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Kulturnachrichten

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Volkstheater Rostock tritt aus Deutschem Bühnenverein aus

Für Rostock wäre der Tarifvertrag zu teuer.

Mit dieser Begründung ist das Volkstheater der Stadt mit sofortiger Wirkung aus dem Deutschen Bühnenverein ausgetreten. Der Verein ist der Arbeitgeberverband der deutschen Theater und Orchester. Der hatte mit der Orchestergewerkschaft einen neuen Tarifvertrag ausgehandelt, nach dem alle Lohnerhöhungen des öffentlichen Dienstes seit 2009 auch auf die Musiker übertragen werden müssen. Für Rostock würde das Nachzahlungen in Höhe von einer Million Euro und steigende Personalkosten bedeuten.

Louvre-Lens trotz anfänglicher Skepsis erfolgreich

Ein Ableger des Louvre in der nordfranzösischen Provinz -

Viele Kritiker hatten bei der Eröffnung vor einem Jahr nur wenig Hoffnung für das Projekt. Doch mit rund 800.000 Besuchern hat das Museum in Lens die Erwartungen weit übertroffen. Direktor Xavier Dectot erklärte bei einer Bilanz-Pressekonferenz, die Gleichung zwischen Frankreichs berühmtestem Museum und einer seiner ärmsten Städte sei aufgegangen. Besonders die Dauerausstellung, habe viele Besucher angezogen - auch weil sie keinen Eintritt koste. Das solle auch im nächsten Jahr so bleiben. In der Umgebung hätten vor allem die Gastwirte profitiert - ihre Umsätze seien in den vergangenen 12 Monaten um ein Viertel gestiegen.

Russisches Verteidigungsministerium gründet Nachrichtenagentur

Produktionen mit militärischem Inhalt sollen im Vordergrund stehen.

Wie die Agentur "Ria Novosti" berichtet, plant das Verteidigungsministerium in Moskau im kommenden Jahr eine eigene Nachrichtenagentur zu gründen. Neben Berichten über Ereignisse in der Armee sollten auch gesellschafts-politische Aspekte nicht zu kurz kommen. Für seine Produktionen kann das Ministerium dann auch auf ein eigenes Filmstudio zurückgreifen. Es wird zusammen mit der neuen Nachrichtenagentur zur Dachorganisation "Kunstverein Roter Stern" gehören.

Emir Kusturica plant Weltkriegs-Doku

Mit dem Film will er die Geschichte wieder geraderücken.

Der serbische Filmregisseur Emir Kusturica plant nach eigenen Angaben einen Dokumentarfilm über den Ersten Weltkrieg. Darin soll es unter anderem um den Attentäter Gavrilo Princip gehen, der 1914 den österreichischem Thronfolger und dessen Frau in Sarajevo erschoss. Princip soll darin als serbischer Freiheitskämpfer und nicht als Terrorist dargestellt werden - wie es vor dem Zerfall Jugoslawiens üblich war. Kusturica erklärte, er wolle damit auch auf die Entfernung des Gavrilo-Denkmals in Sarajevo reagieren. Der Regisseur gilt als glühender serbischer Nationalist.

Provenienzforscher weist Pauschalkritik zurück

Pauschalurteile und Vorwürfe gehören zu den unerfreulichen Begleitumständen des Schwabinger Kunstfundes.

Das hat der Leiter der Provenienzforschung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Gilbert Lupfer, auf einer Tagung kritisiert. Anschuldigungen gegen Museen, Kollegen und den Berufsstand der Kunsthistoriker seien bis zur Jahrtausendwende legitim gewesen, so Lupfer. Die Situation habe sich in der Zwischenzeit aber entscheidend verändert. Das werde mancherorts aber nicht zur Kenntnis genommen.

Malaysias Regierung will Einspruch gegen Allah-Urteil verhindern

Das Urteil ist "korrekt", es gibt keinen Grund, das Bundesgericht erneut damit zu befassen.

In einem Schreiben hat die Regierung von Malaysia das höchste Gericht des Landes aufgefordert, einen Einspruch der katholischen Kirche nicht zuzulassen. Diese will sich gegen das sogenannte Allah-Urteil wehren. Darin hatte das Innenministerium des Landes einer katholischen Wochenzeitung verboten, das Wort "Allah" für Gott zu benutzen - das stehe nur Muslimen zu. Dem Antrag der Regierung haben sich auch die Islambehörden mehrerer Provinzen angeschlossen. In Malaysia ist der Islam zwar offizielle,- aber nicht Staatsreligion.

Internet hat Bücherkonsum bei Jugendlichen nicht wesentlich beeinflusst

Die Konkurrenz des Internets ist vielleicht nicht so stark wie bislang angenommen.

Daten einer neuen Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest zeigen, dass Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren noch genauso viel Bücher lesen wie die Generation vor ihnen. Das Netz ist demnach eine Ergänzung des Medienrepertoires der Jugendlichen. Die Umfrage zeigt aber auch: Die Zahl der regelmäßigen Internetnutzer steigt. Heute surfen 89 Prozent der Jugendlichen regelmäßig, vor 15 Jahren waren es nur fünf Prozent.

Kulturstiftung des Bundes plant Millionenausgaben

Die Kulturstiftung des Bundes will in den kommenden Jahren Jahr 13,2 Millionen Euro ausgeben.

Wie die Direktorin der Stiftung, Hortensia Völckers, erklärte, sollen damit rund 40 Projekte gefördert werden - von Ausstellungen über Kunst, Tanz, Theater und Musik. Zu den größten Posten gehören unter anderem eine Retrospektive des 2010 gestorbenen Künstlers Sigmar Polke, die 2015 zu sehen sein soll und rund 2,5 Millionen Euro Zuschüsse zur Berlin Biennale in den Jahren 2016 und 2018.

französisches Satiremagazin wegen Blasphemie angeklagt

Das Verfahren wird letztlich zur Abschaffung des Straftatbestandes der Blasphemie führen.

Davon ist der Anwalt des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" überzeugt. Er muss seinen Mandanten vor einem Gericht in Straßburg verteidigen. Dort ist "Charlie Hebdo" von einer muslimischen Organisation wegen eines Titelblattes aus dem Juli verklagt worden, auf dem in drastischen Worten der Islam kritisiert wurde. Die Klage sei reine Zeitverschwendung, hieß es vom Anwalt der Beklagten. Allen sei klar, dass das "Charlie Hebdo" nicht blasphemisch sei. Blasphemie ist in Frankreich nur noch in der Region Elsass-Lothringen strafbar.

Walter Moers über Kinderbücher: "gedruckte Schlaftabletten"

"Die meisten Kinderbücher sind gedruckte Schlaftabletten."

Dieses vernichtende Urteil fällt Walter Moers, der Zeichner, Schriftsteller und Schöpfer von "Käpt'n Blaubär" und dem "Kleinen Arschloch". In einem über E-Mails geführten Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" erklärt Moers, 90 Prozent aller Kinderbücher würden von Erwachsenen gekauft. Die alle könne man schon mal weglassen, denn Kinder würden sich selbst ganz andere Bücher kaufen. Die meisten Kinderbücher seien sehr schlecht geschrieben und übel gezeichnet, kritisiert Moers. Die wenigen guten passen nach seinen Worten in ein kleines Regal. Er selbst schreibe übrigens gar keine Kinderbücher, so der Autor. Ein bestimmtes Zielpublikum habe er inzwischen gar nicht mehr im Sinn.

China: Behörden verbieten privaten Firmen das Löschen von Interneteinträgen

Dass der Staat in China unliebsame Nachrichten im Internet löschen lässt, ist längst bekannt.

Privaten chinesischen Unternehmen soll das aber verboten bleiben. Aus diesem Grund haben die Behörden in dem Land sechs Werbeagenturen geschlossen. Sie hatten im Auftrag ihrer Kunden negative Berichte über deren Produkte aus dem Netz entfernen lassen. Dafür hatten die Werbeprofis unter anderem die Betreiber von Nachrichtenseiten bestochen. Den Aussagen von Mitarbeitern der Agenturen zufolge, sind derartige Imagekampagnen fester Bestandteil des Services vieler chinesischer Werbefirmen.

Iran setzt Änderungen bei immateriellem Welterbe durch

Bei ihrer Tagung in Baku hat die Unesco ein Reiterspiel auf die Liste des immateriellen Welterbes gesetzt.

