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Kulturnachrichten

Montag, 1. Dezember 2014

Snowden-Vertrauter Greenwald: Demokratie wird zum Witz

Der Journalist und Snowden-Vertraute Glenn Greenwald wird in diesem Jahr mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet. Er erhält den Preis auch für seinen Mut.

Greenwald hatte als Journalist des britischen 'Guardian' die Enthüllungen des Ex-NSA-Mitarbeiters Snowden veröffentlicht. Er ist damit einer der wichtigsten Journalisten hinter den NSA-Enthüllungen. Westliche Demokratien höhlen nach Ansicht des US-Journalisten Glenn Greenwald unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung die Bürgerrechte immer weiter aus. "Demokratie wird so zu einer Illusion, einem reinen Symbol, einem Witz", sagte der diesjährige Träger des Geschwister-Scholl-Preises heute in München vor seiner Auszeichnung für sein Buch "Die globale Überwachung". Er hoffe, dass Auszeichnungen wie der Geschwister-Scholl-Preis für ihn auch andere Menschen ermutigten, Missstände aufzuzeigen. "Sogar in unseren wildesten Träumen hätten wir nicht auf diese Auswirkungen gehofft", sagt Greenwald über das, was Edward Snowdens Enthüllungen weltweit ausgelöst haben. Zwar sei kein NSA-Verantwortlicher zur Rechenschaft gezogen worden - der Druck auf Internetfirmen, die Daten von Nutzern zu schützen, sei aber gewachsen und viele Menschen seien sich des Risikos heute deutlicher bewusst
"Als engagierter Jurist und leidenschaftlicher Journalist warnt Glenn Greenwald vor einem mächtigen Überwachungsapparat, der unsere Privatsphäre zu zerstören und die Grundlagen der Demokratie zu untergraben droht", hieß es in der Jury-Begründung. Greenwald habe großen Mut bewiesen, als er sich entschloss, mit Snowden zusammenzuarbeiten. Er verkörpere damit das überzeugende zeitgenössische Beispiel eines couragierten Bürgers, der sich gemeinsam mit anderen und ohne Rücksicht auf persönliche Nachteile für das Recht auf ungehinderte Berichterstattung, freie Meinungsäußerung, individuelle Freiheit und die notwendige Kontrolle staatlicher Macht einsetzt.

Christoph Waltz in LA

Schauspieler Christoph Waltz bekommt in Los Angeles einen Stern auf dem "Walk of Fame"

Bei der Enthüllung des Sterns heute abend wird QuentinTarantino eine Rede halten. Er ist der Regisseur von "Inglourious Basterds" und "Django Unchained", den beiden Filmen, für die Waltz jeweils den Oscar als bester Nebendarsteller gewann. Es ist der 2536. Stern des Bürgersteigs in West-Hollywood.

Unesco gibt 'Creative Cities' bekannt

Mannheim, Heidelberg und Hannover haben es in das Unesco-Netzwerk geschafft

Das geht aus einer heute im Internet veröffentlichten Liste der UN-Kulturorganisation hervor. Mannheim und Hannover können sich nun "Stadt der Musik" nennen, Heidelberg "Stadt der Literatur". Das Unesco-Programm "Creative Cities" gibt es seit 2004 in den sieben Kategorien Musik, Literatur, Medienkunst, Design, Handwerk, Film und Gastronomie. Es vernetzt Städte, die den kreativen Austausch in Kunst und Kultur suchen. Das Nachsehen hatten Essen und Weimar.

Neuer Intendant am Berliner Ensemble

Oliver Reese wird Nachfolger von Claus Peymann

Das gab Berlins scheidender Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit bekannt. Reese ist zur Zeit Intendant in Frankfurt/Main. Er wird zum 1. August 2017 die Leitung des Berliner Ensembles übernehmen. Peymann leitet das einstige Brecht-Theater am Schiffbauerdamm seit 1999. Zuletzt war spekuliert worden, ob der 77-Jährige seinen Vertrag noch einmal über das Jahr 2016 hinaus verlängert. Da das Berliner Ensemble von seiner Rechtsform her ein Privattheater ist, kann sich der Direktor dort seinen Vertrag selbst verlängern.

Frühe Dylan-Texte werden versteigert

Das Auktionshaus Christie's versteigert am kommenden Donnerstag zwei frühe Texte Bob Dylans

Die beiden Liedtexte habe Dylan Anfang der 60er Jahre dem Gründer des legendären Folklore Centers in Greenwich Village, Izzy Young, gegeben. Aufgenommen wurden sie von Dylan nicht. "Talkin' Folklore Center" habe Dylan 1962 auf eine Bitte Youngs nach einem Song über den Musikladen des Folklore Centers geschrieben. Young produzierte am 4. November 1961 Dylans erstes wichtiges Konzert in der New Yorker Carnegie Chapter Hall. 1963 habe Dylan dann "Go Away You Bomb" für ein Buch Youngs mit Anti-Atom-Liedern geschrieben, das nicht veröffentlicht wurde. Christie's zufolge sind die Texte mit Schreibmaschine verfasst und mit handschriftlichen Anmerkungen versehen. Der Erlös soll Youngs Folklore Centrum in Stockholm zugutekommen

Kurt-Wolff-Preis geht an Berliner Verlag

Der Berenberg Verlag wird für seine anspruchsvollen Bücher mit dem Kurt-Wolff-Preis 2015 ausgezeichnet

Die mit 26 000 Euro dotierte Ehrung soll am 13. März bei der Leipziger Buchmesse vergeben werden, wie die Veranstalter heute mitteilten. Der mit 5000 Euro dotierte Förderpreis geht an die Connewitzer Verlagsbuchhandlung in Leipzig für ihre Verdienste um Gegenwartslyrik und Buchkunst. Die Auszeichnungen werden von der Kurt Wolff Stiftung vergeben, die sich in Erinnerung an den gleichnamigen deutschen Verleger für den Erhalt einer vielfältigen Literaturszene in Deutschland einsetzt.

