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Kulturnachrichten

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Polen erwirbt da Vincis "Frau mit dem Hermelin"

Berühmtes Bild gehört zu privater Kunstsammlung

Der polnische Staat hat eine private Kunstsammlung erworben, zu der auch das bekannte Da-Vinci-Meisterwerk "Die Dame mit dem Hermelin" gehört. Bei einer feierlichen Zeremonie im königlichen Schloss in Warschau wurde der Besitzerwechsel von der Krakauer Czartoryski-Stiftung an das Kulturministerium für 100 Millionen Euro vor Steuern besiegelt. Die Kunstsammlung im Krakauer Kunstmuseum umfasst zehntausende Objekte, darunter auch Rembrandts Gemälde "Landschaft mit dem barmherzigen Samariter" aus dem Jahr 1638 und Bilder von Renoir. Die Ende des 15. Jahrhunderts entstandene "Dame mit dem Hermelin" ist Leonardo da Vincis berühmtestes Frauenporträt neben der "Mona Lisa".

Potsdamer Hans-Otto-Theater vor Intendantenwechsel

Keine Vertragsverlängerung für Tobias Wellemeyer

Der Intendant des Potsdamer Hans Otto Theaters, Tobias Wellemeyer, verlässt 2018 das Haus. Die Entscheidung sei gemeinsam mit Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) getroffen worden, teilte die Stadt mit. Ab der Spielzeit 2018/2019 solle es einen Wechsel in der künstlerischen Leitung geben. Wellemeyer habe sich Verdienste um den Ensembleaufbau erworben und das Festival "Stadt für eine Nacht" als feste Größe im Kulturkalender Potsdams etabliert, betonte Jakobs. Es sei gelungen, mit einem modernen, sozial engagierten und abwechslungsreichen Spielplan das Interesse und die Zuneigung des Publikums zu gewinnen, sagte der scheidende Intendant. Wellemeyer ist seit 2009 in Potsdam. Sein Vertrag läuft im Juli 2018 regulär aus. Derzeit wird das Auswahlverfahren für einen neuen Intendanten vorbereitet.

Gericht ordnet Freilassung von Asli Erdogan an

Die türkische Schriftstellerin wird aus der U-Haft entlassen

Im Prozess gegen die türkische Autorin Asli Erdogan hat ein Gericht die Entlassung der Angeklagten und von zwei weiteren Beschuldigten aus der Untersuchungshaft angeordnet. Gegen sie wurde am ersten Verhandlungstag eine Ausreisesperre verhängt. Ein weiterer Angeklagter bleibt nach dem Beschluss des Gerichts in Istanbul in Untersuchungshaft. Den insgesamt neun Angeklagten wird unter anderem Mitgliedschaft in der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vorgeworfen. Ihnen droht lebenslange Haft. Hintergrund ist die Tätigkeit der Beschuldigten für die inzwischen geschlossene prokurdische Zeitung "Özgür Gündem". Die türkischen Behörden sehen das Blatt als Sprachrohr der PKK. Asli Erdogan hatte unter anderem Kolumnen für die Zeitung geschrieben und saß in einem vor allem symbolischen Beratungsgremium des Blattes. Im August war sie bei einer Razzia gegen "Özgür Gündem" festgenommen worden. Der Prozess soll am 2. Januar fortgesetzt werden.

Moderator der Arte-Sendung "Mit offenen Karten" ist tot

Jean-Christophe Victor wurde 69 Jahre alt

Der französische Geopolitik-Experte Jean-Christophe Victor, Moderator der Arte-Sendung "Mit offenen Karten", ist tot. Das teilte der deutsch-französische Kultursender mit. Der französische Wissenschaftler und frühere Diplomat hatte das Format seit seiner ersten Ausstrahlung vor 26 Jahren, anfangs noch auf einem anderen Sender, geprägt. Die samstags ausgestrahlte Sendung nutzt Landkarten, um internationale Beziehungen und aktuelle politische Themen zu erläutern. Victor sei zu einem Emblem des Senders geworden, erklärte Arte. Der Moderator starb am Mittwoch im Alter von 69 Jahren.

