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Kulturnachrichten

Montag, 29. Dezember 2014

Kulturrat fordert Widerstand gegen Freihandelsabkommen

Deutscher Kulturrat kündigt massiven Widerstand gegen die geplanten Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada an

TTIP, CETA und Co. seien mehr als einfache internationale Handelsabkommen, warnte der Dachverband am Montag in Berlin. Mit den Handelsabkommen solle die sich seit Jahrzehnten ausbreitende radikale Philosophie "Markt vor Gemeinwesen" international verbindlich gemacht werden. "Die deutsche Bundeskanzlerin unterstützt diesen gefährlichen Weg nachdrücklich", kritisierte Geschäftsführer Olaf Zimmermann. In dem bereits ausverhandelten Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union mit Kanada (CETA) habe das nordamerikanische Land zum Schutz seiner kulturellen Vielfalt den Kultur- und Medienbereich richtigerweise ausgenommen. Im Gegensatz dazu habe die EU-Kommission, mit Duldung durch die deutsche Bundesregierung, keine entsprechende umfassende Ausnahmeklausel für den europäischen Kultur- und Medienbereich im Vertragstext verankert. Für den 21. Mai, dem internationalen Tag der kulturellen Vielfalt, ruft der Kulturrat zu einem bundesweiten Aktionstag gegen die geplanten Abkommen auf.

Älteste bekannte Kirche offenbar von Islamisten beschädigt

Die Hauskirche von Dura Europos in Syrien, der älteste bislang bekannte christliche Kultraum, ist offenbar schwer beschädigt worden

Hinweise deuteten auf systematische Zerstörungen durch die Terrormiliz "Islamischer Staat", berichtet das Online-Magazin "Vatican Insider". Vom UN-Forschungsinstitut Unitar ausgewertete Satellitenbilder zeigten frische Löcher in der archäologischen Stätte in Ostsyrien. Während man anfänglich an Raubgrabungen durch Ortsansässige gedacht habe, gebe es mittlerweile Nachrichten über 300 bis 1.000 Bewaffnete, die die Ausgrabung verwüstet hätten. Da die Mauern der Ausgrabung noch sichtbar seien, sei die Anlage offenbar nicht völlig zerstört. Über den Zustand der Wandmalereien, durch die Dura Europos berühmt wurde, lasse sich anhand der Satellitenbilder nichts sagen, so "Vatican Insider". Die Hauskirche wurde um 232/233 in einem bestehenden Wohnhaus in der Stadt am Euphrat eingerichtet. Ein Podest in dem Kultraum wird als Sitz eines Bischofs gedeutet. Im Jahr 241 kam eine Taufkapelle hinzu. Die Wandmalereien zeigen Szenen der Schöpfungsgeschichte sowie neutestamentliche Motive wie den "Guten Hirten" und die Frauen am Grab Jesu.

Wiener Neujahrskonzert ist Zubin Mehta gewidmet

Das traditionsreiche Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker ist in diesem Jahr in großen Teilen dem Dirigenten Zubin Mehta gewidmet

Eine Hälfte des Programms soll einen Bezug zum Wirken Mehtas herstellen, wie Orchester-Vorstand Andreas Großbauer am Montag mitteilte. Der aus Indien stammende Dirigent stand 1961 erstmals am Pult der Philharmoniker. Das Neujahrskonzert leitet er bereits zum fünften Mal. Auf dem Programm stehen Werke der Strauss-Dynastie sowie von Franz von Suppé und Hans Christian Lumbye. Laut ORF-Intendant Alexander Wrabetz wird das Konzert mit rund 20 Walzern und Polkas in etwa 90 Ländern übertragen. Mehr als 50 Millionen TV-Zuschauer werden erwartet.

Bremer Kunsthalle zeigt Werkschau zu Emile Bernard

Erste große Schau zum Gesamtwerk des französischen Malers unter dem Titel "Am Puls der Moderne"

