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Kulturnachrichten

Sonntag, 11. Dezember 2016

Sängerin Esma Redzepova gestorben

2013 vertrat sie Mazedonien beim Eurovision Song Contest

Die mazedonische Sängerin Esma Redzepova ist gestorben. In ihrer Heimat galt sie als "Königin der Roma-Musik" und genoss auch weit darüber hinaus große Popularität. Mit ihrer unverwechselbaren Stimme war sie eine wichtige Botschafterin der Roma-Kultur der Balkan-Länder. Außerdem war Redzepova sozial sehr engagiert. Zusammen mit ihrem Mann und Manager Stevo Teodosievski adoptierte sie 47 Waisenkinder und sorgte für deren Unterhalt und Ausbildung. 2013 vertrat sie ihr Land beim Eurovision Song Contest. Sie starb, nach Angaben mazedonischer Medien, im Alter von 73 Jahren.

Fundamentalisten stoppen offenbar Auftritt von Komiker

Schauspieler Epps sollte an Frauen-Universität auftreten

In Saudi-Arabien ist eine geplante Vorstellung des US-Komikers und Schauspielers Mike Epps gestrichen worden - offenbar wegen Protesten islamistischer Hardliner. Der Veranstalter Master Events gab die Absage über Twitter bekannt und sagte zu, den Preis für gekaufte Eintrittskarten zurückzuerstatten. Epps sollte am kommenden Freitag in der Haupstadt Riad an der Prinzessin Noura bint Abdulrahman Universität auftreten, eine Hochschule ausschließlich für Frauen. Laut Master Events annullierte die Universität die Veranstaltung. Diese bestritt das und verwies auf die "zuständigen Behörden". Zuvor hatten Internetnutzer auf Twitter unter dem Hashtag "Hollywood an der Noura Universität" gegen Epps' Auftritt mobil gemacht und diesen als unvereinbar mit den Traditionen des Königreichs bezeichnet.

Deutsche Menschenrechts-Filmpreise verliehen

Ausgezeichnet wurden Produktionen in sechs Kategorien.

In Nürnberg ist zum zehnten Mal der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis verliehen worden. Ausgezeichnet wurden Produktionen in sechs Kategorien. Im Bereich Langfilm fiel die Entscheidung der Jury auf den Dokumentarfilm "cahier africain" von Heidi Specogna, beim Kurzfilm siegte Oliver Stiller mit "Esperanza 43". Eingereicht worden waren 385 Produktionen. Zentrale Themen der Beiträge sind Fluchtursachen, Fluchtverläufe und schließlich die Ankommens- sowie Lebenssituation Geflüchteter in Deutschland und Europa gewesen. Für den besten Magazinbeitrag wurden Alexander Bühler und Jens-Uwe Korsowsky für "Künstler gegen das Verbrechen" geehrt, außerdem gewann der Hochschulbeitrag "Where to, Miss" von Manuela Bastian. Bei den Amateuren siegte der Essayfilm "Morgenland" von Sonja Elena Schroeder, Luise Rist, Hans Kaul und Thomas Kirchberg. In der Kategorie Bildung gewann das Drama "Durch den Vorhang" von Arkadij Khaet.

A. L. Kennedy mit Heine-Preis ausgezeichnet

Autorin nahm Preis im Alten Rathaus entgegen

Die schottische Schriftstellerin Alison Louise Kennedy hat den renommierten Düsseldorfer Heine-Preis erhalten. Die Autorin nahm die Auszeichnung im Alten Rathaus entgegen. "A. L. Kennedys Bücher sind Herzkammerspiele und Expeditionen auf Messers Schneide", lobte der Laudator, der Journalist und Literaturwissenschaftler Hubert Spiegel, schon vor der Verleihung. Die vielfach ausgezeichnete Kennedy gilt als wichtige zeitgenössische britische Autorin, die keine politischen Kommentare scheut. Ihre Bücher ("Gleißendes Glück") sind auch in Deutschland beliebt. Sie ist die erste Britin, die den Heine-Preis erhält. Alle zwei Jahre verleiht eine von der Stadt Düsseldorf eingesetzte Jury die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung. Sie geht an Personen, die mit ihrem Schaffen an die Grundsätze Heinrich Heine anknüpfen.

Cinema Jenin im Westjordanland geschlossen

Kino wird an Investor verkauft, der an seiner Stelle ein Einkaufszentrum errichten will

Das 2010 u.a. von Regisseur Marcus Vetter wiedereröffnete Cinema Jenin ist geschlossen. Die Besitzer des Gebäudes haben entschieden, das Kino an einen Investor zu verkaufen, der ein Einkaufszentrum an dieser Stelle errichten will. 2014 war das Cinema Jenin schon einmal in finanziellen Schwierigkeiten. Eine im letzten Jahr organisierte Benefiz-Aktion brachte zuwenig Geld ein. Dieses Jahr kündigten die Besitzer zuerst eine Mietpreiserhöhung an, beschlossen aber nun den Verkauf des Gebäudes. Das Gästehaus soll vorerst weiterbestehen. Ein Großteil der Kino-Ausstattung soll an das Freedom Theater gehen, um dort in einem kleineren Kino eingesetzt zu werden. Mitinitiator Marcus Vetter äußerte sich enttäuscht, betrachtet die vergangenen Jahre aber nicht als umsonst. Schließlich seien viele Freundschaften und Beziehungen dabei entstanden, die weiter bestehen werden, so Vetter in einem Schreiben an die Unterstützer.

