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Montag, 09.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 10. Januar 2018

Wacker wird neuer Direktor des Karl-May-Museums

Der Archäologe übernimmt auch die Leitung der Karl-May-Stiftung

Vier Jahre war das Amt vakant gewesen, nun wird der Archäologe und Museologe Christian Wacker neuer Direktor des Karl-May-Museums im sächsischen Radebeul. Zugleich wird er Geschäftsführer der Karl-May-Stiftung, teilte das Museum mit. Wacker wird beide Aufgaben ab April übernehmen. Der 51-Jährige kommt gebürtig aus München und lehrte bereits an verschiedenen Universitäten in Deutschland, Griechenland und Brasilien. Auch leitete er in der Vergangenheit das Deutsche Sport und Olympia Museum in Köln sowie das Olympische Sportmuseum von Katar in Doha. Das Karl-May-Museum in Radebeul befindet sich an dem letzten Wohnsitz von May, der "Villa Shatterhand".

Charles Dutoit verlässt überraschend britische Philharmonie

Dirigent stolpert über den Vorwurf sexueller Übergriffe

Der weltbekannte Dirigent Charles Dutoit ist nach Vorwürfen des sexuellen Fehlverhaltens vorzeitig von seiner Funktion als künstlerischer Direktor und Hauptdirigent des Royal Philharmonic Orchestra in London zurückgetreten. Die britische Philharmonie teilte am Mittwoch mit, sein Ausscheiden sei ab sofort wirksam. Zuvor hatten ihm vier Künstlerinnen unerwünschte sexuelle Handlungen vorgeworfen, die sich zwischen 1985 und 2010 ereignet haben sollen. Ursprünglich war sein Weggang für Oktober 2019 geplant.

Schöpfer der Grafik "Schwerter zu Pflugscharen" ist tot

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke würdigt Herbert Sander

Der Brandenburger Künstler Herbert Sander ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb er bereits am 4. Januar. Bekanntheit erlangte Sander zu DDR-Zeiten als Schöpfer der Grafik "Schwerter zu Pflugscharen". Damals habe er den Nerv der Zeit getroffen und als Künstler Position bezogen, würdigte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sein Werk. Er habe der Friedenssehnsucht Hunderttausender eine Plattform gegeben, die der Militarisierung der DDR skeptisch gegenüber standen, sagte Woidke. Der Künstler hatte die Grafik im Auftrag der Kirche nach der weltberühmten Plastik geschaffen, die die Sowjetunion 1959 den Vereinten Nationen geschenkt hatte. Als Aufnäher wurde sie in den 1980er Jahren Symbol der DDR-Friedensbewegung.

Schweiz: Initiative gegen Abschaffung der "Billag"-Gebühr

Rund 5000 KünstlerInnen rufen zur Unterstützung der Öffentlich-Rechtlichen auf

Als Reaktion auf die "No Billag"-Initiative, die in der Schweiz eine Abschaffung der Rundfunkgebühren fordert, hat sich eine Gegenbewegung unter dem Motto "No Billag, No Culture" formiert. "Billag" heißt die Gebühr, die in der Schweiz an öffentlich-rechtliche Rundfunk- und Fernsehsender gezahlt werden muss. Rund 5000 Künstlerinnen und Künstler aus der Schweiz haben sich mit 50 Verbänden zusammengetan. Sie sehen durch die Abschaffung der Gebühren nicht nur die freie Meinungsbildung in Gefahr, sondern auch die kulturelle Tradition der Schweiz. Den Aufruf unterstützen unter anderem der Kabarettist Emil Steinberger, der Autor Martin Suter sowie die Musiker Stefan Eicher und Sophie Hunger. Am 4. März soll in der Schweiz über die Zukunft der Rundfunkgebühren abgestimmt werden.

