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Kulturnachrichten

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Polen verabschiedet sich von der Rundfunkfreiheit

Öffentlich-rechtliche Sender sollen nationale Kulturinstitute werden

Polen verabschiedet sich von der Rundfunkfreiheit, heißt es im Blog des Deutschen Journalistenverbandes, DJV. Aus den öffentlich-rechtlichen Sendern sollen nationale Kulturinstitute werden. Das Warschauer Parlament befasst sich demnach mit dem entsprechenden Entwurf eines neuen Rundfunk-gesetzes. Die bisherigen Vorstände sollen abgesetzt und durch neue Direktoren ersetzt werden – Parteigänger der Rechtspopulisten, die mit absoluter Mehrheit in Polen regieren. Offen wird über eine "Repolonisierung der Medien" gesprochen. Dahinter stecke auch die Absicht, ausländische Investoren aus den Medienunternehmen des Landes heraus zu drängen – darunter die deutschen Verlage Springer, Burda, Bauer und Passauer Neue Presse.

Zukunft des Industriemuseums in Brandenburg/ Havel

Gespräche Anfang 2016

Die Zukunft des von Finanznot bedrohten Industriemuseums Brandenburg/Havel soll Anfang des neuen Jahres erörtert werden. Für Januar sind Gespräche geplant, bestätigte ein Sprecher des Kulturministeriums. Nach einem Bericht der "Märkischen Allgemeinen" ist der Haushalt von Brandenburg/Havel noch nicht vom Innenministerium genehmigt worden. Dadurch können statt der angekündigten 140 000 Euro nur 112 500 Euro fließen. Ohne zusätzliches Geld gebe es im Februar erste Entlassungen, sagte Museumsleiter Marius Krohn. Das Land fördert das Haus mit derzeit 80 000 Euro. Nach dem Zeitungsbericht ist für die finanzielle Schieflage auch die doppelt besetzte Leitung verantwortlich.

1.500 Jahre altes Kloster in Israel entdeckt

Kloster stammt aus byzantinischer Zeit

In der israelischen Stadt Rosch Ha-Ayin ist ein 1.500 Jahre altes Kloster aus byzantinischer Zeit mit einer mosaikverzierten Kirche freigelegt worden. Wie die Israelische Antikenbehörde mitteilte, wurde zudem ein 2.700 Jahre altes Bauernhaus gefunden. Die Grabungen gingen den Bauarbeiten für ein neues Wohnviertel der Stadt voran. Bei dem Kloster soll es sich um Teile einer christlichen Siedlung aus dem fünften Jahrhundert handeln. Der Boden der Klosterkirche ist mit farbigen geometrischen Moasaiken verziert. Eines der Mosaike trage die griechische Inschrift "Dieser Ort wurde erbaut unter Theodosius, dem Priester. Friede sei mit euch, wenn ihr kommt, Friede sei mit euch, wenn ihr geht, Amen". Die Funde sollen erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Deutsches Historisches Museum steigert Besucherzahl

Positive Bilanz

Mit 810.000 Besuchern hat das Deutsche Historische Museum in Berlin nach eigenen Angaben seine Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent gesteigert. Allein die Sonderausstellung "1945 - Niederlage, Befreiung, Neuanfang", die noch bis zum 10. Januar zu besichtigen ist, habe bisher mehr als 115.000 Besucher angelockt. Auch die in Kooperation mit dem Berliner Schwulen Museum umgesetzte Doppelausstellung "Homosexualität_en" habe 100.000 Besucher an beiden Standorte angezogen. Das bislang erfolgreichste Jahr für das DHM war 2012 mit 880.000 Besuchern. Im kommenden Jahr plant das Museum eine Schau mit Kunst aus dem Holocaust und eine große Ausstellung zur deutschen Kolonialgeschichte.

Blockbuster sorgen für Rekordjahr

Großer Erfolg in USA und Kanada

Blockbuster-Filme haben 2015 für einen neuen Rekord an den Kinokassen in den USA und Kanada gesorgt. Die 2013 aufgestellte Bestmarke von 10,9 Milliarden Dollar (rund 10 Milliarden Euro) sei bereits übertroffen, teilte das Unternehmen Rentrak mit. Bei den Kartenverkäufen werde bis Ende des Jahres ein Erlös von 11,1 Milliarden Dollar erwartet. Dafür gesorgt hätten in erster Linie Filme wie "Fifty Shades of Grey", "Fast & Furious 7", "Jurassic World" und "Star Wars: Das Erwachen der Macht".

DJ Guru Josh gestorben

Musiker starb mit 51 Jahren

Guru Josh, der 1990 einen europaweiten Hit mit dem Song "Infinity" hatte, ist im Alter von 51 Jahren gestorben. Das berichtete die britische Zeitung "The Guardian" online unter Berufung auf den Agenten des Musikers. Danach starb Paul Walden, wie Guru Josh mit richtigem Namen hieß, am Montag auf Ibiza. Über die Todesursache wurde zunächst nichts bekannt. Vor drei Jahren hatte der DJ mit einer Neuauflage seines Hits unter dem Titel "Infinity 2012" erneut einen Chart-Erfolg gehabt.

