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Kulturnachrichten

Freitag, 20. Dezember 2013

Suche nach Ursache für den Einsturz des Londoner Apollo-Theaters geht weiter

Die historischen Theater im Londoner West End werden seit heute verstärkt auf ihre Sicherheit untersucht.

Der Grund: Gestern Abend war während einer Vorstellung im Apollo-Theater die Decke eingestürzt. Mehr als 70 Zuschauer wurden dabei verletzt.

Londons Bürgermeister Boris Johnson teilte mit, nach der Unglücksursache werde weiter gesucht. Einige Medien hatten vermutet, dass Regenwasser in das Gemäuer eingedrungen sein könnte. Nach Angaben des Londoner Theater-Verbunds haben die Betreiber aller größeren Häuser inzwischen bekräftigt, dass ihre Theater sicher sind.

Gericht hält Tagesschau-App für zulässig - Verleger gehen in Revision

Jetzt soll der Bundesgerichtshof entscheiden.

Der Bundesverband der Deutschen Zeitungsverleger hat angekündigt, gegen die Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln zur Tagesschau-App in Revision zu gehen. Das Kölner Gericht hatte das kostenlose Angebot der ARD für zulässig erklärt. Die Zeitungsverleger halten die App für unfaire Konkurrenz, weil die ARD sie mit dem Rundfunkbeitrag finanziert. In erster Instanz hatten sie Recht bekommen.

Bezahlsender Sky setzt Harald-Schmidt-Show ab

War es das für Harald Schmidt?

Die Sendung des Moderators beim Bezahlsender Sky wird Mitte März abgesetzt. Zu den Gründen äußerte sich der Sender nicht. Schmidt kommentierte die Entscheidung laut Pressemitteilung mit nur einem Wort: "Okay".

Gestartet war die Harald-Schmidt-Show 1995 bei Sat.1. Von 2004 bis 2011 zeigte das ARD-Fernsehen die Sendung "Harald Schmidt". Seit gut einem Jahr war Schmidt dreimal wöchentlich bei Sky zu sehen - die Zuschauerquoten waren jedoch seit längerem teilweise unterhalb der Nachweisgrenze.

Bildungspolitiker wollen Jugendliche im "Super-Gedenkjahr" 2014 für Geschichte interessieren

2014 steht eine ganze Reihe von Gedenktagen an -

unter anderem an den Fall der Berliner Mauer vor 25, das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 und den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. In diesem "Super-Gedenkjahr" soll das Bewusstsein junger Menschen für die Geschichte und das System der Bundesrepublik gestärkt werden. Die Kultusministerkonferenz will sich nun überlegen, wie das gelingen kann. NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann - ab 1. Januar Vorsitzende des Gremiums - erklärte, Jugendliche sollten nicht nur Grundlagen in Geschichte vermittelt bekommen, sondern auch zu guten Demokraten gemacht werden.

Im Gedenkjahr soll deshalb auch außerhalb der Schule auf Geschichte aufmerksam gemacht werden. Zusammen mit der Bundeszentrale für politische Bildung wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, zum Beispiel die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. - In der Vergangenheit hatten Studien gezeigt, dass Jugendliche vor allem im Bereich der DDR-Geschichte Wissenslücken haben.

Forscher finden Hinweise auf seltene Immunkrankheit bei Maximilien de Robespierre

Maximilien de Robespierre war Rechtsanwalt, Politiker, einer der Anführer der Französischen Revolution -

und vermutlich an Sarkoidose erkrankt. Zu diesem Schluss kommen Forensiker der Universität Versailles, die ihre Forschungsergebnisse im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlicht haben. Die Sarkoidose ist eine seltene Entzündungskrankheit, bei der vor allem an Lunge und Lymphknoten kleine Knoten auftreten.

Die französischen Wissenschaftler haben unter anderem Robespierres Totenmaske untersucht und historische Dokumente ausgewertet. Sie fanden dabei Hinweise auf typische Symptome wie Nasenbluten, Gelbsucht und Geschwüre an den Beinen. - Diese seien in den letzten vier Lebensjahren des 1794 hingerichteten Revolutionsführers verstärkt aufgetreten.

