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Kulturnachrichten

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Lange Schlangen in Neuer Nationalgalerie

Hunderte Menschen haben an Silvester die letzte Gelegenheit vor der Schließung genutzt, in den Mies van der Rohe-Bau in Berlin zu gehen

Es bildeten sich lange Schlangen im Eingangsbereich des Baus, der grundlegend saniert werden soll. Dafür zeichnet der britische Stararchitekt David Chipperfield verantwortlich. Dem Konzept zufolge soll der 1968 eröffnete Bau, der als Ikone der Klassischen Moderne gilt, behutsam und denkmalgerecht renoviert werden. Zunächst ist das Projekt auf vier bis fünf Jahre angelegt. Die Sammlung moderner Kunst mit Schlüsselwerken von Pablo Picasso, Andy Warhol oder Gerhard Richter wandert weitgehend ins Depot. Im Januar gibt die Band Kraftwerk zum Kehraus acht Konzerte in der Neuen Nationalgalerie. Die Tickets sind ausverkauft. Nach dem Pergamon-Altar, der ebenfalls wegen Sanierung voraussichtlich bis 2019 nicht zu sehen ist, muss die Hauptstadt damit langfristig auf ein zweites kulturelles Highlight verzichten.

Udo Jürgens bekommt Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof

Das bestätigte die Stadt Wien heute

Einen Termin für die Beisetzung des gebürtigen Österreichers gebe es allerdings noch nicht. Der Sänger, Entertainer und Komponist war am 21. Dezember mit 80 Jahren bei einem Spaziergang in der Schweiz zusammengebrochen und konnte nicht mehr wiederbelebt werden. Jürgens' Leiche wurde zwei Tage später in Zürich eingeäschert, nachdem sich seine engsten Freunde und Angehörigen von ihm verabschiedet hatten. Mit mehr als 100 Millionen verkauften Tonträgern zählte Jürgens zu den erfolgreichsten Sängern der Welt. Zu seinen größten Hits zählen Lieder wie "Merci Chérie", "Griechischer Wein" oder "Ich war noch niemals in New York".

Mehrere Dissidenten auf Kuba vor geplanter Kunstaktion festgenommen

Sie wurden an einer provokanten Kunstaktion in Havanna gehindert

Der Dissident Elizardo Sánchez sagte, er wisse von zehn Fällen. Die Bloggerin Yoani Sánchez teilte auf ihrer Internetseite "14ymedio" mit, sie sei zuhause festgesetzt worden, während ihr Mann Reinaldo Escobar vor dem Haus mit dem befreundeten Dissidenten Eliecer Avila festgenommen worden sei. Die Performancekünstlerin Tania Bruguera, die zu der Kunstaktion aufgerufen hatte, war derweil unauffindbar. Bruguera hatte ihre Landsleute dazu aufgefordert, auf den zentralen Revolutionsplatz der Hauptstadt Havanna zum Mikrofon zu greifen, um ihre Wünsche für die Zukunft des Landes zu äußern. Ihre Bewegung Yo tambien exijo (Auch ich fordere) erklärte, sie habe die Polizei kontaktiert, um den Verbleib von Bruguera zu erfahren. Vor ihrer Wohnung stießen Journalisten auf zwei Zivilpolizisten. Dennoch konnten sich rund 20 Dissidenten auf dem Revolutionsplatz versammeln. Die kleine Versammlung wurde von zahlreichen Polizisten überwacht. Der Platz vor dem Regierungssitz in Havanna ist der traditionelle Ort für politische Kundgebungen, doch werden dort im Allgemeinen keine unabhängigen Veranstaltungen geduldet. Die Ankündigung Kubas und der USA vor einigen Tagen, nach einem halben Jahrhundert wieder diplomatische Beziehungen aufzunehmen, hatte die Hoffnung auf einen Wandel geweckt.

Weihnachtsgeschäft für Buchhandel besser als im Vorjahr

Im Durchschnitt machten die Läden 2,9 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr

Das berichtete das Branchenmagazin "Börsenblatt". Besonders die letzten Tage vor Heiligabend hätten dem Buchhandel einen "ordentlichen Schub" gegeben. Es berief sich auf eine Umfrage unter 50 Geschäften im Bundesgebiet. Als beliebtester Titel in der Belletristik stand der neunte Band der Reihe "Gregs Tagebuch". Bei den Sachbüchern verkaufte sich "Der Junge muss an die frische Luft" am besten. In dem Buch berichtet Komiker Hape Kerkeling aus seiner Kindheit. Von beiden Werken wurden jeweils mehr als 500.000 Exemplare verkauft.

