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Kulturnachrichten

Dienstag, 2. Dezember 2014

Weimar bekommt Feininger

Mit dem Gemälde "Kopf in Architektur" ergänzt ein weiteres Hauptwerk Lyonel Feiningers die Weimarer Bauhaus-Bestände

Bei der heutigen Übergabe würdigte Generaldirektor Wolfgang Holler von der Weimarer Klassik-Stiftung die Dauerleihgabe aus der Sammlung Deutsche Bank in Frankfurt am Main als wichtigen Impuls für das bis 2018 geplante Bauhaus-Museum und das Jubiläum der Kunstschule, die 1919 in der Stadt gegründet wurde. Das 1917 entstandene Ölgemälde stehe für Feiningers Stilphase, die Bauhaus-Direktor Gropius zur Berufung des Künstlers nach Weimar veranlasste, sagte Kuratorin Claudia Schicktanz von der Deutschen Bank. Das Kunstwerk war bisher in der Unternehmenszentrale in Frankfurt am Main zu sehen. Die Weimarer Feininger-Kollektion besteht aus etwa 180 Arbeiten. Mit der Leihgabe werde diese Sammlung nunmehr zu einer der schönsten und bedeutendsten in Deutschland, sagte die Leiterin des Bauhaus-Museums, Ulrike Bestgen. Aus Anlass der Übergabe zeigt die Klassik-Stiftung bis 25. Januar im Bauhaus-Museum am Theaterplatz eine kleine Feininger-Ausstellung.

Umfrage zur mobilen Internetnutzung

Überall schauen die Menschen auf ihre Handys und surfen im Internet

Im Zug, auf dem Heimweg, im Café: Immer mehr Deutsche nutzen das Internet auch unterwegs auf ihren Smartphones oder Tablet-Computern. In diesem Jahr waren 54 Prozent der Bevölkerung mobil im Netz unterwegs, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Initiative D21 ergab. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 40 Prozent im Vorjahr. Gestiegen ist laut der Studie auch die Ausstattung mit Mobilgeräten. 58 Prozent der Menschen in Deutschland besitzen demnach ein Smartphone und 26 Prozent einen Tablet-Computer. Im vergangenen Jahr waren es noch 37 Prozent und 13 Prozent. Ein Fünftel aller Befragten meinen, dass das gesellschaftliche Miteinander durch die mobile Internetnutzung positiv verändert wird. Doch es gibt es auch Bedenken. 67 Prozent der Befragten glauben, dass die zwischenmenschliche Kommunikation wegen des mobilen Internets oberflächlicher wird. Von den Nutzern des mobilen Internets sehen 70 Prozent das Risiko, dass sich jemand illegal Zugriff auf ihre persönlichen Daten verschafft. Die Gesellschaft müsse lernen, mit diesen neuen Technologien umzugehen, sagte die Geschäftsführerin der Initiative D21, Lena-Sophie Müller, bei der Vorstellung der Studie in Berlin. Früher habe man seine Kinder gewarnt, nicht mit Fremden mitzugehen. Heute müsse man sagen, sie sollen nicht auf fremde Links klicken. Die Umfrage wurde von der Initiative D21 beauftragt, einem Zusammenschluss von Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Bildung, der sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung befasst.

Kritikerpreis: Marta in Herford ist Museum des Jahres

Große Ehre für ein junges Museum: Kunstkritiker haben gleich dreimal nordrhein-westfälische Stätten der Kunst für ihre Arbeit 2014 geehrt

Das vergleichsweise junge Museum Marta im ostwestfälischen Herford ist von deutschen Kunstkritikern zum Museum des Jahres 2014 gekürt worden. Das Museum zeige auf beeindruckende Weise, wie die Vermittlung zeitgenössischer Kunst mit einer außergewöhnlichen Architektur in Einklang zu bringen sei, teilte die deutsche Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes (AICA) am Dienstag mit. Der Museumsbau mit seinen geschwungenen Formen wurde vom US-amerikanischen Stararchitekten Frank O. Gehry entworfen. Im Mai 2015 feiert das Haus zehnjähriges Bestehen. Dem Museum in der 65 000-Einwohner-Stadt Herford sei es in den vergangenen Jahren gelungen, ein vielfältiges Austellungs- und Sammlungsprogramm zu entwickeln. Einen Schwerpunkt setzt das Marta auf Design und Architektur. Die noch junge Sammlung besteht aus über 350 Exponaten. Zur "Ausstellung des Jahres 2014" wählten die Kritiker die große Übersichtsschau zum Werk des französischen Künstlers Pierre Huyghe, die das Museum Ludwig in Köln in der ersten Jahreshälfte realisiert hat. Pointiert, aber ohne den inhaltlichen Zusammenhalt der jeweiligen Schaffensperiode Huyghes aus den Augen zu verlieren, habe die Schau das medial facettenreiche Oeuvre des Künstlers dargestellt.
Als „Besondere Ausstellung 2014 würdigte das AICA die Arbeit „Hauptstraße 85a von Gregor Schneider. Der für seine verstörenden Rauminstallationen bekannte Künstler ließ für das Kunstprojekt „Synagoge Stommeln in Pulheim bei Köln das frühere Gotteshaus hinter einer kleinbürgerlichen Einfamilienhaus-Fassade verschwinden.

