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Kulturnachrichten

Sonntag, 18. Dezember 2016

Liberale Demokratie auf dem Prüfstand

Ackermann: "Demokratie ist der Garant für Freiheit"

Die liberale Demokratie ist nach Überzeugung der Heidelberger Politologin Ulrike Ackermann das beste aller Gesellschaftsmodelle. Allerdings müsse gerade jetzt, da oft vom "postliberalen Zeitalter" die Rede sei, der Rahmen dieser politischen Ordnung gestärkt werden, sagte sie im Deutschlandradio Kultur: "Es ist der Rechtsstaat, es ist die soziale Marktwirtschaft, es sind aber vor allen Dingen individuelle Rechte, in denen das Individuum geschützt wird und im Zentrum steht." Mit der repräsentativen Demokratie gebe es Instrumentarien, die "jeglichen unmittelbaren volksherrschaftlichen Vorstellungen überlegen" seien. Angesichts erstarkender populistischer Kräfte müsse man sich klar darüber sein, "dass nicht nur die Geschichte der parlamentarisch-repräsentativen Demokratie, sondern auch so, wie sie bei uns wirkt, sehr wohl unser Leben schützt und sehr wohl der Garant für Freiheit ist", so Ackermann weiter. Entwicklungen wie der "Neokolonialismus" des russischen Präsidenten Putin stellen jedoch "unser Gesellschaftsmodell vor neue Herausforderungen". Nach Ansicht der Politologin müsse man sich mit der liberalen Demokratie "immer wieder neu auseinandersetzen, wie man diese (…) Regierungsform auch weiterentwickeln und verbessern kann."

Kontrolle der Fake News problematisch

Medienexperte Klein: "Nutzer sollten Meldungen vor Weiterverbreitung prüfen"

Der Internet-Forscher Michael Klein bewertete kritisch den von Facebook angekündigte Einsatz externer Fakten-Check-Spezialisten, die gemeldete Beiträge identifizieren und gegebenenfalls kennzeichnen sollen. Damit überlasse das Unternehmen "ganz clever" die Kontrolle externen Redaktionen: "Facebook möchte eben kein Herausgeber sein", sagte Klein im Deutschlandradio Kultur. Er erklärte, dass es zudem unmöglich sei, im Netz verbreitete erfundene Nachrichten generell wieder zu entfernen. Einmal veröffentlichte Nachrichten verbreiteten sich innerhalb wie außerhalb des betroffenen Netzwerkes extrem schnell. Um die Verbreitung von Fake News zu reduzieren, sieht Klein vor allem auch die Nutzer sozialer Netzwerke in der Pflicht: "Der Nutzer, der mit einem einfachen Klick eine Weiterverbreitung unterstützt, tatsächlich erst einmal nachdenken sollte, ob er eine einfach erkennbare Möglichkeit sieht, zu überprüfen, ob diese Informationen überhaupt stimmen können." Der Medienforscher sieht zudem bei der Definition und Identifizierung von Fake-News Probleme: "Der Begriff Fake-News suggeriert ja, dass es etwas Richtiges und etwas Falsches gibt. So einfach ist es natürlich nicht, eine sogenannte Fake-News von allen anderen Arten von Nachrichten abzugrenzen. Und damit stoßen natürlich auch alle Arten von algorithmischen Lösungen an ihre Grenzen", meint Klein.

Kritik der Filmförderung in Deutschland

Star-Regisseur Petersen fordert mehr Geld für die Filmproduktion

Der Star-Regisseur Wolfgang Petersen (75) wirft der Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) zu wenig Einsatz bei der Filmförderung vor. "Jeder käme gern nach Berlin, auch weil die Stadt aufregend ist. Es ist alles da", sagte der Regisseur der "Welt am Sonntag". "Das Problem ist die Politik, eine Frau Grütters, die Kulturstaatsministerin. Deutschland packt nicht genug auf den Tisch." Das weltberühmte Studio in Babelsberg biete hervorragende Drehbedingungen, sagte Petersen. Trotzdem kämen internationale Großproduktionen heute nicht mehr nach Potsdam. Der Grund dafür sei eine mangelhafte Ausstattung des Deutschen Filmförderfonds DFFF: 50 Millionen Euro im Jahr seien lächerlich wenig für ein Land wie Deutschland. "So spart ihr die Filmbranche kaputt", so Petersen. "Es muss nur endlich mal den Hahn aufdrehen, dann würde hier das Film-Mekka schlechthin erblühen", forderte er. Zu Weihnachten läuft Petersens Komödie "Vier gegen die Bank" in den Kinos an. Zum ersten Mal nach 30 Jahren drehte der Regisseur ("Das Boot", "Troja") wieder in Deutschland.

