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Kulturnachrichten

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Ministerpräsidenten einig über Reform von ZDF-Staatsvertrag

Reaktion auf Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom März 2014

Die Ministerpräsidenten der Länder haben sich auf eine Reform des ZDF-Staatsvertrags geeinigt. Sie reagieren damit auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass im März entschieden hatte, dass der Einfluss von Staat und Politik auf den Sender verringert werden muss. Wie die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) heute in Berlin mitteilte, soll der ZDF-Fernsehrat künftig 60 statt 77 Sitze haben. Davon werden 20 statt wie bisher 34 Sitze an Vertreter von Parteien und Politik gehen. Davon sollen 16 Vertreter von den Ländern entsandt werden, zwei vom Bund und zwei von den Kommunen. Weitere 24 Mitglieder (bisher 27) des ZDF-Fernsehrates sollen von Verbänden und Organisationen gestellt werden. Die Bundesländer werden zudem 16 Vertreter aus einzelnen gesellschaftlichen Gruppen in das Gremium entsenden, jedes Bundesland einen. Über den Vertrag müssen die Länderparlamente noch entscheiden. Er soll laut Dreyer dann am 1.Januar 2016 in Kraft treten. Im März erst hatte das Bundesverfassungsgericht erklärt, dass mehrere Regelungen des ZDF-Staatsvertrags nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Der Einfluss von Politikern auf das Programm müsse eingeschränkt werden, der Anteil von "staatsnahen Personen" sowie Politikern von derzeit 44 Prozent auf ein Drittel reduziert werden.

Grabstätte von Pharaonen-Königin in Luxor entdeckt

Archäologen erhoffen sich Erkenntnisse zu Königin Karomama

In Luxor ist die Grabstätte einer Pharaonen-Königin entdeckt worden. Wie das Antikenministerium in Kairo heute mitteilte, fand ein Team aus französischen und ägyptischen Archäologen in dem Grab die Fragmente von 20 Grabstatuen, auf denen der Name der Königin Karomama steht. Laut Ministerium werden die Funde erlauben, mehr über "diese bedeutende Persönlichkeit" zu erfahren. Es betonte, bisher seien nur wenige Artefakte mit Bezug zu der Königin entdeckt worden, darunter eine mit Bronze bedeckte Statue, die sich im Pariser Louvre-Museum befindet.

Käthe-Kollwitz-Preis 2015 der Akademie der Künste geht an Bernard Frize

Der Franzose überzeugt auch mit seiner sinnlichen und konzeptionelle Arbeitsweise

Bernard Frize erhält den Käthe-Kollwitz-Preis 2015. Mit der Auszeichnung ehrt die Akademie der Künste den französischen Künstler für seinen bedeutenden Beitrag zur Malerei und würdigt sein außerordentlich vielschichtiges und umfangreiches Werk. Seiner Arbeitsweise liegen selbstgeschaffene Regeln und Systeme zu Grunde, die faszinierend, eigenwillig und konsequent ist, so die Jury. Die mit 12.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 10. September 2015 in Berlin verliehen. Anlässlich der Preisvergabe zeigt die Akademie der Künste in ihrem Gebäude am Hanseatenweg vom 11. September bis zum 25. Oktober 2015 eine Ausstellung mit ausgewählten Gemälden von Bernard Frize. Der Betrachter spürt den von Frize geschaffenen Systemen in den Bildern nach, er „aktiviert“sie, wie der Künstler sagt: „A painting is an object hung on the wall waiting for people to come and activate it."Diese Systeme erscheinen überraschend einfach und erweisen sich dabei gleichzeitig als kompositorisch kompliziert. Zum Beispiel folgen senkrecht und waagrecht geführte Farbstränge gesetzten Regeln, die auf sich selbst bezogen logisch sind und keine Referenz außerhalb des Bildes haben. Die Maltechnik und der Prozess des Farbauftrags bleiben immer nachvollziehbar und werden zugleich auch zum Bildinhalt. Jedes Bild ist auf diese Weise neu choreografiert und in sich überzeugend und vielschichtig.

Tagung in Berlin gegen Raub und Plünderung von Kulturgütern

Deutschland will den illegalen Handel mit Kulturgütern durch neue Maßnahmen eindämmen

In Berlin beraten heute und morgen Fachleute darüber, wie Raub und illegaler Handel mit Kulturgütern eingedämmt werden können. Ein Schwerpunkt liegt auf den Krisenstaaten des Nahen Ostens, in denen archäologische Grabungsstätten und Museen derzeit besonders von Plünderungen betroffen sind. Terrornetzwerke wie der "Islamische Staat" finanzieren sich über den Verkauf wertvoller Stücke. Deutschland will den illegalen Handel mit Kulturgütern durch schärfere Kontrollen eindämmen. Wer in Zukunft Antiken nach Deutschland einführt, sollte für jedes Stück eine Exporterlaubnis des Herkunftslandes vorlegen müssen, erklärte heute Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Sie wolle bis Mitte 2015 dafür eine Gesetzesnovelle vorlegen. Der Handel mit Kulturgütern müsse auf Objekte mit legalem Ursprung beschränkt werden, erklärte Grütters zur Eröffnung einer Konferenz über Kulturraub in Berlin. Die Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts, Friederike Fless, forderte, mehr für die Identifizierung einzelner Stücke zu unternehmen. Mit einer "Objekt-ID" könnte der Ursprung von jedem Stück besser nachvollzogen werden. Im Auswärtigen Amt beraten bis morgen rund 250 Experten über die Folgen der Plünderung von Kulturstätten, darunter in Nahost, Afrika und Lateinamerika.

