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Kulturnachrichten

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Grimme befasst sich mit Digitalisierung

Das Grimme-Institut und die Universität Köln haben ein neues Forschungskolleg gegründet

Das "Grimme-Forschungskolleg - Medien und Gesellschaft im digitalen Zeitalter" mit Sitz in Köln soll sich mit Fragen digitaler Kommunikationskulturen und der Rolle der Medien in gesellschaftlichen Wandlungsprozessen befassen. Das teilte das Grimme-Institut mit. Das Kolleg solle "sich interdisziplinär, unabhängig sowie praxisorientiert mit den komplexen Fragen der Digitalisierung der Gesellschaft und ihrer Medien" auseinandersetzen, so die Direktorin des Grimme-Instituts, Frauke Gerlach. Die Geschäftsführung der gemeinnützigen Gesellschaft wird nach den Angaben vom Grimme-Institut bestellt, der wissenschaftliche Direktor von der Universität Köln. Ein Kuratorium werde die Arbeit der Einrichtung beratend unterstützen.Das Grimme-Institut befasst sich seit über 40 Jahren mit Medienkultur und -bildung. Dazu zählen Beobachtung, Analyse und Bewertung von Medienangeboten. Bekannt sind die beiden Wettbewerbe: der Grimme-Preis für vorbildliches Fernsehen und der Grimme Online Award für hervorragende Angebote im Netz.

Historisches Archiv des Mainzer Schott-Verlages in München vorgestellt

Sammlung enthält auch tausende Briefe berühmter Komponisten von Ludwig van Beethoven bis Max Reger

Ein Konsortium unter der Federführung der Bayerischen Staatsbibliothek und der Kulturstiftung der Länder hat das historische Archiv des Mainzer Schott-Verlages erworben und heute in München vorgestellt. Das Archiv des Mainzer Musikverlages stelle ein einmaliges nationales Kulturgut dar, teilten die Staatsbibliotheken in München und Berlin heute gemeinsam mit. Mehrere Förderer und einschlägige Forschungseinrichtungen hätten den Ankauf unterstützt. Das Archiv sei bislang im Verlangsstammhaus in Mainz verwahrt worden und werde nun auf die Staatsbibliotheken in Berlin und München sowie einschlägige Forschungseinrichtungen aufgeteilt. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Der 1770 gegründete Schott-Verlag ist einer der ältesten noch bestehenden Musikverlage der Welt.
Das erworbene Archiv umfasst die Geschäftsakten von 1787 bis 1945 sowie das gesamte historische Herstellungs-, Musikhandschriften- und Erstausgabenarchiv seit 1810 bis etwa 1950. Es enhält unter anderem Tausende von Briefen bekannter Komponisten wie etwa Ludwig van Beethoven, Frederic Chopin, Carl Orff, Paul Hindemith, Franz Liszt, Richard Wagner und Max Reger.

UNESCO-Welterbe Fagus-Werk wird für 1,2 Millionen Euro saniert

Im Industriebau von Walter Gropius werden bis heute Schuhleisten hergestellt

Das zum UNESCO-Welterbe zählende Fagus-Werk im südniedersächsischen Alfeld wird restauriert. Dabei werde unter anderem das ehemalige Kohle- und Spänehaus der einstigen Schuhleistenfabrik saniert und dort ein internationales Besucherzentrum eingerichtet, teilte der Vorsitzende des Fördervereins, Karl-Heinz Duwe, heute in Alfeld mit. Hierfür werden rund 1,2 Millionen Euro veranschlagt. Die Eröffnung sei für das Frühjahr geplant. Das Zentrum soll Duwe zufolge künftig für Einzelbesucher und Gruppen ein "zentraler Empfangsort" auf dem Werksgelände und für Schulen ein außerschulischer Lernort werden. Das Ausstellungskonzept werde rund 700.000 Euro kosten. Es werde von der Investitions- und Förderbank Niedersachsen, mit Mitteln des Fördervereins und weiteren Förderern sowie der Klosterkammer Hannover finanziert.
Die Fagus-Schuhleistenfabrik wurde 1911 von dem Architekten und Bauhausgründer Walter Gropius (1883-1969) und seinem Mitarbeiter Adolf Meyer (1881-1929) entworfen und errichtet. Sie gilt als eines der weltweit ersten Bauwerke der Moderne, steht seit 1946 unter Denkmalschutz und gehört seit 2011 zum Weltkulturerbe. Außer der Fabrik beherbergt die Anlage auch ein Museum.

