hesse (1877-1962) erworben. Die um 1900 entstandene "Lulu-Erzählung" habe einen stark autobiografischen Hintergrund. Sie erinnere an die vergeblich umworbene Julie Hellmann, teilte das Archiv mit. Der 22-jährige Hesse hatte das Mädchen 1899 in Kirchheim an der Teck kennengelernt. Die Handschrift fülle in der umfangreichen Hesse-Sammlung des Archivs eine signifikante Lücke. Die 70 Seiten umfassende Reinschrift trägt den Titel "Ein Kranz für die schöne Lulu. Ein Jugenderlebnis, dem Gedächtnis E.T.A.
Hoffmanns gewidmet."

Ehepaare wählen meist Nachnamen des Mannes

Gesellschaft für Deutsche Sprache wertet Daten von Standesämtern aus

Noch immer wird bei drei von vier Eheschließungen der Familienname des Mannes zum gemeinsamen Namen. Das ergab eine in Wiesbaden veröffentlichte Auswertung der Daten von 174 Standesämtern durch die Gesellschaft für Deutsche Sprache (GfdS). Danach wurde 1976 der Name des Mannes von fast allen Ehepaaren (98 Prozent) gewählt. 2016 entschlossen sich dazu nur noch noch rund 75 Prozent. Sechs Prozent der Paare entschieden sich für den Nachnamen der Frau. In zwölf Prozent der Fälle behielten beide Partner die ursprünglichen Namen. Acht Prozent der Hochzeitspaare wählten einen Doppelnamen. Laut Statistischem Bundesamt heirateten 1976 rund 510.000 Paare, 2016 etwa 100.000 weniger.

Oscar-Academy gibt Liste für "Besten Film" heraus

Neuer Donnersmarck-Film "Werk ohne Autor" ist dabei

Die Oscar-Akademie hat eine Liste von 347 Filmen veröffentlicht, die für die Sparte "Bester Film" nominiert werden können. Darunter ist Florian von Donnersmarcks neuer Film "Werk ohne Autor". Die Filme müssen mindestens 40 Minuten lang sein und vor Ende Dezember in einem Kino im Raum Los Angeles angelaufen sein. Maximal zehn Anwärter werden in die Endrunde gewählt. "Werk ohne Autor" gehört bereits zu neun Kandidaten für den Auslands-Oscar. Fünf davon werden als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert. Am 22. Januar gibt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences alle Filme für die Endrunde bekannt. Die Oscar-Verleihung findet am 24. Februar statt.

Immer mehr Schüler besuchen Privatschulen

Fast jedes zehnte Kind lernt nicht mehr an öffentlicher Schule

In Deutschland hat sich der Anteil der Kinder, die eine Privatschule besuchen, verdoppelt. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gehen gut neun Prozent und damit fast jedes zehnte Kind hierzulande nicht auf eine öffentliche Schule. In den neuen Bundesländern seien es sogar zehnt Prozent. Auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) hat das DIW zudem herausgefunden, dass Privatschüler immer häufiger aus Akademikerhaushalten kommen. In Ostdeutschland hänge der Besuch einer Privatschule außerdem zunehmend vom Einkommen der Eltern ab.

Kulturausgaben 2015 auf 10,4 Milliarden gestiegen

Größter Teil entfiel auf Theater und Musik

Die Kulturausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden betrugen 2015 10,4 Milliarden Euro. Das waren 1,7 Prozent mehr als im Jahr 2014, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Allein 35 Prozent entfielen auf Theater und Musik. Für Museen, Sammlungen und Ausstellungen wurden 18 Prozent der Ausgaben verwendet, für Bibliotheken 14 Prozent. Mehr als ein Drittel der Bundesmittel seien für kulturelle Angelegenheiten im Ausland geflossen, darunter die Ausgaben für das Goethe-Institut. Die Länder und Gemeinden finanzierten vor allem Theater und Musik. Den größten Teil der Kulturausgaben bestritten 2015 mit 4,7 Milliarden Euro die Gemeinden. Dies entsprach 45 Prozent des Gesamtbetrags. Die Bundesländer trugen 40 und der Bund 15 Prozent. Pro Einwohner wurden damit vor drei Jahren 127 Euro für Kultur aufgewendet.