Münchner Erzbischof: Kirchengesang in Bayern lässt zu wünschen übrig

Westfalen singen in der Kirche lauter als Bayern.

Diese Beobachtung hat der Münchner Erzbischof Reinhard Marx gemacht. Der Kardinal, der im westfälischen Geseke geboren wurde, sagte vor Journalisten in München, der Kirchengesang in Bayern lasse bisweilen zu wünschen übrig. Manchmal müsse er die Gläubigen sogar zum Singen animieren, indem er die Hände an die Ohren lege.

Bonner Wissenschaftler arbeiten an Wörterbuch und Datenbank zur Sprache und Schrift der Maya

Die Schrift und Sprache der Maya in drei Bänden.

So lässt sich das Großprojekt umschreiben, an dem Wissenschaftler der Uni Bonn gerade arbeiten. Ziel ist es, ein Gesamt-Wörterbuch der klassischen Sprache des indigenen Volkes aus Mittelamerika zu veröffentlichen. Geplant ist auch eine Online-Datenbank mit Hieroglyphentexten.

Am Bonner Weltzentrum der Maya-Forschung ist es in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, die ursprünglich nicht lesbare Schrift zu großen Teilen zu entschlüsseln. Bis zu 900 verschiedene Schriftzeichen gibt es, etwa 500 können die Forscher nach eigenen Angaben inzwischen sicher lesen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Reformationsjubiläum: Bund fördert 21 neue Projekte

Bis zum Reformationsjubiläum sind es noch gut drei Jahre.

Schon jetzt fördert der Bund bundesweit 21 Projekte, mit denen an Martin Luthers Thesenanschlag 1517 erinnert werden soll. Die insgesamt 1,8 Millionen Euro werden unter anderem für Tagungen in Berlin, das Festival der Reformation in Zwickau und die Überarbeitung der Dauerausstellung im Eisenacher Lutherhaus verwendet. Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärte, die Reformation sei eines der zentralen Ereignisse der deutschen Geschichte und in ihren religiösen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Auswirkungen von weltgeschichtlicher Bedeutung.

Zentralrat der Sinti und Roma warnt vor zunehmendem Rassismus in Europa

Der zunehmend gewaltbereite Rassismus gegen Sinti und Roma in Europa bedroht nicht nur Minderheiten.

Das sagte Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats der Sinti und Roma, bei der Gedenkfeier zum 71. Jahrestag des sogenannten Auschwitz-Erlasses in Oranienburg. Mit dem Erlass begann 1942 die Deportation von 23.000 Sinti und Roma aus ganz Europa in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Rose warnte, rassistische Angriffe zielten nicht nur auf Minderheiten, sondern vielmehr auf die Demokratie. Getragen werde dieser Rassismus nicht nur von Rechtsextremen, sondern finde auch immer mehr Rückhalt in der Mitte der Gesellschaft.

J.K. Rowling arbeitet an Harry-Potter-Theaterstück

Es gibt Neuigkeiten von Harry Potter -

oder vielmehr von seiner Schöpferin. Joanne K. Rowling hat bekannt gegeben, dass sie an einem Theaterstück über den Zauberlehrling arbeitet. Die britische Schriftstellerin teilte mit, in dem Stück werde es um die frühen Jahre des Zauberlehrlings als Waise in einer Pflegefamilie gehen. Rowling wird das Stück allerdings nicht selbst schreiben, sondern mit einem anderen Autor zusammenarbeiten und das Stück koproduzieren. Regisseur und Autor müssen noch ausgesucht werden.

Ermittlungen zur Finanzierung von Luc Bessons Pariser Prestigeprojekt "Cité du Cinéma"

Die "Cité du Cinéma" nahe Paris sollte Frankreichs Antwort auf Hollywood sein.

Jetzt befasst sich allerdings die französische Justiz mit dem Studio-Komplex, der von der Firma des Regisseurs Luc Besson betrieben wird. Medienberichten zufolge leitete die Pariser Staatsanwaltschaft Vorermittlungen ein. Zuvor hatte der französische Rechnungshof den Verdacht geäußert, dass öffentliche Gelder fehlgeleitet worden seien. So sei das Projekt aus öffentlichen Mitteln finanziert worden, obwohl es letzten Endes einem Privatunternehmen diene - und obwohl staatliche Stellen dagegen gewesen seien. - Die "Cité du Cinéma" war im September 2012 eröffnet worden.