3,8 Millionen Euro für Archiv der Sinti und Roma

Die vielfältige Kultur der Sinti und Roma in Europa soll in einem digitalen Archiv zugänglich gemacht werden

Die Kulturstiftung des Bundes bewilligte für das internationale Projekt bis 2019 insgesamt 3,8 Millionen Euro, wie heute mitgeteilt wurde.
Sinti und Roma arbeiten den Angaben zufolge in verantwortlichen Positionen am Aufbau des Archivs mit. Am Ende soll es in ihre Trägerschaft übergehen. Insgesamt vergab der Stiftungsrat der Kulturstiftung bei seiner jüngsten Sitzung 23,6 Millionen Euro für neue kulturelle Vorhaben mit internationaler Strahlkraft, darunter mehrere Museumsprojekte.

Zöllig wird neuer Tanzchef am Staatstheater Braunschweig

Der bisherige Tanzchef des Theaters Bielefeld, Gregor Zöllig, wechselt in gleicher Funktion ans Staatstheater Braunschweig

"Gregor Zöllig ist ein herausragender Vertreter zeitgenössischer Tanzkunst und seiner unterschiedlichen Ausdrucksformen", sagte Braunschweigs Generalintendant Joachim Klement am Dienstag. Zöllig übernimmt zur neuen Spielzeit (1. September 2015) die Leitung des Tanztheaters und wird Chefchoreograph. Der 49-Jährige kehrt damit nach zehn Jahren nach Niedersachsen zurück: Vor seinem Engagement in Bielefeld war er in Osnabrück tätig. "Die neue Aufgabe reizt mich sehr", sagte Zöllig, der mehrfach ausgezeichnet wurde. Er war unter anderem 2009 für den Theaterpreis "Der Faust" nominiert. Zöllig tritt die Nachfolge von Jan Pusch an.

Lit.Cologne mit Uwe Timm, Nick Hornby und Herbert Grönemeyer

Frank Schätzing, Martin Suter, Uwe Timm und Nick Hornby stehen auf dem Programm der nächsten Lit.Cologne im März kommenden Jahres in Köln

Das nach eigenen Angaben größte Literaturfestival Europas bietet im 15. Jahr mehr als 200 Veranstaltungen. Darunter ist auch ein Gesprächsabend mit Herbert Grönemeyer, laut "FAZ" immerhin der "Habermas der deutschsprachigen Popmusik", wie die Lit.Cologne-Veranstalter am Dienstag bei einer Pressekonferenz hervorhoben. Im Kölner Dom lesen die Schauspieler Matthias Brandt und Maria Schrader Texte des spätantiken Kirchenlehrers Augustinus und des atheistischen Schriftstellers Albert Camus.

Goethe-Institut: Interesse an Deutsch weiter ungebrochen

Das Interesse an der deutschen Sprache ist nach Angaben des Goethe-Instituts ungebrochen

Im vergangenen Jahr nahmen mehr als eine Viertelmillion Menschen an den Sprachkursen im In- und Ausland teil. Zudem gibt es weltweit 110 000 Schulen, an den Kinder und Jugendliche Deutsch lernen können. Der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, kündigte am Dienstag bei seiner Jahrespressekonferenz in Berlin besondere Programme für Flüchtlinge aus Krisen- und Konfliktgebieten an. "Wir müssen Willkommenskultur als gesellschaftliche Teilhabe verstehen, Akzeptanz schaffen und das Wiederbeleben von Klischees verhindern", sagte er.

Warum arbeitet der Mensch?

Vor 100 Jahren sei Arbeit vor allem Broterwerb gewesen

Doch heute leisteten wegen des Selbstverwirklichungsanspruchs viele Arbeitnehmer immer mehr - kostenlose - Überstunden, während ihre Entlohnung stagniere. Diese vermeintliche Selbstverwirklichung im Job ist nach Einschätzung der Historikerin Sabine Donauer oft eine Form moderner Selbstausbeutung. "Leistungsfähigkeit wird heute vor allem als eine Frage der Motivation verhandelt", sagt Donauer, die an der Freien Universität Berlin promovierte. Heute erhält im Bundestag für ihre Doktorarbeit über die Geschichte der Arbeitsgefühle den Deutschen Studienpreis 2014 der Körber-Stiftung.

Turner-Preis in London verliehen

Der aus Irland stammende Künstler Duncan Campbell hat die renommierte britische Auszeichnung für zeitgenössische Kunst erhalten

Die Jury bezeichnete seine Videoarbeit "It for Others" bei der gestrigen Preisverleihung in London als "zeitgemäß und fesselnd". Der britische Schauspieler Chiwetel Ejiofor, Hauptdarsteller im Oscar-gekrönten Film "12 Years a Slave", überreichte den mit 25 000 Pfund dotierten Preis. Der Regisseur des Films, Steve McQueen, hatte den Turner-Preis im Jahr 1999 erhalten. Campbell, der im schottischen Glasgow lebt und an der berühmten Glasgow School of Art arbeitet, hatte als Favorit gegolten. Er ist der fünfte Gewinner von der renommierten Kunsthochschule in den vergangenen zehn Jahren. In seinen Werken verarbeitet er Einflüsse der afrikanischen Kunst, verwendet aber auch Bilder der Unruhen während des nordirischen Bürgerkriegs. Zu den seit 1984 Ausgezeichneten gehören prominente Künstler wie Damien Hirst , Anish Kapoor und Laure Prouvost. Die Wahl der Jury fällt immer wieder auf kontrovers diskutierte Werke, etwa eine Installation von Martin Creed: Es war ein Raum, in dem alle paar Sekunden das Licht an- und ausging.
Die Arbeiten der in diesem Jahr für den Preis nominierten Künstler sind noch bis zum 4. Januar im Londoner Kunstmuseum Tate Britain zu sehen.

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