Irans Justiz will nach Unruhen soziale Medien sperren

Messenger-Apps wie Telegram würden Inhalte gegen die innere Sicherheit verbreiten

Die iranische Justiz will nach den regimekritischen Unruhen im Land die sozialen Medien ganz abschaffen. Diese Entscheidung betreffe besonders die beiden im Iran noch nicht gesperrten Messaging- und Foto-Video-Apps Telegram und Instagram. "Diese Medien verbreiten nicht nur Inhalte gegen die innere Sicherheit des Landes, sondern auch gegen die islamischen Werte", sagte der Vize-Generalstaatsanwalt Abdul-Samad Chorramabadi. Sie seien unkontrollierbar und müssten daher ganz blockiert werden, sagte der Kleriker im Interview mit dem Nachrichtenportal Mizan-Online. Die Regierung ist zwar anderer Meinung, hätte in dieser Sache aber nicht das letzte Wort. Bei den jüngsten Protesten wurden die sozialen Medien als Kommunikationsmittel der Demonstranten benutzt. Seitdem gibt es im Land hitzige Diskussionen über das Thema zwischen den Reformern und Hardlinern. Die Hardliner wollen das Internet voll und ganz kontrollieren und fordern ein lokales Netzwerk. Die Regierung von Hassan Ruhani, besonders sein Kommunikationsministerium, sind strikt dagegen.

Harfouch: "Theater ist das letzte feudalistische System"

Patriarchale Machtstrukturen und Ausbeutung seien enorm, meint die Schauspielerin

Die Schauspielerin Corinna Harfouch sieht das Theater als "das letzte feudalistische System": "Wenn man miteinander ins Boot springt und losfährt, zu arbeiten beginnt, gilt noch immer: Meuterei ist Untergang. Der Kapitän ist nicht absetzbar. Und vielleicht ist das sogar richtig", sagte Harfouch in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung". Der Termindruck sei groß, da könne es keine Umwege geben. "Du musst dem vertrauen, der vorne sitzt." Das führe aber eben auch zu "patriarchalen Strukturen". Mit Blick auf die #MeToo-Debatte sagte Harfouch: "Es geht um Macht und Machtmissbrauch und vor allem um die Scham der Frauen, darüber zu reden." Harfouch zog Parallelen zur Politik: "Die Neoliberalisten haben es dem Theater abgeschaut, wie man sich mit seinem ganzen Sein und Körper einer Sache komplett zu Verfügung stellt. Aber man macht das, weil man die Sehnsucht nach einer Grenzerfahrung hat. Das ist natürlich eine ausnutzbare Hingabe. Aber es muss sich etwas ändern: Die Ausbeutung der Leidenschaft am Theater ist enorm."

Drogenbeauftragte fordert mehr rauchfreie Filmszenen

Studie verweist auf Vorbildfunktion von Schauspielern

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, verlangt, dass in Film und Fernsehen weniger geraucht wird. "National wie international wird in Filmen gequalmt, was das Zeug hält", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Filmwirtschaft müsse sich des eigenen Einflusses auf die Gesundheit der Zuschauer bewusst werden. Mortler bezieht sich auf eine aktuelle Studie des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung. Danach seien in deutschen Filmen besonders häufig Darsteller mit Zigaretten zu sehen. In 85 Prozent der 39 Produktionen, die 2016 und 2017 für den Deutschen Filmpreis nominiert waren, sei geraucht worden. Bei Filmen, die im selben Zeitraum für einen Oscar nominiert waren, lag dieser Anteil laut Studie bei 64 Prozent. "Je häufiger Jugendliche in Film und Fernsehen sehen, dass geraucht wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie selbst zur Zigarette greifen", so die Drogenbeauftragte. Mortler sieht insbesondere die Filmindustrie in der Verantwortung. Eine generelle Medienkompetenz bei den Zuschauern vorauszusetzen, wäre leichtfertig und kurzsichtig.

Renzi fordert Abschaffung der Rundfunkgebühren

Chef der italienischen Sozialdemokraten erhofft sich bei Parlamentswahlen mehr Stimmen

Matteo Renzi, der Chef der italienischen Sozialdemokraten, setzt sich für eine Abschaffung der Rundfunkgebühren für die RAI (Radiotelevisione Italiana) ein. Die RAI ist Italiens einziger öffentlich-rechtlicher Fernseh- und Rundfunkanbieter. Renzi vollführt damit eine Kehrtwende um 180 Grad: Noch im April 2016 hatte er als italienischer Regierungschef eine Reform angekündigt, mit der möglichst viele Italiener zur Zahlung der im Land unbeliebten Steuer gezwungen werden sollten. Von der jetzigen Kehrtwende erhofft Renzi sich mehr Stimmen für die anstehenden Parlamentswahlen am 4. März. Ein Wegfallen der Rundfunkgebühren würde für die RAI ein Minus von 2,5 Milliarden Euro bedeuten. Der Fehlbetrag könnte durch Werbeeinnahmen ausgeglichen werden, die RAI darf jedoch als öffentlich-rechtliche Anstalt nur ein bestimmtes Maß an Werbung ausstrahlen - Renzi will daher im Fall seines Wahlsieges auch das Werbelimit der RAI aufheben.

