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Kulturnachrichten

Samstag, 6. Dezember 2014

Griechischer Schriftsteller Menis Koumandareas ermordet

Der 83-Jährige wurde tot in seiner Wohnung aufgefunden

Der bekannte griechische Schriftsteller Menis Koumandareas ist ermordet worden. Der 83-jährige Autor sei heute tot in seiner Wohnung in Athen aufgefunden worden, teilte die Polizei mit. Koumandareas, der Verletzungen an Hals und Gesicht aufwies, wurde demnach Opfer eines Mordes. Koumandareas verfasste rund 20 Romane und Erzähl- und Essaybände, die mehrfach ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Nach Angaben der Polizei wies der Autor Hinweise auf Ersticken auf. Den ersten Ermittlungsergebnissen zufolge war er gestern Abend in seinem Viertel nahe der Athener Innenstadt mit einigen Freunden unterwegs. Was danach geschah, ist bisher unklar. Koumandareas arbeitete zunächst für Reedereien und Versicherungskonzerne, bevor er sich ganz der Literatur widmete. Der Autor, der Athen nur selten verließ, erhielt zwei Mal den staatlichen Romanpreis. Seine Werke wie "Glasfabrik", "Das Trikot mit der Neun" und "Mein fantastischer Frisiersalon", die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden, drehen sich vielfach um die Athener Mittelklasse in der Nachkriegsgesellschaft. Koumandareas, der einen klaren und einfachen Stil pflegte und als Vertreter des sozialen Realismus galt, machte sich auch als Übersetzer von englischsprachigen Autoren wie Scott Fitzgerald, William Faulkner und Ernest Hemingway einen Namen.

Deutscher Menschenrechts-Filmpreis verliehen

Thema Flucht im Zentrum der ausgezeichneten Beiträg

Mit dem Deutschen Menschrechts-Filmpreis sind in diesem Jahr insbesondere Beiträge zu den Themen Flucht und Asyl ausgezeichnet worden. Vier von sechs Preisträger-Filmen beschäftigen sich mit dem Schicksal von Flüchtlingen, wie die Organisatoren am Samstag bekanntgaben. Fast ein Drittel aller eingereichter Filme habe sich diesem Thema gewidmet, erklärte der Sprecher des Menschenrechts-Filmpreises, Marco Junghänel, am Samstag in Nürnberg. Die "aufopfernde und zeitintensive" Arbeit der Autoren der Filme, die sich mit Menschenrechten beschäftigen, hob Jurymitglied und Filmemacher Pagonakis Pagonakis hervor. Für solche Beiträge sei in den Sendern weniger Budget vorhanden als für Sport oder Unterhaltung, erklärte Pagonakis. Deswegen seien Ehrungen wie der Menschenrechts-Filmpreis neben der Quote "die zweite Währung".
Den erstmals vergebenen Preis in der Kategorie "Langfilm" holte sich eine Dokumentation über den jungen Shin Dong-hyuk, der 1983 in einem nordkoreanischen Umerziehungslager geboren wurde. Der Film "Camp 14 - Total Control Zone" ist eine Koproduktion von BR, WDR und arte. Der 101 Minuten lange Streifen von Marc Wiese, der bereits 2004 zu den Preisträgern gehörte, sei "ein wichtiges Zeitdokument", urteilte die Jury. Er lasse auch zwei Täter zu Wort kommen. In der Kategorie Magazinbeitrag gewann "Yussuf - die Geschichte einer Flucht", ein Film für das ARD-Magazin Kontraste. Darin geht es um einen jungen Mann aus Somalia, der in seiner Heimat kurz davor stand, ein bekannter Fußballer zu werden, von mächtigen Clans aber dann vertrieben wurde und in einem überfüllten Flüchtlingsboot nach Italien kam. Der Beitrag erzähle eine Fluchtgeschichte, die für Hunderte stehe und das Versagen der europäischen Flüchtlingspolitik verdeutliche, hieß es in der Begründung der Jury. Der MDR-Kinderfilm "Mohammed auf der Flucht" von Guido Holz erhielt den Preis für den besten Kurzfilm. Der Beitrag veranschauliche beispielhaft das Schicksal geflüchteter syrischer Kinder in einer Weise, dass er Kinder erreiche, ohne zu verharmlosen oder die Zuschauer zu verängstigen, befand die Jury. Die Auszeichnung in der Kategorie "Bildung" holte sich Behrooz Karamizade mit "Bahar im Wunderland", einer Reise eines kleinen Mädchens mit seinem Vater in eine völlig fremde Welt. Der Gewinnerfilm in dieser Sparte wird aus allen Einsendungen ermittelt und eignet sich nach Ansicht der Jury für die Bildungsarbeit. Preisträger in der Kategorie "Filmhochschule" wurden Anna Frances Ewert und Nadesha Falk Müller mit "Nadesha". Sie zeigen Roma-Familien in einem bulgarischen Stadtviertel, die mit dem täglichen Überleben beschäftigt sind. In der Kategorie "Amateure" wurde der Film "Finde den Fehler" ausgezeichnet. In knapp zwei Minuten öffne der Film einen humorvollen Blick auf Vorurteile über homosexuelle Lebensformen, hieß es. Gewinner ist der österreichische "Verein zur Förderung komplementärer Diversitätsstrukturen".
Den Menschenrechts-Filmpreis loben seit 1998 alle zwei Jahre 18 Menschenrechtsorganisationen aus, darunter amnesty international, die deutsche UNESCO-Kommission und das katholische Missionswerk missio.