Riesiges antikes Wasserbecken in Rom entdeckt

Der Wasserspeicher ist rund 2000 Jahre alt

Beim Bau einer neuen U-Bahn-Linie in Rom ist ein riesiges Wasserbecken aus der Zeit des Römischen Reichs entdeckt worden. Nach Angaben der Archäologin Rossella Rea ist es das größte Wasserreservoir für die Landwirtschaft, das so nah am Zentrum von Rom entdeckt wurde, berichtet heute die Nachrichtenagentur Ansa. Das Becken aus dem ersten Jahrhundert nach Christus konnte demnach mit einer Größe von 35 mal 70 Metern vier Millionen Liter Wasser fassen. Die Stätte wurde im Viertel San Giovanni entdeckt. Dort wird zurzeit ein Teil von Roms dritter U-Bahn-Linie C gebaut.

Berliner Haus der Kulturen: Bund stellt 15 Millionen Euro für Langfristprojekt zur Verfügung

Erforscht werden die Folgen des ersten Weltkriegs

Das Berliner Haus der Kulturen der Welt hat ein anspruchsvolles Programm. Das Interesse vor allem junger Leute ist groß, der Bund gibt das Geld.
Unter dem Titel "100 Jahre Gegenwart" will sich das Berliner Haus der Kulturen der Welt in einem internationalen Vorhaben mit den Folgen des Ersten Weltkriegs auseinandersetzen. Der Bundestag hat für das Vorhaben bis ins Jahr 2018 insgesamt 15 Millionen Euro bereitgestellt. Intendant Bernd Scherer sagte heute bei seiner Jahrespressekonferenz in Berlin: "Das ist eine Anerkennung der Tatsache, dass Kultur nicht mehr nur im nationalen Container zu verhandeln ist, sondern in ihren internationalen Verflechtungen." Geplant sind Diskursveranstaltungen, Ausstellungen, Musikfestivals, künstlerische Auftragsarbeiten und Bildungsprojekte. Sie sollen die gesellschaftspolitischen Umbruchprozesse des vergangenen Jahrhunderts deutlich machen - von den Veränderungen der Arbeitswelt bis zur radikal beschleunigten weltweiten Kommunikation. Nach einem Auftaktkongress mit internationalen Partnern im Herbst ist ein erstes Schwerpunktthema die Wohnungsfrage.

Berliner Staatsoper: kostspieligere Sanierung

Die Sanierung der Berliner Staatsoper Unter den Linden verteuert sich Medienberichten zufolge weiter

Wie der RBB und die Berliner Tageszeitung "B.Z." heute berichteten, sollen die Baukosten um rund 90 Millionen Euro auf dann fast 400 Millionen Euro steigen. Die Bauverwaltung wollte die Informationen zunächst nicht bestätigen. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher werde die Bau- und Kulturexperten des Abgeordnetenhauses am Nachmittag bei einer Ortsbegehung über den aktuellen Planungsstand informieren, sagte eine Sprecherin. Die Staatsoper wird seit 2010 generalsaniert. Der Bund beteiligt sich mit 200 Millionen Euro an den Baukosten. Die mittlerweile aufgelaufenen Mehrkosten muss allein das Land Berlin tragen.

Dessauer Bauhauschefin: Museumsneubau kommt rechtzeitig

Ab Januar 2015 soll mit einem internationalen Wettbewerb nach der besten Idee gesucht werden

Die neue Direktorin der Bauhaus-Stiftung, Claudia Perren, hält strikt fest an den Plänen für das Bauhausmuseum Dessau, das bis 2019 entstehen soll. Der umstrittene Standort im Stadtpark sei richtig, sagte sie heute in Dessau-Roßlau. "Wenn er nicht richtig wäre, hätten wir das Geld nicht bekommen." Für 25 Millionen Euro von Bund sowie Land Sachsen-Anhalt soll bis 2019 ein laut Perren "zeitgemäßes Statement zum Bauhaus als Museum" entstehen. Es gehe nicht um rekonstruierte Bauhaus-Architektur. 2019 wird international der 100. Geburtstag des Bauhauses gefeiert. Im Januar 2015 wird ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben - ab Oktober soll dann der Architekt beauftragt werden. Das Museum soll eine Ausstellungsfläche von 2100 Quadratmetern haben. Perren sagte, sie sehe den geplanten Neubau im Zusammenhang mit der Bauhausgeschichte in Dessau - die Meisterhäuser, das von Walter Gropius gebaute Arbeitsamt, die Bauhaussiedlung Törten. Alle seien verstreut, eine "Bauhaus-Insel" habe es nie gegeben.
Es gibt diverse Ausstellungen - aber noch kein Museum für die stetig wachsende Sammlung der Stiftung. Mit mehr als 40 000 katalogisierten Objekten soll sie nach dem Bauhaus-Archiv Berlin die zweitgrößte Sammlung zur Bauhausgeschichte weltweit sein.