"Hair"-Komponist MacDermot gestorben

Der Kanadier wurde fast 90

Der kanadische Komponist Galt MacDermot ist einen Tag vor seinem 90. Geburtstag gestorben. Das bestätigte MacDermots Enkelin dem Magazin "Playbill". Eine Todesursache wurde nicht genannt. MacDermot wäre am Dienstag (18.12.) 90 Jahre alt geworden. Für seine Komposition "African Waltz" gewann er 1961 zwei Grammys. Bald darauf zog er nach New York und schrieb das Musical "Hair" mit. Seine Songs "Age Of Aquarius" und "Let The Sun Shine In" wurden zu Hymnen der Hippie-Generation. 1971 landete MacDermot mit "Two Gentlemen of Verona" nach dem gleichnamigen Theaterstück von William Shakespeare einen weiteren Musical-Hit. Seine Musik hatte später großen Einfluss auf Hip-Hop und wurde unter anderem von MF Doom, Run-DMC und Public Enemy aufgegriffen. Rapper Questlove bezeichnete MacDermot auf Instagram als "König Galt".

Renzo Piano soll neue Brücke in Genua bauen

Stararchitekt stellt Entwurf kostenlos zur Verfügung

Vier Monate nach dem Brückeneinsturz von Genua hat die Stadt den Stararchitekten Renzo Piano mit dem Neubau beauftragt. Der 81-Jährige plant eine weiß gestrichene Stahlkonstruktion, die die Hafenstadt überspannen soll. Die Kosten werden auf 202 Millionen Euro geschätzt. Stararchitekt Renzo Piano will auf sein Honorar verzichten. Die Autobahnbrücke war am 14. August unerwartet eingestürzt. 43 Menschen kamen ums Leben, dutzende weitere wurden verletzt, als ein etwa 200 Meter langes Stück der Morandi-Brücke in die Tiefe fiel.

"Big"-Regisseurin Penny Marshall gestorben

Die Amerikanerin starb mit 75 Jahren an den folgen von Diabetes

Die jüngere Schwester von "Pretty Woman"-Regisseur Garry Marshall hatte als Regisseurin vor allem mit der Tom-Hanks-Komödie "Big" (1988) und dem Spielfilm "Eine Klasse für sich" (1992) in Hollywood großen Erfolg. Für "Jumpin' Jack Flash" holte sie 1986 Whoopi Goldberg vor die Kamera, für das Drama "Zeit des Erwachens" (1990) Robert De Niro und Robin Williams.
Marshall war vor ihrer Karriere als Regisseurin auch durch Auftritte in Fernsehserien wie "Laverne & Shirley" und "Männerwirtschaft" bekannt. In den 70er Jahren war sie mit "Harry und Sally"-Regisseur Rob Reiner verheiratet.

Architekturbiennale 2020 wird von Hashim Sarkis kuratiert

Der liebanesische Architek wird Kurator der 17. Architekturbiennale in Venedig

"Die Welt stellt neue Herausforderungen an die Architektur", sagte Hashim Sarkis am Mittwoch einer Mitteilung der Biennale zufolge. Er könne es nicht erwarten, mit Architekten aus aller Welt zusammenzuarbeiten, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Sarkis leitet ein Architekturbüro mit Sitz in den USA und im Libanon und lehrte an verschiedenen Universitäten. 2016 saß er in der Jury der Architekturbiennale. Die Schau unter seiner Leitung läuft vom 23. Mai bis zum 29. November 2020.

Kulturnachrichten hören

Dezember 2018
MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Trump-Thanos-MemeAushöhlung des demokratischen Diskurses
Screenshot des Memes, in dem der Kopf von US-Präsident Donald Trump auf den Filmheld Thanos montiert wurde (Trump War Room)

US-Präsident Donald Trump hat sich in einem Wahlkampf-Videoclip als Comic-Bösewicht Thanos inszeniert. Ein Beispiel für die Strategie Neurechter, die offene Gesellschaft mit ihren eigenen Mitteln zu bekämpfen, urteilt Kulturwissenschaftler Daniel Hornuff.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur