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Kulturnachrichten

Freitag, 16. Dezember 2016

Polen erwägt Kauf von kostbarer Kunstsammlung

Dazu gehören Werke von da Vinci und Rembrandt

Das polnische Kulturministerium will eine der kostbarsten privaten Kunstsammlungen Europas im Land halten, zu der Werke von Leonardo da Vinci und Rembrandt gehören. Ziel sei sicherzustellen, dass die Sammlung der Familie Czartoryski in Krakau mit der nötigen Sorgfalt behandelt werde und die Kunstwerke "für künftige Generationen in Polen" erhalten blieben, erklärte das Ministerium. Zu der Sammlung zählen Gemälde wie da Vincis "Dame mit Hermelin" und "Landschaft mit dem barmherzigen Samariter" von Rembrandt. Das Ministerium sagte nicht direkt, dass es die riesige Sammlung zu kaufen plane. Kulturminister Piotr Glinski hat angedeutet, dass der da Vinci ins Ausland verkauft werden könnte. Die Czartoryski-Stiftung äußerte sich zunächst nicht, dementierte die Erklärung der Regierung aber auch nicht. Polnischen Medienberichten zufolge fehlen der Stiftung die Mittel, um die Sammlung zu behalten.

Österreichische Sopranistin Lotte Rysanek-Dörler tot

Sängerin starb im Alter von 92 Jahren

Die österreichische Sopranistin Lotte Rysanek-Dörler ist tot. Sie starb im Alter von 92 Jahren. Das langjährige Ensemblemitglied sei bereits am Mittwoch verschieden, teilte die Wiener Staatsoper mit. Rysanek, Schwester der bereits 1998 verstorbenen Sopranistin Leonie Rysanek, trat in fast 1000 Vorstellungen der Staatsoper in nahezu 50 Rollen auf. Auftritte bei den Bayreuther Festspielen sowie an den Staatsopern München und Hamburg gehörten ebenfalls zu ihren Engagements.

Biermann überwindet sich zu Geburtstagsessen

Ein AfD-Politiker saß mit am Tisch

Zu einem Essen anlässlich seines 80. Geburtstages im Roten Rathaus in Berlin musste sich Liedermacher Wolf Biermann überwinden - wegen der AfD. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller habe im Vorfeld angefragt, ob auch ein AfD-Politiker am Tisch sitzen dürfe, berichtete Biermann heute vor dem Essen am Mittag. "Ne, sonst muss ich kotzen", habe Biermann zunächst geantwortet. Doch dann habe er eingelenkt, "auch dank meiner klugen Frau". Er sei in sich gegangen und habe sich gesagt, Müller müsse solche Leute aus Respekt vor der Demokratie einladen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass er das Treffen unbeschadet überstehe. An dem Empfang vor dem Essen nahmen unter anderem der frühere Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) teil. Der Liedermacher hatte am 15. November Geburtstag.

Dresden weiht Theaterbauten ein

100 Millionen Euro für die Kunst

Dresden weiht heute seine Staatsoperette und das Theater Junge Generation im Zentrum der Stadt ein. Sie kommen in einem Gebäude des früheren Kraftwerkes Mitte unter. Damit geht ein jahrzehntelanges Interim für beide Bühnen am Rande der STadt zu Ende. Kulturbürgermeisterin Klepsch (Linke) sprach vor der Einweihung des Musentempels von einer "Grundsteinlegung für die Zukunft der beiden Häuser in den nächsten Jahrzehnten". Der Umbau kostete rund 100 Millionen Euro. Das Kraftwerk umfasst insgesamt vier Bühnen.

Hitlers Geburtshaus in Braunau wird nicht abgerissen

Bisher war das Haus in Privatbesitz

Hitlers Geburtshaus in Braunau Inn wird nicht abgerissen. Das hat der Ministerpräsident von Oberösterreich, Josef Pühringer, mitgeteilt. Das Geburtshaus wird stehen gelassen aber tiefgreifend umgebaut. Der Nationalrat hatte am Mittwochabend endgültig der Enteignung zugestimmt. Damit gehört es jetzt dem österreichischen Staat. Nun könnte die Lebenshilfe Oberösterreich wieder einziehen. Sie hatte in dem Haus bis 2011 eine Tagesheimstätte betrieben für Menschen mit Behinderung. Laut Pühringer wäre die Lebenshilfe eine klare Antithese zum Nationalsozialismus. Die Pläne für eine internationale Begegnungsstätte sind vom Tisch. Seit langem wird in Österreich über Hitlers Geburtshaus gestritten. Der Grund es war in Privatbesitz. Die Eigentümerin, die es an das Land Österreich vermietet hatte, wurde nun endgültig enteignet. Bis Mitte 2017 soll eine Arbeitsgruppe nun alle rechtlichen und organisatorischen Schritte klären, ein Architekturwettbewerb über den Umbau entscheiden.