Paris: Nelson-Mandela-Park eingeweiht

In Paris gibt es jetzt einen Nelson-Mandela-Park.

Zwei Wochen nach dem Tod des südafrikanischen Friedensnobelpreisträgers ist die vier Hektar große Grünfläche feierlich eingeweiht worden. Sie liegt im Quartier Les Halles. Bereits im Mai war Mandela zum Ehrenbürger von Paris ernannt worden.

Caritas international kritisiert Abschiebepolitik Saudi-Arabiens

Es ist eine "ernsthafte humanitäre Tragödie".

Mit diesen Worten hat der Leiter von Caritas international, Oliver Müller, die Abschiebepolitik Saudi-Arabiens gegenüber Arbeitsmigranten kritisiert, die illegal im Land leben. Müller sagte im Deutschlandradio Kultur, mehr als 100.000 Äthiopier seien aus ihren Unterkünften abgeholt und zum Flughafen gebracht worden. Saudi-Arabien habe im März verlangt, dass die Migranten sich registrieren lassen sollen. Neben einer Bürgschaft des Arbeitgebers sei auch eine Registrierungsgebühr von mindestens 10.000 Dollar fällig. Das Geld hätten viele Äthiopier nicht zahlen können.

Kardinal Woelki betet mit Tablet-Compter

Kardinal Woelki nimmt beim Beten auch gern ein Tablet zur Hand.

Der Berliner Geistliche sagte dem Rundfunk Berlin-Brandenburg, er habe auf seinem Computer eine App für das verpflichtende priesterliche Stundengebet installiert. Seitdem müsse er nicht immer ein dickes Buch mit sich herumschleppen. Auch sonst habe der Geistliche keine Angst vor moderner Technik. Auf sein Tablet habe er auch andere Apps geladen, unter anderem für Taxi-Unternehmen oder verschiedene Zeitungen.

Berliner Autor Fitzek: Mensch ist rücksichtsloser Parasit

Der Mensch ist wie ein Parasit: Er saugt die Erde aus, solange er kann, bis sie zerstört ist und er danach zu Grunde geht.

Dieses Bild hat den Berliner Bestseller-Autor Sebastian Fitzek zu seinem neuen Thriller "Noah" inspiriert. In dem Buch geht er der Frage nach, warum der Mensch trotz aller wissenschaftlichen Erkenntnisse die Umwelt weiter zerstört. Fitzek sagte im Deutschlandradio Kultur, der Mensch könne sich den Umweltveränderungen immer noch relativ gut anpassen. Daher würden die meisten Leute noch keinen Handlungsbedarf sehen. In seinem Roman habe er deshalb ein Schreckensszenario entworfen, das fast jeden betreffe. Eine kleine Organisation plant einen gigantischen Massenmord, um weiter im Wohlstand leben zu können.

Fitzek hat bereits mehr als zehn Bücher geschrieben, darunter "Der Nachtwandler" oder "P.S. Ich töte dich".

Historiker: Deutschland fehlt ein Gedenkkonzept zum Ersten Weltkrieg

Schon jetzt hat Frankreich rund 1.500 Gedenkfeiern zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs geplant.

Die deutsche Regierung hat dagegen noch gar kein Konzept vorgestellt. Das kritisierte der Historiker Gerd Krumeich, der Frankreich zum Gedenkjahr berät. Die Bundesregierung müsse ihren europäischen Partnern zumindest erklären, warum sie mit dem Ersten Weltkrieg anders umgehe. Krumeich sagte, während in Deutschland vor allem der Zweite Weltkrieg das kollektive Gedächtnis dominiere, sei in Frankreich der Erste Weltkrieg das Zentrum nationaler Identität. Die besondere Bedeutung könnte daran liegen, dass es in Frankreich die meisten Schlachtfelder gegeben habe.