Anne Frank wurde möglicherweise nicht verraten

Neuer Forschungsbericht

Das jüdische Mädchen Anne Frank wurde möglicherweise nicht wie bisher angenommen an die deutschen Besatzer verraten. In einem von der Anne Frank-Stiftung veröffentlichten Forschungsbericht heißt es, es sei auch möglich, dass Anne Frank gemeinsam mit sieben anderen Untergetauchten bei einer Suche der deutschen Behörden nach illegalen Arbeitern und Herstellern gefälschter Essensmarken in die Hände fielen. "Unsere Untersuchung widerlegt einen möglichen Verrat nicht, zeigt aber, dass auch andere Möglichkeiten untersucht werden sollten", sagte der Stiftungsdirektor Ronald Leopold. Frank wurde im August 1944 nach mehr als zwei Jahren in einem Versteck in Amsterdam vom deutschen "Sicherheitsdienst" aufgespürt.

"Desierto" gewinnt Havanna-Filmfestival

Migration als kontinentales Phänomen

Das mexikanisch-französische Grenzdrama "Desierto" (Wüste) hat das 38. Filmfestival im kubanischen Havanna gewonnen. Die Jury zeichnete den an der US-mexikanischen Grenze spielenden Film ("Tödliche Hetzjagd" in deutscher Fassung) des Mexikaners Jonás Cuarón für sein "tiefes Nachdenken über Migration als kontinentales Phänomen" aus, wie die Nachrichtenagentur Prensa Latina berichtete. Die Handlung schildert die tödliche Jagd eines selbst ernannten US-Grenzwächters auf illegale Einwanderer. Der Film mit Star Gael García Bernal (38) aus Mexiko hatte 2015 seine Premiere im Filmfestival in Toronto gefeiert.

ARD: kein "Echo" mehr

Preisverleihung sei "erschöpft und müde"

Die ARD wird im kommenden Jahr die Verleihung des Musikpreises Echo nicht übertragen. ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber nannte im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) dafür "inhaltliche Gründe". Der Echo sei bei seinem 25. Geburtstag im April "erschöpft und müde" gewesen, sagte Schreiber. "Wenn Musiker, für die der Preis vergeben wird, sich mehr Zuspruch davon versprechen, dass sie auf der Bühne ihren Preis dissen und schlecht machen, wie kann der Zuschauer zuhause Spaß daran haben?". Die Echo-Gala der Deutschen Phono-Akademie sahen im April weniger als 3,5 Millionen Zuschauer.

TV-Nachttherapeut Domian verabschiedet sich

Letzte Sendung nach 21 Jahren

Nach 21 Jahren als "Kummerkasten der Nation" hat sich WDR-Nachttalker Jürgen Domian von seinem Publikum verabschiedet. "Die Zeit mit Euch war groß. Was ich gelernt habe in all den Jahren, das ist Demut", sagte der Moderator in der letzten "Domian"-Ausgabe in der Nacht zum Samstag. Der 58-Jährige hatte das Ende seiner Sendung bereits vor geraumer Zeit angekündigt, weil er keine Lust mehr auf die Nachtarbeit habe. Zum Schluss der Sendung sahen die TV-Zuschauer, wie Domian mit wehmütigem Blick seine Sachen einpackte, seine Jacke anzog und das Licht im Studio ausknipste. Auf Twitter bekundeten zahlreiche Fans ihr Bedauern über das Ende von "Domian". Der WDR plant kein Nachfolgeformat für die Sendung, die seit 1995 in fünf Nächten pro Woche im WDR-Fernsehen und im WDR-Radio 1Live ausgestrahlt wurde.

Tina Turners Leben wird zum Musical

Sängerin sehr erfreut

Das Leben von Rocksängerin Tina Turner kommt auf die Bühne: Die Produktionsfirma Stage Entertainment entwickelt nach eigenen Angaben ein Musical, das auf der ereignisreichen Karriere Turners basiert. Geschrieben wird es von Katori Hall, der Autorin des US-Bürgerrechtsdramas "The Mountaintop" (Die letzte Nacht des Martin Luther King). Beteiligt sind daran ferner Regisseurin Phyllida Lloyd, der Choreograf Anthony van Laast und der Designer Mark Thompson, die bereits für das Hit-Musical "Mamma Mia" über die Popgruppe Abba zusammengearbeitet haben. Turner besuchte am Freitag in London einen Arbeitskreis für das Musical, das seit einem Jahr entwickelt wird. Danach äußerte sich die 77-Jährige sehr angetan: "Es war wunderbar, mit Katori und Phyllida zusammenzuarbeiten. Dass meine Geschichte von einem solch unglaublich kreativen Team aufgelegt wird, ist aufregend." Wann und wo das Musical aufgeführt wird, ist bislang nicht bekannt.

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