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Kulturnachrichten

Sonntag, 28. Dezember 2014

Leopoldo Federico gestorben

Der argentinische Musiker und Tango-Komponist starb heute im Alter von 87 Jahren

Federico war einer der berühmtesten Bandoneon-Spieler und schrieb in seiner Karriere mehr als 50 Musikstücke. "Der Tango ist mein Leben", sagte er einmal. Er arbeitete mit den Tango-Musikern Julio Sosa, Mariano Mores und Astor Piazzolla, dem Begründer des "Tango Nuevo", zusammen. "Er war außergewöhnlich. Einer der besten Bandoneon-Spieler der Geschichte, wenn nicht der Beste", sagte der Gitarrist und AADI-Vizepräsident Horacio Malvicino im Fernsehen. "Er wurde für das Bandoneon geboren."

Churchill dachte an Übertritt zum Islam

Der britische Staatsmann liebäugelte zeitweise offenbar damit

Das steht in einem Brief, der jetzt aufgefunden wurde. Laut britischer Zeitung "The Telegraph" bedrängte seine Schwägerin Gwendoline Bertie den damals 42-Jährigen, kein Muslim zu werden. "Bitte bekehre dich nicht zum Islam", schrieb Bertie im August 1907 an Churchill. Churchill seinerseits schrieb im gleichen Jahr an die Frauenrechtlerin Constance Bulwer-Lytton, eine enge Bekannte: "Du wirst mich für einen Pascha halten; ich wünschte, ich wäre einer. Entdeckt wurde der Brief Berties laut "Telegraph" von dem Cambridge-Historiker Warren Dockter bei Forschungen zu seinem neuesten Buch „Winston Churchill and the Islamic World. Demnach betrachtete Churchill in einer für seine Zeit ungewöhnlich liberalen Haltung den Islam und das Christentum als gleichwertige Religionen. Privat trug Churchill wohl gern zuweilen arabische Kleidung. Seine Auffassung vom Islam sei wesentlich aber von einem romantisierenden Bild vom "nomadischen Lebensstil und dem Ehrenkodex der Beduinenstämme" geprägt gewesen.

Unbekannte Gedichte von Heinz Erhardt entdeckt

Im kommenden Jahr sollen die bislang unveröffentlichten Gedichte von Heinz Erhardt erscheinen

Anlass ist nach einem Bericht des Magazins "Der Spiegel" eine Ausstellung über den 1979 verstorbenen Humoristen, die für Herbst 2015 in Hannover geplant ist. Die Gedichte stammen aus der Zeit zwischen 1928 und Mitte der Vierzigerjahre. Erhardts Enkelin Nicola Tyszkiewicz fand sie in Briefen an ihre Großmutter. Über die neu entdeckten Werke ihres Großvaters sagt sie: "Sie klingen schon sehr nach ihm, sind aber ungewöhnlich ernst."

"Harry Potter"-Schauspieler David Ryall gestorben

"Harry Potter"-Fans kannten ihn als Magier Elphias Doge

Der britische Film- und Theaterschauspieler David Ryall ist tot. Er starb bereits am ersten Weihnachtsfeiertag im Alter von 79 Jahren, wie die BBC heute berichtete. Ryall wurde international vor allem durch seine Rolle als Elphias Doge in "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1" bekannt. Er spielte außerdem in "In 80 Tagen um die Welt" (2004) und in "Der Elefantenmensch» von David Lynch (1980). Zuletzt amüsierte der Schauspieler die Briten als leicht dementer Großvater in der Familien-Sitcom "Outnumbered". Am 5. Januar wäre er 80 Jahre alt geworden.

41 Millionen britische Testamente sind ab sofort im Internet zugänglich

Jeder kann für zehn Pfund eine Kopie anfordern

Die Regierung gab in London bekannt, dass Testamente ab dem Registrierjahr 1858 abgerufen werden können. Unter den zugänglich gemachten Testamenten befinden sich jene von Prinzessin Diana, des ehemaligen Premierministers Winston Churchill und des Schriftstellers Charles Dickens. Wer sich dafür interessiert, ein Testament einsehen zu können, muss den Nachnamen der betroffenen Person und das Todesjahr eingeben. Innerhalb von zehn Tagen soll die Kopie des Testaments dann zugänglich gemacht werden.