Zudem hätten die Franzosen damals vereint gegen einen Feind gekämpft. Im Zweiten Weltkrieg sei das anders gewesen, weil einige Franzosen auch gemeinsame Sache mit den Nazis gemacht hätten.

Quedlinburger Feiniger-Galerie soll neue Sammlung bekommen

Die Lyonel-Feiniger-Galerie in Quedlinburg will sich auf mehrere Standbeine stellen.

Der künftige Direktor, Michael Freitag, hat angekündigt, für das Museum eine eigene Sammlung aufzubauen. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Kernbestand mit Werken des Namensgebers Lyonel Feininger solle erweitert werden. Der Bauhauskünstler arbeitete unter anderem Grafiker, Karikaturist und Fotograf. Für 2014 kündigte Freitag darüber hinaus drei Sonderausstellungen und ein museumspädagogisches Bildungsprogramm an. Freitag übernimmt am 1. Januar die Führung der Feiniger-Galerie im Harz.

Kanadische Fernseh-Aufsicht stützt Nachrichtensender im Pay-TV

Nachrichten und sonst nichts.

Wer in Kanada nach diesem Prinzip Bezahl-TV abonnieren will, hat bis jetzt Pech: Lokale und überregionale Nachrichtenkanäle gibt es stets nur im Paket mit anderen Sendern. Dem hat die Rundfunk- und Fernsehaufsicht des Landes aber einen Riegel vorgeschoben: Sie schreibt den Pay-TV-Anbietern vor, die Nachrichtensendungen künftig auch einzeln anzubieten. Wie die Behörde in Toronto mitteilte, will sie langfristig erreichen, dass im kanadischen Bezahlfernsehen auch andere Spartensender separat abonniert werden können. Ziel ist eine größere Wahlfreiheit für die Zuschauer.

Münsteraner Islam-Professor bekommt Unterstützung

Der umstrittene Münsteraner Islam-Professor Mouhanad Khorchide hat Unterstützung von zwei Islamverbänden erhalten.

Die Alevitische Gemeinde in Deutschland erklärte, der Leiter des Zentrums für Islamische Theologie müsse im Amt bleiben. Dem Koordinationsrat der Muslime, der die Absetzung des Theologen fordert, gehe es nicht um Religion, sondern um Politik und Deutungshoheit. Entgegen ihrem Anspruch verträten sie aber nicht die Mehrheit der Muslime in Deutschland. Auch der Liberal-Islamische Bund stellte sich hinter Khorchide. Dessen Ausführungen seien zwar in vielen Fällen diskussionswürdig, aber im Islam habe es immer unterschiedliche Meinungen gegeben. Der Koordiationsrat wirft Khorchide vor, ein falsches Bild vom Islam zu unterrichten.

Historiker Gross über die Bedeutung der Auschwitz-Prozesse vor 50 Jahren

Die Auschwitz-Prozesse waren ein sehr bedeutender Einschnitt in die bundesdeutsche Geschichte.

Mit diesen Worten hat der Leiter des Jüdischen Museums in Frankfurt am Main, Raphael Gross, den Beginn der Verhandlungen gewürdigt. Sie begannen heute vor 50 Jahren. Der Historiker sagte im Deutschlandfunk, die Staatsanwaltschaften hätten damals eigentlich kein großes Interesse an NS-Verfahren gehabt, da viele Juristen selbst stark belastet waren. Selbst nach den Auschwitz-Prozessen habe es viele Jahre gedauert, bis in der Gesellschaft wirklich ein Bewusstsein für den Holocaust entstanden sei. So sei zum Beispiel das erste Jüdische Museum in Deutschland erst vor 25 Jahren gegründet worden.

Christie's mit erster Auktion in Indien

Erst China, jetzt Indien - der asiatische Kunstmarkt wird auch für die Auktionäre von Christie's immer interessanter.

Bei seiner ersten großen Versteigerung in Mumbai hat das Londoner Auktionshaus einen Gesamterlös von rund 12 Millionen Euro erzielt. Unter den Hammer kamen insgesamt 83 Werke moderner indischer Kunst. Einige der Arbeiten sind allerdings als "nationale Kulturgüter" eingestuft und dürfen das Land nicht verlassen - darunter Werke von Rabindranath Tagore, Nandalal Bose und Amrita Shergil.