Ausstellung über DDR-Frauenzeitschrift "Sibylle"

Schau in der Rostocker Kunsthalle

In der Rostocker Kunsthalle beginnt morgen eine Ausstellung über die frühere DDR-Frauenzeitschrift "Sibylle". Wie Kunsthallen-Kurator Ulrich Ptak sagte, hatte sie einen hohen künstlerischen Anspruch und wurde deshalb auch als "Ost-Vogue" bezeichnet. Die "Sibylle" war von 1956 an sechs Mal jährlich in einer Auflage von 200 000 erschienen und regelmäßig schnell vergriffen. Die letzte Ausgabe gab es 1995. Wie einer der ehemaligen "Sibylle"-Fotografen, Werner Mahler, in Rostock berichtete, sind in diesen Jahren 246 Hefte mit rund 22 000 Seiten erschienen. Aus den insgesamt rund 2800 Fotografien wurden für die Rostocker Ausstellung etwa 300 ausgewählt. Die Ausstellung endet am 17. April.

Preis für Frankfurter Museum Judengasse

Mit 25.000 Euro dotierter Museumspreis

Das Museum Judengasse in Frankfurt am Main hat den mit 25.000 Euro dotierten Museumspreis 2016 der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen erhalten. Das Jüdische Museum und seine Dependance, das Museum Judengasse, übernähmen als einziges Jüdisches Museum in Hessen "auf vielfache Weise für alle Themen jüdischer Geschichte und Kultur eine zentrale Funktion", sagte der hessische Kulturminister Rhein bei der Verleihung. Die Ausstellungspräsentation sei eine gelungene Verbindung der Authentizität des Ortes mit der Darstellung der Rolle der Juden für die Wirtschaft und Gesellschaft Frankfurts, lobte die Jury von Museumsvertretern und der Stiftung. Das Museum Judengasse befindet sich über den ausgegrabenen Grundmauern von Häusern der ehemaligen Judengasse und zeigt das jüdische Alltagsleben in der Frühen Neuzeit. Es steht inmitten von Ruinen des ersten jüdischen Ghettos in Europa.

Politik macht Druck auf Facebook

Wegen "Fake News" drohen hohe Bußgelder

Die Politik erhöht bei "Fake News" den Druck auf Facebook und droht dem US-Internetkonzern mit hohen Bußgeldern, wenn Hassbotschaften nicht gelöscht werden. "Natürlich müssen wir am Ende auch über Bußgelder nachdenken, wenn andere Maßnahmen nicht greifen", sagte Bundesjustizminister Maas der "Süddeutschen Zeitung". Dies wäre für Facebook ein starker Anreiz zum raschen Handeln. Die Meinungsfreiheit habe eben auch Grenzen: "Beleidigungen, Volksverhetzungen oder Verleumdungen haben bei Facebook nichts zu suchen." SPD-Fraktionschef Oppermann forderte im "Spiegel", dass "marktbeherrschende Plattformen" wie Facebook gesetzlich verpflichtet werden, auf deutschem Boden eine an 365 Tagen rund um die Uhr erreichbare Rechtsschutzstelle einrichten müssen. Dort könnten sich Opfer von Hass, Häme und gefälschten Nachrichten melden. "Wenn Facebook nach entsprechender Prüfung die betroffene Meldung nicht unverzüglich binnen 24 Stunden löscht, muss Facebook mit empfindlichen Bußgeldern bis zu 500 000 Euro rechnen", sagte Oppermann.

Wandteppich aus Hitler-Haus wieder in München

Entwendeter Teppich aus dem 16. Jahrhundert

Nach mehr als 70 Jahren in den USA ist ein nach Kriegsende entwendeter wertvoller Wandteppich aus dem 16. Jahrhundert wieder in Bayern. Ein US-Offizier hatte 1945 die Darstellung einer höfischen Szene in Hitlers Haus auf dem Kehlstein bei Berchtesgaden entdeckt und mitgenommen. Seine Tochter Cathy Hinz brachte das aus Wolle gewirkte Stück nun zurück und überreichte es dem Bayerischen Nationalmuseum in München. Die Tapisserie entstand etwa 1500 in Flandern. Der Maler Franz von Lenbach hatte sie um 1900 in der Kunsthandlung Bernheimer für seine Künstlervilla erworben. 1938 kaufte ihn ein Architekt für das Kehlsteinhaus, das die Nazis erst als Repräsentationsbau nutzten, bevor sie es Hitler 1939 zu seinem 50. Geburtstag schenkten. An der Rückgabe war auch die Monuments Men Foundation beteiligt, die sich dem Aufspüren von Kunstwerken verschrieben hat, die während des Krieges verschwanden.

