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Kulturnachrichten

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Institut für Zeitgeschichte hält an kritischer Ausgabe von "Mein Kampf" für 2015 fest

Auch wenn die bayerische Staatsregierung ihre Meinung geändert hat -

das Institut für Zeitgeschichte hält an dem Vorhaben fest, 2015 eine kommentierte Fassung von Adolf Hitlers Hetzschrift "Mein Kampf" zu veröffentlichen. Institutsdirektor Andreas Wirsching betonte im Deutschlandradio Kultur die Notwendigkeit einer historisch-kritischen Ausgabe. Der ohnehin verfügbare Text müsse eingekreist und in seiner Propagandawirkung gebrochen werden. Eine Tabuisierung wäre nach den Worten Wirschings fatal.

Vor knapp zwei Jahren hatte die Landesregierung das Institut mit der kritischen Ausgabe beauftragt - war aber gestern überraschend aus dem Projekt ausgestiegen. Begründet wurde die Entscheidung mit der Kritik von Holocaust-Opfern und deren Angehörigen. - Bayern will nun jede Veröffentlichung des Werks verhindern - notfalls per Strafanzeige. Der Freistaat hat bis 2015 die Urheberrechte.

NS-Raubkunst: Stadt Mainz gibt Porzellanfiguren an die Erben von Emma Budge zurück

"Wir haben etwas gutzumachen und das tun wir aus innerer Überzeugung."

So begründet der Oberbürgermeister von Mainz, Michael Ebling, die Entscheidung, NS-Raubkunst an die Erben der jüdischen Kunstsammlerin Emma Budge zurückzugeben. Der SPD-Politiker sagte, der Stadtrat habe sich einstimmig dafür ausgesprochen, die fünf wertvolle Porzellanfiguren aus dem 18. Jahrhundert an die Nachkommen zu übergeben. Die Figuren sollen einen Gesamtwert von 50.000 Euro haben und befanden sich zuletzt im rheinland-pfälzischen Landesmuseum. - Die Sammlung der Hamburgerin Emma Budge gilt als eine der größten deutschen Privatsammlungen, die auf Druck der Nationalsozialisten verkauft werden mussten.

Intendant des Tanzhauses NRW wird mit dem deutschen Tanzpreis geehrt

Der deutsche Tanzpreis 2014 geht an Bertram Müller.

Der scheidende Intendant des Tanzhauses NRW in Düsseldorf habe eine einzigartige, neue Struktur für den Tanz in Europa geschaffen, erklärte die Jury. Für Müller sei eine Gruppe orientalischer Tänzerinnen genauso wichtig wie Jugendliche aus gesellschaftlichen Brennpunkten und Stars der internationalen Szene. Ende des Jahres geht Müller in den Ruhestand; seine Nachfolgerin wird Bettina Masuch. - Der Tanzpreis wird seit 2004 vom Förderverein Tanzkunst Deutschland vergeben - die Preisverleihung findet im März in Essen statt.

GEMA und Musikveranstalter einigen sich auf neue Tarife

Seit Monaten gab es Streit zwischen der Verwertungsgesellschaft GEMA und den deutschen Musikveranstaltern.

Jetzt haben sich beide Seiten auf neue Tarife für Veranstaltungen in Musikkneipen, Clubs und Diskotheken geeinigt. Der neue Vertrag soll zu Jahresbeginn in Kraft treten. Die Gebühren richten sich künftig vor allem nach der Größe der Veranstaltungsräume und der Höhe der Eintrittspreise. Die Bundesvereinigung der Musikveranstalter hatte für ihre rund 150.000 Mitglieder ursprünglich Preissteigerungen von mehreren hundert Prozent befürchtet. - Die GEMA nimmt die Rechte von mehr als 65.000 Musikautoren wahr.

Schauspieler Christoph Waltz über sein Debüt als Opernregisseur

Hinterher werde er entweder sehr, sehr unglücklich sein - oder wahnsinnig glücklich.

