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Kulturnachrichten

Dienstag, 13. Dezember 2016

VG Wort: Koalition will Verlagsbeteiligung

Neuregelung soll noch diese Woche verabschiedet werden

Die deutschen Verlage sollen nach dem Willen der Koalition weiter an den Millionen-Einnahmen der Verwertungsgesellschaft (VG) Wort beteiligt werden. Der Rechtsausschuss des Bundestags beschloss eine Regelung, nach der es bei der bisherigen Aufteilung der Gelder zwischen Autoren und Verlagen bleiben kann. Der Bundesgerichtshof hatte im April in einer aufsehenerregenden Entscheidung die Verlegerbeteiligung untersagt. Die VG Wort forderte daraufhin für die vergangenen Jahre insgesamt rund 100 Millionen Euro von den Verlagen zurück. Die Neuregelung soll nach übereinstimmender Auskunft von Union und SPD noch diese Woche verabschiedet werden.

Cassens-Preis an Katharina Winkler

Die Jury würdigt ihren Debütroman "Blauschmuck"

Katharina Winkler, in Berlin lebende Autorin aus Österreich, gewinnt den mit 15.000 Euro dotierten "Mara-Cassens-Preis für den ersten Roman". Wegen der "mutigen Themenwahl und der stimmigen Sprache" habe sich die Jury für Winklers Erstling "Blauschmuck" entschieden, teilte das Literaturhaus Hamburg mit. Der Roman sei Ergebnis ausgiebiger Beschäftigung mit dem Thema häusliche Gewalt. Der Preis wird am 10. Januar im Literaturhaus Hamburg verliehen. Die Laudatio hält die Literaturkritikerin Sandra Kegel.

Landgericht Rostock: Latchinian bleibt im Amt

Volkstheater-Intendant Sewan Latchinian hatte gegen seine Kündigung geklagt

Der Intendant des Rostocker Volkstheaters, Sewan Latchinian, bleibt nach einer Entscheidung des Landgerichts Rostock im Amt. Es habe zwar eine Pflichtverletzung seitens Latchinians gegeben, erklärte das Gericht. So habe dieser gegen die Verschwiegenheitspflicht verstoßen. Dennoch sei es der Volkstheater Rostock GmbH (VTR) zumutbar, das Anstellungsverhältnis fortzusetzen. Latchinian zeigte sich in einer ersten Reaktion hocherfreut. Das sei eine gerechte Entscheidung. Er war im Juni nach langen Querelen hauptsächlich um die Struktur des Theaters und unter dem Vorwurf, seine Pflichten verletzt zu haben, als künstlerischer Geschäftsführer fristlos entlassen worden. Der Volkstheater-Anwalt sagte, dass er die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und dann eine Berufung beim Oberlandesgericht prüfen werde. Joachim Kümmritz, der nach der Kündigung Latchinians die Intendanz übernommen hatte, wollte das Urteil nicht kommentieren.

Restitution eines Bildteppichs aus den USA an Bayern

Tapisserie war 1945 von einem US-Offizier entwendet worden

Der Freistaat Bayern erhält einen aus dem 16. Jahrhundert stammenden Bildteppich aus den USA zurück. Die vermutlich kurz nach 1500 in Flandern entstandene Tapisserie mit der Darstellung einer höfischen Gesellschaft wurde 1945 von einem US-Offizier der 101. Airborne Division entwendet und in die USA gebracht, wie das Bayerische Nationalmuseum in München mitteilte. Er hatte sie aus dem zwischen 1937 und 1938 von der NSDAP als Repräsentationsgebäude erbauten Kehlsteinhaus auf dem Obersalzberg mitgenommen. Dort gehörte sie zur Ausstattung des Scharitzkehlzimmers. Laut Mitteilung hat Cathy Hinz, die Tochter des US-amerikanischen Besatzungsoffiziers, den Bildteppich dem National World War II Museum übergeben. Dieses restituiere ihn nun an Bayern.