Im September hatte Christie's zum ersten Mal eine Versteigerung in China veranstaltet.

Homosexuelle Paare dürfen im US-Bundesstaat New Mexico heiraten

In New Mexico dürfen Homosexuelle ab sofort heiraten.

Das entschied das Oberste Gericht des US-Bundesstaates. Zur Begründung hieß es, eine Ungleichbehandlung von homosexuellen und heterosexuellen Paaren verstoße gegen die Verfassung. Man dürfe gleichgeschlechtlichen Partnern nicht die Rechte vorenthalten, die allen zuständen. New Mexico erlaubt damit als 17. Bundesstaat in den USA die sogenannte Homo-Ehe. 29 andere Bundesstaaten von insgesamt 50 verbieten sie ausdrücklich.

Auf Bundesebene hatte der Oberste Gerichthof in Washington im Juni ein Gesetz zum Schutz der Ehe zwischen Mann und Frau gekippt - die Richter erklärten es für unzulässig.

US-Eiskunstläufer Boitano outet sich vor Sotschi als schwul

Der Eiskunstlauf-Olympiasieger Brian Boitano ist diese Woche in die US-Delegation für die Olympischen Winterspiele berufen worden.

Jetzt hat er sich erstmals als schwul geoutet. Boitano gewann 1988 die Goldmedaille in Calgary. Bislang hatte er sich immer geweigert, über seine Sexualität zu sprechen. Der Eiskunstläufer reist zusammen mit der lesbischen Tennislegende Billie Jean King ins russische Sotschi. In den US-Medien wurde Kings Berufung bereits als deutliches Signal von Obama an Putin gewertet. Die russische Regierung steht wegen der Anti-Homosexuellengesetze in der Kritik.

Mehrere Staatsführer haben angekündigt, nicht nach Sotschi zu reisen, darunter Bundespräsident Joachim Gauck und Frankreichs Präsident François Hollande.

Albert Camus-Biograph: ein wirklich großer Schriftsteller

Albert Camus ist zeitverfallsresistent.

Mit dieser Wortschöpfung hat sein Biograph Martin Meyer den Schriftsteller charakterisiert. Er sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Camus sei ein wirklich großer Schriftsteller gewesen, der in seiner Literatur die alten Fragen um den Menschen behandelt habe. Außerdem fasziniere an ihm seine schnörkellose, unaufgeregt leidenschaftliche Sprache. Das mache Camus zu einem großen Autor. Der Schriftsteller wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden.

Uraufführung an Berliner Volksbühne: "La Cousine Bette" von Balzac

Einige Zuschauer verließen die Revue schon während der Aufführung, aber die meisten Theaterbesucher feierten die Uraufführung.

An der Berliner Volksbühne wurde gestern Abend die Bühnenadaption von Balzacs Roman "La Cousine Bette" gezeigt. Damit brachte Intendant Frank Castorf eine weitere Roman-Bearbeitung auf die Bühne. Er hatte als Regisseur schon Werke von Dostojewskij fürs Theater bearbeitet und inszeniert. In Balzacs Romanvorlage geht es um die Macht des Geldes. Castorf nutzte das Thema und verfremdete es mit Slapsticks, Sex und Sprücheklopfen.

London: Mehr als 70 Verletzte nach Einsturz von Theater

Im Londoner "Apollo-Theatre" lief gerade ein beliebtes Theaterstück von Mark Haddon - als kurz vor der Pause die Decke des Saals einstürzte.

Nach Angaben der Rettungskräfte wurden dabei gestern Abend 76 Menschen verletzt, sieben von ihnen schwer. Zur Vorstellung waren 700 Menschen gekommen, darunter viele Familien mit Kindern. Das "Apollo-Theatre" wurde umgehend geräumt, mehrere Menschen mussten aus den Trümmern befreit werden. Die Ursache des Einsturzes ist noch unklar.

Das Londoner "Apollo-Theatre" wurde 1901 eröffnet.

