Sonntag, 20.01.2019
 

Kulturnachrichten

Sonntag, 20. Januar 2019

Susanne Heinrich gewinnt Max-Ophüls-Filmpreis

Ihr Film stelle in seiner Übersetzung feministische Theorien treffend dar

"Das melancholische Mädchen" von Regisseurin Susanne Heinrich hat in Saarbrücken den Hautpreis des 40. Filmfestivals Max Ophüls Preis in Höhe von 36.000 Euro gewonnen. "Mit ironischer Genauigkeit und humoriger Schlagfertigkeit trifft der Film in seiner Übersetzung feministischer Theorien pausenlos den Nagel auf den Kopf", erklärte die Jury. Neben dem Hauptpreis gewann Heinrich mit ihrem Film auch den Preis der ökumenischen Jury in Höhe von 2.500 Euro. "Eine junge Frau wird zur Symptomträgerin einer Gesellschaft, die ihre Glücksversprechen nicht einlöst", hieß es. Als bester Schauspielnachwuchs wurden mit jeweils 3.000 Euro Simon Frühwirth für seine Rolle in "Nevrland" und Joy Alphonsus für ihre Schauspielkunst in "Joy" geehrt. Außerdem erhielt der Film "Joy" den Preis für den gesellschaftlich relevanten Preis von Deutschlandfunk Kultur und der Zentrale für Politische Bildung. Der Max Ophüls Preis gilt als eines der bedeutendsten Filmfestivals für Nachwuchsfilmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz - benannt nach dem in Saarbrücken geborenen Regisseur Max Ophüls (1920-1957).

Autor Marcel Beyer mit Lessing-Preis ausgezeichnet

Der Wahl-Dresdner sei ein Mann wie Lessing, erklärte die Jury

Der Schriftsteller Marcel Beyer ist mit dem Lessing-Preis des Freistaates Sachsen 2019 geehrt worden. Die mit 13.000 Euro dotierte Auszeichnung erhalten Persönlichkeiten, deren Werk in der von Lessing geprägten geistigen Tradition steht und die für die deutschsprachige Literatur oder das deutschsprachige Theater Herausragendes geleistet haben. "Wenn Goethe in seinen letzten Lebensjahren forderte: 'Ein Mann wie Lessing täte uns not', so vermag kaum ein Schriftsteller unserer Zeit dieser Mahnung so zu entsprechen wie Marcel Beyer", heißt es in der Begründung der Jury. Marcel Beyer stammt aus Baden-Württemberg und lebt seit 1996 in Dresden. Der 53jährige ist Lyriker, Erzähler und Romancier, Hörspiel-Autor und Opern-Librettist, Essayist und Herausgeber. 2016 wurde ihm der Georg-Büchner-Preis verliehen, der als höchste literarische Auszeichnung im deutschen Sprachraum gilt. Zu seinen bekanntesten Werken zählt der in Dresden spielende Roman "Kaltenburg".

Elvis' Gitarrist Reggie Young ist tot

Spielte auch für Dusty Springfield und ging mit Johnny Cash auf Tournee

Der amerikanische Gitarrist Reggie Young ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Der Sessionmusiker war an Schallplatten von Elvis Presley, Neil Diamond und anderen Stars beteiligt. Als Auftragsmusiker arbeitete in Memphis mit dem Produzenten Chips Moman zusammen und spielte Gitarre für Elvis' Hit "Suspicious Minds" and "In the Ghetto" sowie "Son of a Preacher Man" von Dusty Springfield. Young spielte auch für Plattenaufnahmen von Johnny Cashs Highwaymen und ging mit ihnen auf Tournee. Youngs Freund David Briggs gab dessen Tod am Samstag bekannt. Young war bereits am Donnerstag in seinem Zuhause in Nashville, Tennessee gestorben. Young und Briggs waren Mitglieder der Sessionmusiker-Gruppe Nashville Cats, die an der Aufnahme Hunderter Songs von Country-Stars beteiligt war. 2008 wurde er in die Country Music Hall of Fame aufgenommen.

Peter-Huchel-Preis für Lyriker Thilo Krause

Lyrikband "Was wir reden, wenn es gewittert" ausgezeichnet

Der Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik geht in diesem Jahr an den Autor Thilo Krause. Er erhält die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen Lyrikband "Was wir reden, wenn es gewittert". Der Preis wird am 3. April, dem Geburtstag des Lyrikers Peter Huchel (1903-1981), in Staufen im Breisgau verliehen. Thilo Krause wurde 1977 in Dresden geboren und lebt in Zürich. Seit 2005 veröffentlicht er literarische Beiträge in Zeitschriften, Zeitungen und Anthologien. "Bei Thilo Krause stehen die Dinge im Licht: Transparenz, Klarheit, karge Fülle sind die Kennzeichen seiner Lyrik", hieß es von der Jury. Der vom Südwestrundfunk und dem Land Baden-Württemberg gestiftete Preis wird seit 1984 verliehen. Bisher erhielten ihn unter anderen Ernst Jandl, Durs Grünbein, Friederike Mayröcker und Nora Bossong.

Vor 100 Jahren: Frauen dürfen erstmals wählen

Frauenanteil im Bundestag liegt heute bei 30,9 Prozent

Am 19. Januar 1919 durften Frauen in Deutschland sich erstmals an der Wahl zur verfassunggebenden Nationalversammlung beteiligen. Über 80 Prozent der wahlberechtigten Frauen gaben ihre Stimme ab. Es kandidierten 300 Frauen. Von den insgesamt 423 Abgeordneten zogen 37 Frauen in die Nationalversammlung ein; das waren 8 Prozent. Derzeit gehören 219 Frauen dem Bundestag an: Der Frauenanteil beträgt somit 30,9 Prozent, für viele Kritiker immer noch zu wenig. Im internationalen Vergleich war Deutschland eines der ersten Länder, das Frauen das Wahlrecht einräumte. "Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten", hieß es in der Reichsverfassung von 1919. Noch 1850 wurde Frauen in den meisten deutschen Staaten die Mitgliedschaft in politischen Vereinen verboten. Doch Frauen schlossen sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Gruppen und Vereinen zusammen, um sich für Frauenbelange wie das Recht auf Bildung und Erwerbsarbeit, die Teilnahme am politischen Leben sowie ökonomische und soziale Selbstständigkeit einzusetzen.

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