Französischer Sänger Pierre Barouh gestorben

Musiker sang Klassiker "Un homme et une femme"

Im Alter von 82 Jahren ist der französische Sänger und Musikproduzent Pierre Barouh an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben, der mit dem Lied "Un homme et une femme" (Ein Mann und eine Frau) aus dem gleichnamigen Film einen Klassiker schuf. Der 1934 in Paris geborene Barouh machte sich als Liedautor, Komponist, Sänger, Musikproduzent und Schauspieler einen Namen. Einer seiner größten Erfolge war der Ohrwurm "Un homme et une femme", für den er den Text schrieb und den er zusammen mit Nicole Croisille sang. In dem gleichnamigen, preisgekrönten Nouvelle-Vague-Klassiker von Claude Lelouch aus dem Jahr 1966 spielte Barouh zudem eine der Hauptrollen.

Türkischer Journalist Ahmet Sik festgenommen

Sik schrieb über die Verbindung der Regierung zum Prediger Gülen

Der prominente türkische Autor und regierungskritische Journalist Ahmet Sik ist in Istanbul festgenommen worden. Das berichteten Sik selber auf seinem Twitter-Account: "Ich werde festgenommen." Laut der Nachrichtenagentur Anadolu will ihn die türkische Polizei zu einer Serie von Meinungsäußerungen im sozialen Netz befragen. Ahmet Sik stehe unter dem Verdacht, den Staat, seine Streitkräfte und Polizei beleidigt und über Twitter terroristische Propaganda verbreitet zu haben, hieß es. Der investigative Journalist und Autor gehört zu den prominentesten Kritikern der Gülen-Bewegung, die Ministerpräsident Erdogan für den Putschversuch im Juli verantwortlich macht. Sik kritisierte allerdings auch die jahrelange Föderung Gülens durch die Regierungspartei AKP.

Anselm Weber: "Theater nicht nur Ort der Hochkultur"

Frankfurts neuer Intendant beginnt 2017

Der künftige Intendant des Schauspiels Frankfurt, Anselm Weber, will "Theater mit und für die Leute machen". "Theater ist nicht nur ein Ort der Hochkultur, der einer begrenzten Zahl von Menschen vorbehalten ist", sagte Weber im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Er tritt 2017 die Nachfolge von Oliver Reese an, der in die Hauptstadt geht und die Intendanz des Berliner Ensembles übernimmt. In Bochum, wo er derzeit noch arbeitet, zog Weber die Reißleine, als die Stadt die Tariferhöhungen nicht mehr übernahm. An seinen neuen Arbeitgeber schickt er die Botschaft: "Ich hoffe, dass mir das in Frankfurt in dieser Form nicht begegnet." Eine böse Überraschung hat Weber schon hinter sich: Erst nach Vertragsunterzeichung erfuhr er vom Ausmaß der Schäden am Gebäude der Städtischen Bühnen. "Was für mich klar ist: Der Ort ist nicht diskutierbar", sagt Weber.

Ministerin hinterfragt Fremdsprachen in Grundschulen

In Baden-Württemberg steht das Fach Englisch auf dem Prüfstand

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will in Absprache mit Ministerpräsident Wilfried Kretschmann (Grüne) den Fremdsprachenunterricht in Grundschulen überprüfen. Die Politikerin, die mit Jahresbeginn auch die Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz übernehmen wird, wolle hinterfragen, "welche Erfolge mit dem beträchtlichen Einsatz von Ressourcen erzielt werden", sagte sie dem "Mannheimer Morgen". Möglicherweise sei es sinnvoller, die Mittel für eine bessere Grundbildung in Deutsch und Rechnen einzusetzen, so Eisenmann: "Klar ist, dass möglicherweise freiwerdende Ressourcen selbstverständlich in der Grundschule verbleiben würden."

Französischer Schriftsteller Michel Déon ist tot

Autor von "Die wilden Ponys" wurde 97 Jahre alt

Der französische Schriftsteller Michel Déon ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Das gab die renommierte Gelehrtengesellschaft Académie française, der Déon seit 1978 angehörte, über die französische Nachrichtenagentur AFP bekannt. Der gebürtige Pariser zählte zur literarischen Gruppe der "Hussards" - Schriftsteller aus dem rechten Spektrum, die sich in den 1950er- und 1960er-Jahren gegen den Existenzialismus Jean-Paul Sartres stellten. Zu den bekanntesten seiner mehr als 40 Werke gehören die Romane "Die wilden Ponys" und "Irisches Intermezzo", der 1977 unter dem Titel "Das malvenfarbige Taxi" mit Charlotte Rampling und Peter Ustinov verfilmt wurde.