Humboldt-Uni beschließt Fakultätsreform

Die Humboldt-Universität in Berlin hat den Zeitplan zur umstrittenen Fakultätsreform beschlossen.

Nach Angaben der Hochschule entschied das Kuratorium, fünf Fakultäten zum 1. April 2014 zu dreien zusammenzulegen. Damit hat die Reform die letzte Hürde genommen, weil das Kuratorium das höchste Aufsichtsgremium der Hochschule ist. Während der gestrigen Sitzung haben Studenten laut gegen die Pläne protestiert. Die Demonstranten forderten eine Abstimmung aller Studenten über die Reform, nachdem ein Gruppenveto der studentischen Vertreter nicht erfolgreich war.

Anglikanischer Bischof will nicht in sein Schloss einziehen

Nicht in der eigentlichen Dienstwohnung zu wohnen, scheint bei Geistlichen derzeit im Trend zu liegen.

Nachdem sich bereits Papst Franziskus gegen die päpstliche Wohnung im Vatikan entschieden hat, gibt es nun einen ähnlichen Fall in der anglikanischen Kirche. Der Bischof von Bath und Wells, Peter Hancock, möchte ebenfalls nicht im bischöflichen Palast wohnen, sondern lieber in einer kleineren Wohnung. Das Bischofsschloss aus dem 13. Jahrhundert mit Park und Zugbrücke biete einfach zu wenig Privatsphäre, erklärte er. Viele Gläubige in seiner Gemeinde bedauern den Bruch mit einer 800 Jahre alten Tradition allerdings. Damit werde der gotische Palast zu einem beliebigen historischen Gebäude.

Dachverband Tanz : Tanzproduktionen müssen online

Wer es mit der kulturellen Bildung ernst meint, müsse Tanzproduktionen als Filme ins Internet stellen.

Das sagte der Geschäftsführer des Dachverbands Tanz, Michael Freundt, der "Süddeutschen Zeitung". Der Verband ist für Deutschland federführend am EU-geförderten "European Video Dance Heritage"-Projekt beteiligt, das Aufnahmen von Tanzproduktionen im Internet frei zugänglich machen möchte. Gerade die jüngere Generation sei über bewegte Bilder leichter für Kultur und das Theater zu begeistern, sagte Freundt. Deutschland müsse sich ein Vorbild an Frankreich nehmen und die Videos auch bei Vorbehalten beispielsweise im Urheberschutzrecht zur Verfügung stellen, statt sie zurückzuhalten.

Es sei allerdings ein Problem, dass der Großteil des Materials erst einmal digitalisiert werden müsse. Dafür fehle bislang das Geld, sagte Freundt.

Sudanesischer Künstler Bahnas erfriert in Kairo

Der sudanesische Schriftsteller, Bildhauer und Maler Mohammed Hussein Bahnas ist tot.

Nach Berichten von Kollegen erfror er als Obdachloser in Kairo. Vor zwei Jahren war Bahnas wegen einer Ausstellung seiner Werke in die ägyptische Hauptstadt gekommen. Der Verlust eines Großteils seines Vermögens soll ihn dann gezwungen haben, seine Wohnung dort aufzugeben. Bahnas nahm unter anderem an der Besetzung des Tahrir-Platzes und den Protesten gegen Hosni Mubarak teil und gestaltete zahlreiche Grafitti in der Stadt. Als Künstler hatte er seine Skulpturen unter anderem in Frankreich ausgestellt. Der Nahe Osten ist in den letzten Tagen von einer ungewöhnlich heftigen Kältewelle heimgesucht worden.

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Fazit

Solidaritätslesung für HongkongJeder ist die Revolution
Die Künstlerin Alice Kahei Yu aus Hongkong sitzt hinter einem Blumenstrauß auf dem Pflaster, sie trägt eine Sonnenbrille und auf ihrem Pullover steht "Steht Hongkong bei" (Tomas Fitzel)

Die Proteste in Hongkong gegen den wachsenden Einfluss der chinesischen Regierung finden weltweite Aufmerksamkeit und Unterstützung. In Berlin organisierte die deutsche Sektion der Schriftstellervereinigung P.E.N. eine spontane Solidaritätslesung.Mehr

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