Menahem-Pressler-Preis für begabte Musikschüler

Neuer Preis ab 2017

Sachsen-Anhalt wird ab dem kommenden Jahr erstmals den Menahem-Pressler-Preis vergeben. Damit sollen die besten Musikschüler des Landes ausgezeichnet werden, teilte die Staatskanzlei mit. Pressler wurde 1923 in Magdeburg geboren und ist ein weltweit angesehener Pianist. Der Preis richtet sich nach Angaben der Staatskanzlei aber nicht nur an Pianisten, sondern an alle Instrumentengruppen. Er sei mit einem Landesförderstipendium in Höhe von 2000 Euro dotiert und werde künftig jährlich vergeben.

Koalitionsfraktionen wollen mehr Integration durch Kultur

Einbindung an kulturelles Geschehen vor Ort

Die Koalitionsfraktionen wollen die Kulturpolitik verstärkt zur Integration von Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund nutzen. Flüchtlinge würden ihre Lebenssituation in Deutschland vor allem dann als positiv bewerten, "wenn sie auch in das kulturelle Geschehen vor Ort eingebunden sind", heißt es in einem gemeinsamen Antrag von Union und SPD. Konkret fordern Union und Sozialdemokraten die Bundesregierung auf, die interkulturelle Öffnung von Kultureinrichtungen und -angeboten des Bundes weiter voranzutreiben. Vor allem sollten bislang unterrepräsentierte Gesellschaftsgruppen stärker gefördert werden. So soll beispielsweise das Bundesprogramm "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" in der zweiten Förderphase nach 2017 unter dem Aspekt der kulturellen Teilhabe von Flüchtlingskindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ausgebaut werden. Ebenso müssten die ehrenamtlichen Strukturen im Bereich der interkulturellen Initiativen gestärkt werden.

Bayerischer Filmpreis für Bruno Ganz

Ehrenpreis für Film- und Theaterschauspieler

Der Schweizer Film- und Theaterschauspieler Bruno Ganz erhält den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten beim Bayerischen Filmpreis 2016. Das teilte die Staatskanzlei in München mit. Ministerpräsident Seehofer würdigte den Künstler als einen der Größten seines Fachs. Der 75-Jährige sei "ausdrucksstark, wandlungsfähig, manchmal streitbar, immer ein schauspielerisches Glanzlicht". Die Jury begründete die Wahl damit, dass Ganz ein Menschendarsteller sei. Ganz, Träger des Iffland-Ringes, sei einer der Großen des internationalen Kinos. Bruno Ganz arbeitete mit bedeutenden Regisseuren wie Eric Rohmer, Wolfgang Petersen oder Francis Ford Coppola. Einem größeren Publikum wurde er vor allem durch die Darstallung von Adolf Hitler in "Der Untergang". In den vergangenen Jahren erhielten den Ehrenpreis unter anderen Wim Wenders, Armin Mueller-Stahl oder Margarethe von Trotta. Der Bayerische Filmpreis zählt zu den renommiertesten und bestdotierten Auszeichnungen in der deutschen Filmbranche. Die Galaveranstaltung findet am 20. Januar im Münchner Prinzregententheater statt.

Münzschatz in Altlandsberg entdeckt

Möglicher historischer Kontext seien die Hussitenkämpfe um 1432

Archäologen haben bei Grabungen im ehemaligen Schlossviertel von Altlandsberg (Märkisch-Oderland) einen bedeutsamen Münzschatz entdeckt. Es seien mehr als 8000 mittelalterliche Münzen gefunden worden, so Bürgermeister Arno Jaeschke. Er bestätigte damit einen Bericht der "Märkischen Oderzeitung". Am kommenden Mittwoch will Kulturministerin Martina Münch in Altlandsberg den Fund der Öffentlichkeit vorstellen, teilte ihr Sprecher mit. Die Wissenschaftler stießen in einer Torfschicht auf ein getöpfertes Gefäß mit den Geldstücken unterschiedlicher Prägungen und Größenordnungen. Nach einer ersten Experteneinschätzung handelt es sich um "13 Prager und Meißner Silbergroschen", "elf rheinische Reichsgoldgulden" sowie "circa 8000 silberne Hohlpfennige". Als "möglicher historischer Kontext" wird das Vergraben mit den Hussitenkämpfen um 1432 in Verbindung gebracht, hieß es.

