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Kulturnachrichten

Dienstag, 22. Dezember 2015

Gutachter hält Gurlitt-Testament für nicht anfechtbar

Widerspruch von Gurlitt-Cousine offenbar aussichtslos

Im Streit um den Nachlass des Kunsthändlersohns Cornelius Gurlitt dürfte dessen Cousine nun womöglich endgültig leer ausgehen. Laut einem Sachverständigengutachten war der betagte Gurlitt gesundheitlich in der Lage, sein Testament wirksam zugunsten des Kunstmuseums Bern zu verfassen, wie das Oberlandesgericht München heute mitteilte. In dem Nachlassstreit hatte die Cousine Gurlitts, Ute Werner, die sogenannte Testierfähigkeit des 2014 verstorbenen Kunstsammler-Sohnes bestritten und selbst einen Erbschein beantragt. Der Gutachter kommt in seinem 146-seitigen Papier laut OLG zu dem Ergebnis, dass es keine medizinischen Probleme gab, die für eine Testierunfähigkeit Gurlitts sprechen. Wann das OLG nun endgültig in dem Erbstreit entscheidet, ist einem Gerichtssprecher zufolge noch unklar.

Wahlempfehlung für neuen hr-Intendanten

Amtsinhaber Reitze hört aus gesundheitlichen Gründen auf

Der Fernsehdirektor des Hessischen Rundfunks (hr), Manfred Krupp, soll neuer Intendant des Senders werden. Auf eine Wahlempfehlung für den 59-Jährigen einigte sich eine Findungskommission, die nach der Bekanntgabe des vorzeitigen Rückzugs von Amtsinhaber Helmut Reitze (63) eingesetzt worden war. Die Entscheidung sei einstimmig getroffen worden, teilte der hr in Frankfurt am Main mit. Krupp ist bereits stellvertretender Intendant des hr. Die Wahl findet am 5. Februar 2016 statt. Reitze hatte gesundheitliche Gründe für seinen Rückzug angegeben. Er führte den Sender seit 2003.

440 Bewerber für Berliner Museums-Neubau

Wer baut das "Museum der Moderne"?

440 Architekturbüros aus dem In- und Ausland haben sich in einem Ideenwettbewerb um den Neubau des Museums der Moderne in Berlin beworben. "Diese Zahl der Bewerber zeigt schon, wie attraktiv die Bauaufgabe ist", sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger. "Wahrscheinlich gibt es in Berlin derzeit kein spannenderes Projekt.» Das neue Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts soll zwischen der Neuen Nationalgalerie und der Philharmonie in der Nähe des Potsdamer Platzes entstehen. Als erste Stufe war Anfang September der Ideenwettbewerb ausgelobt worden, an dem sich auch jüngere Architekten ohne große Museumserfahrung beteiligen konnten. In der zweiten Februarhälfte sollen aus den 440 Bewerbungen zehn bis zwanzig Büros für den anschließenden Realisierungswettbewerb nominiert werden. "Ich bin sicher, dass wir nicht nur gute Gestaltungsideen für das Museum, sondern auch für die städtebauliche Einbindung am Kulturforum erwarten dürfen", sagte Parzinger. Das Projekt gilt als besondere Herausforderung, weil es sich zwischen die beiden bestehenden Architektur-Ikonen auf einer Brachfläche einfügen muss. Der Bundestag hat 200 Millionen Euro zugesagt.

Max-Beckmann-Preis für Agnès Varda

"Eine Schlüsselfigur des modernen Kinos"

Die Filmemacherin Agnès Varda (87) erhält den Max-Beckmann-Preis 2016 der Stadt Frankfurt am Main. Die in Brüssel geborene Künstlerin sei "eine Schlüsselfigur des modernen Kinos", begründete Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann die Entscheidung des Kuratoriums. Varda bewege sich erfindungsreich zwischen den Genres und Formaten und greife mit ihren Spiel- und Dokumentarfilmen sowie ihren Kunstinstallationen immer wieder in die großen politischen Debatten ihrer Zeit ein. Die Auszeichnung erfolgt am 11. Februar 2016 anlässlich des Geburtstags des Malers Max Beckmann. Sie ist mit 50 000 Euro dotiert. Die Stadt Frankfurt verleiht den Max-Beckmann-Preis alle drei Jahre. Zuletzt erhielt der Zero-Künstler Otto Piene die Ehrung.

Roboter als Deutschlehrer

Sprachübungen mit intelligenten Maschinen

Menschenähnliche Roboter könnten in einigen Jahren Kindern aus Einwandererfamilien beim Deutschlernen helfen. Forscher der Universität Bielefeld testen in den kommenden drei Jahren, ob sich Maschinen mit menschlichen Zügen als Sprachtrainer für Vier- bis Fünfjährige bewähren. Das knapp 60 Zentimeter große Roboterkind "Nao" soll Kinder mit Sprachschwierigkeiten durch Sprachübungen führen. Der französische Roboter soll dabei so programmiert werden, dass er die Stimmungslage und die Lernfortschritte der Kinder erkennen und darauf eingehen kann. In etwa eineinhalb Jahren könnte "Nao" in Kitas zum Testeinsatz kommen, so die Experten für künstliche Intelligenz an der Universität Bielefeld.