US-Musiker verklagt Streamingdienst Spotify

David Lowery beklagt Verletzung des Urheberrechts

Der US-Rockmusiker David Lowery hat den Musik-Streamingdienst Spotify wegen Verletzung von Urheberrechten auf die Zahlung von 150 Millionen Dollar verklagt. Der Musiker wirft dem schwedischen Unternehmen vor, Lieder ohne Erlaubnis zu verbreiten, darunter vier Songs seiner Bands Cracker und Camper Van Beethoven, wie aus der in Los Angeles eingereichten Klageschrift hervorgeht. Spotify habe sich zu Unrecht um mindestens 150 Millionen Dollar (137 Millionen Euro) bereichert, heißt es in der Klageschrift. Der Musiker listete vier Lieder seiner Bands auf, die den 75 Millionen Spotify-Nutzern weltweit ohne seine Genehmigung zur Verfügung standen. Spotify räumte die Verpflichtung ein, Lizenzgebühren zu zahlen. "Leider sind jedoch, vor allem in den USA, oft die notwendigen Daten für eine Feststellung der Rechteinhaber nicht vorhanden, falsch oder unvollständig", erklärte ein Sprecher. Spotify habe einen Fonds eingerichtet, um in solchen Fällen Zahlungsforderungen begleichen zu können. Die Firma werde mit den USA und der US-Musikindustrie zusammenarbeiten, um dieses Problem "ein für alle Mal" zu lösen.

Kölner Oper mehr als 80 Prozent ausgelastet

Positive Bilanz

Nach ihrem unfreiwilligen Umzug in ein Ausweichquartier hat die Kölner Oper eine erste Bilanz vorgelegt. Die Auslastung des jetzigen Spielorts, des Staatenhauses, liege bei mehr als 80 Prozent, teilte eine Opern-Sprecherin mit. Für die 33 Veranstaltungen zwischen dem 15. November und dem Jahresende hätten sich rund 20 000 Besucher eine Karte gekauft. Besonders "La Bohème" sei ein Publikumsmagnet gewesen und habe eine Auslastung von mehr als 97 Prozent erreicht. Die Wiedereröffnung des Kölner Opern- und Schauspielhauses hatte kurzfristig verschoben werden müssen, weil Bauarbeiten nicht rechtzeitig fertig wurden. Die Oper zog daher notgedrungen in das Staatenhaus, ein denkmalgeschütztes Veranstaltungsgebäude aus den 1920er Jahren.

Wissenschaft darf Texte von Anne Frank nutzen

Gerichtsurteil in Amsterdam

Texte aus den Tagebüchern von Anne Frank dürfen für wissenschaftliche Zwecke kopiert und veröffentlicht werden. Die Freiheit der Wissenschaft habe Vorrang vor dem Urheberrecht, urteilte ein Gericht in Amsterdam. Der Schweizer Anne Frank Fonds wollte ein Verbot einer wissenschaftlichen Gesamtausgabe erreichen. Der Fonds besitzt die Rechte an den weltberühmten Tagebüchern, die das jüdische Mädchen (1929-1945) im Versteck vor den Nationalsozialisten in Amsterdam während des Zweiten Weltkrieges geschrieben hatte. Die Tagebücher sind im Besitz des niederländischen Staates und als Dauerleihgabe der Amsterdamer Anne Frank Stiftung zur Verfügung gestellt worden. Das Urheberrecht endet im Prinzip 70 Jahre nach Tod von Anne Frank. Da aber noch 1986 eine Ausgabe mit bis dahin unveröffentlichten Texten erschienen war, gilt das Urheberrecht weitere 50 Jahre.

Gottfried Arnold gestorben

Herausgeber der "Rheinischen Post" starb mit 82 Jahren

Arnold starb gestern, wie sein Verlag heute in Düsseldorf bestätigte. Mehr als vier Jahrzehnte hatte der Sohn des ersten nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Karl Arnold die Geschicke der Zeitung und der Mediengruppe geprägt. Mitte der 1950er Jahre trat er zunächst in die Fußstapfen seines Vaters, der die Zeitung nach dem Zweiten Weltkrieg mitgegründet hatte. Herausgeber wurde er 1962, zwischen 1978 und 2012 leitete Gottfried Arnold zudem den Aufsichtsrat, dessen Ehrenvorsitzender er zuletzt war. Die "Rheinische Post" gehört mit mehr als 300 000 verkauften Exemplaren zu den größten regionalen Abonnements-Zeitungen in Deutschland.

Gurlitt-Forschung geht mit neuem Projekt weiter

Kosten übernimmt der Bund

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg ruft Anfang 2016 ein Folgeprojekt zur Forschung am Münchener Kunstfund des Sammlers Cornelius Gurlitt ins Leben. Es soll den Namen "Provenienzrecherche Gurlitt" tragen, wie ein Sprecher der Stiftung der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Ziel sei es, schnell und transparent zu Ergebnissen zu kommen. Es werde ein Projektteam in Berlin geben, die Stiftung selbst werde Koordinierungsaufgaben übernehmen und Werkverträge mit Experten schließen. Das entsprechende Folgeprojekt kündigte auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin an. Die Staatsministerin will die Kosten für die Aufklärungsarbeit übernehmen.

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