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Dienstag, 21.01.2020
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 21. Januar 2020

Ex-Diplomat wegen Kunstschmuggels verurteilt

Weil er fast 200 historische Artefakte und mehr als 21 000 Münzen aus Ägypten schmuggelte, ist ein früherer italienischer Diplomat zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Das Strafgericht in Kairo verhängte das Urteil gegen Italiens früheren Honorarkonsul für Luxor, Ladislav Otakar Skakal, in dessen Abwesenheit. Die Ermittlungen hatten ergeben, dass er in Luxor mit drei Ägyptern an illegalen Ausgrabungen beteiligt war. Für den Schmuggel nutzte der Honorarkonsul die Privilegien seines Ehrenamts aus: In diplomatischen Containern ließ er die Artefakte von Alexandria aus nach Italien verschiffen. Behörden in der italienischen Hafenstadt Salerno entdeckten die Ware.

Künast erreicht Teilerfolg gegen Beschimpfung im Netz

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Renate Künast hat mit einer Beschwerde gegen einen Gerichtsbeschluss zu Beschimpfungen auf Facebook einen Teilerfolg erreicht. Das Berliner Landgericht teilte mit, dass die Kommentare zu einem Post der Politikerin nochmals geprüft worden seien. In 6 von 22 Fällen sei, anders als in einem Beschluss vom September 2019, nun eine Beleidigung gesehen worden. Damit bekam die Politikerin in diesen Fällen Recht. Künast will, dass die personenbezogenen Daten der 22 Nutzer herausgeben werden dürfen, um gegen sie zivilrechtlich vorgehen zu können. In sechs Fällen hat sie dies nun erreicht. Unbekannte hatten Künast unter anderem als "Geisteskranke" bezeichnet und noch drastischere und auch sexistische Beiträge geschrieben.

2021 soll zum Festjahr jüdischen Lebens werden

Die jüdischen Gemeinden wollen im kommenden Jahr mit Festen, Ausstellungen und vielen weiteren Veranstaltungen "1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" feiern. Angesichts des "explodierenden Antisemitismus in Europa und auch vor allen Dingen bei uns in Deutschland" wolle man ein Zeichen setzen für das jüdische Leben hierzulande, sagte der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, in Berlin. Anlass für das Jubiläum ist eine Erwähnung der Kölner jüdischen Gemeinde in einem Edikt des römischen Kaisers Konstantin von 321. Sie gilt als ältester Beleg jüdischen Lebens in Europa nördlich der Alpen.

Heinrich-Mann-Preis für Autorin Eva Horn

Die Wiener Literaturwissenschaftlerin und Essayistin Eva Horn erhält den Heinrich-Mann-Preis 2020 der Akademie der Künste. Die Ehrung für Essayistik ist mit 10.000 Euro dotiert und wird am 27. März in Berlin verliehen. Die Laudatio hält der Literaturtheoretiker Anselm Haverkamp. Eva Horn wurde 1965 in Frankfurt am Main geboren, studierte in Bielefeld, Paris und Konstanz Vergleichende Literaturwissenschaft, Germanistik, Romanistik und Philosophie. 1996 promovierte sie mit einer Arbeit über Trauertexte der Goethezeit. Seit 2009 ist sie Professorin für Neuere deutsche Literatur am Institut für Germanistik der Universität Wien.

Regisseur Urs Egger gestorben

Der Schweizer Regisseur Urs Egger ist tot. Er starb bereits am Samstag in Berlin nach langer Krankheit im Alter von 66 Jahren, wie ein Freund der Familie bestätigte. Der in Bern geborene Egger lebte in Berlin. Das ZDF verwies auf zahlreiche erfolgreiche Fernsehfilme und Mehrteiler. "Urs Egger war eine wichtige Säule unseres Fiktion-Programms im ZDF, und er beherrschte souverän die große Bandbreite der Genres von Krimi, über Komödie bis zum Drama. Die Zuschauer liebten seine Filme", sagte ZDF-Fernsehfilm-Chef Frank Zervos. Egger wurde unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis, dem Deutschen Fernsehpreis und der österreichischen Goldenen Romy ausgezeichnet.

Magazin "journalist" erscheint auch als "journalistin"

Das Medienmagazin "journalist" will ein Zeichen der Geschlechterfairness setzen. Erstmals seit 70 Jahren erscheint die Januar/Februar-Ausgabe mit zwei unterschiedlichen Titelseiten, wie der Verlag in Bonn mitteilte. Auf 16.000 der 32.000 Exemplare umfassenden Auflage steht auf dem Cover der Schriftzug "journalist", auf der anderen Hälfte "journalistin". Wer welche Ausgabe erhält, entscheide der Zufall, hieß es.

Klimt-Gemälde: Mutmaßliche Diebe melden sich

Zwei mutmaßliche Diebe eines Gemäldes des Jugendstilmalers Gustav Klimt haben sich in Italien gestellt. Sie hätten sich in einer Lokalzeitung selbst beschuldigt, bestätigte die Polizei in der Stadt Piacenza. Ob es sich wirklich um die Diebe des Gemäldes handelt, das im Dezember nach fast 23 Jahren wiederentdeckt wurde, muss noch überprüft werden. Es werde in alle Richtungen ermittelt, so die Polizei, keine Spur werde ausgeschlossen. Die Echtheit des Gemäldes "Bildnis einer Frau" war vergangene Woche bestätigt worden. Es war im Dezember im Garten des Museums Ricci Oddi in Piacenza aufgetaucht. Dort war es 1997 verschwunden.

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