Digitalisierung gefährdeter Kulturstätten kein Ersatz

Originale enthalten unwiederbringliche Informationen

Die Digitalisierung bedrohter Kulturdenkmäler in Krisengebieten ist für den Mainzer Kriminalarchäologe Michael Müller-Karpe kein wirksames Mittel gegen ihren Verlust. "Das ist verdienstvoll, aber kein Ersatz für eine Kulturstätte", sagte der Wissenschaftler. "Die Originale sind unwiederbringlich. Sie enthalten oft einen Schatz an Informationen, die wir heute noch gar nicht lesen können", ergänzte Müller-Karpe, der auch den Kulturausschuss des Bundestags berät und Gerichtsgutachten schreibt. Die gemeinnützige US-Organisation CyArk zum Beispiel will mit 3D-Technik bedrohte Kulturdenkmäler digitalisieren und damit eine Online-Bibliothek aufbauen. Das Deutsche Archäologische Institut hat ähnliche Projekte. Ziel ist es, Stätten zu sichern, bevor sie Naturkatastrophen oder Zerstörungen zum Opfer fallen. Im syrischen Weltkulturerbe Palmyra etwa hat der IS bereits wertvolle Kulturdenkmäler in Schutt und Trümmer gelegt.

Theater sollen sich politisch einmischen

Bühnenverein unterstützt künstlerischen Protest

Der geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin, verteidigt die jüngsten politische Protestaktionen deutscher Theater. "Ob die Terroranschläge in Paris oder der Flüchtlingsstrom - damit muss sich das Theater ebenso befassen wie mit den rechtsradikalen Tendenzen in Europa", sagte Bolwin in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Sich frei zu äußern, sei das Recht der Bühnen. Die öffentliche Finanzierung der Stadt- und Staatstheater sei dazu da, die Kunst- und Meinungsfreiheit zu sichern. Dabei könne es passieren, dass ein Theater auch mal über das Ziel hinausschieße, aber es stelle sich damit der öffentlichen Diskussion und agiere nicht im Verborgenen. Zuletzt hatte sich das Staatstheater in Mainz mit einem lautstarken Gesangsprotest gegen eine AfD-Kundgebung eine Anzeige eingehandelt. In Dresden protestierte das Theater mit Max Frischs "Graf Öderland" gegen die islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bewegung. Vor dem Schauspielhaus in Bochum wurde ein tödlicher Flüchtlingstransport in einem Lastwagen nachgestellt.

Vietnam bekommt erste katholische Universität

Hochschule soll 2016 öffnen

Im kommunistischen Vietnam soll im nächsten Jahr die erste katholische Universität eröffnet werden. Die Regierung habe die Genehmigung erteilt, sagte Paul Bui Van Doc, Erzbischof von Ho-Chi-Minh-Stadt, dem asiatischen katholischen Pressedienst Ucanews. Die Beziehungen zwischen dem Vatikan und Vietnam würden immer besser. Die Universität könnte laut Ucanews bereits im Mai 2016 mit zunächst rund 100 Studienplätzen für Theologie und Philosophie öffnen. Geplant seien weitere Studiengänge wie Psychologie, Kirchenrecht und verschiedene Naturwissenschaften. Die freie Religionsausübung ist in Vietnam zwar in der Verfassung verankert, wird durch die Behörden aber stark eingeschränkt.

Japan baut billigeres Olympiastadion in Tokio

Bisheriger Entwurf war zu teuer

Die japanische Regierung hat auf Kritik an den hohen Baukosten für das neue Olympiastadion in Tokio reagiert und einen billigeren Entwurf beschlossen. Die von dem japanischen Architekten Kengo Kuma geplante Arena für die Sommerspiele 2020 soll umgerechnet 1,1 Milliarden Euro kosten. Für den ursprünglichen Entwurf der britisch-irakischen Star-Architektin Zaha Hadid waren 700 Millionen Euro mehr veranschlagt worden. Sportminister Hakubun Shimomura trat im September wegen der Schwierigkeiten rund um den Stadionbau zurück. Erst am Sonntag war bekannt geworden, dass die Kosten für die Spiele in Tokio explodieren. Laut japanischen Medienberichten gehen die Organisatoren inzwischen von 13,8 Milliarden Euro aus - das Sechsfache der ursprünglich veranschlagten Summe. Gründe dafür seien vor allem hohe Personalkosten und höhere Ausgaben für die Sicherheit. Hamburg hatte für seine am Bürgervotum gescheiterte Olympia-Ausrichtung für 2024 11,2 Milliarden Euro eingeplant.

Feuer zerstört Museum in São Paulo

Ein Feuerwehrmann ums Leben gekommen

Bei einem Großbrand ist gestern das beliebte Museum für portugiesische Sprache in der brasilianischen Metropole São Paulo zerstört worden. Beim Löscheinsatz kam ein Feuerwehrmann ums Leben. Das in einem ehemaligen Bahnhof untergebrachte Museum ist montags für Besucher geschlossen. Museumsdirektorin Isa Ferraz sprach von einer "wahren Tragödie". Die Früchte vieler Jahre Arbeit seien dahin, sagte sie Globo News. Das Museum gehört zu den meistbesuchten im portugiesischsprachigen Brasilien und war mit umfangreichen Multimediaangeboten ausgestattet. São Paulos Gouverneur Gealdo Alckmin versprach umgehend, das Museum vollständig wieder aufzubauen, das die Seele des brasilianischen Volkes widerspiegele.

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