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Freitag, 13.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 2. Dezember 2018

Europas größten Chanukka-Leuchter entzündet

Das Chanukka-Fest dauert bis zum 10. Dezember

Am Brandenburger Tor in Berlin sind die Lichter des europaweit größten Chanukka-Leuchters zum jüdischen Lichterfest entzündet worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erinnerte dabei an das Wunder von Chanukka. Der Überlieferung zufolge brannte das ewige Feuer der Menora acht Tage lang, obwohl lediglich geweihtes Öl für einen Tag vorhanden war. Solche Momente des Glücks gelten nach Steinmeiers Worten noch heute. Auch das jüdische Leben in Deutschland zähle dazu. "80 Jahre nach der Pogromnacht, hier in Berlin und überall in Deutschland, nach dem Zivilisationsbruch der Shoah, ist es ein Geschenk, dass wir einander die Hände reichen können über den Abgrund unserer Geschichte hinweg", so der Bundespräsident. Die Geschichte sei eine Verpflichtung und eine Verantwortung, unter die es keinen Schlussstrich geben werde. Das Chanukka-Fest beginnt am Vorabend des 3. Dezember und dauert bis zum 10. Dezember.

Schauspielerin wegen durchsichtigen Kleids vor Gericht

Rania Youssef zeigte ihre Beine beim Kairoer Filmfestival

In Ägypten muss sich die Schauspielerin Rania Youssef wegen eines halbdurchsichtigen Kleides vor Gericht verantworten. Sie war beim Internationalen Filmfestival in Kairo mit einem eng anliegenden schwarzen Spitzenkleid über den roten Teppich gelaufen, durch das ihre Beine zu sehen waren. Zwei Anwälte zeigten Jussef wegen "Anstiftung zur Ausschweifungen" ein. Ihr drohen im Falle einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft. Auch die Schauspielergewerkschaft meldete sich mit Kritik zu Wort, allerdings ohne Youssef namentlich zu nennen. Das Auftreten "mancher Festivalbesucher" sei nicht mit den Traditionen und Werten der ägyptischen Gesellschaft zu vereinbaren gewesen, erklärte die Gewerkschaft. Rania Youssef bat per Twitter die "vielen" Menschen, die sie mit ihrem Kleid "verärgert" habe, um Verzeihung. Anfang des Jahres war die ägyptische Sängerin Leila Amer wegen eines aufreizenden Musikvideos der "Anstiftung zu Ausschweifungen" schuldig gesprochen und zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

Marion Dönhoff-Preise verliehen

Seyran Ateş und Repprter ohne Grenzen geehrt

Die Berliner Anwältin und Moschee-Gründerin Seyran Ateş ist mit dem diesjährigen Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung ausgezeichnet worden. "Seyran Ateş steht beispielhaft für viele Menschen in Deutschland, die das kulturelle Leben bereichern, ohne die eigene Herkunft aufzugeben», sagte Ex-Bundespräsident Christian Wulff in seiner Laudatio im Hamburger Schauspielhaus. Ateş hatte im Sommer 2017 im Berliner Ortsteil Moabit die liberale Ibn-Rushd-Goethe Moschee ins Leben gerufen. Dort beten Männer und Frauen gemeinsam und auch Homosexuelle sind zugelassen. Das Engagement der 55-Jährigen für einen modernen und aufgeklärten Islam ist vielen fundamentalistischen Muslimen ein Dorn im Auge. Der Dönhoff-Förderpreis ging an die Organisation Reporter ohne Grenzen, die sich weltweit für bedrohte und verfolgte Journalisten einsetzt. Beide Auszeichnungen sind mit jeweils 20 000 Euro dotiert.