Lyrik-Preise der Schillerstiftung vergeben

Preise ehren Judith Zander und Thomas Rosenlöcher als "herausragende Gegenwartslyriker"

Die Deutsche Schillerstiftung zeichnet die Berliner Lyrikerin Judith Zander mit dem Anke Bennholdt-Thomsen-Lyrikpreis aus, der Dresdner Autor Thomas Rosenlöcher erhält die "Ehrengabe 2017" der Schillerstiftung. Zander sei mit ihren beiden Gedichtbänden "oder tau" und "manual numerale" eine der "aufregendsten Lyrikerinnen" der Gegenwart, betonte die Jury in Marbach. Rosenlöcher veröffentlichte zuletzt 2012 den Band "Hirngefunkel" und wird als "Meister der melancholischen Ironie" gewürdigt. Die Preise sind mit je 10.000 Euro dotiert und sollen am 5. Mai im Deutschen Literaturarchiv Marbach verliehen werden.

Bundesverdienstkreuz für Christian Höppner

Präsident des Deutschen Kulturrats für Förderung der kulturellen Vielfalt ausgezeichnet

Der Präsident des Deutschen Kulturrats und Generalsekretär des Deutschen Musikrats, Christian Höppner, ist mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet worden. Höppner engagiere sich seit Jahrzehnten "im engen Schulterschluss mit dem Deutschen Kulturrat" für den Erhalt und die Förderung der kulturellen Vielfalt in Deutschland, erklärte der Musikrat in Berlin. Höppner ist als Dirigent tätig und unterrichtet Violoncello an der Universität der Künste Berlin.

Politikwissenschaftlerin Deitelhoff erhält Schader-Preis

Die Frankfurter Professorin wird für ihre Forschung zu globaler Politik geehrt

Die Frankfurter Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff erhält den mit 15.000 Euro dotierten Schader-Preis 2017. Das gab die Schader-Stiftung in Darmstadt bekannt. Deitelhoff werde für ihre Forschungen zu Herrschaft und Widerstand in der Politik des globalen Zeitalters und für ihre Leistungen in der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung gewürdigt. Der Schader-Preis soll ihr im Mai in Darmstadt überreicht werden. Die Auszeichnung gilt Gesellschaftswissenschaftlern, die durch ihre wissenschaftliche Arbeit und ihr öffentliches Wirken wichtige Beiträge für die Lösung sozialer Probleme geleistet haben. Zu den bisherigen Trägern des Preises gehören Gesine Schwan, Lord Ralf Dahrendorf, Franz-Xaver Kaufmann, Paul Kirchhof und Wolf Lepenies.

Gottfried Helnwein schenkt Wiener Albertina Bilder

Wien sei seine Heimat, begründet der Konzeptkünstler die Schenkung

Der österreichische Maler Gottfried Helnwein hat dem Wiener Museum Albertina sieben seiner Gemälde geschenkt. Die Schenkung sei dem Konzeptkünstler ein großes Anliegen gewesen: "Für mich ist das hier meine Heimat", so Helnwein. Die erste Solo-Ausstellung Helnweins fand in der Albertina in der Wiener Innenstadt statt, ebenso die große Retrospektive mit mehr als 200 Arbeiten anlässlich seines 65. Geburtstags.

Opus-Dei-Chef Echevarría ist tot

84-Jähriger starb in Rom an Folgen einer Lungenentzündung

Der Chef des erzkonservativen katholischen Bunds Opus Dei, Bischof Javier Echevarría, ist tot. Der Prälat des Opus Dei starb an den Folgen einer Lungenentzündung, wie die Organisation mitteilte. Echevarría wurde 84 Jahre alt. Er sei am 5. Dezember mit einer leichten Lungenentzündung in eine Klinik in Rom eingeliefert worden, wo sich sein Zustand verschlechtert habe. Der Spanier Echevarría war seit 1994 Leiter des Opus Dei. Die Leitung geht nun Fernando Ocariz über, wie Opus Dei Deutschland auf seiner Internetseite weiter mitteilte. Er werde innerhalb eines Monats einen Kongress zur Wahl des neuen Prälaten einberufen. Die Wahl müsse dann noch vom Papst bestätigt werden.