EU-Kommissar Oettinger plant digitales Fortbildungsprogramm

Kommunen sollen sich an den Kosten beteiligen

Mit einem Fortbildungsprogramm will EU-Kommissar Günther Oettinger die Computer- und IT-Kenntnisse der Bürger fördern. Dazu sollten in der Europäischen Union 30 Millionen Gutscheine für Weiterbildungsmaßnahmen vergeben werden, sagte Oettinger der Zeitung "Bild". "Unterstützung könnten vielleicht drei Gruppen bekommen: Jugendliche und Arbeitslose, um sich für den Arbeitsmarkt fit zu machen, und Ältere, um im Alltag oder auch im Job die ganzen Vorteile der digitalen Welt besser nutzen zu können." Nach Oettingers Angaben soll es für die Gutscheine von der EU "kein neues, frisches Geld geben". Es sollten vielmehr vorhandene Gelder sinnvoller eingesetzt werden. An den Kosten sollten sich aber auch die Kommunen beteiligen. "Der Bürgermeister vor Ort, der vorher aus dem Strukturtopf eine Dorfverschönerung bezahlt hat, sollte das Geld eher in die Weiterbildung im IT-Bereich stecken", sagte Oettinger weiter. Der frühere Energiekommissar ist seit Anfang November für das Ressort Digitalwirtschaft zuständig.

Italienischer Komponist Manuel De Sica gestorben

De Sica war der Sohn des 1974 gestorbenen Regisseurs Vittorio De Sica

Der italienische Filmmusikkomponist Manuel De Sica ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Das gab sein Bruder Christian De Sica gestern auf seiner Facebook-Seite bekannt, nachdem zuvor mehrere italienische Medien darüber berichtet hatten. Manuel De Sica war vor allem für seine Filmmusiken bekannt. Er nahm schon als Kind Musikunterricht und begann früh als Komponist zu arbeiten. 1971 erhielt er für die Musik zum Film "Der Garten der Finzi Contini", bei dem sein Vater Regie führte, eine Oscar-Nominierung. Zuletzt hatte De Sica vor allem als Professor und Dozent gearbeitet.

Grimme-Institut sieht große Verdienste von "Wetten, dass..?"

Aber der richtige Zeitpunkt der Einstellung wurde verpasst

Kurz vor dem Aus von "Wetten, dass...?" hat die Leiterin des Grimme-Instituts, Frauke Gerlach, der ZDF-Show "große Verdienste" bescheinigt. Zwar sei der Zeitpunkt, die Sendung würdevoll zu verabschieden, verpasst worden, schreibt Gerlach in einem Beitrag für die "taz.am wochenende". "Der Moderatorennachfolger hatte eine extreme Bürde zu stemmen: Der Unterhaltungsbegriff hat sich radikal verändert". Über die Jahre habe "Wetten, dass...?" sich allerdings "große Verdienste" erworben, so Gerlach. Die Show habe "oftmals blendend funktioniert, Familien vor dem Fernseher verbunden und immer auch ein bisschen gegen die Trägheit des Alltags opponiert". Die ZDF-Show mit Moderator Markus Lanz wird zum letzten Mal am 13. Dezember gesendet.

Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken verliehen

Kulturstaatsministerin kritisiert die Vergabepraxis

Der Berliner Schriftsteller Ralf Rothmann (61) hat gestern Abend in München den "Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken" erhalten. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde dem in Schleswig geborenen und im Ruhrgebiet aufgewachsenen Literaten vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und dem Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, überreicht. An der Feier nahmen mehrere Hundert Gäste aus Kirche, Politik und Medien teil. Der Preis wird seit 1990 alle zwei bis vier Jahre abwechselnd in den Bereichen Literatur, Architektur, Musik, Film, Bildende Kunst und Theater verliehen. Die Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat die Vergabepraxis kritisiert. In den 25 Jahren des Bestehens dieser Auszeichnung sei es nicht gelungen, wenigstens einmal eine Frau als Einzelpreisträgerin zu würdigen, sagte Grütters in ihrer Laudatio bei der Preisverleihung. "Das ist - mit Verlaub - beschämend."

Kritischen Journalisten droht Verurteilung in Bangladesch

Journalisten und andere Beobachter dürfen laut Menschenrechtsorganisationen in Bangladesch nicht immer ihre freie Meinung äußern

Vor wenigen Tagen sei ein britischer Journalist der Missachtung des Kriegsverbrechertribunals für schuldig befunden worden, teilten Human Rights Watch und andere Organisationen heute mit. Er sei symbolisch mit "Haft bis zum Erheben der Richter" und einer Geldstrafe verurteilt worden. Dies sende die abschreckende Botschaft, dass das Gericht keine faire Kritik dulde. Der Journalist hatte die von der Regierung angegebene Zahl der Toten des Separationskrieges von 1971 gegen Pakistan in drei Blog-Einträgen infrage gestellt.

Türkische Staatsanwaltschaft fordert lebenslang für Pinar Selek

Nächster Verhandlungstermin ist am 19. Dezember

Nach drei Freisprüchen hat die Staatsanwaltschaft in Istanbul erneut lebenslange Haft für die kritische türkische Soziologin und Schriftstellerin Pinar Selek gefordert. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, an einem Sprengstoffanschlag auf einen Markt in Istanbul 1998 beteiligt gewesen zu sein, bei dem sieben Menschen starben. Gutachter fanden allerdings Hinweise auf eine Gasexplosion. Der Fall zieht sich bereits seit fast 17 Jahren hin, Selek war in der Vergangenheit dreimal freigesprochen worden. Das Verfahren wird nun in Istanbul neu aufgerollt. Pinar Selek lebt im französischen Exil.

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