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Kulturnachrichten

Freitag, 19. Dezember 2014

Suhrkamp will zügig Aktiengesellschaft werden

Insolvenzverfahren kann aufgehoben werden

Nachdem das Bundesverfassungsgericht die Umwandlung in ene Aktiengesellschaft gebilligt habe, sei der Weg für den Insolvenzplan jetzt endgültig frei, erklärte Suhrkamp-Sprecherin Tanja Postpischil in Berlin. Der langjährige Rechtsstreit zwischen Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz und Miteigentümer Hans Barlach ist nach Einschätzung von Suhrkamp damit zu Ende. Eine weitere Rechtsbeschwerde von Barlachs Medienholding sei nicht mehr möglich. Für den Hamburger Medienunternehmer, Enkel des Bildhauers Ernst Barlach, bedeutet die Umwandlung in eine AG einen weitgehenden Verlust seiner Mitspracherechte beim Traditionsverlag. Er behält zwar seinen Anteil von 39 Prozent am Unternehmen, kann aber nicht mehr in das Alltagsgeschäft des Verlages eingreifen.

Bundesrat billigt Grundgesetzänderung bei Bildung und Wissenschaft

Bund und Länder dürfen enger zusammenarbeiten

Mit der Neufassung von Artikel 91b des Grundgesetzes wird das sogenannte Kooperationsverbot gelockert. Damit kann der Bund Hochschuleinrichtungen der Wissenschaft, Forschung und Lehre künftig auch langfristig institutionell fördern.
Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sprach von einer längst überfälligen Korrektur. Es sei aber nur ein "erster Schritt". Das Kooperationsverbot müsse ganz fallen. Länder und Kommunen trügen derzeit mehr als 90 Prozent aller Bildungsausgabe.
Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) sagte, nun sei es möglich strategisch über den Hochschulbereich zu sprechen. Das gelte etwa bei den Exzellenzinitiativen. Außeruniversitäre Forschung und Universitäten könnten nun auf Augenhöhe sprechen. Auch die Finanzierung des Hochschulbaus sei wieder möglich. Sie sprach sich dafür aus, dass die Länder weiterhin grundsätzlich für die Hochschulen zuständig sind.

Bislang unbekannte Autobiografie Telemanns entdeckt

"Sensationeller Fund" des Barockkomponisten ist möglicherweise verworfene Fassung für ein Musikerlexikon

Im Historischen Staatsarchiv Lettlands ist eine bislang unbekannte Autobiografie des Barockkomponisten Georg Philipp Telemann (1681-1767) entdeckt worden. Der Text befindet sich im Nachlass des Rigaer Kantors Georg Michael Telemann, dem Enkel des Hamburger Musikdirektors, wie das Magdeburger Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung am Freitag mitteilte. Der Mitarbeiter und Musikwissenschaftler Ralph-Jürgen Reipsch habe den "sensationellen Fund" in der Zeitschrift "Die Musikforschung" publiziert.
Bei Telemanns Schrift von etwa 1738 könne es sich um eine eigenständige, aber verworfene Fassung für das Musikerlexikon «Grundlage einer Ehren-Pforte» handeln, hieß es weiter. In seinem vierseitigen Manuskript schildere Telemann seine Lebensumstände unter den Rubriken Eltern, Erziehung, Studien, Music und Ehrenstellen.

"Körperwelten"-Museum kein Verstoß gegen Berliner Bestattungsgesetz

Gericht sieht keinen Grund für Museumsverbot am Fernsehturm

Das geplante "Körperwelten"-Museum am Berliner Alexanderplatz verstößt nicht gegen das Bestattungsgesetz des Landes. Das entschied das Verwaltungsgericht Berlin. Auch wenn die Plastinate nach dem Wortlaut des Gesetzes immer noch Leichen seien, habe der Gesetzgeber solche plastinierten Leichen im Bestattungsgesetz nicht mit erfassen wollen, begründete das Gericht seine Entscheidung.
Der Eröffnung eines Museums von plastinierten menschlichen Körpern und Körperteilen in den Sockelbauten des Fernsehturms im Januar steht damit nichts mehr im Weg.
Das Bezirksamt Mitte hatte das Museum unter Verweis auf das Berliner Bestattungsgesetz verbieten wollen. Dagegen hatte die Gesellschaft, zu der das Museum gehört, geklagt. Der Wissenschaftler und Unternehmer Gunther von Hagens hat die Ausstellung "Körperwelten" als Wanderausstellung bisher in 19 deutschen Städten gezeigt, darunter dreimal in Berlin.