Der Vorschlag, Tschovgan aufzunehmen, war von Aserbaidschan eingereicht worden. Doch nun hat der Iran durchgesetzt, dass das Spiel nicht nur als aserbaidschanisches Erbe anerkannt wird, sondern als multinationaler Sport. Immerhin werde er in Abwandlungan auch im Iran, in Indien und Afghanistan praktiziert. Tschovgan ähnelt dem Polospiel, das seine Wurzeln im Iran hat.

Gespielt wird es von zwei Mannschaften aus fünf Reitern, die auf speziellen Pferden aus der Region Bergkarabach eine Kugel aus Holz oder Kupfer ins gegnerische Tor spielen.

Pulitzer-Preisträger Diaz schaltet sich in Einwanderungs-Streit in der Dominikanischen Republik ein

Die Dominikanische Republik will Kindern von illegalen Einwanderern aus Haiti die Staatsbürgerschaft nachträglich aberkennen.

Weil der amerikanische Schriftsteller Junot Diaz im Streit um dieses Vorhaben Partei für diese Bevölkerungsgruppe ergriffen hat, sieht er sich jetzt mit persönlichen Angriffen konfrontiert. In einem offenen Brief werfen acht dominikanische Intellektuelle dem Pulitzer-Preisträger Illoyalität zu seinem Herkunftsland vor. Der Autor lebt in den USA, seit er ein Kind ist. Weiter heißt es in dem Schreiben, Diaz sei nicht zur Selbstreflexion fähig und sein Sprachstil respektlos und mittelmäßig. Der Gescholtene bezeichnete das Schreiben als ungeschickten Versuch, ihn zum Schweigen zu bringen.

Madagaskar: Einziger Oppositionssender sendet wieder

In Madagaskar gibt es wieder ein oppositionelles Radioprogramm.

Der einzige unabhängige Sender des Landes, Free FM, ist wieder auf Sendung. Man habe die vorläufige Erlaubnis der Behörden, erklärte die Chefredakteurin. Sie und weitere Journalisten des Senders waren Anfang des Jahres zu Gefängnisstrafen verurteilt worden, weil sie zum Hass auf Behörden und zur Zerstörung von öffentlichem Eigentum aufgerufen haben sollen. Daraufhin war der Sender geschlossen und seine technische Ausrüstung beschlagnahmt worden. Die neue Sendelizenz gilt bis zum Ende des Revisionsverfahrens. Sollte das Urteil im Februar bestätigt werden, muss Free FM erneut den Betrieb einstellen.

SPD-Medienpolitiker will Werbung bei ARD und ZDF abschaffen

Die Werbung in den Programmen von ARD und ZDF sollte abgeschafft werden.

Dieser Ansicht ist der Medienstaatssekretär von Nordrhein-Westfalen, Marc Jan Eumann. Der SPD-Politiker sprach sich in der Zeitung "Die Welt" dafür aus, Werbespots aus dem Programm der öffentlich-rechtlichen Sender zu verbannen. Bisher ist bei ARD und ZDF Werbung bis 20 Uhr erlaubt.

Anlass für den Vorstoß Eumanns sind die erwarteten Mehreinnahmen beim Rundfunkbeitrag. Seit diesem Jahr zahlt jeder Haushalt 17,98 Euro im Monat. Diskutiert wird nun eine mögliche Senkung der Gebühr - sie soll den Angaben zufolge aber frühestens 2015 kommen.

Kaltgestellter TV-Satiriker Bassem Youssef erstmals wieder im ägyptischen Fernsehen zu sehen

Anfang November hatte man Bassem Youssef aus dem Programm genommen.

Gestern Abend war der Satiriker wieder im ägyptischen Fernsehen zu sehen - allerdings nicht mit seiner eigenen Sendung, sondern in einem Interview. Dem Privatsender ONTV sagte er, es sei schwer zu glauben, dass die Entscheidung des Kanals CBC, seine Sendung abzusetzen, nicht politisch motiviert sei.

Youssef hatte sich unter anderem über Militärchef Abdel Fatah al-Sisi und dessen devote Anhängerschaft lustig gemacht. Gestern kritisierte er, bei den Protesten gegen den früheren Präsidenten Mohammed Mursi im Sommer sei es auch um Meinungsfreiheit gegangen. Doch seine Meinung - die nun mal nicht allen gefallen müsse - sei dann gleich wieder bekämpft worden. - Schon unter Mursi war Youssef wegen seiner Sendung angezeigt und von den Behörden vernommen worden. - Kürzlich wurde berichtet, dass er mit der Deutschen Welle über eine Ausstrahlung seiner Sendung verhandelt.

