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Kulturnachrichten

Freitag, 25. Dezember 2015

China will französische Journalistin ausweisen

Reporterin soll sich für ihren Bericht entschuldigen

China verweigert einer französischen Journalistin wegen eines kritischen Artikels die Verlängerung der Arbeitserlaubnis, will sie also de facto aus der Volksrepublik ausweisen. Die Behörden hätten von ihr eine Entschuldigung für den Artikel gefordert, berichtete Ursula Gauthier. Nur mit einer solchen Entschuldigung werde ihre am 31. Dezember auslaufende Arbeitserlaubnis verlängert. "Sie haben mir gesagt, dass mein Presseausweis nicht verlängert wird und ich das Land am 31. Dezember verlassen muss, wenn ich mich nicht öffentlich entschuldige", berichtete die Korrespondentin des Nachrichtenmagazins "L'Obs". Sie solle sich "für jeden einzelnen Punkt" entschuldigen, der nach Ansicht der Behörden "das chinesische Volk verletzt" habe. In dem umstrittenen Artikel hatte Gauthier über das chinesische Vorgehen gegen die Minderheit der Uiguren im Westen des Landes berichtet. Viele von ihnen sehen sich unterdrückt, immer wieder gibt es gewaltsame Proteste gegen die Zentralregierung. Aus Sicht der Regierung in Peking soll Gauthiers Artikel Gewalt in der Region rechtfertigen.

Aufsichtsbehörde will Free Basics in Indien stoppen

Kritiker werfen dem Dienst fehlende Netzneutralität vor

Die indische Telekommunikations-Aufsicht TRAI will den Free-Basics-Dienst von Facebook vorerst stoppen. Der Dienst wurde vor einem Monat von Facebook und dem indischen Provider Reliance vorgestellt und soll der gesamten indischen Bevölkerung Zugang zum Internet ermöglichen. Die Kosten für den Datenverkehr hat Facebook übernommen. Kritiker sahen allerdings die Netzneutralität massiv gefährdet. TRAI hat deshalb den Provider Reliance aufgefordert, den Dienst einzustellen. Über die App sind einige Webseiten kostenlos erreichbar. Allerdings entscheidet Facebook selbst, welche Websites über den Dienst angeboten werden und welche nicht. Noch kann Free Basics verwendet werden, wann Reliance die Verfügbarkeit einschränken wird ist noch nicht bekannt.

Hürriyet-Chef droht Prozess wegen Beleidigung

Im Falle einer Verurteilung drohen fünf Jahre Haft

Dem Chefredakteur der türkischen Zeitung "Hürriyet", Sedat Ergin, droht nach Mitteilung des Blattes ein Verfahren wegen Beleidigung des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Grund sei ein Artikel des Journalisten vom September. Darin soll sich Ergin spöttisch über eine Rede Erdogans zu einem Angriff der Kurdischen Arbeiterpartei PKK auf türkische Soldaten geäußert haben. Im Falle einer Verurteilung drohen Ergin fünf Jahre Haft. Zwischen "Hürriyet" und der Regierung war es immer wieder zu Konflikten gekommen. Ergin teilt das Schicksal weiterer Journalisten, denen in der Türkei der Prozess gemacht werden soll. So waren vergangenen Monat der Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet", Can Dündar, und sein Kollege Erdem Gül verhaftet worden. Ihnen werden unter anderem Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und Spionage vorgeworfen. Hintergrund ist ein Bericht vom Sommer über angebliche Waffenlieferungen der Türkei an Extremisten in Syrien. Erdogan hatte persönlich Strafanzeige gestellt.

Charity-Song auf Platz eins der UK-Charts

Popstar Bieber rief Fans auf, NHS-Lied zu kaufen

Popstar Justin Bieber hat zu Weihnachten die heiß umkämpfte Spitze der britischen Charts abgeben - und das nicht ganz unfreiwillig. Das vom Chor der Nationalen Gesundheitsbehörde NHS gesungene "A Bridge Over You" rangierte am Freitag auf Nummer eins, vor Biebers "Love Yourself". Noch vor zwei Tagen hatte der kanadische Popstar vorne gelegen, dann aber seine Fans per Twitter aufgerufen, "A Bridge Over You" zu kaufen. Denn die Erlöse gehen an wohltätige Zwecke. "Lasst uns das Richtige tun und ihnen helfen, zu gewinnen. Es ist Weihnachten." Der NHS-Chor erklärte, das Erreichen des in Großbritannien zu Weihnachten traditionell sehr wichtigen Charterfolgs sei ein Fest für die gesamte Gesundheitsbehörde. "Gut gemacht und vielen Dank an alle." Kleines Trostpflaster für Bieber: Von den ersten fünf Plätzen der britischen Charts belegt er immer noch drei.