Jesidinnen erhalten Sacharow-Preis

EU-Menschenrechtspreis ist mit 50.000 Euro dotiert

Zwei Jesidinnen aus dem Irak erhalten den Sacharow-Preis des Europaparlaments. Nadia Murad und Lamia Adschi Baschar waren von der Terrormiliz "Islamischer Staat" als Sexsklavinnen verschleppt worden und entkamen. Seither setzen sie sich für die Menschenrechte ihrer Glaubensgemeinschaft ein. Die beiden Frauen verbinde eine "schmerzliche und tragische Geschichte", sagte Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) bei der Bekanntgabe im Oktober. Der Menschenrechtspreis ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert. 2015 wurde der saudi-arabische Blogger Raif Badawi ausgezeichnet.

Weltweit mindestens 348 Medienleute in Haft

Reporter ohne Grenzen: sechs Prozent mehr als vor einem Jahr

Weltweit sitzen nach Angaben von Reporter ohne Grenzen derzeit mindestens 348 Medienleute wegen ihrer Arbeit im Gefängnis. Dies seien sechs Prozent mehr als vor einem Jahr, teilte die Organisation in Berlin mit. "Die Repressionswelle seit dem Putschversuch in der Türkei hat die Zahl der weltweit inhaftierten Journalisten in diesem Jahr deutlich in die Höhe getrieben", erklärten die Reporter ohne Grenzen zur Veröffentlichung des ersten Teils ihrer Jahresbilanz. Die meisten inhaftierten Medienschaffenden gibt es demnach in der Türkei, in China, Syrien, Ägypten und dem Iran.

Frontmann von Faith No More mit neuer Band

Mike Patton holt sich Ex-Schlagzeuger von Slayer ins Boot

Der Frontmann der US-Rockgruppe Faith No More, Mike Patton, hat die Gründung einer neuen Metal-Band verkündet, die schon im kommenden Jahr ein neues Album herausbringen will. Patton erklärte auf seiner Facebook-Seite, die Band werde den Namen Dead Cross tragen. Demnach erhält sie Unterstützung vom früheren Schlagzeuger der Metal-Band Slayer, Dave Lombardo. Der 48-jährige Patton und seine Band Faith No More gehören zu den einflussreichsten Musikern der Rock- und Metal-Szene. Pattons Stimme umfasst sechs Oktaven. Faith No More hatten sich in den späten 80er Jahren getrennt, 2015 brachte die wiedervereinigte Band dann ein neues Album heraus.

Bibliotheken suchen nach NS-Raubgut

Bücherei-Verband in Sachsen-Anhalt startet bundesweit erstes Suchprojekt

In Bibliotheken in Sachsen-Anhalt soll nach NS-Raubgut gesucht werden. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg teilte mit, es habe einen entsprechenden Förderantrag des Bibliotheksverbandes genehmigt. Die Förderzusage ermöglicht einen "Erst-Check". Ziel sei es, in öffentlichen Bibliotheken in kommunaler Trägerschaft - in Magdeburg, Dessau, Sangerhausen, Wernigerode und Zerbst - festzustellen, ob ein Verdacht auf NS-Raubgut in den historischen Buch-Beständen vorliegt. Es sei das erste Projekt dieser Art, das von einem Bibliotheksverband durchgeführt wird, hieß es.

Unicef feiert 70. Geburtstag

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon war mit Videobotschaft dabei

Mit Stars wie dem früheren Profi-Fußballer David Beckham und den Schauspielern Jackie Chan und Orlando Bloom hat das Kinderhilfswerk Unicef in New York seinen 70. Geburtstag gefeiert. "Wir würdigen alles, was diese bemerkenswerte Organisation für die Kinder in der Welt getan hat", sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bei der Gala in einer Videobotschaft. Das Kinderhilfswerk Unicef wurde im Dezember 1946 als Teil der Vereinten Nationen gegründet und kümmert sich um Not leidende Kinder auf der ganzen Welt. 1965 wurde die Organisation dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

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