Das sagte Christoph Waltz der "Zeit" über sein Debüt als Opernregisseur. Der Schauspieler inszeniert an der Flämischen Oper in Antwerpen den "Rosenkavalier" von Richard Strauss. Der zweifache Oscar-Preisträger findet es nach eigenen Worten schwierig, zu wissen, was er auf der Bühne sehen will - es aber formulieren zu müssen, anstatt es selbst zu machen. Um das abzukürzen, habe er den Darstellern relativ viel selbst vorgespielt, sagte Waltz. Die Premiere des "Rosenkavaliers" findet kommenden Sonntag statt.

Erstes Denkmal für homosexuelle Opfer der NS-Diktatur in Israel

In Tel Aviv gibt es jetzt ein Denkmal für die homosexuellen Opfer der deutschen Nazi-Diktatur.

Es ist das erste Monument dieser Art in Israel. Tel Avivs Bürgermeister Ron Chuldai erklärte, die Nationalsozialisten hätten viele Gräuel begangen, um all jene auszulöschen, die als anders gegolten hätten. Das Denkmal solle daran erinnern, wie wichtig es sei, jeden Menschen zu respektieren, sagte Chuldai.

Umstrittene Auktion: Stiftung kauft Hopi-Masken - und gibt sie an Indianer-Stämme zurück

Allen Protesten zum Trotz waren am Wochenende in Paris 24 Indianer-Masken versteigert worden.

Jetzt wurde bekannt: Die Masken hat eine gemeinnützige Stiftung gekauft, um sie den Stämmen der Hopi und der San-Carlos-Apachen zurückzugeben. Die Annenberg-Stiftung mit Sitz in Los Angeles teilte mit, sie habe für die Masken umgerechnet gut 380.000 Euro bezahlt.

Der Verkauf war umstritten: Für die Indianer-Stämme stellen die Masken Geister dar und werden bei spirituellen Zeremonien getragen. Ihre Abbildung im Auktionskatalog sahen die Stämme als Beleidigung ihrer Tradition.

Hier der Link zur Mitteilung der Annenberg-Stiftung.

Gebärdendolmetscher bei Trauerfeier für Mandela soll Hochstapler gewesen sein

Bei der Trauerfeier für Nelson Mandela war auch ein Hochstapler dabei - und zwar an prominenter Stelle.

Der Mann sollte gestern auf der Bühne im Stadion von Johannesburg als Gebärdendolmetscher übersetzen - seine Gebärden haben aber offenbar keinen Sinn ergeben. Das teilte der südafrikanische Gehörlosenverband mit. Auch die taube Abgeordnete Wilma Newhoudt erklärte, der angebliche Übersetzer habe mit seinen Händen und Armen keine Inhalte mitgeteilt. Die südafrikanische Regierung hat angekündigt, die Berichte zu prüfen, um herauszufinden, wer Mann war. - Heute wurde der Leichnam des Nationalhelden und Friedensnobelpreisträgers in Pretoria öffentlich aufgebahrt. Am Sonntag soll Mandela in seinem Heimatort beerdigt werden.

Neues offizielles Symbol für den russischen Rubel vorgestellt

Ein russisches R - für Deutsche sieht es aus wie ein P - mit einem waagrechten Strich in der Mitte.

Das ist das neue offizielle Symbol für den Rubel. ,Wie die russische Zentralbank mitteilte, wurde es in einer öffentlichen Abstimmung aus fünf verschiedenen Varianten ausgewählt. Das Symbol wird schon seit einiger Zeit inoffiziell für die russische Währung verwendet. Im kommenden Jahr soll es die ersten Münzen mit dem neuen Rubel-Symbol geben.

EU-Urteil: Skype-Übernahme durch Microsoft war rechtens

Microsoft durfte den Internet-Telefondienst Skype übernehmen.

Der Europäische Gerichtshof entschied, der Zusammenschluss gefährde den Wettbewerb nicht - weder auf dem Markt für privates Videotelefonieren, noch in der Geschäftskommunikation. Microsoft hatte Skype im Mai 2011 für 8,5 Milliarden Dollar übernommen. Dagegen hatte unter anderem der amerikanische IT-Konzern Cisco geklagt. Er warf der EU-Kommission vor, die Übernahme ohne Auflagen gebilligt zu haben.

