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Kulturnachrichten

Samstag, 3. Dezember 2016

Teheran-Sammlung wohl Anfang 2017 in Berlin

Eröffnungstermin verschoben

Die Ausstellung von Schlüsselwerken einer spektakulären iranischen Kunstsammlung wird voraussichtlich erst Anfang kommenden Jahres in Berlin zu sehen sein. Ursprünglich sollte sie am 4. Dezember in der Gemäldegalerie eröffnet werden, noch aber fehlt die Genehmigung für die Leihgabe. Der Präsident der zuständigen Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Parzinger, sagte dem Magazin "Focus", der neue iranische Kulturminister Seyed Reza Salehi Amiri habe der Ausfuhr der 60 Werke aus dem 1977 vom Schah eröffneten Museum inzwischen zugestimmt. Die Genehmigung "liegt nun beim Präsidenten Hassan Rohani zur Unterschrift". Mit einer Eröffnung der Ausstellung noch vor Weihnachten werde es daher "sehr knapp". Mitte Oktober war der als liberal geltende iranische Kulturminister Ali Dschannti zurückgetreten. Das führte zu einer Verzögerung bei dem Projekt. Die lange unter Verschluss gehaltene Teheran-Sammlung aus der Zeit von Schah Reza Pahlavi gilt als eine der weltweit wertvollsten Sammlungen westlicher Kunst. Der Vorverkauf für Berlin hatte bereits Anfang September begonnen.

Unesco will Kulturgüter in Konflikten besser schützen

Gründung von Schutzfonds und Netzwerk

Die Weltkulturorganisation Unesco will Kulturgüter in bewaffneten Konflikten besser schützen. Bei einer Konferenz in Abu Dhabi beschlossen die Mitgliedstaaten eine Erklärung, in der ein Schutzfonds sowie ein Netzwerk zur Zwischenlagerung bedrohter Kulturschätze angekündigt wird. Mit dem Fonds sollten zudem vorbeugende Maßnahmen zum Kampf gegen illegalen Handel mit Kulturgütern finanziert werden. Ein "internationales Netz von Zufluchtszonen" soll ermöglichen, dass Staaten, deren Kulturerbe durch "bewaffnete Konflikte oder Terrorismus" bedroht ist, Kulturgüter andernorts in Sicherheit bringen. Sitz des Schutzfonds soll Genf sein. Angestrebt sei, den Fonds mit mindestens 100 Millionen Dollar (94 Millionen Euro) auszustatten. Davon sollen 30 Millionen Dollar von Frankreich kommen.

US-Schauspieler Don Calfa gestorben

Der Film-, Fernseh- und Theaterdarsteller Don Calfa ist tot

Wie sein Publizist Michael Perez mitteilte, starb der aus Filmen wie "Immer Ärger mit Bernie" (Original: "Weekend at Bernie's") bekannte Schauspieler am Donnerstag in Palm Springs. Heute wäre er 77 Jahre alt geworden. Calfa stammte aus New York City, wo er in den 1960er Jahren zunächst am Broadway spielte. In seiner Karriere spielte er in Dutzenden Komödien, Dramen und Horrorfilmen. Am meisten in Erinnerung bleiben dürfte davon seine Verkörperung des Bestatters Ernie Kaltenbrunner in "Verdammt, die Zombies kommen". Calfa arbeitete mit Regisseuren wie Steven Spielberg, Martin Scorsese und Blake Edwards zusammen.

NDR-Rundfunkrat kritisiert Talkshow "Anne Will"

Vollverschleierter Muslimin kein Forum geben

Der NDR-Rundfunkrat hat die Einladung der vollverschleierten Schweizer Muslimin Nora Illi in die ARD-Talkshow "Anne Will" deutlich kritisiert. "Den von Frau Illi vertretenen extremen Positionen und auch einer Vollverschleierung hätte in der Gesprächssendung kein Forum gegeben werden müssen", zitierte der NDR aus einem Beschluss des Rundfunkrats. Der Auftritt von Nora Illi in der Sendung vom 6. November hatte heftige Reaktionen hervorgerufen. Zahlreiche Zuschauer kritisierten Moderatorin Anne Will, sie habe dem radikalen Islam eine breite Plattform geboten. Es ging in der Sendung im Anschluss an einen "Tatort" über eine deutsche Schülerin, die zum Islam konvertieren möchte, insbesondere um die Frage, warum sich junge Muslime radikalisieren. Der Rundfunkrat habe aber auch den Beschluss gefasst, dass die Sendung nicht gegen die Grundsätze der Programmgestaltung des NDR-Staatsvertrags verstoßen habe.

Dönhoff-Preis Navid Kermani

Schriftsteller für Verständigung und Versöhnung geehrt

Navid Kermani, deutsch-iranischer Schriftsteller und Publizist, erhält morgen in Hamburg den Marion Dönhoff Preis für internationale Verständigung und Versöhnung. Der 48-Jährige werde als "ein Brückenbauer zwischen Islam und Christentum, ein kritischer Geist und zugleich ein Versöhner zwischen den Kulturen" geehrt, sagte Matthias Naß, Juryvorsitzender und Korrespondent der Wochenzeitung "Die Zeit", die den mit 20.000 Euro dotierten Preis mit vergibt. Kermani sei in einer politisch und gesellschaftlich schwierigen Situation zu einer moralischen Instanz geworden. Der ebenfalls mit 20.000 Euro ausgestattete Förderpreis geht an den gemeinnützigen Verein Hanseatic Help, der sich für die Versorgung von Flüchtlingen einsetzt. Die Verleihung findet bei einer Festveranstaltung im Deutschen Schauspielhaus Hamburg statt.

