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Kulturnachrichten

Montag, 21. Dezember 2015

Streit über Subventionen für "Fack Ju Göhte 2"

Bund der Steuerzahler kritisert Millionen-Förderungen

Der Chef der Constantin Film, Martin Moszkowicz, weist Kritik des Bundes der Steuerzahler an der Förderung des Erfolgsfilms "Fack Ju Göhte 2" zurück. "Man kann über Filmförderung lange diskutieren, aber dieser Vorwurf ist wirklich unsinnig", sagte Moszkowicz, der den Film produziert hat. "Die pinkeln an den falschen Baum." Der Steuerzahler-Bund kritisiert, dass "Fack ju Göhte 2", der erfolgreichste deutsche Film aller Zeiten, aus Haushaltsmitteln des Bundes mit 1,24 Millionen Euro bezuschusst wurde. "Es kann nicht sein, dass nach einem erfolgreichen ersten Teil auch noch der Nachfolger vom Steuerzahler subventioniert wird - übrigens der umsatzstärkste deutsche Filmstart aller Zeiten", sagte der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, der "Rheinischen Post". Hier müsse die Politik Änderungen vornehmen. Dazu sagte der Chef der Constantin Film, der Deutsche Filmförderfonds (DFFF) sei eine "automatische Förderung" auf qualifizierende deutsche Herstellungskosten, die jeder Film bekomme, der mindestens zu einem Teil in Deutschland produziert werde. Das gelte beispielsweise auch für amerikanische Blockbuster. "Der Kriterium für den DFFF ist, dass die Produktionswirtschaft in Deutschland gestützt werden soll und dass ein Vielfaches der jeweiligen Summe an zusätzlichem Steueraufkommen generiert wird."

Fall Gurlitt: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Zollfahnder

Beamte sollen Informationen an die Medien gegeben haben

Im Zusammenhang mit dem Fall Gurlitt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Beamte des Zollfahndungsamtes München wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft München I bestätigte einen entsprechenden Bericht des Magazins "Focus". Bereits Ende September wurden nach Angaben des Behördensprechers Räume des Zollfahndungsamtes in München sowie der Außenstelle und die Privatwohnungen der Beschuldigten durchsucht. Konkret werde den beiden Männern vorgeworfen, aus einem Ermittlungsverfahren Informationen und Aktenbestandteile unbefugt an Medienvertreter weitergegeben zu haben, hieß es. Es geht um das Ermittlungsverfahren, das die Staatsanwaltschaft Augsburg im Zusammenhang mit dem spektakulären Bilderfund gegen den inzwischen verstorbenen Kunstsammler Cornelius Gurlitt geführt hat. Ein Großteil seiner millionenschweren Sammlung steht unter dem Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein. Details aus dem Verfahren waren in den Medien veröffentlicht worden. Der "Focus" hatte den Fall Gurlitt am 3. November 2013 öffentlich gemacht.

Rowling verteidigt Schwarze für Hermine-Rolle

Schauspielerin aus Swasiland soll die Rolle imTheaterstück übernehmen

Bestseller-Autorin J.K. Rowling hat die Wahl einer schwarzen Schauspielerin für die Rolle der Hermine in dem neuen Theaterstück "Harry Potter und das verwünschte Kind" verteidigt. In den Büchern sei die Hautfarbe der Charaktere in der Tat niemals genau angegeben worden, schrieb sie am Montag auf Twitter. "Die Richtschnur: braune Augen, krauses Haar und sehr klug. Weiße Haut war niemals festgelegt. Rowling liebt die schwarze Hermine", schrieb die Autorin und fügte ein küssendes Emoji am Ende hinzu. Die Rolle der Hermine, in den Filmen von Emma Watson verkörpert, soll die in Swasiland geborene Schauspielerin Noma Dumezweni spielen. Auf die Ankündigung gab es gemischte Reaktionen. Das Stück, das auf einer neuen Geschichte von Rowling und anderen basiert, soll am 30. Juli in London Premiere feiern. In ihm sind Harry und seine Freunde erwachsen.

Susanne Pfeffer für die Biennale 2017 berufen

Kasseler Museumsdirektorin wird deutschen Beitrag kuratieren

Susanne Pfeffer, Direktorin des Museums Fridericianum in Kassel, ist Kuratorin des offiziellen deutschen Beitrags für die 57. Biennale di Venezia 2017. Wie das Außenamt in mitteilte, berief Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) Pfeffer auf Empfehlung des Kunst- und Ausstellungsausschusses des Auswärtigen Amts. Die alle zwei Jahre stattfindende internationale Ausstellung gehört zu den bedeutendsten Foren zeitgenössischer bildender Kunst. Pfeffer wurde 1973 in Hagen geboren und studierte Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität in Berlin. Von 2004 bis 2006 war sie Künstlerische Leiterin des Künstlerhauses in Bremen. Anschließend arbeitete sie bis 2012 als Chefkuratorin der Kunst-Werke Berlin. Seit 2013 ist Pfeffer Direktorin des Museums Fridericianum in Kassel. 2015 kuratierte Pfeffer den Schweizer Pavillon bei der 56. Kunstbiennale in Venedig.