Werke von Damien Hirst aus Londoner Galerie gestohlen

Offenbar hatte es der Dieb exakt auf diese beiden Bilder abgesehen.

Das vermutet die Londoner Polizei nach dem Diebstahl von zwei Gemälden des britischen Künstlers Damien Hirst. Die Werke seien in der Nacht zum Montag aus der Exhibitionist Gallery im Stadtteil Notting Hill entwendet worden. Sie seien insgesamt umgerechnet knapp 40.000 Euro wert. Scotland Yard geht davon aus, dass für den Raub nur eine Person verantwortlich ist. Der Kunstdieb habe die Tür aufgebrochen und die Bilder in einem Auto abtransportiert.

Neues Museumsdepot der Weimarer Klassik-Stiftung übergeben

2.500 Gemälde, 2.500 Möbelstücke, 15.000 kunstgewerbliche Objekte und zahlreiche Fotos sollen hier künftig unter einem Dach aufbewahrt werden.

Nach zwei Jahren Bauzeit hat die Weimarer Klassik-Stiftung ihr neues zentrales Museumsdepot übernommen. Der Neubau umfasst eine Fläche von 3.700 Quadratmetern und hat 15,5 Millionen Euro gekostet. Thüringens Kulturminister Christoph Matschie erklärte, das Depot biete für die Schätze von Weltrang künftig hervorragende Lagerbedingungen. Bislang sind die Bestände der Klassik-Stiftung auf 14 verschiedene Depots verteilt.

Norweger debattieren über Wahrheitsgehalt von Wikinger-Serie

Wie viel künstlerische Freiheit ist im Namen einer guten Story erlaubt?

Diese Frage spaltet norwegische Experten nach der Ausstrahlung der irisch-kanadischen Fernsehserie "Vikings". Mehrere Wissenschaftler kritisierten, die Wikinger und ihre Bräuche und Traditionen würden falsch dargestellt. Unter anderem würden Kirchengebäude und Schiffe fehlerhaft gezeigt. Der Philologe Jan Ragnar Hagland von der Universität Trondheim bezeichnete das Werk als "anachronistisch". Vom Kulturhistorischen Museum Oslo hieß es dagegen, solange man ehrlich sage, dass man ein Drama und keinen Dokumentarfilm produziere, seien solche Freiheiten erlaubt. Immerhin werde die Wikingerzeit so einem breiten Publikum nähergebracht. Die neunteilige Serie "Vikings" behandelt die legendäre Figur des Wikingerhelden Ragnar Lodbrok, der vermutlich im 9. Jahrhundert nach Christus lebte.

Mit Kosten von umgerechnet rund 31 Millionen Euro ist "Vikings" eine der bislang teuersten und aufwändigsten filmischen Darstellung der Wikingerzeit.

Schriftstellerin sieht Protestaufruf Anfang einer Bewegung

"Unsere individuelle Freiheit ist zu Ende, wenn wir so weitermachen."

Dieser Überzeugung ist die amerikanisch-dänische Autorin Janne Teller. Als eine von über 500 Schriftstellern hat auch sie den Aufruf gegen die Überwachung durch Regierungen und Konzerne unterschrieben. Im "Deutschlandradio Kultur" sagte Teller, es sei traurig, dass viele amerikanische Autoren das Thema in ihren Werken ausklammerten. Diese Menschen übten eher Selbstzensur aus, statt die Regierung zu bekämpfen, kritisierte Teller. Den internationalen Appell sieht die Schriftstellerin als ersten Schritt. Dies sei nur der Anfang einer Bewegung, die sich weltweit ausweiten werde - so lange, bis Regierungen und Konzerne zum Handeln gezwungen würden.

Indien: Homosexualität bleibt strafbar

Homosexualität bleibt in Indien ein Verbrechen.