Innovationspreis 2014 des Fonds Soziokultur für Halberstädter Theaterprojekt

Jury würdigt Arbeit mit behinderten und nicht behinderten Jugendlichen

Der Förderverein der Grundschule "Miriam Lundner" in Halberstadt wird mit dem Innovationspreis 2014 des Fonds Soziokultur ausgezeichnet. Gewürdigt werde das Projekt "Wir machen Theater" bei dem 80 Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung mitgearbeitet haben, wie der Fonds Soziokultur heute mitteilte. Mit Unterstützung von Theaterprofis und Pädagogen stellten sie innerhalb eines halben Jahres ein eigenes Stück zum Thema "Zeitnot" auf die Beine. Dabei kümmerten sie sich um alle Bereiche von der Gestaltung des Bühnenbildes über die musikalische Begleitung bis hin zur Choreographie der Einzelszenen. Dafür bekommt der Verein nun 6000 Euro.

Leipziger Buchmesse 2015 rückt Israel in den Blickpunkt

Autoren werden die unterschiedlichen Facetten des deutsch-israelischen Verhältnisses zeigen

Die Leipziger Buchmesse 2015 rückt Israel in den Blickpunkt. Anlass für diesen Messeschwerpunkt seien die seit 50 Jahren bestehenden deutsch-israelischen Beziehungen, teilte die Messe heute mit. Zahlreiche israelische Schriftsteller werden in Leipzig erwartet, darunter Amos Oz und Meir Shalev. Den Besuchern solle die Gelegenheit zur Begegnung und zum Austausch über die aktuelle Lage in Nahost geboten werden, erklärte Buchmesse-Direktor Oliver Zille. Die Leipziger Buchmesse wird vom 12. bis 15. März 2015 veranstaltet. 2014 hatte sich die Schweiz als Gastland in Leipzig präsentiert.

Bundespräsident würdigt Ralf Giordano

Schriftsteller im Alter von 91 Jahren gestorben

Bundespräsident Joachim Gauck würdigte Ralf Giordano als einen "wortgewaltigen und streitbaren Aufklärer, einen engagierten Schriftsteller und einen leidenschaftlichen Demokraten". Giordano habe als Jude während des Dritten Reiches am eigenen Leib erleben müssen, was Diktatur und Rassismus Menschen antun. Er sei ein entschiedener Kämpfer gegen jede Form von Antisemitismus gewesen, schrieb Gauck. "Mit seiner literarischen und publizistischen Arbeit und seiner Begabung zum pointierten Zwischenruf hat er unser Land wesentlich mitgestaltet.
Wir werden seine Stimme vermissen."
Giordano starb in der vergangenen Nacht in einem Kölner Krankenhaus. Vor einigen Wochen hatte er sich bei einem Sturz einen Oberschenkelhalsbruch zugefügt.

Raubkunst-Stiftung soll Arbeit zum 1. Januar aufnehmen

Nach dem Fall Gurlitt hat sich Deutschland dazu bekannt die Herkunft geraubter Kunstwerke aus der NS-Zeit schneller ermitteln zu wollen

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste soll zum 1. Januar 2015 die Arbeit in Magdeburg in Sachsen-Anhalt aufnehmen. Derzeit laufe das Verfahren für die Unterzeichnung der Gründungsdokumente, teilte ein Sprecher der Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit. In der kommenden Woche werde voraussichtlich der Landtag von Nordrhein-Westfalen der Errichtung zustimmen - das sei das letzte Bundesland, von dem noch eine Zustimmung fehle. Ziel des Deutschen Zentrums für Kulturgutverluste ist, Raubkunst aus der Zeit des Nationalsozialismus schneller zu ermitteln. In der Einrichtung werden Mitarbeiter der bisherigen Koordinierungsstelle Magdeburg und der Arbeitsstelle für Provenienzforschung (Herkunftsforschung) beschäftigt sein. Stifter sind der Bund, die Länder und die kommunalen Spitzenverbände.
Der Fall Gurlitt hatte die Bedeutung des Themas NS-Raubkunst deutlich gemacht. Im November 2013 waren bei dem inzwischen verstorbenen Kunsthändlersohn Cornelius Gurlitt in München Hunderte Bilder gefunden worden. Es wird vermutet, dass einige davon Raubkunst sind.

Literaturnobelpreis für Modiano

Verleihung fand in Stockholm statt

Die schwedische Jury hatte dem französischen Schriftsteller Patrick Modiano ("Gräser der Nacht") die Auszeichnung im Oktober zugesprochen. Gewürdigt wurde Modiano für seine "Kunst der Erinnerung, mit der er die unbegreiflichsten menschlichen Schicksale wachgerufen" habe. Schwedens König Carl XVI. Gustaf überreichte dem 69-jährigen den mit acht Millionen schwedischen Kronen (rund 860 000 Euro) dotierten Nobelpreis. Modiano gilt als öffentlichkeitsscheu. Die Zuerkennung des Preises an ihn hatte er in der traditionellen Nobelrede am Sonntag "irreal" genannt.

SWR-Intendant Boudgoust wird Arte-Präsident

Intendant tritt das Amt 2016 an

Boudgoust löst dann die Französin Véronique Cayla (64) ab, die das Amt seit 2011 hatte. Das Vorschlagsrecht für die Präsidentschaft-Periode bis Ende 2020 liege turnusgemäß auf der deutschen Seite, hieß es weiter. Boudgoust, der sich innerhalb der ARD besonders für den Jugendkanal eingesetzt hat, ist seit Mai 2007 SWR-Intendant. Dieses Amt wird er auch weiterhin ausüben. Er hatte 2009 und 2010 den Vorsitz der ARD inne.

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