Hochkarätige Cranach-Ausstellungen

Den 500. Geburtstag von Lucas Cranach dem Jüngeren nimmt der Freistaat Thüringen zum Anlass für ein Themenjahr

Unter dem Motto "Bild und Botschaft" auf dem Weg zum Reformationsjubiläum sind unter anderem drei große Ausstellungen vorgesehen. Im Herzoglichen Museum in Gotha wird ab Ende März die erste von drei großen Cranach-Ausstellungen im Freistaat gezeigt. Die Schau widmet sich dem Wirken der Malerfamilie Cranach im Dienst der entstehenden evangelischen Kirche und des kurfürstlichen Hofes. Dabei soll gezeigt werden, wie Kunst damals zum Mittel politischer Auseinandersetzungen wurde. Lucas Cranach der Jüngere (1515-1586), dessen 500. Geburtstag Anlass des Gedenkjahrs ist, setzte dabei die Tradition seines Vaters fort. Die Wartburg bei Eisenach widmet ihre Ausstellung ab 2. April den Lutherporträts aus der Wittenberger Cranach-Werkstatt. Dort entstanden zwischen 1520 und 1546 sieben verschiedene Porträttypen von Martin Luther, der mit dem Thesenanschlag 1517 die Reformation einleitete. In Weimar konzentriert sich die Klassik-Stiftung ab 3. April auf das Wirken Cranachs des Älteren in der damaligen Residenz. Der Maler verbrachte dort seine letzten Lebensjahre. Die Vorhaben in Gotha, Eisenach und Weimar korrespondieren mit dem Jahresthema der Lutherdekade, in der Bund, Länder und Gemeinden gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Deutschland das Verhältnis von Bild und Bibel in den Mittelpunkt rücken. Die Lutherdekade bereitet das 500-jährige Reformationsjubiläum 2017 vor.

Werke zweier Meister aus Leipzig in Aschaffenburg

Die Kunsthalle Jesuitenkirche in Aschaffenburg zeigt Werke von Werner Tübke und Michael Triegel

Unter dem Titel "Zwei Meister aus Leipzig" ist vom 24. Januar bis 19. April eine umfangreiche Auswahl an Gemälden zu sehen, die die markantesten Schaffensperioden der beiden Künstler deutlich machen sollen. Darunter finden sich viele Leihgaben aus wichtigen deutschen Museen, die jahrelang der Öffentlichkeit nicht zugänglich waren. Tübke gilt als Gründungsvater der Leipziger Schule, Triegel wiederum als einer der führenden Vertreter der Neuen Leipziger Schule. Beide kreierten Bildwelten, in denen Versatzstücke der antiken Mythologie, der biblischen Heilsgeschichte und des kunst- und kulturhistorischen Fundus von Dante bis Bronzino aufgegriffen, neu kombiniert und interpretiert würden.

Lage der Museen in Sachsen-Anhalt seit Jahren dramatisch

Viele Häuser stehen unter anderem schon lange ohne fachliche Leitung da

Laut Museumsverband von Sachsen-Anhalt sind die Direktorenstellen im Schlossmuseum und im Klopstockhaus Quedlinburg seit Jahren nicht besetzt. Im Museum für Stadtgeschichte Dessau wurde die Leitung eingespart und das Haus dem Museum für Naturkunde unterstellt. Dass die Ankaufsetats vieler Museen auf Null gesetzt worden seien, zeigt ebenfalls die dramatische Situation, in der sich die Museen befinden. Auch könnten seit Jahren bestehende Dauerausstellungen aus Geldmangel nicht neu gestaltet werden, heißt es weiter.

Fast 160.000 Unterschriften gegen "Pegida"

Die jüngst gestartete Online-Petition gegen die islamfeindliche "Pegida"-Bewegung entwickelt sich zu einem Internethit

Am Wochenende überschritt der Aufruf "Für ein buntes Deutschland" die Marke von 150.000 Unterstützern. Die Aktion ginge derzeit durch die Decke, sagte der Deutschlandchef von change.org, Gregor Hackmack in Berlin. Die Organisation stellt die Plattform für Online-Petitionen zur Verfügung. An Heiligabend hatte ein Privatmann aus Hannover die Unterschriftenaktion gestartet. Am Freitag hatten 30.000 Menschen unterzeichnet, am Sonntagmorgen bereits über 150.000. Seit Oktober veranstalten die sogenannten "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) in Dresden und anderen Städten Kundgebungen, die sich vor allem gegen Muslime und Zuwanderer richten. Zuletzt hatten am Montag rund 17.500 Menschen in der sächsischen Landeshauptstadt gegen eine vermeintliche Islamisierung protestiert. Dabei wurden vor allem Weihnachtslieder gesungen. Kirchenvertreter sprachen von einem Missbrauch der Weihnachtsbotschaft.