Magischer Realist: Autor Fritz Rudolf Fries gestorben

Sein Debütroman war eine literaisches Ereignis

Der Schriftsteller Fritz Rudolf Fries, der in seinen Büchern über Glücksritter, Träumer und Zeitreisende an den magischen Realismus des lateinamerikanischen Romans anknüpfte, ist tot. Fries sei bereits am 17. Dezember im Alter von 79 Jahre gestorben, teilte der Wallstein Verlag mit.
Fries, der in Petershagen bei Berlin wohnte, war Sohn eines deutschen Kaufmanns und einer Spanierin. 1942 gelangte die Familie nach Deutschland. Während seines Studiums im Leipzig der 50er Jahre hörte er Vorlesungen bei Ernst Bloch, Hans Mayer und Werner Krauss.
Sein Debütroman «Der Weg nach Oobliadooh«, mit dem er auf einen Schlag bekannt wurde, konnte in der DDR mehr als 20 Jahre lang nicht erscheinen. Fries war auch Übersetzer aus dem Spanischen, Englischen und Französischen. Nach dem Mauerfall bekannte er sich dazu, Stasi-IM gewesen zu sein.

George Clooney prangert fehlende Solidarität Hollywoods mit Sony an

Petition von Filmstar nach Hacker-Attacke wegen Nordkorea-Film erfolglos

Nach der Hacker-Attacke wegen der Nordkorea-Satire "The Interview" hat US-Filmstar George Clooney die fehlende Solidarität in Hollywood mit der Produktionsfirma Sony angeprangert. Clooney sagte in einem Interview mit der Branchen-Website "Deadline", dass sich Prominente und einflussreiche Persönlichkeiten aus dem Filmgeschäft geweigert hätten, eine von ihm in Umlauf gebrachte Petition zur Unterstützung von Sony zu unterzeichnen. "Jeder ist in Deckung gegangen", sagte er.
Eine Gruppe mit dem Namen Guardians of Peace (GOP) hatte Ende November einen Hackerangriff auf Sony gestartet und interne Dokumente und E-Mails der Produktionsfirma im Internet veröffentlicht. Vor einigen Tagen sprach die Gruppe wegen "The Interview" dann ominöse Drohungen aus und erinnerte an die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA. Sony zog den Film, in dem es um ein fiktives Mordkomplott gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un geht, daraufhin kurz vor dem für den ersten Weihnachtstag geplanten Kinostart zurück.
US-Medien zufolge hegen die Sicherheitsbehörden der USA den Verdacht, eine auf Cyber-Attacken spezialisierte nordkoreanische Eliteeinheit stecke hinter den Drohungen.

Studio Babelsberg erwartet Millionenverlust

Trotz Große Namen war 2014 ein schlechtes Jahr für den Traditionsstandort

Die Studio Babelsberg AG in Potsdam wird 2014 rote Zahlen schreiben. «Ich rechne mit einem Verlust von 2,5 Millionen Euro», sagte der Vorstandsvorsitzende Carl Woebcken dem "Handelsblatt". Woebecken weiter: "Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr überleben." Zwei wichtige Produktionen seien nicht zustande gekommen.
«Es mangelt an Planungssicherheit», sagte Studio-Vorstand Christoph Fisser der Deutschen Presse-Agentur. Hintergrund sei die Diskussion um Kürzungen des Deutschen Filmförderfonds (DFFF) gewesen.

Archiv von Hans Magnus Enzensberger kommt nach Marbach

Entwürfe und Briefe sollen für die Forschung erschlossen werden

Das Archiv des Schriftstellers Hans Magnus Enzensberger (85) kommt ins Deutsche Literaturarchiv in Marbach am Neckar. Rund 100 Archivkästen mit Manuskripten, Dokumenten und Materialien sowie seine Hand- und Arbeitsbibliothek werden in den nächsten Jahren nach und nach übernommen und können für die Forschung erschlossen werden, teilte das Archiv mit.
Der gebürtige Schwabe Enzensberger war einer der führenden Denker des Literatenbundes "Gruppe 47" und Protagonist der Studentenrevolte der 1960er Jahre. Er schrieb Gedichtbände wie "verteidigung der wölfe" und Romane wie "Der kurze Sommer der Anarchie".
"Zu fast allen Werken Hans Magnus Enzensbergers sind Entwürfe und Vorstufen überliefert, die als Grundlage für zukünftige biografische Arbeiten und textkritische Ausgaben unerlässlich sind" heißt es in einer Mitteilung. Sein Archiv enthalte wichtige Korrespondenzen etwa mit Theodor Adorno, Heinrich Böll, Paul Celan, Rudi Dutschke, Pablo Neruda oder Günter Grass.

Bildhauer Richard Serra erhält Jawlensky-Preis

18.000 Euro für herausragende Künstler

Der US-amerikanische Bildhauer Richard Serra erhält den mit 18.000 Euro dotierten Jawlensky-Preis der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Der Umgang des 75-Jährigen mit Blei, Stahl oder Ölkreide zeuge von Kraft und Sensibilität, teilte die Jury am Freitag zur Begründung mit. «Er schafft wirkmächtige Skulpturen, Leinwände und Arbeiten auf Papier, deren Umsetzung sehr feines Gespür für räumliche Situationen erfordert.»
Der in San Francisco geborene Richard Serra zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Bildhauern.

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