BBC gibt Einnahmen aus Casting-Shows an britische Theater weiter

Castingshows gehören zu den Dingen, die gerne für den kulturellen Niedergang verantwortlich gemacht werden.

In Großbritannien ist in gewisser Weise das Gegenteil der Fall: Ein Teil des Geldes, das die BBC bei Sendungen wie "The Voice" mit den Anrufen der Zuschauer verdient, kommt britischen Theatern und Bühnenkünstlern zugute. Wie der "Performing Arts Fund" des Senders mitteilt, geht in diesem Jahr umgerechnet gut eine halbe Million Euro an 19 Theaterregisseure, -produzenten und -autoren. Zudem würden gut 50 gemeinnützige Theater-Projekte in ganz Großbritannien unterstützt.

Nordirland will mit Hilfe der Serie "Game of Thrones" mehr Touristen anlocken

Neuseeland hat es mit "Herr der Ringe" vorgemacht.

Jetzt will auch Nordirland versuchen, Film-Touristen anzuziehen - und zwar speziell Fans der Fantasy-Serie "Games of Thrones". Das geht aus dem Tourismus-Konzept hervor, das Handelsministerin Arlene Foster vorgestellt hat. Die Burgen und Steilküsten Nordirlands bilden in vielen Szenen die Kulisse für die Handlung auf dem fiktiven Kontinent Westeros.

Japanerin ruft 15.000 Mal bei der Notrufnummer an

Diese Frau hat die japanische Polizei auf eine ernsthafte Geduldsprobe gestellt:

In der japanischen Stadt Sakai ist eine 44-Jährige festgenommen worden, nachdem sie mehr als 15.000 Mal die Notrufnummer gewählt hatte. Ein Polizeisprecher sagte, an einem einzigen Tag habe die Frau 927 Mal angerufen. 60 Mal seien Beamte zu ihr nach Hause gefahren, um sie aufzufordern, die Anrufe sein zu lassen. Weil das nicht geholfen habe, sei die Anruferin festgenommen worden. Sie muss sich jetzt wegen Behinderung der Polizeiarbeit verantworten. Über die Gründe für den Telefonterror wurde nichts bekannt - an einer psychischen Krankheit leidet die Frau den Angaben zufolge nicht.

Belgisches Krabbenfischen mit Pferden und japanische Küche zum immateriellen Unesco-Welterbe erklärt

Das Krabbenfischen mit Pferden ist jetzt immaterielles Unesco-Weltkulturerbe.

Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen hat den Brauch aus Belgien zur bewahrenswerten Tradition erklärt. Bei der Tagung in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku wurden außerdem die japanische Festtagsküche, die traditionelle Weinherstellung in Georgien, das in China praktizierte Rechnen mit dem Abakus, die mongolische Kalligrafie sowie eine traditionelle aserbaidschanische Form des Reitsports in die Liste aufgenommen. - Deutschland ist der Unesco-Konvention zum immateriellen Kulturerbe im April beigetreten. Deutsche Bräuche und Traditionen können frühestens 2015 zum Welterbe erklärt werden. Kandidaten sind unter anderem der Karneval, der Genossenschaftsgedanke, Beethoven und das Reinheitsgebot für Bier.

Hier die komplette Liste der Neuaufnahmen auf der Homepage der deutschen Unesco-Kommission.

Kunstmesse Art Basel Miami Beach wird eröffnet

Die Schweiz trifft Florida.

Am Donnerstag wurde in dem US-Bundesstaat die Art Basel Miami Beach eröffnet. Die Kunstmesse ist als Mischung aus öffentlichen Ausstellungen und Performance-Veranstaltungen gedacht und läuft bis Sonntag. Mehr als 200 Museen und Galerien aus aller Welt sind beteiligt. Den amerikanischen Ableger der Basler Kunstmesse gibt es seit 2002. - In diesem Sommer wurde erstmals auch eine Art Basel in Hongkong veranstaltet.