Marthalers "Die Wehleider" uraufgeführt

Vorführung am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg

Beifall, Buhrufe und Pfiffe für den neuen Christoph-Marthaler-Abend am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg: Die Inszenierung "Die Wehleider" des 65-jährigen Schweizer Regiestars hat das Publikum dort bei ihrer Uraufführung am Freitagabend gemischt aufgenommen. Sehr frei nach Maxim Gorkis Klassiker "Sommergäste" von 1904 entwirft die gut zweistündige Aufführung das Bild einer grotesk erschlafften und angesichts der Flüchtlingskrise überforderten europäischen Gesellschaft. Den äußeren Rahmen bildet eine von Ausstatterin Anna Viebrock geschaffene heruntergekommene Turnhalle, die zu einer Klinik für psychosomatisch Kranke gehört. Viele der Darsteller, die zudem mit Gesangsnummern von Bach bis "Yes Sir, I Can Boogie" brillieren, sind Mitglieder der sogenannten Marthaler-Familie- etwa Bettina Stucky, Jean-Pierre Cornu sowie Josef Ostendorf in einer Donald-Trump-Parodie.

Schauspielerin und Sängerin Gisela May gestorben

Brecht-Schauspielerin wurde 92 Jahre alt

Die Schauspielerin und Sängerin Gisela May ist tot. Das teilte das Berliner Ensemble (BE) mit. "Für mich war Gisela May nach Helene Weigel die Königin des Brecht-Theaters", sagte BE-Intendant Claus Peymann der Deutschen Presse-Agentur. "Mit ihr stirbt eine der großen Künstlerinnen der untergegangenen DDR". Die wandlungsfähige May war am Theater die "Mutter Courage" und spielte in der TV-Erfolgsserie "Adelheid und ihre Mörder" die Rolle der "Muddi". Als ausdrucksstarke Interpretin von Brecht-Weill-Chansons wurde sie berühmt. Soloabende bescherten Gisela May über Jahrzehnte Triumphe - von der New Yorker Carnegie Hall bis zur Mailänder Scala. Die Lust an Sprache und Musik wurde der 1924 in Wetzlar geborenen Künstlerin schon in die Wiege gelegt. Ihre Mutter Käte war Schauspielerin, Vater Ferdinand May Schriftsteller. Von 1942 bis 1944 besuchte sie die Schauspielschule in Leipzig. Danach hatte sie Engagements an verschiedenen Theatern. 1951 kam May ans Deutsche Theater Berlin. 1962 wechselte sie zum Berliner Ensemble, dem sie 30 Jahre angehörte. Gisela May starb im Alter von 92 Jahren.

Musikrat fordert Rücknahme der Kürzungen in Dresden

Philharmonie-Chefdirigent Sanderling wird seinen Vertrag nicht verlängern

Nach der Deutschen Orchestervereinigung hat auch der Deutsche Musikrat die Streichung der zugesagten Förderung für die Dresdner Philharmonie kritisiert. Generalsekretär Christian Höppner forderte den Stadtrat auf, die Entscheidung zu revidieren und dem Orchester auch mit Blick auf den neuen Konzertsaal eine langfristige Bestandsgarantie zu geben. Die kulturpolitische Fehlentscheidung infolge parteipolitischer Machtkämpfe zeige "eine erschreckende Verantwortungslosigkeit". Diese "Anti-Kulturpolitik" spiele gerade in Dresden mit seinen unendlichen kulturellen Schätzen und Potenzialen den Rechtspopulisten in die Hände. "Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik", mahnte Höppner. Der Stadtrat hatte zugesagte Fördermittel von 250 000 Euro für die Philharmonie sowie 300 000 Euro für die Musikfestspiele für den Haushalt 2017/2018 wieder gestrichen. Chefdirigent Michael Sanderling protestierte und sagte für eine Vertragsverlängerung ab 2019 ab.

Präsidentin der Salzburger Festspiele bleibt bis 2020

Kuratorium entscheidet sich für Helga Rabl-Stadler

An der Spitze der Salzburger Festspiele wird auch im Jubiläumsjahr 2020 die bisherige Präsidentin Helga Rabl-Stadler stehen. Das Kuratorium entschied sich nach eigenen Angaben einstimmig für eine Verlängerung des Vertrags der amtierenden Präsidentin. Die 68-Jährige ist seit 1995 im Amt. Erst eine Zusage von Markus Hinterhäuser, als Intendant in Salzburg anzufangen, hatte sie überzeugt weiterzumachen. 2020 feiern die Festspiele ihr 100-Jahr-Jubiläum. Dabei soll der völkerverbindende Charakter der Festspiele im Sinne der Gründungsväter im Mittelpunkt stehen.

Tor der KZ-Gedenkstätte Dachau wiederentdeckt

Gestohlene Eingangstür mit Schriftzug "Arbeit macht frei" befindet sich in Norwegen

Das vor gut zwei Jahren von der KZ-Gedenkstätte Dachau gestohlene historische Eingangstor ist in Norwegen entdeckt worden. Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord teilte mit, dass die Polizei im norwegischen Bergen nach einem anonymen Hinweis das Tor mit der zynischen Aufschrift "Arbeit macht frei" sichergestellt hat. Das rund hundert Kilo schwere Tor war in der Nacht zum 2. November 2014 von unbekannten Tätern aus der Verankerung gehoben und abtransportiert worden. Bisher können Experten der Polizei nur anhand von Fotos die Echtheit des Tors bewerten. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit" handele es sich um das in Dachau entwendete Eisentor, sagte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Nähere Umstände der Auffindung würden derzeit länderübergreifend geklärt. Bei der Tür handelt es sich um die Originaltür des ersten von den Nationalsozialisten errichteten Konzentrationslagers. Der Schriftzug hingegen ist eine Rekonstruktion aus dem Jahr 1965.

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