Tibetischer Sänger in China verurteilt

Der Popmusiker Kalsang Yarphel warb bei Konzerten für die tibetische Sprache

Der 39-jährige sei von einem Gericht in der südwestlichen Provinz Sichuan verurteilt worden, berichtete die in Indien ansässige exiltibetische Nachrichtenseite Phayul.com. Es sei allerdings unklar, was ihm genau vorgeworfen wurde. Auch ein weiterer Musiker von Yarphels Gruppe wurde laut der Nachichtenseite zu zwei Jahren Haft verurteilt. Der US-Sender Radio Free Asia berichtete seinerseits unter Berufung auf örtliche Quellen, Yarphel sei schuldig gesprochen worden, im Jahr 2012 tibetische Konzerte organisiert und politische Lieder gesungen zu haben. Sein Aufruf, "Mut aufzubauen" und über Tibets "zukünftigen Weg" nachzudenken, sei als subversiv gewertet worden. "Wir sollten Tibetisch lernen" und "Wir sollten zusammenstehen" heißen zwei Lieder des schon im Juli 2013 festgenommenen Musikers. Die Tibeter unterliegen strengen Kontrollen und Einschränkungen bei der Ausübung ihrer Religion und Kultur.

Hackerangriff beim Filmstudio Sony Pictures

In den Filmstudios von Sony herrscht Alarmstimmung: nach einem Hackerangriff sind illegale Kopien von Sony-Filmen vor ihrem Kinostart im Netz aufgetaucht

Davon betroffen sind unter anderem "Herz aus Stahl" mit Brad Pitt, die Musical-Neuverfilmung "Annie", das Alzheimer-Drama "Still Alice" und das Liebes-Drama "To Write Love on Her Arms". Die Mitarbeiter in Culver City dürfen derzeit ihre Computer nicht benutzen. Sony hat inzwischen das FBI eingeschaltet.

Schillers Wohnhaus in Weimar nach Sanierung wieder geöffnet

Ab Dienstag empfängt das Haus seine Besucher in restaurierten Räumen

Für rund 400.000 Euro seien in dem Literaturmuseum in den vergangenen Monaten Fußböden und Fenster erneuert worden, sagte Baudirektor Philipp Jung von der Klassik-Stiftung am Montag in der Kulturstadt. Damit sei das Schillerhaus für die Besucher in den nächsten Jahren gut gerüstet. Das direkt angrenzende Schillermuseum erhielt mit der Sanierung eine Trennwand aus Glas, Holz und Stahl zwischen Foyer und Treppenhaus. Damit sollen die klimatischen Bedingungen im Obergeschoss des 1988 errichteten Museums verbessert werden, hieß es. Das sei insbesondere im Zusammenhang mit der Ausstellung "Cranach in Weimar" und den dafür vorgesehenen Originalen erforderlich. Die Cranach-Ausstellung wird am 3. April eröffnet. Die heutige Dauerausstellung der Klassik-Stiftung ist Schillers Zeit in Thüringen gewidmet, der Rundgang führt durch mehrere Wohnräume und zum Arbeitszimmer. Dort entstanden unter anderem Schillers letzte Dramen "Die Braut von Messina" und "Wilhelm Tell".

Gedenktafel in Berlin für Horst Buchholz

Im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg soll künftig eine Gedenktafel an den Schauspieler Horst Buchholz (1933-2003) erinnern

Der gebürtige Berliner war als aufsässiger Rebell in dem Film "Die Halbstarken" (1956) zum Idol für eine ganze Generation geworden. In den 60er Jahren machte er international Karriere und kehrte 1973 nach Deutschland zurück. Bis zuletzt arbeitete er für Film und Fernsehen, aber auch fürs Theater. Die Gedenktafel wird am Donnerstag am Haus Sodtkestraße 11 enthüllt, wie die Kulturverwaltung am Montag mitteilte. Dort lebte Buchholz von 1938 bis 1951. Regisseur Wim Wenders hält die Laudatio.

Psychiatrie-Geschichte gewinnt "Fast Forward"-Festival für junge europäische Regie

Der junge deutsche Regisseur Florian Fischer hat in «Der Fall M» das Schicksal von zwei Menschen auf die Bühne gebracht, die zu Unrecht in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden sind

In seiner jetzt ausgezeichneten Inszenierung verbindet er das Schicksal einer Volksschullehrerin in den dreißiger Jahren mit dem Fall von Gustl Mollath, der bundesweit für Aufsehen sorgte. Die Inszenierung arbeitet mit Texten von Franz Kafka, Ödön von Horváth und Original-Zitaten aus den Akten zu beiden Fällen. Der Abend ziehe seine Zuschauer durch den spielerischen Umgang mit dem historischen und aktuellen Material in einen Strudel von Fakten, Paragrafen, Meinungen und Geschichten hinein, hieß es in der Begründung der Jury. Das «Fast Forward»- Festival für junge europäische Regie lud bereits zum vierten Mal Nachwuchsregisseure aus ganz Europa zum Wettstreit ein. Eine internationale Fachjury zeichnet den Gewinner aus, dem als Preis eine Inszenierung am Staatstheater Braunschweig winkt.

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