Das bestätigte jetzt der Oberste Gerichtshof in Neu Delhi. Demnach bleibt ein Gesetz in Kraft, das aus der britischen Kolonialzeit stammt und für homosexuelle Handlungen bis zu zehn Jahre Gefängnis vorsieht. Ein Gericht in Neu Delhi hatte 2009 beschlossen, keine Strafen mehr zu verhängen, da das Gesetz in die Rechte der Bürger eingreife. Der Oberste Gerichtshof stellte nun klar, dass diese Entscheidung verfassungswidrig gewesen sei und es Aufgabe des Parlaments sei, das entsprechende Gesetz zu ändern.

Historiker Schmitt lehnt Promotionsrecht für Fachhochschulen ab

In diesem Fall erweist sich Mut als Übermut.

Dieses Urteil fällt der Historiker Tassilo Schmitt über den Vorstoß der schleswig-holsteinischen Wissenschaftsministerin Waltraud Wende, Fachhochschulen ein Promotionsrecht zu gewähren. Schmitt ist Vorsitzender des Deutschen Philosophischen Fakultätentages. Er schreibt in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Wendes Argumente seien dumm. Es sei absurd zu behaupten, dass die Forschungsstärke einzelner Fachhochschul-Professoren auf die Forschungsstärke der FHs schließen lasse. Das Promotionsrecht werde aber nicht von Personen ausgeübt, sondern gerade von Institutionen. Außerdem befürchtet Schmitt, dass die Fachhochschulen die anwendungsbezogene Vermittlung von Wissenschaft vernachlässigen könnten.

NRW plant Veränderungen in Lehrerausbildung

Die meisten Lehramtsstudenten in Nordrhein-Westfalen brauchen in Zukunft kein Latein mehr.

Schulministerin Sylvia Löhrmann kündigte in Düsseldorf an, in der Lehrerausbildung für modernen Fremdsprachen sei in Zukunft kein Lateinnachweis mehr nötig. Für Geschichts- und Philosophie-Lehrer reichten Lateinkenntnisse "auf einem abgesenkten Niveau". Das "Große Latinum" brauchten künftig nur noch angehende Latein- und Griechisch-Lehrer. Offen ist derzeit noch, ob Religionslehrer Lateinkenntnisse nachweisen müssen. Bei dieser Frage müsse die Haltung der Kirchen berücksichtigt werden, sagte Löhrmann. Der Landtag muss der Regelung noch zustimmen.

Sacharow-Preisträgerin in Syrien entführt

Die Sacharow-Preiträgerin Rasan Saituneh ist in Syrien verschleppt worden.

Wie syrische Oppositionelle erklärten, überfielen Unbekannte das Büro des Gewalt-Dokumentationszentrums bei Damaskus und entführten die Menschenrechtsanwältin, ihren Ehemann und zwei weitere Aktivisten. Saituneh gehörte in der Anfangsphase der Proteste gegen Präsident Baschar Al Assad zu den prominentesten Regierungskritikern. Im Dezember 2011 wurde sie vom Europaparlament gemeinsam mit vier anderen Aktivisten mit dem Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit ausgezeichnet.

Sachsen-Anhalt verabschiedet Landeskulturkonzept 2025

Mit seiner zentralen Forderung konnte sich der Kulturkonvent nicht durchsetzen.

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat ihr umstrittenes Landeskulturkonzept 2025 verabschiedet. Kultusminister Stephan Dorgerloh erklärte, auch Vorschläge aus dem Kulturkonvent seien eingeflossen. Die Hauptforderung des Konvents, die Kultureinrichtungen des Landes besser auszustatten, wurde aber nicht berücksichtigt. Dorgerloh sagte weiter, das Papier nenne keine konkreten Sparziele oder Fördersummen. Schwerpunkte seien die Projekte Reformation 2017 und Bauhaus 2019. Der Kulturkonvent mit Vertretern aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft hatte Anfang des Jahres nach rund einjähriger Beratung Empfehlungen erarbeitet.

Ukrainische Kirchen rufen zu Dialog und Gewaltverzicht auf

"Wir rufen Gesellschaft, Regierung und Opposition zum Dialog auf."

