Seit 15:30 Uhr Musiktipps

Mittwoch, 21.08.2019
 
Seit 15:30 Uhr Musiktipps

Kulturnachrichten

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Berlinale lädt Asylbewerber ein

Patenmodell soll Freikarten ermöglichen

Die kommenden Internationalen Filmfestspiele Berlin stehen ganz im Zeichen der Flüchtlingskrise. Das hat Berlinale-Chef Dieter Kosslick angekündigt. "Wir können zeigen, wie schön, aufregend und friedlich es sein kann, zehn Tage mit Migranten und Menschen aus vielen fremden Ländern zusammen zu sein." Es werde im Programm viele Filme geben, die das Thema Flucht reflektieren. Außerdem wolle man Flüchtlinge ins Festival integrieren - mit Frei-Tickets, aber auch Angeboten zur Mitarbeit. Zum Beispiel werde bei der Verpflegung ein Food Truck von der Flüchtlingsinitiative 'Über den Tellerrand' Essen aus dem Mittelmeerraum anbieten. Das Schulprojekt der Kinder- und Jugendfilmsektion 'Generation' werde eine Willkommens-Klasse einbinden. Darüberhinaus möchte die Berlinale in Kooperation mit Flüchtlingshilfsorganisationen ein Patenmodell entwickeln, um Freikarten zu vergeben. In ihrem 66. Jahr ruft die Berlinale bei der Eröffnungsgala erstmals zu Spenden auf. Sie sollen dem Behandlungszentrum für Folteropfer zugutekommen.

Beatles ab Weihnachten in Streaming-Diensten

Immer mehr Musiker legen Abneigung ab

Die Musik der Beatles wird es zu Weihnachten erstmals in diversen Streaming-Diensten geben. Die Songs der "Fab Four" konnte man bislang legal nur auf Tonträgern wie CDs oder als Download kaufen. Ab Donnerstag soll sie nun auch zum Abspielen direkt aus dem Netz verfügbar sein. Das berichtet das Technologieblog "Recode". Zu den Diensten gehörten der Streaming-Marktführer Spotify, Apple Music, Google Play, Amazon Prime Music und der Service Tidal von Jay-Z. Zugleich gibt es eine Diskussion um Gratis-Angebote mit Werbung. Die Sängerin Taylor Swift gehört zu den Verweigerern. Solche Angebote entwerteten die Musik, meint sie und bietet ihre Alben nicht bei Diensten mit Gratis-Variante wie etwa Spotify an. Die Beatles hingegen soll es auch dort zu hören geben.

Bollhagen-Keramik ist national wertvolles Kulturgut

Ihre Teekannen, Teller und Tassen sind "Klassiker der Moderne"

Der Nachlass der Keramikerin Hedwig Bollhagen ist in das Verzeichnis national wertvollen Kulturguts aufgenommen worden. Die Liste mit bundesweit rund 2.700 Einträgen werde damit um eine bedeutende Sammlung ergänzt, erklärte Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst. Bollhagen hatte 1934 unter umstrittenen Umständen die Werkstatt der jüdischen Keramikerin Margarete Heymann-Loebenstein im brandenburgischen Marwitz bei Velten übernommen und galt auch in der DDR als wichtige Keramikerin. Bollhagen habe als eine der bedeutendsten Keramikerinnen die moderne Keramik des 20. Jahrhunderts in Deutschland geprägt, betonte Kunst. Viele ihrer Formen und Dekore gehörten inzwischen zu den 'Klassikern der Moderne' und genössen auch international Anerkennung. Der keramische Nachlass mit vielen, teils seltenen Stücken biete einen einzigartigen, repräsentativen Überblick über das gesamte künstlerische und keramische Schaffen Bollhagens von der Weimarer Republik bis in die Bundesrepublik der 90er Jahre. Der Nachlass befindet sich als Dauerleihgabe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz im Hedwig-Bollhagen-Museum, das im Juli 2015 in Velten eröffnet wurde.

Staranwalt Rolf Bossi gestorben

Der Strafverteidiger wurde 92 Jahre alt

Rolf Bossi, einer der prominentesten deutschen Strafverteidiger, ist tot. "Wir trauern um Rolf Bossi", teilte Ulrich Ziegert von der Münchner Anwaltskanzlei Bossi & Ziegert heute mit. Zuvor hatte "Spiegel Online" berichtet, dass der Anwalt am Dienstag im Alter von 92 Jahren gestorben war. "Rolf Bossi hat die Strafverteidigung nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt wie kein anderer", würdigte Ziegert das Wirken seines Kollegen. "Er hat den Psychowissenschaften den Weg in den Gerichtssaal geebnet und damit einen Perspektivwechsel der Justiz mit herbeigeführt." Der 1923 in Karlsruhe geborene Bossi wuchs in München auf und eröffnete 1956 eine eigene Kanzlei. Die Liste seiner Mandanten aus gut 50 Jahren ist lang. Er stand zahlreichen Prominenten wie etwa der Schauspielerin Romy Schneider zur Seite und übernahm auch spektakuläre Kriminalfälle wie den des Kindermörders Jürgen Bartsch. Bossi vertrat den Schlagersänger Roberto Blanco, den Schauspieler Hardy Krüger und die Schauspielerin Ingrid van Bergen, die 1977 ihren Geliebten erschossen hatte. Auch der Geiselnehmer von Gladbeck und der Frauenmörder Fritz Honka gehörte zu Bossis Mandanten. Seit 2011 führte er nach Angaben der Münchner Kanzlei keine Mandate mehr.

