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Sonntag, 26.05.2019
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 26. Mai 2019

Plattdeutsches Wort 2019 ist "utklamüsern"

"Utklamüsern" (austüfteln) ist das Plattdeutsche Wort des Jahres 2019. Es wurde vom Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern aus nahezu 200 Einsendungen ausgewählt und auf dem 6. Plattdütsch-Bäukerdag (Büchertag) in Rostock bekanntgegeben. In der Kategorie "aktueller Ausdruck" gewann "fuurtsen-roewertrecken-Code" (für QR-Code), in der Kategorie "Redensart" siegte: "He röögt dat Muul as de Katteker den Steert." (Er hat ein flinkes Mundwerk.) Veranstalter des Wettbewerbs ist neben dem Heimatverband das Fritz-Reuter-Literaturmuseum in Stavenhagen. 2018 war das schönste Plattdeutsche Wort "Hartpuckern" (Herzklopfen), 2017 gewann "Dwarsdriewer" (Quertreiber/Querulant). Geehrt wurden auch schon Wörter wie "Ackerschnacker" (Handy), "Lämmerhüppen" (Diskothek), "kommodig" (angenehm oder bequem) und "Ankiekbook" (Facebook).

Cannes: Goldene Palme für "Parasite" von Joon-ho

In Cannes wurden die Preise des 72. Internationalen Filmfestivals verliehen. Die Goldene Palme ging an den Film "Parasite" von Regisseur Bong Joon-ho. Als beste Schauspielerin wurde die Britin Emily Beecham für ihre Rolle in "Little Joe" gewürdigt, als bester Schauspieler der Spanier Antonio Banderas für seine Rolle in Almodovars Film "Leid und Herrlichkeit". Den Nachwuchspreis "Caméra d‘Or" erhielt der guatemaltekische Film "Nuestras madres". Das beste Drehbuch kam von Céline Sciamma für "Portrait of a Lady on Fire". Die Brüder Dardenne gewannen mit ihrem Film "Young Ahmed" in der Kategorie beste Regie. Der Film "Atlantics" von Regisseurin Mati Diop erhielt den Grand Prix der Jury.

Die Nannen-Preisträger 2019

Veröffentlichte Reportagen, Dokumentationen, Web-Projekte, Fotografien und investigative Leistungen konkurrierten auch 2019 um die Nannen-Auszeichnungen. Bei der Reportage, die als journalistische Gattung in der Kritik steht, aber bislang als Königsdisziplin gilt, war Bastian Berbner mit seinem Beitrag "Ich und der ganz andere" für das Magazin der "Süddeutschen Zeitung" erfolgreich. Darin geht es um eine Bürgerversammlung und die Freundschaft zwischen einem Schwulen und einem Homophoben in Irland. Weitere Auszeichnungen gingen an Autoren von "NWZ Online" (Dokumentation), "Süddeutsche.de" (Web-Projekt), "Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten" (lokale investigative Leistung) und an Journalisten von "buzzfeed.com/Correctiv" (investigative Leistung). Der Fotograf James Nachtwey hat seine siegreichen Reportage-Bilder im "Stern" veröffentlicht, Stephan Vanfleteren seine erfolgreiche inszenierte Fotografie in der Zeitschrift "mare". Für ihre Berichterstattung über den NSU-Prozess wurde ein Autoren-Team der "Süddeutschen Zeitung" mit einer Sonderauszeichnung bedacht.

Thomas Stangl erhält Literaturpreis "Wortmeldungen"

Der Wiener Schriftsteller Thomas Stangl hat am Samstagabend in Frankfurt am Main den mit 35.000 Euro dotierten "Wortmeldungen"-Literaturpreis erhalten. In seiner Erzählung "Die Toten von Zimmer 105" gehe es nicht nur um die Themen Alter, Demenz und Sterben, sondern letztlich auch um eine Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit, begründete die Jury die Wahl. "Es ist ein Text, der erschüttert, aber vor allem wachrüttelt." Der Preis wird jährlich von der Crespo-Foundation für herausragende literarische Kurztexte verliehen, die sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen. "Die Relevanz von Stangls Text besteht darin, dass er die Lücke schließt zwischen dem stereotypen, öden, folgenlosen Gejammer über schlimme Zustände in der Altenbetreuung und den uns allen bevorstehenden letzten Metern eines Lebens, die viel mehr sind als diese letzten Meter", sagte das Jurymitglied Stephan Lebert.

144 Musiker spielen im Alten Elbtunnel in Hamburg

Mit einer eigens komponierten "Tunnelsymphonie" haben Musiker der Hamburger Hochschule für Musik und Theater die Wiedereröffnung des Alten Elbtunnels gefeiert. Insgesamt 144 Orchestermitglieder verteilten sich über beide Röhren auf insgesamt 860 Metern - alle sechs Meter spielte ein Musiker ein anderes Instrument. Da auf dieser Strecke nicht herkömmlich dirigiert werden konnte, wurde jeder Musiker mit einem Tablet-Computer ausgerüstet. Über diesen erhielt er mittels einer eigens entwickelten Software eine eigene Partitur. Vor vier Wochen war die Oströhre des Alten Elbtunnels nach mehr als achtjähriger Sanierung wiedereröffnet worden. Anfang Juni soll die Sanierung der maroden Weströhre beginnen - dann dürfen auch keine Autos mehr durch den Tunnel fahren. Jährlich nutzen mehr als eine Million Fußgänger und 300.000 Radfahrer den mehr als 100 Jahre alten Tunnel.

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