Carrie Fishers Mutter Debbie Reynolds gestorben

US-Schauspielerin stirbt nur einen Tag nach ihrer Tochter

Die US-Schauspielerin Debbie Reynolds ist tot. Die Mutter der "Star Wars"-Ikone Carrie Fisher starb im Alter von 84 Jahren in Los Angeles an einem Schlaganfall. Damit überlebte Reynolds ihre Tochter, die Darstellerin der Prinzessin Leia, nur um einen Tag. "Sie wollte bei Carrie sein", zitierte die Zeitschrift "Variety" Reynolds' Sohn Todd Fisher. Reynolds wurde durch ihre Rolle in dem Musical "Singin' in the Rain" bekannt. Über 30 Filme drehte sie zwischen 1950 und 67, darunter vor allem Musicalfilme wie "Tammy". 1965 war Debbie Reynolds für ihre Darstellung in "Goldgräber-Molly" für einen Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert. Schlagzeilen machte die gebürtige Texanerin immer wieder mit ihrem Privatleben. Einer der größten Skandale der 50er Jahre war ihre Scheidung von ihrem ersten Mann, Eddie Fisher, der sie für Liz Taylor verließ.

Liedermacher Knut Kiesewetter mit 75 Jahren gestorben

Norddeutscher Liedermacher stand auch mit den Beatles auf der Bühne

Der frühere Profi-Musiker starb im schleswig-holsteinischen Garding im Alter von 75 Jahren gestorben. Das teilte Gemeindepastor Ralf-Thomas Knippenberg am Abend mit. Kiesewetter hatte mit 15 Jahren zum ersten Mal auf der Bühne gestanden. Mit 18 trat er im Hamburger «Indra» gemeinsam mit den damals noch weithin unbekannten Beatles auf. Nachdem er sich das Komponieren und Texten selbst beigebracht hatte, veröffentlichte er mit 19 Jahren seine erste Single. Rund 800 Lieder folgten - auch für andere Künstler wie die dänische Schlagersängerin Gitte Haenning. Als Produzent arbeitete er mit Hannes Wader, Volker Lechtenbrink und Fiede Kay zusammen. Mit plattdeutschen Liedern wurde Kiesewetter in den 1970er Jahren «Platten-Millionär».

Früherer Ohnsorg-Theater-Intendant Ruppel gestorben

Walter Ruppel war von 1986 bis 1994 Intendant am Ohnsorg-Theater

Der frühere Intendant des Ohnsorg-Theaters, Walter Ruppel, ist tot. Er sei bereits am 22. Dezember im Alter von 89 Jahren in Hamburg gestorben, teilte das Ohnsorg-Theater in der Hansestadt mit. Ruppel stand dem Haus zwischen 1986 und 1994 als Intendant vor. "Er hat die Entwicklung der niederdeutschen Bühne maßgeblich vorangetrieben auf dem Weg in die heutige Zeit und dabei gleichzeitig der Geschichte und Tradition des Hauses Rechnung getragen", hieß es in einer Mitteilung des Theaters.

Pilsner Kathedrale wird restauriert

Erste gründliche Instandsetzung seit Ende des Ersten Weltkriegs

Das Innere der gotischen Bartholomäus-Kathedrale im böhmischen Pilsen wird aufwendig restauriert. Die Arbeiten sollen im Frühjahr beginnen, wie Radio Prag berichtet. Es sei die erste gründliche Instandsetzung seit Ende des Ersten Weltkriegs. Restauriert wird demnach die gesamte Ausstattung der Kirche: Bänke, Altäre, Plastiken, die Orgel, Gemälde sowie die Wandmalereien. Zudem würden eine moderne Beleuchtung installiert und die Bänke künftig beheizt. Die Kosten von umgerechnet knapp vier Millionen Euro würden weitgehend aus EU-Fonds sowie aus rund 370.000 Euro Eigenmitteln der Dompfarrei bestritten.

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