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Kulturnachrichten

Dienstag, 23. Dezember 2014

Kunsthistoriker protestieren gegen weitere Kunstverkäufe

Umgang mit zwei Warhol-Werken löste Debatte über Verkauf von Kunst aus öffentlichen Sammlungen aus

Der Verband Deutscher Kunsthistoriker hat bei der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) gegen weitere Verkäufe von Kunstwerken aus öffentlichem Besitz protestiert. Was sich im November mit dem Verkauf der Warhol-Werke angekündigt habe, scheine in noch weitaus erschreckenderem Rahmen mit der Kunstsammlung der Portigon AG fortgesetzt zu werden, heißt es in dem Offenen Brief des Verbandes, der heute in Bonn veröffentlicht wurde.
Viele der Werke befänden sich an öffentlichen Orten, mitunter seit Jahrzehnten als Dauerleihgaben in nordrhein-westfälischen Museen. Die Pläne seien ein "besorgniserregender Dammbruch".
Der Portigon AG war der Kunstbesitz der WestLB übertragen worden, die als Landesbank über Jahrzehnte Kunst angekauft hatte. Zu der über 200 Werke umfassenden Sammlung der Portigon AG zählten Werke von August Macke, Gabriele Münter, Joseph Beuys, Eduardo Chillida, Günther Uecker und Isa Genzken. NRW-Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) hatte eine offene Debatte über den Umgang mit Kunst landeseigener Unternehmen gefordert.
Die Westspiel GmbH, Eigentum des Landes NRW, hatte im November zwei Warhol Werke versteigern lassen und über 100 Millionen Euro eingenommen.

Britische Rock-Legende Joe Cocker im Alter von 70 Jahren gestorben

Blues-Sänger hatte Durchbruch beim Woodstock-Festival 1969

Mit gefühlvoller Reibeisenstimme und wildem Armefuchteln hat Joe Cocker vor mehr als vier Jahrzehnten den Durchbruch geschafft. Am Sonntag erlag die britische Rock- und Blues-Legende im Alter von 70 Jahren einem Krebsleiden, wie sein Agent und seine Plattenfirma Sony mitteilten. Cockers Versionen von "Unchain My Heart" und "You Are So Beautiful" bleiben unvergessen. Nach Angaben seines Agenten Barrie Marshall starb Cocker am Sonntagabend in den USA. Er sei "zweifellos der größte Rock- und Soulsänger, den Großbritannien jemals hervorgebracht hat", erklärte Marshall. Die "Yorkshire Post" aus Cockers englischer Heimatstadt Sheffield berichtete, er sei im US-Staat Colorado gestorben, wo sich der Sänger vor zwei Jahrzehnten mit seiner Frau niedergelassen hatte. Nach Angaben von Sony litt Cocker an Lungenkrebs.
Der gelernte Klempner begann seine Karriere in kleinen Pubs. Seinen Durchbruch schaffte er beim Woodstock-Festival 1969 mit einer legendären Interpretation des Beatles-Hits "With A Little Help From My Friends". Zu seinen größten Hits zählten "Unchain My Heart", "You Are So Beautiful" und "Up Where We Belong" mit Jennifer Warnes.
Cockers Karriere umspannte mehr als vier Jahrzehnte. 2013 wurde er mit der "Goldenen Kamera" für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Die Queen hob ihn in den Ritterstand.

Älteste jüdische Bibliothek im deutschsprachigen Raum bleibt erhalten

Schließung zum Jahresende schien unausweichlich

Die Bibliothek der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ) mit ihren 50.000 Bänden bleibt erhalten. Es handelt sich um die älteste jüdische Bibliothek im deutschsprachigen Raum, wie die jüdische Schweizer Wochenzeitung "tachles" heute berichtet. Eine Spendenaktion habe das nötige Geld zusammengebracht. Ursprünglich wollte die Gemeinde die Bibliothek demnach im Frühjahr 2014 aus Spargründen schließen.
2009 wurde die 1939 gegründete Bibliothek aufgrund ihrer besonderen Bestände mit dem Titel "Kulturgut von nationaler Bedeutung" ausgezeichnet, berichtet "tachles" weiter. Die wertvollsten Stücke stammten aus dem Breslauer Rabbinerseminar, das 1938 von den Nationalsozialisten zerstört wurde. Angesichts der drohenden Schließung wegen Geldmangels gründeten prominente Schweizer Juden den Verein für Jüdische Kultur und Wissenschaft (VJKW), um das Kulturgut zu retten. Als Präsident wirkt der Schriftsteller Charles Lewinsky.

Yasmina Reza schreibt Stück für die Schaubühne

Die Uraufführung soll im Mai 2015 stattfinden

Die französische Schriftstellerin und Theater-Autorin Yasmina Reza ("Der Gott des Gemetzels") arbeitet an einem Stück für die Berliner Schaubühne. Sie habe schon seit längerem für deren Regisseur und künstlerischen Leiter Thomas Ostermeier schreiben wollen, zitierte das Theater die Autorin in einer Mitteilung am Dienstag. Das Stück «Bella Figura» soll im Mai 2015 uraufgeführt werden. Es handelt den Angaben zufolge von einem Unternehmer, dessen bürgerliche Fassade zusammenbricht. Mitspielen sollen unter anderem Nina Hoss und Mark Waschke.