Untersuchung der Nahrungskette: Mensch in etwa auf dem Niveau einer Anchovis

Wer gedacht hat, der Mensch stehe relativ weit oben in der Nahrungskette, den wird diese Untersuchung überraschen.

Französische Ökologen ordnen den Menschen auf der sogenannten trophischen Skala in etwa auf dem Niveau einer Sardelle ein. Für die Skala wird der Speiseplan von Tieren oder Pflanzen untersucht: Lebewesen, die ihre eigene Nahrung produzieren, bekommen beispielsweise eine 1, Pflanzenfresser eine 2, fleischfressende Jäger wie Schwertwale eine 5,5.

Anhand der Bevölkerungsdaten aus möglichst vielen Ländern der Welt haben die Forscher zum ersten Mal das Trophie-Niveau für den Menschen berechnet. Der globale Schnitt liegt bei etwa 2,2 - vergleichbar mit dem Niveau von Schweinen und Anchovis - also Sardellen. - Das bedeutet, wir essen mehr pflanzliche als tierische Nahrungsmittel - noch. Die Wissenschaftler sagen nämlich auch voraus, dass der Mensch künftig mehr Fleisch essen wird. In aufstrebenden Ländern wie China und Indien sei die Entwicklung bisher besonders deutlich.

Mehr zu der Studie lesen Sie hier.

Vorderasiatisches Museum bekommt Goldtafel zurück

Sie ist kaum größer als eine Briefmarke und trotzdem eines der wertvollsten Stücke des Vorderasiatischen Museums in Berlin.

Eine 3.000 Jahre alte Goldtafel aus Assur ist gestern vor einem US-Gericht einem Vertreter des Museums übergeben worden. Die Tafel war im Nachlass eines Holocaust-Überlebenden gefunden worden. Er hatte sie kurz nach Kriegsende in Berlin von einem russischen Soldaten bekommen - vermutlich bei einem Tauschgeschäft. Das Museum hatte in der Tafel einen Gegenstand aus seiner Sammlung erkannt und auf Herausgabe geklagt. In einem jahrelangen Rechtsstreit hatte es schließlich Recht bekommen. Die Richter erklärten, der russische Soldat habe die Tafel vermutlich gestohlen - es handle sich demnach nicht um rechtmäßige sowjetische Kriegsbeute.

Staatsanwaltschaft Augsburg: Beschlagnahme von Gurlitt-Bildern war rechtens

Im Zusammenhang mit dem Schwabinger Kunstfund hat sich die Staatsanwaltschaft Augsburg gegen Vorwürfe einer Kunsthistorikerin gewehrt.

Sibylle Ehringhaus hatte in einem Interview erklärt, für die Beschlagnahme der Sammlung von Cornelius Gurlitt habe es keine Rechtsgrundlage gegeben. Der Leitende Oberstaatsanwalt in Augsburg, Reinhard Nemetz, widersprach und verwies auf einen entsprechenden Gerichtsbeschluss. Bei vielen Gemälden sei zudem davon auszugehen, dass Gurlitt nicht ihr rechtmäßiger Eigentümer sei - auch wenn er sie von seinem Vater geerbt habe. Schließlich seien die Werke vermutlich durch sittenwidrige Geschäfte in dessen Besitz gekommen. Ehringhaus hatte zuvor verlangt, dass die mehr als 1.400 Bilder umgehend an Cornelius Gurlitt zurückgegeben werden.

Romanverfilmung "Feuchtgebiete" läuft im Wettbewerb des Sundance-Festivals

Im Sommer diskutierte das deutsche Kinopublikum über "Feuchtgebiete".

Jetzt dürfte die Diskussion in Utah weitergehen: Der Film des Berliner Regisseurs David Wnendt läuft im Wettbewerb des renommierten Sundance Festivals. Der Film mit Carla Juri in der Hauptrolle basiert auf dem 2008 erschienen Roman von Charlotte Roche und dreht sich um den offenen Umgang der Protagonistin mit ihrem Körper und unterschiedlichen Sexualpraktiken. Das Sundance Festival wurde in den 80er-Jahren von Robert Redford gegründet. Es findet Mitte Januar im Wintersportort Park City statt.

Philologenverband warnt vor Lehrern ohne Ausbildung

Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf sollten die Ausnahme bleiben.