"Toni Erdmann" zum besten europäischen Film gekürt

Fünf Trophäen für deutsche Tragikomödie

Erstmals nach zehn Jahren geht der Europäische Filmpreis wieder nach Deutschland. Maren Ades Tragikomödie "Toni Erdmann" hat in Breslau (Wroclaw) die Trophäe für den besten europäischen Spielfilm gewonnen. Das Vater-Tochter-Drama erhielt zudem vier weitere Auszeichnungen. Hauptdarstellerin Sandra Hüller wurde zur besten europäischen Schauspielerin gekürt. Der Österreicher Peter Simonischek, der im Film den "Toni Erdmann" spielt, nahm den Preis als bester Schauspieler entgegen. Ade selbst wurde als beste europäische Regisseurin und Drehbuchautorin geehrt. Der Film erzählt von einer ehrgeizigen jungen Managerin und ihrem Alt-68er-Vater. Er geht für Deutschland auch ins Oscar-Rennen. Der schwedische Film "Ein Mann namens Ove" wurden von den Mitgliedern der Europäischen Filmakademie als beste europäische Komödie ausgezeichnet. Die ebenfalls in dieser Kategorie nominierte Hitler-Komödie "Er ist wieder da" von David Wnendt ging leer aus. Der Italiener Gianfranco Rosi bekam für sein Werk "Seefeuer" den Preis für den besten europäischen Dokumentarfilm. Rosis erschütternder Film über das Flüchtlingssterben im Mittelmeer hatte im Februar bereits den Goldenen Bären der Internationalen Filmfestspiele Berlin gewonnen.

Nobelpreise in Stockholm verliehen

Schwedens König Carl XVI. Gustaf überreichte den Forschern die Preismedaillen und Urkunden

In Stockholm sind die diesjährigen Nobelpreise in Medizin, Physik und Chemie verliehen worden. Den Medizin-Nobelpreis nahm der japanische Zellforscher Yoshinori Ohsumi für seine Entdeckung entgegen, wie die Müllabfuhr der Körperzellen funktioniert. "Ihre bahnbrechende Forschung hat ein uraltes Rätsel in der Biologie gelöst", sagte Laudator Nils-Göran Larsson vom Nobelkomitee für Medizin. Mit dem Physik-Preis wurden die theoretischen Physiker David Thouless, Duncan Haldane und Michael Kosterlitz für ihre Beschreibung exotischer Materiezustände geehrt. Die gebürtigen Briten leben und forschen in den USA. Den Nobelpreis in Chemie erhielt der gebürtige Brite James Fraser Stoddart, Jean-Pierre Sauvage aus Frankreich und der Niederländer Bernard Feringa für die Entwicklung der kleinsten Maschinen der Welt. "Ihre Arbeit hat die Grundlage für ein völlig neues Forschungsfeld geschaffen", sagte Nobeljuror Olof Ramström in seiner Laudatio. Zuvor hatte Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos in Oslo den Friedensnobelpreis 2016 bekommen.

Nordirischer Schriftsteller John Montague gestorben

Montague hatte den ersten Lehrstuhl für Poesie in Irland

Der nordirische Schriftsteller John Montague ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren in einem Krankenhaus in Nizza. Das berichtete die irische Zeitung "Irish Times" unter Berufung auf Angehörige. Montague hatte den ersten Lehrstuhl für Poesie in der Republik Irland inne und erhielt mehrere Preise für sein Lebenswerk. Irlands Präsident Michael D. Higgins bezeichnete Montague in einer Würdigung als "einen unserer hervorragendsten Dichter". In seinem Werk seien "alle Themen des vergangenen Jahrhunderts präsent - Trennung, Exil, Konflikt", schrieb Higgins. Montague wurde 1929 in New York geboren, wuchs aber in der nordirischen Grafschaft Tyrone auf. Zu seinen bekanntesten Werken gehört das Gedichtepos "The Rough Field" aus dem Jahr 1972, in dem es um die wechselvolle Geschichte Nordirlands geht.

Einweihung der Steinzeithöhle von Lascaux

Nachbau der Grotte aus Paläolithikum zeigt alle Höhlenmalereien in Originalgröße

Frankreichs Staatschef François Hollande hat eine neue Nachbildung der für ihre steinzeitlichen Malereien berühmten Höhle von Lascaux ein. Die Replik in der südwestfranzösischen Gemeinde Montignac im Département Dordogne wurde nahe der echten Grotte errichtet. Die als "Sixtinische Kapelle der Vorgeschichte" bekannte Höhle von Lascaux war 1940 durch Zufall entdeckt worden. 1963 wurde sie für das Publikum geschlossen, weil der Besucherandrang den Felsmalereien schadete. 1983 wurde eine erste Replik der Höhle mit einer der bedeutendsten und größten Felsmalereien aus dem Paläolithikum (18.000 bis 17.000 vor Christus) eingeweiht, die aber nicht die komplette Höhle nachstellt. Der neue Nachbau der als Unesco-Weltkulturerbe geschützten Höhle öffnet am kommenden Donnerstag, den 16. Dezember, für Besucher. Die neue Rekonstruktion trägt die Nummer "Lascaux 4", sie wurde für 66 Millionen Euro von den Werkstätten des Atelier des Fac-Similes in Perigord realisiert.

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