Bund vergibt Theaterpreis an zwölf Bühnen

Kleine und mittlere Bühnen sollen gestärkt werden

Von Niedersachsen über Dessau bis Berlin: Der Theaterpreis des Bundes für kleine und mittlere Bühnen hat erste Gewinner. Eine von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) berufene Jury wählte aus 187 Bewerbungen 12 Theater aus. Die mit insgesamt 900 000 Euro dotierte Auszeichnung soll eine Ermutigung sein. "Er soll die Theater in ihrer Rolle als Orte der ästhetischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen würdigen und stärken", teilte Grütters mit. Die Gewinner sind: Das letzte Kleinod (Schiffdorf, Niedersachsen), Theater Oberhausen, Fundus Theater (Hamburg), Stadttheater Bremerhaven, Städtische Bühnen Osnabrück, Theater der Jungen Welt (Leipzig), FFT Düsseldorf, Figurentheaterzentrum Westflügel (Leipzig), Theater der Altmark/ Landestheater Sachsen-Anhalt Nord, Anhaltisches Theater Dessau, Heimathafen Neukölln (Berlin) und das Maxim Gorki Theater (Berlin).

Kritik am TV-Programm zu Weihnachten

Kirche und Zuschauer wünschen sich weniger Gewalt

Die Kirchen kritisieren Teile des weihnachtlichen Fernsehprogramms. Das Weihnachtsfest sei ein Anlass, "um ein Zeichen für Frieden zu setzen und daher an den hohen Feiertagen auf die Ausstrahlung von Gewaltfilmen zu verzichten", sagte der Sprecher der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "auf einen Blick". Der Medienbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Markus Bräuer, nannte Beispiele, die aus seiner Sicht ungeeignet sind: "Rambo III" am Ersten Weihnachtstag, "Riddick" am Zweiten Feiertag oder "Machete" verbänden sich "absolut nicht mit dem Fest des Friedens und der Liebe". Auch zu später Stunde seien "Thriller, in denen mit Maschinengewehren auf Menschen geschossen und Gewalt vor allem aus Sicht der Täter dargestellt wird", deplatziert. Die Zuschauer positionierten sich ähnlich: In einer Umfrage von TNS Emnid im Auftrag der Zeitschrift sprachen sich 70 Prozent der Befragten für ein Weihnachtsfest ohne Gewaltfilme aus. Besonders groß war die Ablehnung unter Älteren.

Kurt Masur wird in Leipzig beigesetzt

Die Beisetzung ist für Mitte Januar geplant

Der am Samstag gestorbene Dirigent Kurt Masur soll in Leipzig beerdigt werden. "Ich habe gestern mit der Familie telefoniert. Wir planen Mitte Januar eine Beisetzung in Leipzig", sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) am Montag. Zudem seien eine öffentliche Trauerfeier in der Thomaskirche sowie ein Gedenkkonzert mit dem Gewandhausorchester und dem Thomanerchor angedacht. Als Leipziger Ehrenbürger solle Masur auf dem Ehrenbürgerfeld des Leipziger Südfriedhofs bestattet werden. Die Planungen liefen aber noch. Über Weihnachten wolle die Familie erst einmal Ruhe haben, sagte Jung in Leipzig.
Der Stadtchef trug sich am Montag in ein Kondolenzbuch ein, das im Foyer des Gewandhauses ausgelegt wurde. Masur war 27 Jahre lang Kapellmeister des renommierten Gewandhausorchesters. Der Maestro war im Alter von 88 Jahren in den USA gestorben.

Hans Zimmer: Frauen in Hollywood im Nachteil

Filmkomponist sieht Fortschritte im Fernsehen

Nach Ansicht von Oscarpreisträger Hans Zimmer bekommen Frauen in Hollywood zu wenig Chancen, Regisseurin zu werden. "Da gibt es immer noch diesen großen Unterschied zwischen den Möglichkeiten", sagte der Filmkomponist der "Berliner Zeitung". Beim Fernsehen sei es allerdings schon viel besser geworden. Der gebürtige Frankfurter schuf die Musik für Filme wie "Der König der Löwen", "Gladiator" und "Fluch der Karibik". Er geht 2016 erstmals mit einem Orchester auf eine Live-Tour. Die Show gastiert in 24 Städten in Europa, davon 9 im deutschsprachigen Raum.

Österreichischer Staatspreis für Übersetzer

Der österreichische Kulturminister Josef Ostermayer freut sich besonders

Zum ersten Mal werden die beiden Staatspreise für Übersetzungen von griechischer und brasilianischer Literatur ins Deutsche vergeben. Neben der Wienerin Michaela Prinzinger, die auch als "engagierte Vermittlerin der griechischen Kultur" geehrt wird, erhält den mit jeweils 8.000 Euro dotierten Preis der in Rio lebende Übersetzer Marcelo Backers. Die Jury betonte, dass für das Übersetzen von Literatur eine eigene schriftstellerische Begabung unumgänglich sei. Beide Preisträger besäßen "diese Begabung in reichem Maße". Die Verleihung der Staatspreise findet am 24. Juni 2016 in Klagenfurt statt.

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