Steve Bannon verlässt Breitbart News

Man sei dankbar für das gemeinsam Erreichte, so ein Bericht der Website

Steve Bannon, Donald Trumps ehemaliger Chefstratege und Wahlkampfleiter, verlässt die Nachrichten-Website Breitbart News. Er war dort zuletzt Herausgeber. "Bannon und Breitbart arbeiten an einer glatten und ordnungsgemäßen Übergabe", heißt es in einem Bericht der Website. Man sei dankbar für das gemeinsam Erreichte. Bannon war seit vergangener Woche unter schweren Druck geraten, weil er in dem Buch "Fire and Fury" des Journalisten Michael Wolff ausführlich mit sehr kritischen Äußerungen über Trumps Familie zu Wort kommt. Am Wochenende hatte Bannon sein Bedauern geäußert, die Äußerungen inhaltlich aber nicht bestritten.

Musical über Milosevic geplant

Musiktheater soll im Februar uraufgeführt werden

Ein neues Musical widmet sich dem Leben des früheren serbischen Machthabers Slobodan Milosevic. Die Proben für die "Slobodan Show" würden Mitte Januar beginnen, die Uraufführung sei dann für Februar geplant, sagte der Komponist Marko Grubic. Uraufgeführt werden soll das Musiktheater in der serbischen Enklave Gracanica im Kosovo. Das Musical widmet sich Milosevic und seiner Frau Mira Markovic. "Slobodan und Mira sind ein unzertrennliches Paar an der Spitze des Staates zu einem sehr wichtigen Zeitpunkt, der Auflösung von Jugoslawien und der Neubestimmung der Welt", sagte die Autorin des Musicals, Jelena Bogavac, örtlichen Medien.

Neues Konzept für Literaturhaus Berlin

"Literaturhaus 3.0" soll Analoges und Digitales verbinden

Die neuen Leiterinnen des Literaturhauses Berlin, Janika Gelinek und Sonia Longolius, haben ihr Konzept vorgestellt. Unter dem Motto "Literaturhaus 3.0" wollen sie einen Ort schaffen, an dem sich viele Bevölkerungsgruppen wohl fühlen. Schwerpunkt  ist ein Programm für junge Leser. Außerdem werde es Raum geben für digitale Projekte, erklärte Janika Gelinek im Deutschlandfunk Kultur :"Wir sind gerade in Gesprächen mit Medien- und Video-Künstlerinnen in Berlin und versuchen da auch neue Formen zu entwickeln, die eben genau das schaffen: Das Alte und Neue zusammenzubringen. Analog und Digital, das kann durchaus in einem Haus stattfinden."

Sprache des NS-Widerstands wird untersucht

Ziel sei eine umfassende Sammlung verbaler Widerstandsformen

Ein neues Forschungsvorhaben der Universität Paderborn untersucht die Sprache des Widerstands gegen das Hitler-Regime. Das Projekt "Heterogene Widerstandskulturen: Sprachliche Praktiken des Sich-Widersetzens zwischen 1933 und 1945" werde für drei Jahre mit rund 600.000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert, teilte die Universität in Paderborn mit. Ziel ist demnach eine umfassende Sammlung verbaler Widerstandsformen, die Einblicke in die Funktionsmechanismen von Herrschaft und Macht liefern soll. Analysen von Flugblättern, Predigten und zentralen Denkschriften sollen aufzeigen, wie Sprache strategisch eingesetzt wurde, um Widerstand zu bekunden, so die Professorin. Außerdem würden private Korrespondenzen sowie Haft- und Tagebuchaufzeichnungen von Widerstandskämpfern untersucht.

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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