Sony bringt Playstation-Netzwerk wieder online

Nach einem mehrtägigen Ausfall brachte der Konzern das Netzwerk für Konsolen-Spieler wieder zum Laufen

Der Sony-Konzern räumte erstmals ein, dass er Ziel einer sogenannten Attacke geworden sei, bei der seine Server mit einer künstlich erzeugten Datenflut überschwemmt wurden und zusammengebrochen seien. Es könne noch vereinzelt zu Störungen im Betrieb kommen. Auch Microsoft bekam sein Games-Netzwerk zum Wochenende wieder in Gang. Die Netzwerke waren zu Weihnachten ausgefallen. Es war ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, denn die Konsolen sind ein populäres Weihnachtsgeschenk. Die Verantwortung für die Attacke übernahm eine Hacker-Gruppe mit dem Namen Lizard Squad.

Wegen Sanierungsarbeiten wird am 31. Dezember die Neue Nationalgalerie zu machen

Eine Ikone der Klassischen Moderne von Mies van der Rohe wird auf Jahre geschlossen

Nach fast einem halben Jahrhundert ununterbrochenem Betrieb muss der legendäre Glastempel zwischen Philharmonie und Landwehrkanal in der Nähe des Potsdamer Platzes in Berlin generalüberholt werden. Nach dem weltberühmten Pergamonaltar, der ebenfalls wegen Sanierungsarbeiten voraussichtlich bis 2019 nicht zu sehen ist, muss die Bundeshauptstadt damit langfristig auf ein zweites kulturelles Highlight verzichten. Eine der international wichtigsten Sammlungen moderner Kunst mit Schlüsselwerken von Pablo Picasso bis Andy Warhol, von Ernst Ludwig Kirchner bis Gerhard Richter wandert weitgehend ins Depot. Für das hochsensible Projekt zeichnet Stararchitekt David Chipperfield verantwortlich. "Wir wollen die Nationalgalerie so originalgetreu wie möglich sanieren. Man soll nachher wieder die architektonische Handschrift von Mies van der Rohe erkennen und nicht etwa die von Chipperfield", versicherte er. Die Sanierung soll in fünf Jahren abschlossen sein. Die endgültigen Kosten sind noch unklar, sie sollen laut Generaldirektor der Museen, Michael Eisenhauer, im hohen zweistelligen Millionen-Bereich liegen.

Polnischer Dichter und Dissident Baranczak ist tot

Stanislaw Baranzcak starb im Alter von 68 Jahren in den USA

Baranczak hatte an Parkinson gelitten, wie die polnische Zeitung "Gazeta Wyborca" berichtete. In seinen in den 1960er und 70er Jahren geschriebenen Gedichten zog Baranczak die Absurditäten des kommunistischen Systems ins Lächerliche. Er war 1977 Mitgründer des Komitees zur Verteidigung der Arbeiter (KOR), das als Antwort auf eine brutale Niederschlagung von Arbeiterprotesten gebildet wurde. Deswegen wurde er von der Universität in seiner Heimatstadt Posen entlassen. 1981 nahm er eine Dozentenstelle an der Harvard-Universität in den USA an. Die Stelle war auf drei Jahre befristet. Angesichts des Vorgehens der Kommunisten gegen die Solidarnosc-Bewegung blieb Baranczak in den USA. 1997 musste er wegen der Parkinson-Erkrankungen seine Dozentenstelle in Harvard aufgeben. Er wohnte in Newtonville

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Fazit

Kultursymposium WeimarDie Route wird neu berechnet
Auf dem Festivalgelände des E-Werks beim Kultursymposium in Weimar stehen Zelte, auf die Bilder und Schriften projiziert sind. (Joerg Glaescher/Goethe-Institut)

Die Welt wird komplexer, Orientungslosigkeit macht sich breit allenthalben. Dem setzt das Goethe-Institut in Weimar sein Kultur-Symposium entgegen, bei dem Experten aus allen Bereichen mit Künstlern nach Antworten auf die Fragen der Zukunft suchen.Mehr

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