Silvesterkonzert mit Simon Rattle und Menahem Pressler

Die Berliner Philharmoniker spielen heute unter ihrem weltbekannten Chef Sir Simon Rattle das traditionelle Silvesterkonzert

Als Solist wird der 91 Jahre alte deutsch-amerikanische Pianist Menahem Pressler erwartet, teilte die Stiftung Berliner Philharmoniker mit. Pressler, sonst Pianist des Beaux Arts Trios, spielt Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert A-Dur. Außerdem wird das Publikum beispielsweise die Slawischen Tänze von Antonín Dvorák und Auszüge aus Zoltán Kodálys Háry János-Suite erleben.

Königliche Ehren für 1164 Briten

Minirock-Erfinderin Mary Quant, und Schauspielerin Kristin Scott Thomas sind von der britischen Queen Elizabeth II. mit königlichen Ehren ausgezeichnet worden

Der Buckingham-Palast veröffentlichte eine Liste von 1164 Persönlichkeiten, die von der Königin geehrt wurden. So wurde Schauspieler John Hurt, der unter anderem in "Der Elefantenmensch" und zwei Harry-Potter-Filmen mitspielte, zum Ritter geschlagen. Die 81-jährige Collins wurde in Anerkennung ihres Engagements für soziale Fragen zur "Dame" des Order of the British Empire erhoben. Schauspielkollegin Scott Thomas sagte der "Times", sie habe die Nachricht von ihrer Ehrung als "Dame" zunächst für einen Scherz gehalten. "Aber anscheinend stimmt es und ich bin entzückt, überrascht und ängstlich, dass ich vielleicht aus meinem Traum erwache."

"Eine Taube sitzt auf einem Zweig..." ist Film des Monats Januar

Die Jury der Evangelischen Filmarbeit empfiehlt den Spielfilm des schwedischen Regisseurs Roy Andersson als Film des Monats Januar

Wie die Jury in Frankfurt am Main mitteilte, erzählt die Tragikomödie die Geschichte der beiden Handelsvertreter Sam und Jonathan, die Scherzartikel verkaufen. Andersson entwerfe dabei "ein Bild des menschlichen Alltags zwischen Melancholie, Groteske, Liebesbedürftigkeit und Grausamkeit". Es entstehe eine "hinreißende existenzielle Meditation über den Sinn des Lebens". Die Produktion wurde bei den Filmfestspielen in Venedig 2014 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. In deutschen Kinos läuft der Film ab dem 1. Januar.

Zentrum für verfolgte Künste in Solingen nimmt Arbeit auf

Nach rund 25 Jahren harter Kämpfe und zäher Verhandlungen gehe das Projekt endlich an den Start

Das teilten die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft und die Stiftung "Verbrannte und verbannte Dichter - Für ein Zentrum der verfolgten Künste" mit. Die Einrichtung soll Exilgeschichten von Künstlern, Schriftstellern und Publizisten während des NS- und der DDR-Zeit dokumentieren und erforschen. Offiziell eröffnet wird das Zentrum im Frühjahr. Ein Museum für die Geschichte und die Werke von Künstlern im Exil gab es in Deutschland bislang nicht. Tausende flohen während des Nationalsozialismus aus Deutschland, darunter prominente Namen wie Bertolt Brecht, Nelly Sachs und Thomas Mann, aber auch viele weniger Bekannte. Das Zentrum für verfolgte Künste soll ihre Geschichten sowie Exilgeschichten von Künstlern aus der DDR präsentieren. Seit 2008 werden im Kunstmuseum Solingen Projekte zum Zeitraum 1914 bis 1989 erarbeitet. Das Zentrum für verfolgte Künste erarbeitete die Schau in Kooperation mit den Gedenkstätten und Museen Yad Vashem in Israel, Auschwitz-Birkenau in Polen und Theresienstadt in Tschechien. Sie soll danach in Osnabrück, Polen und Israel zu sehen sein.

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Fotografien von Susan MeiselasAnsichten eines Genozids
Auf diesem Bild sind Menschen zu sehen, die einer Exhumierung beiwohnen. (Susan Meiselas)

Zerfetzte Kleidungsstücke, Trümmer auf einem Hügel, Massengräber: Susan Meiselas zeigt in ihren Fotografien Spuren des Völkermords an den irakischen Kurden aus dem Jahr 1991. Ihre eindringlichen Bilder sind jetzt in Frankfurt am Main zu sehen.Mehr

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