Mit diesen Worten haben die Kirchen in der Ukraine an alle Seiten appelliert, im aktuellen Konflikt keine Gewalt anzuwenden. Die Glaubensgemeinschaften verurteilten Brutalität gegen Demonstranten, Journalisten und Polizisten, heißt es weiter. Die Regierung müsse für eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle und die Bestrafung der Täter sorgen. Unterschrieben ist der Aufruf vom Oberhaupt der ukrainisch-orthodoxen Kirche. Die Polizei rückte in der Nacht mit einem Großaufgebot auf den Unabhängigkeitsplatz in Kiew vor. Nach Korrespondentenberichten rissen die Einsatzkräfte Barrikaden nieder und drängten Demonstranten ab.

Auslöser der Demonstrationen war die überraschende Absage der Regierung an ein Assoziierungsabkommen mit der EU. Für den Vertrag hatten sich auch die Kirchen ausgesprochen.

Schriftstellerin Krog: Wir sollten alle versuchen zu leben, wie Mandela es getan hat

Die Bewunderung für Nelson Mandela ist oft voller Widersprüche.

Das beobachtet die südafrikanische Schriftstellerin Antjie Krog. Im "Deutschlandradio Kultur" sagte sie, dieses Phänomen zeige sich deutlich daran, dass afrikanische Diktatoren zur Trauerfeier gekommen seien und vorgäben, Mandela zu verehren. Gleichzeitig unterdrückten sie aber weiterhin ihre eigenen Völker. Krog, die Mandelas Autobiografie ins Afrikaans übersetzt hat, befürchtet, dass Südafrika an den noch bestehenden Rasse- und Klassegegensätzen zerbricht. Die Schwarzen hätten ihren Unterdrückern vergeben, aber nicht wirklich etwas dafür zurück erhalten. Nun seien viele an einem Punkt, an dem sie anfingen, wütend zu werden, erklärte die Autorin.

Niedersachsen schafft Studiengebühren ab

Das Konzept "Studiengebühren" hat sich nicht durchgesetzt.

Als letztes Bundesland hat Niedersachsen zum nächsten Wintersemester die Gebühren abgeschafft. Das beschloss der Landtag in Hannover mit der Mehrheit von SPD und Grünen. Die Studiengebühren betragen in Niedersachsen zur Zeit 500 Euro pro Halbjahr. Für die Hochschulen fallen damit ab Herbst 2014 rund 120 Millionen Euro Einnahmen weg. Das Land will diesen Betrag aber ersetzen. Langzeitstudenten müssen wie in anderen Bundesländern weiter zahlen. Überschreiten sie ihre Regelstudienzeit um sechs Semester, werden 500 Euro pro Halbjahr fällig.

Gandalf-Darsteller McKellen fürchtet Einreise nach Russland

"Diese Gesetze gelten nur zweieinhalb Stunden von London entfernt."

Mit diesen Worten kritisiert der britische Schauspieler Ian McKellen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben in Russland. McKellen sagte der Zeitschrift "Radio Times", das britische Außenministerium habe ihm geraten, nicht nach Moskau zu fahren. Der Schauspieler hob die Bedeutung der russischen Künstler Peter Tschaikowsky, Sergei Djagilew und Rudolf Nurejew hervor. Sie alle seien schwule Künstler gewesen, deren Sexualität ihre Arbeit beeinflusst habe. McKellen war für seine Darstellung des Zauberers Gandalf in der "Herr der Ringe"-Trilogie und den "Hobbit"-Filmen bekannt geworden.

Ingo Schulze verteidigt seine Unterstützung für Schriftsteller-Aufruf

"Es muss möglich sein, gegen die Überwachung vorzugehen."

Mit diesen Worten hat der Schriftsteller Ingo Schulze erklärt, warum er einen Aufruf unterschrieben hat, in dem über 500 Schriftsteller ein Ende der Überwachung durch Regierungen und Konzerne fordern. Schulze sagte der Online-Ausgabe der "Zeit", die Bespitzelung sei mit keiner Bedrohung mehr zu rechtfertigen. Er nehme es Angela Merkel nicht ab, dass sie erst aus der Zeitung vom Ausmaß der Überwachung durch Geheimdienste erfahren habe. Es müsse in einer Demokratie möglich sein, eine öffentliche Debatte darüber zu führen, wie die Überwachung beendet werden könnte.