Martin-Gropius-Bau: so gut besucht wie nie

Der Berliner Martin-Gropius-Bau steuert dieses Jahr auf einen Besucherrekord zu

Bis Anfang Dezember hätten bereits 700 000 Menschen das Haus besucht. Das sagte Museumsdirektor Gereon Sievernich. "Das ist unser erfolgreichstes Jahr seit meinem Amtsantritt 2001", so Sievernich. Besondere Publikumsmagneten waren die große Ausstellung des chinesischen Künstlers und Regimekritikers Ai Weiwei, der eigens für den Lichthof des Museums eine riesige Installation aus alten Schemeln geschaffen hatte. Noch bis Anfang Januar läuft die Wikinger-Ausstellung, die Einblick in das Leben der berühmten Seefahrer gibt.

Human Rights Watch fordert Freilassung saudischer Autofahrerinnen

In Saudi-Arabien ist Frauen das Autofahren verboten

Wie Human Rights Watch in Beirut mitteilte, wurden Lujain al-Hathloul und Maysa al-Amoudi am Montag beim Versuch festgenommen, mit dem Auto zur Grenze zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien vorzufahren. Jetzt fordert die Organisation die Freilassung der beiden saudi-arabischen Frauenrechtlerinnen. Eine Sprecherin von Human Rights Watch rief die saudischen Behörden auf, ihr "absurdes Verbot" aufzuheben. Seit 1990 gilt dieses Verbot offiziell. Es wurde unter anderem durch religiöse Autoritäten in dem Land bestätigt, dessen Bevölkerung sich fast ausschließlich zum Islam bekennt. Laut einer Fatwa führt Autofahren Frauen in Versuchung und ruft "soziales Chaos" hervor. Seit 2011 mehren sich Proteste von Frauen, die sich trotzdem hinters Steuer setzen und dabei filmen. Immer wieder kommt es deswegen zu Verhaftungen.

Rolling-Stones-Saxofonist Bobby Keys gestorben

Im Stones-Song "Brown Sugar" spielte Keys ein legendäres Solo

Er war für Buddy Holly und John Lennon im Studio. Jetzt ist der Saxofonist der Rolling Stones, Bobby Keys, kurz vor seinem 71. Geburtstag gestern nach langer Krankheit in seinem Haus in Franklin im US-Staat Tennessee gestorben. Er war in diesem Jahr noch mit den Stones auf Tour, bevor er wegen seiner Krankheit nicht mehr auftreten konnte. "Die Rolling Stones sind tief bestürzt über den Verlust unseres lieben Freundes und legendären Saxofon-Spielers, Bobby Keys", hieß es in einer Erklärung der Band. "Bobby leistete seit den 1960ern einen einzigartigen Beitrag zur Band. Wir werden ihn sehr vermissen." Keys wurde in Lubbock im US-Staat Texas geboren, am selben Tag wie Keith Richards - dem 18. Dezember 1943. Der Stones-Gitarrist bezeichnete ihn oft als seinen Seelenverwandten und Lieblingsmusiker. Erstmals nahmen sie Ende der 1960er Jahre einen Song gemeinsam auf und über die kommenden Jahrzehnte ging er immer wieder mit den Stones auf Tour und ins Studio. Unter anderem war er bei den Alben "Let It Bleed", "Sticky Fingers" und "Exile on Main Street". Weitere Highlights seiner Karriere waren John Lennons "Whatever Gets You Through the Night" und Auftritte in Alben von Richards, George Harrison, Barbra Streisand und Eric Clapton.