In Kooperation mit den Musées d Orsay in Paris sollen vom 7. Februar bis 31. Mai hochrangige Leihgaben internationaler Sammlungen sowie aus dem Besitz der Nachfahren präsentiert werden.
Bernard gilt als Vorreiter der Moderne: Im Dialog mit Paul Gauguin begründete er den Symbolismus in der Malerei. Die Menschen in der Bretagne, ihre Urtümlichkeit und Religiosität, aber auch die raue Natur inspirierten ihn zu seinen bedeutendsten Werken. In der Ausstellung sollen ausgewählte Arbeiten von Gauguin, Vincent van Gogh und Henri de Toulouse-Lautrec gezeigt werden. Sie sollen Vergleiche mit seinen berühmten Zeitgenossen ermöglichen, mit denen er engen Kontakt pflegte, in deren Schatten er aber zeitlebens stand. Mit Toulouse-Lautrec studierte Bernard in Paris, Paul Cézanne inspirierte ihn in Aix-en-Provence. Für seinen Freund Vincent Van Gogh setzte er sich auch nach dessen Tod ein. Die Schriften und die Korrespondenz Bernards mit van Gogh, Gauguin und Cézanne zählen zu den kunstgeschichtlichen Hauptquellen des ausgehenden 19.
Jahrhunderts. Die Retrospektive verfolgt Bernards Entwicklung von den ersten Versuchen des jungen Künstlers bis zu monumentalen späten Aktgemälden. Die Kunsthalle Bremen besitzt überdies einen besonderen Schatz aus seinem Werk - ein Album mit mehr als 850 seiner frühen Zeichnungen, die der Künstler selbst gesammelt hat. In der Frühjahrs-Schau sollen sie den Angaben zufolge erstmals zu sehen sein. Dazu gehören eine Fülle von Skizzen in unterschiedlichsten Techniken und Stilrichtungen, die zugleich von seinem persönlichen Umfeld erzählen.

"Forbes"-Liste: Jennifer Lawrence hat besten Kinokassen-Verdienst

Für die Liste Dazu wurden die weltweiten Einnahmen an den Kinokassen von den Filmen der betreffenden Stars in 2014 addiert

Mit Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence ist in Hollywood das meiste Geld zu machen. Das Wirtschaftsmagazin "Forbes" erklärte die Schauspielerin am Freitag zur Spitzenreiterin auf seiner Top-Grossing-Liste. Mit "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" und "Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1" brachte es Lawrence demnach auf 1,4 Milliarden Dollar. Den zweiten Rang belegt Chris Pratt mit Filmeinnahmen in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar durch "Guardians of the Galaxy" und "The LEGO Movie". Knapp dahinter folgt Scarlett Johansson mit den Filmen "The Return of the First Avenger" und "Lucy". Auf Rang vier brachte Mark Wahlberg mit "Transformers: Ära des Untergangs" rund eine Milliarde Dollar ein. Chris Evans landete mit gut 800 Millionen Dollar durch die Filme "The Return of the First Avenger" und "Snowpiercer" auf dem fünften Rang. Emma Stone (26, "The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro"), Angelina Jolie (39, "Maleficent - Die dunkle Fee") und die "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit"-Darsteller James McAvoy (35), Michael Fassbender (37) und Hugh Jackman (46) runden die Top Ten ab.

Kulturrat mahnt kulturfreundliche Gesetze an

Der Deutsche Kulturrat hat für das Jahr 2014 eine gemischte Bilanz gezogen

Es habe "mehr Geld, aber zu wenig kulturfreundliche Gesetze" gegeben, teilte der Dachverband heute in Berlin mit. Seit einigen Jahren werde die Qualität der Bundeskulturpolitik mit der Erhöhung des Kulturetats gleichgesetzt. Das sei falsch, denn der Kulturetat sei nur ein Gradmesser für eine erfolgreiche Bundeskulturpolitik, heißt es von der Geschäftsführung. Mindestens ebenso wichtig sei das Verabschieden von kulturfreundlichen Gesetzen. Der Deutsche Kulturrat wurde 1981 gegründet und sieht sich heute als "Spitzenverband der Bundeskulturverbände".

Udo-Jürgens-Musical kommt im März nach Berlin

Premiere ist am 25. März 2015 im Theater

Das Udo-Jürgens-Musical "Ich war noch niemals in New York" kommt nach Berlin. In Hamburg haben demnach fast vier Millionen Menschen die Show gesehen. In dem Musical, das sich um eine Schiffsreise nach New York dreht, sind seine bekannten Hits zu hören, darunter "Siebzehn Jahr, blondes Haar", "Merci, Chérie" und natürlich "Ich war noch niemals in New York". Udo Jürgens war am 21. Dezember überraschend mit 80 Jahren gestorben. Dass die Show in Berlin gastiert, stand laut Veranstalter bereits im Herbst fest. Jetzt gibt es ein Premierendatum.