Jazz-Gitarrist Jim Hall im Alter von 83 Jahren gestorben

Die New York Times würdigte sein Spiel als besonders gefühlvoll und gewinnend.

Der amerikanische Jazz-Gitarrist Jim Hall ist tot. Er starb im Alter von 83 Jahren in New York. Halls Karriere begann in den 1950 in Cleveland und Los Angeles. Er spielte unter anderem mit Jazz-Größen wie Bill Evans, Ella Fitzgerald und Ron Carter und galt auf seinem Instrument als stilprägender Musiker. In seinen späten Jahren komponierte der Gitarrist mehrere Stücke für große Ensembles, in denen er Jazz- und klassische Elemente verband.

Schwabinger Kunstfund: Taskforce-Chefin verteidigt Verschwiegenheit

Von "alles schiefgelaufen" kann keine Rede sein.

Die Leiterin der "Taskforce" zum Schwabinger Kunstfund, Ingeborg Berggreen-Merkel, weist den Vorwurf der schleppenden Aufklärung des Falls zurück. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte sie, der Kunstfund sei erst so spät öffentlich gemacht worden, weil es sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren handele. Auch die Experten der Taskforce seien zur Verschwiegenheit verpflichtet. Berggreen-Merkel appellierte an die Bundesländer, in Zukunft mehr Provenienzrecherche zu betreiben. Auch Privatleute müssten Lehren aus dem Fall Gurlitt ziehen und ihre Recherche verstärken.

Großbritannien erlaubt Homo-Ehe ab Ende März

Homosexuelle können in England und Wales ab dem 29. März 2014 heiraten.

Dieses Datum hat die britische Regierung nun bekannt gegeben. Im Juli hatte das Parlament in London das Gesetz verabschiedet. Die Regierung hatte sich jedoch ausgebeten, die Regelung formal erst einige Monate später in Kraft treten zu lassen. Sie musste zuvor noch Änderungen bei anderen Gesetzen vornehmen, zum Beispiel bei der Altersvorsorge. Bereits seit 2005 haben Schwule und Lesben in England und Wales die Möglichkeit, zumindest eine offizielle Partnerschaft eintragen zu lassen, die ihnen weitgehend gleiche Rechte wie Ehepaaren einräumt - unter anderem auch das Adoptionsrecht. Die neue Regelung gilt allerdings nicht für Schottland und Nordirland. Dort bleiben Homo-Ehen aufgrund eigener Gesetze vorerst unzulässig.

Sechsjähriger in den USA wegen Handkusses vom Schulunterricht suspendiert

Früher galt eine solche Geste als höflich.

In den USA ist jetzt ein Sechsjähriger wegen eines Handkusses für einen Tag vom Schulunterricht suspendiert worden. Wie ein lokaler Fernsehsender berichtet, wertete die Schulleitung im Bundesstaat Colorado den Kuss des Jungen auf die Hand einer Mitschülerin als sexuelle Belästigung. Die Mutter will sich jetzt dagegen wehren, dass das Vergehen in die Akte ihres Sohnes aufgenommen wird. Ihren Angaben zufolge mögen sich die beiden Erstklässler einfach gern.

Saudi-Arabien erweitert Platz um Kaaba

Die große Moschee in Mekka soll bald noch mehr Pilger aufnehmen können.

Der Platz, der das Heiligtum - die Kaaba - umgibt, wird vergrößert. Die Arbeiten zur Erweiterung des Areals um 25.000 Quadratmeter haben gestern begonnen und werden voraussichtlich bis zum Beginn des Fastenmonats Ramadan Ende Juni 2014 abgeschlossen sein. Dann sollen bis zu 75.000 Pilger pro Stunde die Kaaba umrunden können. Außerdem ist eine eigene Gasse für Gehbehinderte geplant. Saudi-Arabien investiert derzeit hunderte Millionen Euro in den Um- und Ausbau der muslimischen Pilgerstätten. Grund sind die steigenden Besucherzahlen.

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