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Kulturnachrichten

Sonntag, 10. Dezember 2017

Autor Bachtyar Ali mit Nelly-Sachs-Preis ausgezeichnet

Ehrung für Völkerverständigung und Menschlichkeit

Der irakisch-kurdische Schriftsteller Bachtyar Ali hat in Dortmund den Nelly-Sachs-Preis erhalten. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung ist einer der bedeutendsten Literaturpreise in Deutschland. Ali erhalte den Preis, weil er in seinen poetischen Romanen für Völkerverständigung und Menschlichkeit eintrete, hieß es. Der Autor musste aus politischen Gründen aus dem Irak fliehen und lebt seit Mitte der 90er Jahre in Deutschland. Ali schreibt in seiner Muttersprache, dem kurdischen Sorani. Bislang sind erst zwei seiner Romane auf Deutsch erschienen. Der Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund wird seit 1961 alle zwei Jahre verliehen. Zu den Preisträgern zählen unter anderem Elias Canetti, Nadine Gordimer, Rafik Shami und Margaret Atwood.

"Salvator Mundi" von Kulturministerium gekauft

Teuerstes jemals bei einer Auktion verkauftes Kunstwerk

Entgegen anderslautender Berichte ist das Rekord-Gemälde "Salvator Mundi" von Leonardo da Vinci dem Auktionshaus Christie's zufolge vom Kulturministerium in Abu Dhabi ersteigert worden. Man könne bestätigen, dass das Ministerium für Kultur und Tourismus in Abu Dhabi das Kunstwerk erworben habe, schrieb Christie's in einer Mitteilung. Zuvor hatten das "Wall Street Journal" und die "New York Times" berichtet, der Käufer des Werkes sei der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman. Sie hatten sich dabei auf nicht näher genannte amerikanische Offizielle berufen. Das Jesus-Gemälde war für 450 Millionen Dollar (etwa 383 Millionen Euro) bei Christie's in New York versteigert worden. Damit wurde es nach Angaben des Traditionshauses zum teuersten jemals bei einer Auktion verkauften Kunstwerk. Der vor einem Monat eröffnete Louvre Abu Dhabi wird das Bild nach eigenen Angaben bald ausstellen.

Literaturnobelpreis an Kazuo Ishiguro verliehen

Der Autor will sich die Auszeichnung nicht zu Kopf steigen lassen

Der japanisch-britische Schriftsteller Kazuo Ishiguro hat in Stockholm den Literaturnobelpreis entgegengenommen. Geehrt wurde Ishiguro für die "emotionale Kraft" seiner Romane, bei denen viel zwischen den Zeilen verborgen sei, heißt es in der offiziellen Begründung für die Vergabe. Ein anderer Nobelpreisträger habe ihm den Rat gegeben, sich die Auszeichnung nicht zu Kopf steigen zu lassen, sagte Ishiguro bei der Verleihung. Jeder wolle plötzlich, dass man Petitionen unterschreibe und sich "zu dieser oder jener Sache" öffentlich äußere. Deshalb sei es wichtig, sich an die Dinge zu erinnern, von denen man etwas verstehen - und auch "an die vielen anderen, von denen ich keine Ahnung habe".

Bildhauer für Diana-Statue steht fest

Die Prinzen William und Harry wählen Ian Rank-Broadley

Die beiden britischen Prinzen William und Harry haben den Bildhauer Ian Rank-Broadley für die Anfertigung einer Statue ihrer Mutter, Prinzessin Diana, ausgewählt. In einer Stellungnahme teilten die Brüder mit, dass die Statue anlässlich des 20. Jahrestags von Dianas Tod "eine passende und anhaltende Ehrung" an ihre Mutter schaffen und an ihr Leben und Vermächtnis erinnern solle. Von Rank-Broadley stammt das Bild der britischen Königin Elizabeth II., das auf britischen Münzen zu sehen ist. Der Bildhauer wird die Diana-Statue voraussichtlich bis zum Jahr 2019 abschließen. Sie wird auf dem Anwesen des Kensington-Palasts platziert, wo Diana einst gelebt hatte.

Friedensnobelpreis verliehen

Zeremonie in Oslo

Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) hat den Friedensnobelpreis entgegengenommen. Die Geschäftsführerin der globalen Initiative, Beatrice Fihn, erhielt die mit 950.000 dotierte Auszeichnung bei der Zeremonie in Oslo. Die Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, Berit Reiss-Andersen, würdigte ICAN als "treibende Kraft" und für ihre "bahnbrechenden Bemühungen", ein Ende der nuklearen Bedrohung zu erreichen. Die Welt werde niemals sicher sein, solange Atomwaffen existierten. Beatrice Fihn erklärte, die Gefahr durch Atomwaffen sei heute deutlich größer als zum Ende des Kalten Krieges. "Die Bedrohung ist real." Es gebe nur die beiden Alternativen: "Ende von Atomwaffen oder Ende von uns". Die International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN) ist ein globales Bündnis von mehr als 450 Organisationen in 100 Ländern.