Slowakei schließt deutschsprachige Hochschule

Private Uni nahm 2012 Lehrbetrieb auf

Die einzige deutschsprachige Hochschule der Slowakei muss zum Jahresende ihre Pforten schließen. "Die Entscheidung ist endgültig", bestätigte das Bildungsministerium in Bratislava. Schon im Sommer war der "Hochschule Goethe Uni Bratislava" mit Wirkung zum 1. September das Recht auf Erteilung akademischer Titel zunächst vorläufig entzogen worden. Seitdem sei der Hochschule kein glaubwürdiger Nachweis gelungen, dass sie die ihr vorgeworfenen Mängel im Studienprogramm behoben habe, begründete das Ministerium den nun unwiderruflichen Lizenzentzug. Die private Hochschule hatte 2012 mit großen Vorschusslorbeeren und diplomatischer Unterstützung Deutschlands ihren Lehrbetrieb aufgenommen. Sehr bald zeigte sie sich aber mit dem Problem vieler kleiner Hochschulen der Slowakei überfordert: Wegen der geringen Studierendenzahl müssen kleine Hochschulen etablierte Professoren anderer Universitäten und Hochschulen quasi im "Nebenjob" engagieren und können dann nicht genug hauseigene Forschungs- und Publikationstätigkeit nachweisen.

Stiftung Flucht und Vertreibung braucht Neuanfang

Kommission soll nun nach einer Lösung suchen

Nach dem neuerlichen Personaldebakel bei der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung hat sich Stiftungsratschefin Monika Grütters für einen Neuanfang ausgesprochen. "Wir sollten die Summe der Erfahrungen jetzt nutzen, um nach vorne zu schauen", sagte die Kulturstaatsministerin. Nach dem Ausscheiden des umstrittenen Gründungsdirektors Manfred Kittel hatte im November der designierte Nachfolger Winfrid Halder ebenfalls seinen Verzicht erklärt. Eine fünfköpfige Kommission unter Leitung von Grütters soll nun nach einer neuen Lösung suchen. Dabei würden unterschiedliche Führungsmodelle diskutiert, sagte sie. Angesichts der Vorgeschichte sei die Bereitschaft möglicher Kandidaten aber gering. "Außer Führungskompetenz und Sachkenntnis braucht man tatsächlich auch Mut für dieses Amt." Die seit Jahren immer wieder von Querelen erschütterte Stiftung hat die Aufgabe, im Berliner Deutschlandhaus eine Dokumentationsstätte gegen Vertreibungen zu schaffen.

Kurator Obrist mahnt Veränderungen an

Museen müssten über institutionelle Transformation nachdenken

Der Kurator Hans Ulrich Obrist mahnt Veränderungen bei der Präsentation von Kunst an. Obwohl die Kunstausstellung auch weiterhin relevant bleibe, müssten die Museen über institutionelle Transformation nachdenken, sagte er in London bei einem dpa-Gespräch. Der Austausch zwischen allen Wissenszweigen und der Generationen übergreifende Dialog seien Mittel, die "transformatorische Kraft der Kunst" zu entfalten. "Wichtig ist, dass es mehr Verbindungen gibt zwischen den Häusern und den Generationen. Wir müssen im 21. Jahrhundert mehr Brücken bauen." Der Schweizer Kurator, Ko-Direktor der Serpentine Gallery für Gegenwartskunst, gilt als einer der einflussreichsten Ausstellungsmacher. Anfang November erhielt er den Internationalen Folkwang-Preis.

Peter Burschs Gitarrenbuch wird 40

Erfolgsrezept ist das Spielen ohne Noten

Der Musiker und Autor Peter Bursch bringt seit 40 Jahren Nachwuchsmusikern das Gitarrespielen bei. 1,5 Millionen Mal hat sich allein das erste Gitarrenbuch verkauft, zum Jubiläum ist es als Sonderedition erschienen. Etlich weitere Lehrbücher von Bursch sind inzwischen auf dem Markt. Das Erfolgsrezept des 66-jährigen Duisburgers: Spielen ohne Noten. "Schon nach ein paar Minuten spielen sie die ersten Songs", sagt Bursch über seine Schüler. Und etliche seiner Schüler beziehungsweise Leser haben Profi-Karriere gemacht: "Kuddel" von den Toten Hosen, Reamonn-Gitarrist Uwe Bossert oder Schlagersängerin Juliane Werding. Der Erfolg des unkonventionellen Lehransatzes stößt auch in Musikschulen auf Respekt: «Dass sich das Buch so lange hält, spricht dafür, dass sich der Ansatz bewährt hat», sagt Volker Gerland, Vorstandsmitglied des Verbands deutscher Musikschulen, in Dortmund. Musikschulen verfolgten jedoch in der Regel einen anderen, vollständigeren Ansatz. Das Label "ohne Noten" wäre aus Sicht der Schulen kein Qualitätsmerkmal. Aber, so findet Gerland: "Wer es so machen will, für den ist es der richtige Weg. Die Schüler sollen ihre Träume wahr machen."

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