Neue Kommunikations-App aus der Schweiz

Der Markt für Kurznachrichten-Apps und andere Kommunikations-Dienste ist voll

Doch eine neue Kommunikations-App aus der Schweiz will WhatsApp und Co Konkurrenz machen. Die Anwendung "Wire" ist für Kurznachrichten, Anrufe sowie das Teilen von Musik, Bildern und Videos gedacht. Sie soll nahtlos auf Smartphones, Tablets und Computern funktionieren, wie das Gründer-Team heute ankündigte. Die Firma hat ihren Sitz in Zug und ein Entwicklungszentrum in Berlin. Die "Wire"-App läuft sowohl auf iPhones und iPads als auch auf Geräten mit dem Google-Betriebssystem Android sowie Apple-Computern. Es können Videos von YouTube sowie Musik von dem Berliner Streaming-Anbieter SoundCloud geteilt werden. Der Markt für Internet-Kommunikation ist hart umkämpft. Eine zentrale Rolle spielt der Kurznachrichtendienst WhatsApp mit über 600 Millionen Nutzern. Die schon lange angekündigte Anruf-Funktion wurde zwar immer noch nicht umgesetzt, aber WhatsApp kann auf die Infrastruktur des neuen Besitzers Facebook bauen. Auf Apple-Geräten gibt es hauseigene Dienste wie iMessage für Kurznachrichten und FaceTime für Videotelefonie. Außerdem gibt es noch diverse Messaging-Dienste.

Kommandant der Schweizergarde gibt Amt auf

Die Schweizergarde bekommt einen neuen Kommandanten

Daniel Rudolf Anrig, der bisherige Amtsinhaber, gibt die Leitung der päpstlichen Wachtruppe zum 31. Januar ab, wie die vatikanische Tageszeitung "Osservatore Romano" heute berichtet. Der Papst habe seinen Amtsverzicht angenommen. Einen Nachfolger nannte die Zeitung nicht. Anrig leitete die Schweizergarde seit dem 1. Dezember 2008. Er war wie im Vatikan üblich zunächst für fünf Jahre bestellt worden. 2013 wurde seine Amtszeit verlängert. Die Schweizergarde bewacht den Papst und seinen Palast seit 1506. Heute hat die Schutztruppe eine Sollstärke von 110 Mann und ist für den Personenschutz des Papstes sowie für die Sicherung der Eingänge des Vatikan zuständig.

Wer war Mona Lisa?

War Mona Lisa eine chinesische Sklavin - und die Mutter von Leonardo da Vinci?

Mit dieser kühnen These hat ein italienischer Historiker vor allem bei chinesischen Internet-Nutzern ein gewaltiges Echo hervorgerufen. Einträge im Sozialnetzwerk Weibo, auf denen Mona Lisa die erstaunlichsten Metamorphosen durchmachte, wurden inzwischen mehr als vier Millionen Mal angeschaut. Den ganzen Trubel ausgelöst hat der Historiker und Schriftsteller Angelo Paratico, der gerade in Hongkong ein Buch über den Renaissance-Künstler Leonardo da Vinci schreibt. Seine wichtigsten Indizien: "Im Hintergrund von Mona Lisa ist eine chinesische Landschaft zu sehen, und sogar ihr Gesicht sieht chinesisch aus", sagte Paratico der "South China Morning Post". Er bemühte auch Sigmund Freud, der überzeugt war, Leonardo habe sich für sein weltberühmtes Gemälde von seiner Mutter inspirieren lassen. Sowohl um Leonardos Mutter Catarina als auch um das Modell der Mona Lisa ranken sich viele Gerüchte.

Lit.Cologne mit Uwe Timm, Nick Hornby und Herbert Grönemeyer

Frank Schätzing, Martin Suter, Uwe Timm und Nick Hornby stehen auf dem Programm der nächsten Lit.Cologne im März kommenden Jahres in Köln

Das nach eigenen Angaben größte Literaturfestival Europas bietet im 15. Jahr mehr als 200 Veranstaltungen. Darunter ist auch ein Gesprächsabend mit Herbert Grönemeyer, laut "FAZ" immerhin der "Habermas der deutschsprachigen Popmusik", wie die Lit.Cologne-Veranstalter am Dienstag bei einer Pressekonferenz hervorhoben. Im Kölner Dom lesen die Schauspieler Matthias Brandt und Maria Schrader Texte des spätantiken Kirchenlehrers Augustinus und des atheistischen Schriftstellers Albert Camus.

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Fazit

Fotografien von Susan MeiselasAnsichten eines Genozids
Auf diesem Bild sind Menschen zu sehen, die einer Exhumierung beiwohnen. (Susan Meiselas)

Zerfetzte Kleidungsstücke, Trümmer auf einem Hügel, Massengräber: Susan Meiselas zeigt in ihren Fotografien Spuren des Völkermords an den irakischen Kurden aus dem Jahr 1991. Ihre eindringlichen Bilder sind jetzt in Frankfurt am Main zu sehen.Mehr

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