Sorge um britischen Musiker Chris Rea

Zusammenbruch bei Konzert

Der britische Sänger Chris Rea ("Driving Home for Christmas") ist bei einem Konzert am Samstag zusammengebrochen. Der 66-Jährige sei bei einem Auftritt in der südenglischen Stadt Oxford während eines Songs mit seiner Gitarre in der Hand zu Boden gefallen, berichteten Augenzeugen der britischen Nachrichtenagentur PA. Die Vorstellung sei vorzeitig beendet worden. Eine Sprecherin der Rettungskräfte bestätigte, dass ein Patient ins Krankenhaus gebracht worden sei. Sein Zustand sei stabil, hieß es am Samstagabend. "Er hatte brillant gespielt und dann fiel er auf einmal hin. Es sah ganz schön schlimm aus. Der Vorhang wurde geschlossen und wir warteten, bis wir zum Gehen aufgefordert wurden", sagte ein Zuschauer dem "Guardian". Im vergangenen Jahr hatte Rea einen Schlaganfall erlitten. Das Gitarrespielen fiel ihm danach schwer. Der Auftritt in Oxford war Teil einer Tour mit 37 Konzerten. Zwei weitere waren für Sonntag und Dienstag geplant. Ob sie stattfinden können, war zunächst unklar.

Weimarer Menschenrechtspreis vergeben

An chinesischen Bürgerrechtler

Der in China inhaftierte Bürgerrechtler Ilham Tohti hat am Sonntag in Abwesenheit den Weimarer Menschenrechtspreis 2017 erhalten. Der 2014 zu lebenslanger Haft verurteilte Wissenschaftler wurde für seinen Einsatz für die Rechte der uigurischen Volksgruppe in der chinesischen Provinz Xinjiang ausgezeichnet. Dort ist die muslimische Minderheit staatlichen Repressionen ausgesetzt. Der Weimarer Stadtrat vergibt den mit 5.000 Euro dotierten Preis traditionell am Welttag der Menschenrechte. Stellvertretend nahmen ihn Vertreter der Gesellschaft für bedrohte Völker und der Ilham Tohti Initiative entgegen. Der Prozess gegen Tohti und sein Ergebnis wurden von vielen internationalen Menschenrechtsorganisationen scharf verurteilt. Die Stadt Weimar berichtet, dass nach Bekanntwerden der Preisvergabe im Sommer, unter anderem die Website des Menschenrechtspreises gehackt worden sei und seither nicht mehr erreichbar sei.

"Nurejew"-Premiere ohne Regisseur

Kirill Serebrennikow steht in Moskau unter Hausarrest

Die Premiere des "Nurejew"-Balletts ist im Moskauer Bolschoi-Theater ohne den Regisseur Kirill Serebrennikow gefeiert worden. Er steht in seiner Moskauer Wohnung unter Hausarrest, weil er staatliche Gelder unterschlagen haben soll. Zahlreiche Premierengäste trugen T-Shirts und Anstecker mit einem Bild von ihm, berichteten russische Medien. Das renommierte Moskauer Theater zeigt das zweieinhalbstündige Stück über das Leben des Tänzers Rudolf Nurejew erst im zweiten Anlauf. Im Juli war die Uraufführung kurzfristig abgesagt worden. Offiziell hieß es, das Stück sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht bühnenreif gewesen. Die Moskauer Theaterwelt vermutete aber politischen Druck. Nurejew emigrierte nicht nur aus der Sowjetunion, er war auch schwul. Und Serebrennikow bringt auch diese Seite seines Helden auf die Bühne. Für unsere Tanzexpertin Wiebke Hüster ist das Stück schlicht "großartiges Ballett" - mit schön durchdachten Szenen und Regieeinfällen. Rudolf Nurejew starb 1993 an AIDS.

Kurdischer Autor Ali erhält Nelly-Sachs-Preis

"Große orientalische Erzähltradition"

Der irakisch-kurdische Autor Bachtyar Ali hat den Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund erhalten. Der mit 15.000 Euro dotierte Literaturpreis wurde im Dortmunder Rathaus verliehen, die Laudatio hielt der Schriftsteller und Übersetzer Stefan Weidner, der der Preisjury angehört. Der 1966 geborene Ali schreibt auf Sorani, der südöstlichen Variante des Kurdischen. Aus seinem Werk sind erst zwei Romane in deutscher Sprache im Unionsverlag erschienen: "Der letzte Granatapfel" und "Die Stadt der weißen Musiker". Seine Bücher fußten auf der großen orientalischen Erzähltradition und schilderten zugleich auf poetische Weise das Schicksal der irakischen Kurden, hieß es. Mit dem nach der jüdischen deutschen Schriftstellerin Nelly Sachs benannten Preis ehrt die Stadt Dortmund seit 1961 alle zwei Jahre Schriftsteller, die zur Verbesserung der kulturellen Beziehungen zwischen den Völkern beitragen.