Dieser Ansicht ist der Deutsche Philologenverband. Verbandschef Heinz-Peter Meidinger sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", inzwischen hätten bereits sechs Prozent aller Lehrkräfte weder ein Lehramtsstudium noch ein Referendariat absolviert. Die Tendenz sei stark steigend. Schülern sei aber nicht zuzumuten, von Personen unterrichtet zu werden, die über keinerlei pädagogische Ausbildung und Erfahrung verfügten, betonte Meidinger. Er forderte die Kultusministerkonferenz auf, klare Qualitätskriterien für Seiteneinsteiger zu benennen. Das Gremium berät heute in Berlin über das Thema.

Rundfunkbeitrag: Auch Lieberknecht für Senkung

Die Diskussion um eine Senkung des Rundfunkbeitrags geht weiter.

Auch Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht sprach sich im Fall von Überschüssen dafür aus. Der "Thüringischen Landeszeitung" sagte die CDU-Politikerin, mögliche zusätzliche Einnahmen durch die Reform des Rundfunkbeitrags sollten zu einer Entlastung der Haushalte führen. Sie rechne mit einem Spielraum für Gebührensenkungen zwischen einem und zwei Euro pro Beitragszahler und Monat. Zuvor hatten Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, ebenfalls CDU und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, SPD, eine Senkung des Beitrages in Aussicht gestellt.

Schauspielerin Farahani: Iran braucht echte Reformen

Für die iranische Schauspielerin Golshifteh Farahani ist der Schleierzwang das kleinste Problem an ihrem Heimatland.

Worum es im Iran tatsächlich gehe, sei die Rede- und Gedankenfreiheit, sagte die 30-Jährige dem 'Tagesspiegel'. Sie glaube nicht daran, dass sich unter dem neuen Präsidenten Hassan Rohani alles zum Guten wende. Dazu bedürfe es echter Reformen. Auch deshalb sehe sie ihre Aufgabe darin, den Iran als Vertreterin der jungen Generation, als Frau und Künstlerin zu provozieren. - Farahani ist die einzige Schauspielerin aus dem Iran, die es nach Hollywood geschafft hat. Sie lebt seit fünf Jahren im Exil in Paris.

Spanien plant großes El Greco-Jubiläum

Mit zwei großen Ausstellungen will Spanien an einen seiner bedeutendsten Maler erinnern.

Im nächsten Jahr soll El Greco anlässlich seines 400. Todestages sowohl in Toledo als auch in Madrid gefeiert werden. Es handle sich um ein extrem ehrgeiziges Projekt, erklärte der Leiter der Greco-Stiftung, Gregorio Maranon. Neben den Werkschauen solle es auch Konzerte und Vortragsreihen geben. Ziel sei es unter anderem, zu zeigen, wie ein Künstler vor etwa hundert Jahren wiederentdeckt worden sei, nachdem sich 300 Jahre lang niemand für ihn interessiert habe.

Vatikan: Jungs können kochen, Mädchen radfahren

Der Vatikan hat genaue Vorstellungen davon, was Mädchen und Jungen unterscheidet.

Sie seien unterschiedlich in ihrem biologischen Geschlecht, aber gleich in ihrer Würde, heißt es in einem Schreiben an das Kinderrechtskomitee der Vereinten Nationen UNCRC. Die katholische Kirche sei nicht der Ansicht, dass Mädchen nicht Fahrrad fahren oder studieren könnten, weil sie weiblich sind, oder dass Jungen nicht kochen oder putzen könnten, weil sie männlich sind. Dennoch vertrete die Kirche eine "Komplementarität der Geschlechter". Mit dem Schreiben beantwortete der Vatikan einen Fragenkatalog des UNCRC zum Thema Kinderschutz.

Geburtshaus von Walt Disney in Chicago soll Museum werden

Das Geburtshaus von Walt Disney in Chicago soll zum Museum werden.

Die Zeitung "Chicago Tribune" berichtet, das zweistöckige Holzhaus sei an ein Paar verkauft worden. Es wolle zunächst Spenden für eine Renovierung sammeln. Wann das Haus für Besucher öffnen kann, steht noch nicht fest. - Der Vater des Micky-Maus-Erfinders hatte das Haus einst gebaut. Die Familie lebte von 1893 bis zu Disneys viertem Lebensjahr dort.

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