Fast 300 Kulturstätten in Syrien vom Bürgerkrieg betroffen

24 Stätten wurden während des Konflikts vollständig zerstört

Durch den Bürgerkrieg in Syrien sind laut einem Bericht der Vereinten Nationen fast 300 Kulturstätten des Landes beschädigt, geplündert oder gänzlich zerstört worden. Uralte Kulturstädte wie Aleppo, Damaskus oder Raka sowie die römische Ausgrabungsstätte Palmyra oder die Kreuzfahrerfestung Krak des Chevaliers hätten "bedeutende Schäden" erlitten, erklärte das UN-Institut für Ausbildung und Forschung (Unitar) heute nach der Auswertung von Satellitenbildern aus 18 Regionen des Landes. Dabei wurden in 290 Kultur- und Ausgrabungsstätten Schäden festgestellt. 24 Stätten wurden demnach ganz zerstört, 104 erheblich beschädigt und 84 teilweise in Mitleidenschaft gezogen. 77 weitere erlitten wahrscheinlich ebenfalls Schäden. "Diese Analyse gibt ein alarmierendes Zeugnis der Verwüstungen, die weiterhin das kulturelle Erbe Syrien treffen", erklärte Unitar. Die nationalen und internationalen Bemühungen müssten verstärkt werden, um einen möglichst großen Teil des bedeutenden Erbes der Menschheit in Syrien zu retten. Die sechs Weltkulturerbestätten Damaskus, Palmyra, Bosra, die Altstadt von Aleppo, die Toten Städte in Nordsyrien und Krak des Chevaliers wurden im Sommer 2013 von der Unesco auf die Liste des bedrohten Kulturerbes gesetzt. Besonders in der heftig umkämpften Altstadt von Aleppo gab es erhebliche Schäden. "Was sich in Syrien abspielt, ist traurig für Syrien und die Welt. Die Menschheit ist dabei, tausende Jahre ihres Erbes zu verlieren", sagte der Direktor des UN-Satellitenprogramms, Einar Bjorgo. Vielleicht könne einiges wiederaufgebaut werden, doch was geplündert worden sei, sei auf Dauer verloren.

Berliner Ambulanz profitiert von der Spendenkampagne "Ice Bucket Challenge"

Videoaktion im Kampf gegen ALS bringt 1,6 Millionen Euro ein

Die Internetaktion "Ice Bucket Challenge" hat der Berliner Ambulanz für Patienten mit der seltenen Krankheit ALS rund 1,6 Millionen Euro Spenden gebracht. Das Geld soll der Ambulanz und der Forschung zugutekommen, wie Leiter Prof. Thomas Meyer der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Anlaufstelle an der Charité-Klinik kümmert sich um Patienten mit der unheilbaren Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS).
Bei der "Ice Bucket Challenge", die im Sommer 2014 startete, duschten die Teilnehmer mit Eiswasser, stellten Videos davon ins Netz und warben für den Kampf gegen ALS. "Es war ein Strohfeuer, aber extrem positiv", bilanziert Meyer.

Fotograf Bulent Kilic von "Time" zum besten Agenturfotografen gekürt

Atemraubende Bilder von der Ukraine, Soma und Kobane

Für seine Bilder von der syrischen Grenze, aus der Türkei und aus der Ukraine ist AFP-Fotograf Bulent Kilic vom renommierten US-Nachrichtenmagazin "Time" zum Agenturfotografen des Jahres gekürt worden. Der 35-jährige Türke habe sich "systematisch im Herzen der Nachrichten befunden", hieß es in der Würdigung, die gestern abend veröffentlicht wurde. Als Beispiel nannte "Time" Kilics Aufnahmen von Luftangriffen auf die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in der syrisch-türkischen Grenzstadt Kobane. Seine "packenden, lebendigen, einprägsamen Bilder" hätten Fotoredakteure auf der ganzen Welt in ihren Bann gezogen, schrieb Olivier Laurent, Redakteur des "Time"-Fotoblogs LightBox. Kilics Heimatredaktion ist in Istanbul. Er begann das Jahr mit Fotos von Massendemonstrationen in der Ukraine, machte aber unter anderem auch Bilder von dem verheerenden Kohlegrubenunglück in Soma in der Türkei, bei dem im Mai 301 Menschen ums Leben gekommen waren.Im Oktober machte Kilic mit einem Teleobjektiv von der türkischen Grenze aus ein atemraubendes Bild: Ein IS-Milizionär läuft in der Morgendämmerung vor einem gigantischen, von einer Bombe aufgeschossenen Staub- und Feuerpilz.
"Time" vergibt den Preis für den besten Agenturfotografen seit 2010.

Daniel Barenboim rügt Besucherin in Mailänder Oper wegen Blitzlichts

"Wer bei Konzerten fotografiert, ist ungezogen"

Pianist Daniel Barenboim hat ein Konzert in der Mailänder Scala unterbrochen und einer Besucherin die Leviten gelesen, weil sie fotografiert hatte. Kurz nach Beginn einer Klaviersonate von Franz Schubert flackerten am Montagabend nach Medienangaben Blitzlichter auf. "Am ersten Abend habe ich Sie im Scherz ermahnt, das nächste Mal musste ich es wiederholen. Jetzt meine ich es ernst ... Wer bei Konzerten fotografiert, ist ungezogen", zitierte heute die Zeitung "La Repubblica" den 72-jährigen Pianisten und Dirigenten.
Nach dem Applaus des Publikums setzte Barenboim, der im Mailänder Opernhaus einen Schubert-Zyklus spielte, das Konzert fort.

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