Gericht verbietet Titel für neue "Winnetou"-Filme

RTL-Produktion weicht zum Teil massiv von der Romanvorlage ab

Drei bei RTL geplante "Winnetou"-Filme dürfen nach einem Gerichtsurteil nicht unter den ursprünglich vorgesehenen Titeln ausgestrahlt werden. Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat entschieden, dass die Produktionen nicht die Bezeichnungen "Winnetou und Old Shatterhand", "Winnetou und der Schatz im Silbersee" oder "Winnetous Tod" tragen dürfen. Damit war die Klage des Bamberger Karl-May-Verlags gegen die Produktionsfirma der Filme erfolgreich. In den vorgelegten Drehbüchern weiche die Handlung zum Teil massiv von den Romanvorlagen Karl Mays ab. Der Verlag hatte sich deshalb erfolgreich auf sein Titelschutzrecht berufen: Laut dem Urteil ist es nicht zulässig, Filme, die mit den Geschichten Karl Mays nichts oder fast nichts zu tun haben, unter diesen Titeln zu veröffentlichen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Weltrekord für Judaica bei Sotheby's

Talmud für 9,3 Millionen Dollar versteigert

Sotheby's meldet einen Weltrekord für Judaica: Ein fast 400 Jahre alter Talmud ist am Dienstagabend in New York für 9,3 Millionen Dollar versteigert worden. Geschätzt war der sogenannte Bomberg-Talmud auf nur etwa sechs Millionen Dollar. Das sei das teuerste Stück Judaica, das je versteigert worden sei, hieß es vom Auktionshaus. Der Bomberg-Talmud ist so etwas wie die Gutenberg-Bibel des Judentums. Der Buchdrucker Daniel Bomberg, ein Christ, hatte zwischen 1519 und 1523 in Venedig das heilige Buch der Juden in einer ersten Gesamtausgabe gedruckt. Es umfasst in der sogenannten Babylon-Fassung neun Bände mit zusammen fast 3500 Seiten, jeder 40 Zentimeter hoch und in Leder gebunden. Die jetzt versteigerte Ausgabe sei in einem erstaunlich guten Zustand gewesen, hieß es von Sotheby's. Die Bände gehörten dem Gelehrten Richard Bruarne. Nach seinem Tod 1565 lagen sie zunächst in Oxford in einer Kirche und dann 350 Jahre in der Westminster Abbey. Wer sie jetzt kaufte, wurde zunächst nicht bekannt.

Gutachter hält Gurlitt-Testament für nicht anfechtbar

Widerspruch von Gurlitt-Cousine offenbar aussichtslos

Im Streit um den Nachlass des Kunsthändlersohns Cornelius Gurlitt dürfte dessen Cousine nun womöglich endgültig leer ausgehen. Laut einem Sachverständigengutachten war der betagte Gurlitt gesundheitlich in der Lage, sein Testament wirksam zugunsten des Kunstmuseums Bern zu verfassen, wie das Oberlandesgericht München heute mitteilte. In dem Nachlassstreit hatte die Cousine Gurlitts, Ute Werner, die sogenannte Testierfähigkeit des 2014 verstorbenen Kunstsammler-Sohnes bestritten und selbst einen Erbschein beantragt. Der Gutachter kommt in seinem 146-seitigen Papier laut OLG zu dem Ergebnis, dass es keine medizinischen Probleme gab, die für eine Testierunfähigkeit Gurlitts sprechen. Wann das OLG nun endgültig in dem Erbstreit entscheidet, ist einem Gerichtssprecher zufolge noch unklar.

Feuer zerstört Museum in São Paulo

Ein Feuerwehrmann ums Leben gekommen

Bei einem Großbrand ist gestern das beliebte Museum für portugiesische Sprache in der brasilianischen Metropole São Paulo zerstört worden. Beim Löscheinsatz kam ein Feuerwehrmann ums Leben. Das in einem ehemaligen Bahnhof untergebrachte Museum ist montags für Besucher geschlossen. Museumsdirektorin Isa Ferraz sprach von einer "wahren Tragödie". Die Früchte vieler Jahre Arbeit seien dahin, sagte sie Globo News. Das Museum gehört zu den meistbesuchten im portugiesischsprachigen Brasilien und war mit umfangreichen Multimediaangeboten ausgestattet. São Paulos Gouverneur Gealdo Alckmin versprach umgehend, das Museum vollständig wieder aufzubauen, das die Seele des brasilianischen Volkes widerspiegele.

Japan baut billigeres Olympiastadion in Tokio

Bisheriger Entwurf war zu teuer

Die japanische Regierung hat auf Kritik an den hohen Baukosten für das neue Olympiastadion in Tokio reagiert und einen billigeren Entwurf beschlossen. Die von dem japanischen Architekten Kengo Kuma geplante Arena für die Sommerspiele 2020 soll umgerechnet 1,1 Milliarden Euro kosten. Für den ursprünglichen Entwurf der britisch-irakischen Star-Architektin Zaha Hadid waren 700 Millionen Euro mehr veranschlagt worden. Sportminister Hakubun Shimomura trat im September wegen der Schwierigkeiten rund um den Stadionbau zurück. Erst am Sonntag war bekannt geworden, dass die Kosten für die Spiele in Tokio explodieren. Laut japanischen Medienberichten gehen die Organisatoren inzwischen von 13,8 Milliarden Euro aus - das Sechsfache der ursprünglich veranschlagten Summe. Gründe dafür seien vor allem hohe Personalkosten und höhere Ausgaben für die Sicherheit. Hamburg hatte für seine am Bürgervotum gescheiterte Olympia-Ausrichtung für 2024 11,2 Milliarden Euro eingeplant.

Kulturnachrichten hören

Dezember 2015
MO DI MI DO FR SA SO
30 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur