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Freitag, 22.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 22. November 2019

Académie française schlägt wegen "Frenglisch" Alarm

"Business", "Burn-out" oder "Brainstorming" - auch in Frankreich sind viele englische Begriffe in die Alltagssprache eingezogen. Doch nun schlägt die altehrwürdige Académie française Alarm: Sie äußerte sich "zutiefst besorgt" über den Siegeszug des "Frenglisch", wie aus einer Erklärung hervorgeht. Die französische Sprache werde "durch die Invasion angelsächsischer Begriffe und die durch sie bewirkte Verschlechterung der Syntax" regelrecht "verfälscht". Die Gelehrten riefen alle öffentlichen Stellen auf, sich an das Gesetz des früheren Kulturministers Jacques Toubon von 1994 zu halten, das den Vorrang der französischen Sprache festschreibt.

Victoria's Secret streicht Modenschau

Die US-Dessous-Marke Victoria's Secret will ihre berühmte Modenschau in diesem Jahr streichen. Nach Berichten mehrerer US-Medien kämpft die Show seit Jahren mit sinkenden Zuschauerzahlen, 2018 hätten diese einen Tiefpunkt erreicht. Erstmals war die Schau, bei der Frauen in High-Heels, glitzernder Unterwäsche und riesigen Flügeln über den Laufsteg ziehen, 1995 ausgestrahlt worden. Die Veranstaltung war häufig als sexistisch und anti-feministisch bezeichnet worden. Die Marke kämpfe darüber hinaus mit den Nachwehen des Epstein-Skandals. Demnach hatte der Gründer des Mutterkonzerns enge Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter und Multimillionär Jeffrey Epstein, der sich im August in der Haft das Leben nahm.

Ottfried Fischer erhält Kulturpreis Bayern

Der Kabarettist Ottfried Fischer ist mit dem Kulturpreis Bayern geehrt worden. "Er ist der bayerische Schauspieler schlechthin!", sagte Kunstminister Bernd Sibler (CSU) anlässlich der Verleihung in München. Der 66-Jährige sei als Kabarettist legendär und begeistere auch als Schriftsteller mit nachdenklich-heiteren Anekdoten aus seinem Leben. Berühmt ist Fischer für Auftritte etwa in der Sat.1-Krimiserie "Der Bulle von Tölz", in der ARD-Krimireihe "Pfarrer Braun" oder als Sir Quickly in der Serie "Irgendwie und sowieso", die 1986 im Bayerischen Rundfunk Fernsehen anlief.

Erneut versunkenes Wikingerschiff in Norwegen geortet

Norwegische Archäologen haben zum zweiten Mal in diesem Jahr ein Wikingerschiff mit Hilfe von Georadar am Meeresgrund gefunden. Knut Paasche vom Institut für Erforschung des kulturellen Erbes teilte mit, ein 13 Meter langer Kiel sei im September bei der Insel Edöya gut 110 Kilometer westlich von Trondheim entdeckt worden. Das Schiff könnte eine Gesamtlänge von 17 Metern gehabt haben. Pläne, es von dem als Begräbnisstätte genutzten Ort zu heben, gebe es vorerst nicht. Als Wikingerära gilt die Zeit von 793 bis 1066. Im März wurde mit Georadar ein Wikingerschiff westlich von Oslo am Meeresgrund entdeckt. Beim Georadar - oder Bodenradar - kann mittels elektromagnetischer Wellen der Untergrund unter einer Oberfläche abgebildet werden.

Medienpreis Bambi zum 71. Mal verliehen

In Baden-Baden ist zum 71. Mal der Medienpreis Bambi in 17 Kategorien verliehen worden. Luise Heyer und Bjarne Mädel konnten sich in den Kategorien Schauspiel National durchsetzen, Naomi Watts wurde als Schauspielerin International ausgezeichnet. Der Preis für den besten Film ging an die Komödie "Das perfekte Geheimnis". In der Kategorie Mut wurde die Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad prämiert, die den Völkermord an den Jesiden durch die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" im Irak überlebt hat. Als sogenannte "Stille Helden" wurde der Verein "Kleine Helden" ausgezeichnet, der sich für Familien mit schwerkranken Kindern einsetzt. Die drei Schauspielerinnen Uschi Glas, Gaby Dohm und Michaela May nahmen den Ehrenpreis der Jury entgegen. Moderator Frank Elstner wurde für sein Lebenswerk geehrt.

Trump verleiht erstmals Kultur-Auszeichnungen

Erstmals in seiner Amtszeit hat US-Präsident Donald Trump bedeutende Kultur-Auszeichnungen der amerikanischen Regierung verliehen. Unter anderen ehrte er den US-Schauspieler und Oscar-Preisträger Jon Voight und die Sängerin Alison Krauss im Weißen Haus mit der "National Medal of Arts". Der Schriftsteller James Patterson erhielt die "National Humanities Medal". Alle Empfänger hätten herausragend zur US-Gesellschaft und Kultur beigetragen, sagte Trump. Sie zeigten das Geniale, das Talent und die Kreativität des außergewöhnlichen Landes. Die "National Medal of Arts" war 1984 vom US-Kongress eingeführt und seitdem jedes Jahr an Künstler verliehen worden, die einen besonderen Beitrag zur amerikanischen Kultur geleistet haben. Die "National Humanities Medal" wurde erstmals 1989 verliehen, sie zielt insbesondere auf Geisteswissenschaften ab.

Erster Marvel-Comic für Rekordsumme versteigert

Der allererste Comic des US-Verlags Marvel ist für die Rekordsumme von 1,26 Millionen Dollar versteigert worden. Es handelt sich um die erste Ausgabe der 1939 ins Leben gerufenen Comicreihe von Timely Comics. Der Verlag wurde kurz darauf in Marvel umbenannt. Das Heft sei der "Großvater aller Marvel-Comics", teilte das Auktionshaus Heritage Auctions mit. Es kostete bei seinem Erscheinen 1939 zehn Cent. Auf dem Cover mit einer feuerroten Figur werden Charaktere wie die menschliche Fackel, Namor der Sub-Mariner und der Engel genannt. Es ist der bislang teuerste versteigerte Marvel-Comic. "Amazing Fantasy", die Ausgabe, in der erstmals Spiderman auftauchte, erzielte bei einer Auktion 2011 den Preis von 1,1 Millionen Dollar. Der teuerste jemals versteigerte Comic ist die erste Ausgabe der "Action Comics" von 1938. Das Heft, in dem Superman seinen ersten Auftritt hat, wurde 2014 für 3,2 Millionen Dollar verkauft.

National Book Award für Susan Choi

Die Schriftstellerin Susan Choi wird in diesem Jahr mit dem National Book Award in der Kategorie "Fiction" ausgezeichnet. Die Autorin erhält den wohl wichtigsten US-Literaturpreis für ihren Roman "Trust Exercise". Er spielt in den frühen 80er-Jahren in einer High School mit künstlerischem Schwerpunkt. Im Mittelpunkt steht die Liebesbeziehung zwischen den Schülern David und Sarah - und die Rolle ihres Theaterlehrers. Es ist der fünfte Roman von Susan Choi, die 1969 als Tochter eines koreanischen Vaters und einer jüdischen Mutter im US-Bundesstaat Indiana zur Welt kam. Wut habe sie beim Schreiben angetrieben - zum einen über die Trennung von ihrem Ehemann nach 13 Jahren, zum anderen über die erfolgreiche Präsidentschaftskandidatur von Donald Trump, insbesondere seine Prahlereien mit sexueller Gewalt am "Access Hollywood"-Set.

Faschistische Namen: Rom benennt Straßen um

Die italienische Hauptstadt hat zwei Straßen und einen Platz umbenannt, die an zwei Wissenschaftler aus der Zeit des Faschismus erinnerten. Sie erhalten jetzt die Namen von drei verfolgten Wissenschaftlern, unter ihnen zwei Frauen, wie die Stadt Rom mitteilte. Die faschistischen Wissenschaftler hatten 1938 das "Manifest für die Rasse" unterzeichnet, das die Rassegesetze von Diktator Benito Mussolini unterstützte. Mit den Rassegesetzen war in Italien die systematische Diskriminierung der Juden eingeleitet worden. Rund 7000 italienische Juden fielen dem Holocaust zum Opfer.

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