Picassos ehemaliger Elektriker wegen Hehlerei verurteilt

Er und seine Frau sollen 271 Werke des Künstler unterschlagen haben

Picassos ehemaliger Elektriker und seine Frau sind wegen der Hehlerei von Kunstwerken zu jeweils zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Berufungsgericht im südfranzösischen Aix-en-Provence sprach das Paar schuldig, 271 Werke des spanischen Malers unterschlagen zu haben. Damit wurde ein früheres Urteil von 2015 bestätigt. Die Werke müssen an den Sohn des Künstlers, Claude Ruiz-Picasso, zurückgegeben werden. Laut des Ehepaares soll die frühere Frau von Pablo Picasso, Jacqueline, den Elektriker nach dem Tod des Künstlers 1973 gebeten haben, die in Mülltüten verpackten Werke an sich zu nehmen. Begründet habe sie dies damit, dass es Probleme mit ihrem Sohn Claude gebe. Die Anklage ging dagegen davon aus, der Elektriker und seine Frau hätten die Kunstwerke im Auftrag von Kriminellen gehortet. Der Fall war bekannt geworden, nachdem der Elektriker Picassos Sohn Claude im Jahr 2010 darum gebeten hatte, die Authentizität der nicht signierten Werke prüfen zu lassen. Darunter sind kubistische Kollagen und Zeichnungen von Frauen und Pferden.

Drohnenflug durch die Elphilharmonie

Video auf Facebook schon 200 000 mal angeklickt

Im gemütlichen Adagio oder im rasanten Presto, begleitet von Klassik oder Rock: Ein Drohnenflug durch die neue Hamburger Elbphilharmonie zeigt das imposante Konzerthaus an der Elbe nicht nur von außen, sondern bietet auch Eindrücke von der großen Rolltreppe, dem Foyer, der Aussichtsplattform und am Ende vom großen Konzertsaal.Mit der Leertaste kann der Betrachter das Tempo des Drohnenflugs dramatisch erhöhen, und dazu passend wechselt die Musik. In den ersten 17 Stunden hatten bereits fast 200 000 User das Video auf Facebook angeklickt. Nach zehn Jahren Bauzeit und Skandalen um Kostenexplosionen und Bauverzögerungen wird die Elbphilharmonie am 11. Januar 2017 eröffnet. Die Kosten für das 110 Meter hohe Konzerthaus verzehnfachten sich in diesen Jahren von 77 Millionen auf 789 Millionen Euro. Bereits seit dem 4. November ist die öffentliche Plaza zugänglich.

Bühnenvereins-Geschäftsführer Bolwin tritt ab

Nach 25 Jahren will der Rechtsanwalt als Berater in die Kultur

Nach 25 Jahren gibt der Geschäftsführer des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin (66), zum 1. Januar sein Amt ab. Nachfolger wird der bisherige Geschäftsführer der Kulturpolitischen Gesellschaft, Marc Grandmontagne. Bolwin ist eine der wichtigsten Stimmen der deutschen Staats- und Stadttheater. Am 21. Dezember ist sein letzter Arbeitstag. Nach 25 Jahren sei es "Zeit, die Verantwortung für diese Institution in jüngere Hände zu geben", sagte Bolwin der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist auch gut für den Bühnenverein, wenn von der Geschäftsführung einmal frischer Wind weht." Trotz finanziellen Drucks vieler Kommunen sei es aber "im Großen und Ganzen gelungen, die Theater- und Orchesterlandschaft in der bisherigen Form zu erhalten".Der Rechtsanwalt will weiter in der Kultur als Berater tätig sein.