Luxor: Archäologen entdecken Mumie

Vermutlich einem ranghohen Beamten zuzuordnen

Ägyptische Archäologen haben in einem Grab in Luxor eine Mumie entdeckt. Der Aufsehen erregende Fund wurde in einem von zwei bislang unerforschten Gräbern gemacht, teilte das Antiken-Ministerium mit. Die beiden Gräber waren bereits in den 90er Jahren von der deutschen Forscherin Friederike Kampp entdeckt worden, jedoch sei diese "nie dort eingetreten". Die Gräber könnten den Angaben zufolge aus der Zeit des Neuen Reichs stammen, das mehrere Jahrhunderte und bis 1070 vor Christus währte. Sie seien seit ihrer Entdeckung durch Kampp "unberührt" geblieben, hieß es in der Mitteilung. Im ersten Grab fanden die Archäologen neben Beigaben eine in Leinen eingewickelte Mumie, die vermutlich einem "ranghohen Beamten oder einer mächtigen Person" zuzuordnen sei. Ägypten hat kürzlich grünes Licht für mehrere archäologische Projekte gegeben. Damit verbunden ist die Hoffnung auf neue Entdeckungen, die wieder mehr Touristen ins Land bringen könnten.

Kunstmuseen in NRW schließen sich zusammen

"Nicht nur Abwehrschlachten führen"

Rund 35 Kunstmuseen in Nordrhein-Westfalen wollen künftig mit einer Stimme gegenüber der Politik auftreten. Die Museen hätten sich bei einem Treffen der Direktoren formlos zusammengeschlossen, berichtet die "Welt am Sonntag". "Bislang war es so, dass wir uns auf Zuruf zusammengefunden haben, wenn es Probleme gab", sagte der Direktor des Bonner Kunstmuseums, Stefan Berg, der Zeitung. Dies sei etwa bei der umstrittenen Versteigerung der Warhol-Kunstwerke des Spielcasino-Betreibers Westspiel oder bei der Debatte um eine Schließung des Museums Morsbroich der Fall gewesen. "Doch wir wollen nicht nur Abwehrschlachten führen, sondern in die Zukunft schauen und langfristige Ziele setzen." Dazu gehört nach Worten von Berg auch eine zusätzliche Finanzierung durch das Land. Vorstellbar sei ein Museumspakt nach dem Vorbild des bereits existierenden Theaterpakts NRW, über den notleidende Bühnen zusätzliches Geld vom Land bekommen.

Boy-Gobert-Preis an Steffen Siegmund

"Rollen mit innerer Kraft"

Der Schauspieler Steffen Siegmund, Ensemblemitglied des Hamburger Thalia Theaters, ist mit dem Boy-Gobert-Preis für Nachwuchsschauspieler an Hamburger Bühnen ausgezeichnet worden. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde dem 25-Jährigen am Sonntag im Thalia Theater überreicht. Laudatoren waren unter anderen Kultursenator Carsten Brosda (SPD), Thalia-Intendant Joachim Lux und der Schauspieler Jens Harzer. Schon in frühen Jahren sei Siegmund in der Lage gewesen, "Rollen mit innerer Kraft und seelischer Größe auszustatten", hieß es zur Begründung. Seit 1981 verleiht die Körber-Stiftung jährlich den Boy-Gobert-Preis. Namensgeber ist der deutsch-österreichische Schauspieler und Theaterregisseur Boy Gobert (1925-1986). Der Sohn des Hamburger Kultursenators Ascan Klee Gobert war von 1969 bis 1980 Intendant am Thalia Theater. Bisherige Preisträger sind unter anderen Ulrich Tukur, Martin Wuttke, Susanne Wolff, Fritzi Haberlandt und Gala Othero Winter.

"The Square" gewinnt beim Europäischen Filmpreis

Sechs Preise für die schwedische Satire

Die schwedische Satire "The Square" von Ruben Östlund ist der beste europäische Film des Jahres. Das gab die Europäische Filmakademie bei einer Gala in Berlin bekannt. Auch in den Kategorien Drehbuch, Regie, Szenenbild und beste Komödie gewann der Film. Bester Schauspieler wurde Östlunds Hauptdarsteller Claes Bang. Alexandra Borbély wurde für ihre Rolle in dem ungarischen Berlinale-Gewinner "Körper und Seele" als beste Schauspielerin geehrt. Maria Schrader gewann den Publikumspreis für den Stefan-Zweig-Film "Vor der Morgenröte". Die französisch-amerikanische Schauspielerin Julie Delpy wurde für ihren "Europäischen Beitrag zum Weltkino" gewürdigt. Den Ehrenpreis für sein Lebenswerk erhielt der russische Regisseur Alexander Sokurow.

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