Besucherrekord in Gedenkstätte Auschwitz

Den bisherigen Zahlen nach reisen etwa drei Viertel der Gäste aus dem Ausland an

Die Gedenkstätte des ehemaligen deutschen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau ist 2014 von mehr Menschen als je zuvor besucht worden. "Wir schätzen, dass die Besucherzahl bis zum Jahresende auf 1,5 Millionen Menschen steigt", sagte der Sprecher der Gedenkstätte, Bartosz Bartyzel. Schon jetzt sei der Besucherrekord von 1,43 Millionen aus dem Jahr 2012 übertroffen. 2013 kamen 1,33 Millionen Menschen. Die Zahlen für das jetzt endende Jahr sollen im Januar veröffentlicht werden. Auf das große Interesse an Besichtigungen reagiert die Gedenkstätte mit einem Online-Reservierungssystem für Besucher. Dieses soll den Eintritt zu der gewünschten Zeit garantieren und Wartezeiten vermeiden helfen. Noch bis 2001 besichtigten jedes Jahr weniger als eine halbe Million Menschen das Museum. 2007 überschritt die Zahl erstmals die Millionenmarke.

Zwickauer Schumann-Preis geht nach Düsseldorf

Die Robert-Schumann-Forschungsstelle in Düsseldorf erhält den mit 10 000 Euro dotierten Robert-Schumann-Preis 2015 der Stadt Zwickau

Sie werde für ihr Engagement bei der Erstellung einer neuen Gesamtausgabe der Werke des Komponisten geehrt, teilte das Kulturamt am Montag mit. Schumann wurde 1810 in Zwickau geboren. Der Preis wird zum 46. Mal für die Verbreitung der musikalischen Werke oder die Erforschung von Leben und Schaffen Robert Schumanns verliehen. Ausgezeichnet werden Dirigenten, Musiker oder Institutionen des deutschen und internationalen Musiklebens, Musikwissenschaftler oder Forschungsinstitutionen. Frühere Preisträger waren unter anderen die Dirigenten Kurt Masur, Nikolaus Harnoncourt und Daniel Barenboim sowie der Pianist András Schiff. Der Preis soll beim Schumann-Fest am 8. Juni, dem Geburtstag des Komponisten, verliehen werden.

Berliner Mauer-Gedenkstätte mit Besucherrekord

In die zentrale Berliner Mauer-Gedenkstätte kamen in diesem Jahr so viele Besucher wie nie zuvor

Rund eine Million Menschen besuchten den Erinnerungsort in der Bernauer Straße. Auf dem Gelände der Gedenkstätte lassen sich auf einer Länge von 1,4 Kilometern die ehemaligen Grenzanlagen besichtigen. Am 9. November, dem 25. Jahrestag des Mauerfalls, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel eine neue Dauerausstellung in der Gedenkstätte eröffnet.

Fast 200.000 Unterschriften gegen "Pegida"

Die jüngst gestartete Online-Petition gegen die islamfeindliche "Pegida"-Bewegung entwickelt sich zu einem Internethit

Am Montagmorgen überschritt der Aufruf "Für ein buntes Deutschland" die Marke von 200.000 Unterstützern. Karl Lempert aus Hannover, der Organisator der Organisation sammelt auf Online-Plattform Change.org seit dem 23. Dezember Unterschriften. Motto: "Für ein buntes Deutschland." Am 22.12. hatten sich 17.500 Pegida-Anhänger in Dresden versammelt, um Weihnachtslieder zu singen. "Den Geist der Weihnacht, nämlich Flüchtlingen eine Herberge und Mitmenschlichkeit zu bieten, trägt eine solche Veranstaltung jedoch nicht in sich", schreibt Lempert. Seine Forderung lautet: "1 000 000 Unterschriften gegen Pegida" Angesichts dieser Zahlen scheint dies durchaus möglich.

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Fazit

Kultursymposium WeimarDie Route wird neu berechnet
Auf dem Festivalgelände des E-Werks beim Kultursymposium in Weimar stehen Zelte, auf die Bilder und Schriften projiziert sind. (Joerg Glaescher/Goethe-Institut)

Die Welt wird komplexer, Orientungslosigkeit macht sich breit allenthalben. Dem setzt das Goethe-Institut in Weimar sein Kultur-Symposium entgegen, bei dem Experten aus allen Bereichen mit Künstlern nach Antworten auf die Fragen der Zukunft suchen.Mehr

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