Seltene Pflanze nach Jimi Hendrix benannt

Sie wurde im mexikanischen Niederkalifornien gefunden

Späte Ehre für Jimi Hendrix: Forscher in Kalifornien haben eine neu entdeckte Pflanze nach der Rocklegende benannt. Wie die San Diego State University mitteilte, hört das Gewächs auf den Namen Dudleya hendrixii. Die Pflanzengattung mit rosa-weißen Blüten ist für ihre enorme Lebensspanne bekannt und wurde im mexikanischen Niederkalifornien gefunden. Entdeckt wurde sie nach Universitätsangaben vom Absolventen Mark Dodero, der dabei Hendrixs Song "Voodoo Child" gelauscht haben soll. Daraufhin hätten sich er und sein Kollege Stephen McCabe entschieden, die Pflanze auf den verstorbenen Gitarristen zu taufen. Anders als Hendrixs Musik ist die Pflanze aber schon vom Aussterben bedroht: Ihr Lebensraum sei durch Farmarbeit, Straßenverkehr und städische Entwicklung bedroht, teilte San Diego State mit.

"Toni Erdmann" hat Chancen auf Oscar

Deutscher Film schafft es auf die "Shortlist"

Die Oscar-Chancen für den deutschen Film "Toni Erdmann" haben sich erheblich vergrößert. Die gefeierte Vater-Tochter-Geschichte von Regisseurin Maren Ade gehört zu den insgesamt neun Filmen in der Sparte "nicht englischsprachiger Film". Das hat die Oscar-Akademie im kalifornischen Beverly Hills mitgeteilt. 85 Länder hatten sich für 2017 um eine Auszeichnung in dieser Kategorie beworben. Neben Deutschland kamen unter anderem die Filme "The Salesman" (Iran), "Ein Mann namens Ove" (Schweden), "Einfach das Ende der Welt" (Kanada) und "Unter dem Sand - Das Versprechen der Freiheit" (Dänemark) in die Vorauswahl. Am 24. Januar gibt die "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" bekannt, welche fünf Filme in die Endauswahl kommen. Die Preisverleihung findet dann am 26. Februar statt.

Bundestag billigt Reform des Urhebervertragsrechts

Kreative sollen besser bezahlt werden

Schriftsteller, Filmemacher und Komponisten sollen für ihre kreative Leistung eine gerechtere Bezahlung bekommen. Das will die Reform des Urhebervertragsrechts erreichen, die der Bundestag nach monatelangem Tauziehen verabschiedet hat. Künftig können Autoren die Exklusivrechte an einem Buch nach zehn Jahren zurückfordern, wenn sie anderswo ein besseres Angebot bekommen. Neu eingeführt wird ein Klagerecht für Verbände, damit diese die Ansprüche von Urhebern vor Gericht besser durchsetzen können. Zudem haben die Künstler einen Anspruch darauf, zu erfahren, wie oft sich ihr Werk verkauft. Das lehnen der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger jedoch vehement ab. Das nutze niemandem und schaffe erhebliche Bürokratiekosten, hieß es zur Begründung. Justizminister Maas versicherte, mit der Reform begegneten sich Urheber und Verleger künftig auf Augenhöhe.

Keine Entschädigung für NS-Nachdrucke

Bundesgerichtshof sieht Beschlagnahmung als rechtens an

Der britische "Zeitungszeugen"-Verleger Peter McGee hat keinen Anspruch auf Entschädigung für die Beschlagnahme von nachgedruckter NS-Propaganda. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hob ein entsprechendes Urteil der Vorinstanz auf. Der Unternehmer hatte im Januar 2009 das Journal "Zeitungszeugen" in Deutschland auf den Markt gebracht, dem Nachdrucke des NS-Hetzblatts "Völkischer Beobachter" vom 1. März 1933 und des NS-Propagandaplakats "Der Reichstag in Flammen" beilagen. Für die Beschlagnahme von 12 000 Exemplaren auf Anordnung des Amtsgerichts München forderte der Unternehmer mehr als 2,6 Millionen Euro Schadenersatz vom Freistaat Bayern. Landgericht und Oberlandesgericht hatten dem Anspruch dem Grunde nach zugestimmt.

Berlinale zeigt Filme mit Penélope Cruz und Bruno Ganz

Die ersten zehn Wettbewerbsbeiträge wurden mitgeteilt

Bei der 67. Berlinale werden Filme mit Stars wie Penélope Cruz, Richard Gere und Bruno Ganz zu sehen sein. Die Internationalen Filmfestspiele Berlin (9. bis 19. Februar 2017) gaben gestern die ersten zehn Filme für den Wettbewerb um den Goldenen Bären bekannt. Weitere Regiearbeiten laufen in der Reihe Berlinale-Special. Der deutsche Filmemacher Andres Veiel ("Black Box BRD") ist mit seinem neuen Dokumentarfilm "Beuys" über das Leben des Künstlers Joseph Beuys im Rennen um die Berlinale-Trophäe.

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