Markus Rindt mit Kästner-Preis geehrt

Ehrung erfolgt für sein Engagement gegen Nationalismus und Abschottung

Der Mitbegründer und Intendant der Dresdner Sinfoniker, Markus Rindt, hat den Erich-Kästner-Preis des Dresdner Presseclubs erhalten. Damit werde dessen vielfältiges Engagement gegen Nationalismus, Fanatismus und Abschottung sowie sein Einsatz für bessere Verständigung der Völker geehrt, teilte der Presseclub mit. Rindt hatte mit dem Orchester 2017 ein Konzert und Kunst-Happening entlang der Grenze zwischen Mexiko und den USA gegeben und damit gegen die Mauerpläne von US-Präsident Donald Trump protestiert. Damit hätten die Sinfoniker ein deutliches Signal für Toleranz, Humanität und Völkerverständigung gesetzt. Solche Aktionen seien "ganz im Sinne des Erich-Kästner-Preises", erklärte die Jury.

Ehrenpreis für De Niro beim Filmfestival Marrakesch

Schauspieler kritisiert erneut US-Präsidenten Trump

Der US-Schauspieler Robert De Niro ist beim Internationalen Filmfestival in Marrakesch mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet worden. Der 75-Jährige erhielt den Preis aus den Händen von Martin Scorsese. De Niro hatte in zahlreichen Filmen Scorseses mitgespielt, darunter "Taxi Driver" von 1976 und "Casino" von1995. Der zweifache Oscar-Gewinner nutzte die Preisverleihung, um erneut den US-Präsidenten Donald Trump scharf zu kritisieren: "Leider machen wir in meinem Land gerade eine groteske Form von Nationalismus durch, geprägt von Gier, Fremdenfeindlichkeit und Egoismus unter dem Banner von 'America First'. Es heißt nicht länger 'nieder mit Trump', es heißt 'fuck Trump'". Dafür bekam er stehende Ovationen. Bereits im Juni hatte sich De Niro bei der Verleihung der Tony-Awards in New York über den Präsidenten ausgelassen.

Modeschöpfer Lacroix entwirft Kostüme Oper Frankfurt

Sopranistin Brenda Rae singt als Gast in der Frankfurter Oper

Der französische Modedesigner Christian Lacroix hat für eine Produktion der Oper Frankfurt, "I Puritani" von Vincenzo Bellini, die Kostüme entworfen. Die Frauen tragen fließende, voluminöse, pastellfarbene Kleider wie Wattewolken, die Männer derbe dunkle Stoffe. Lacroix ist ein großer Opernfan. Als Kostümbildner ist er schon zum zweiten Mal in Frankfurt zu Gast. 2012 hatte er die Kostüme für "Adriana Lecouvreur" von Francesco Cilea entworfen. Seither hat er viele Bühnenkostüme entworfen und wurde sogar dafür ausgezeichnet. Bei der Produktion zu hören ist unter anderen die amerikanische Sopranistin Brenda Rae. Sie gehörte von 2008 bis 2017 zum festen Ensemble der Oper und war ein Frankfurter Publikumsliebling. Jetzt kehrt sie als Gast zurück und singt die weibliche Hauptrolle Elvira.

Sieg-Heil-Rufe bei Rechtsrockkonzert

Staatsschutz ermittelt nach Vorfällen in Ostritz

Die Polizei hat ein Rechtsrockkonzert im sächsischen Ostritz nach Sieg-Heil-Rufen aus dem Publikum beendet. Zu dem Konzert von zwei Bands der rechten Szene hatten sich am Samstagabend mehrere hundert Menschen versammelt, wie die Polizei Görlitz mitteilte. Gegen Mitternacht hörten Polizisten und andere Zeugen aus der Veranstaltungshalle Sieg-Heil-Rufe. Zudem beschwerten sich Anwohner über die Lautstärke. Daraufhin beendete die Polizei die Veranstaltung. Der Staatsschutz ermittelt wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Ostritz war bereits wiederholt Schauplatz von Rechtsrockkonzerten. Zuletzt hatten sich Anfang November tausende Bürger einem Neonazi-Festival in dem Ort widersetzt.

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