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Mittwoch, 20.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 20. November 2019

Prager Kardinal verliert Prozess gegen Theater

Zwei Theater in der tschechischen Stadt Brünn müssen sich nicht beim Prager Kardinal Duka für kontroverse Inszenierungen entschuldigen. Ein höheres Gericht bestätigte die entsprechende Entscheidung der Vorinstanz. Der Erzbischof hatte eine Entschuldigung des Zentrums für experimentelles Theater (CED) und des Nationaltheaters Brünn gefordert, weil er sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt sah. Duka störte sich vor allem an einer Szene, in der dargestellt wird, wie Jesus eine Muslimin vergewaltigt. Dieser abstoßende Akt sei ein starker Eingriff in das Recht auf Religions- und Gewissensfreiheit, so die Argumentation. Das Gericht verwies in seinem Urteil auf die künstlerische Freiheit. Duka und sein Anwalt kündigten auch gegen das neuerliche Urteil Rechtsmittel an.

Viele Deutsche misstrauen den Medien

Vielen Menschen in Deutschland fehlt das Vertrauen in die Medien. In einer Studie im Auftrag des WDR stellte sich heraus, dass nur 61 Prozent der Befragten die in Presse und Rundfunk verbreiteten Informationen für glaubwürdig halten. Den öffentlich-rechtlichen Rundfunk betrachten aber 82 Prozent als unverzichtbar. Nur sieben Prozent der Befragten halten die Boulevardpresse für glaubwürdig.
38 Prozent der Befragten vermuten, dass die deutschen Medien Vorgaben von Staat und Regierung für ihre Berichterstattung bekommen. 64 Prozent der Menschen im ehemaligen Westdeutschland vertrauen den Medien. Im Osten sind es nur 48 Prozent.

Versteigerung von Nationalsozialismus-Besitztümern

In München werden zahlreiche Gegenstände aus der Zeit des Nationalsozialismus versteigert. Darunter sind auch viele ehemalige Besitztümer von Hitler und seinen engsten Vertrauten. Der Historiker und Publizist Michael Wolffsohn sprach im Deutschlandfunk Kultur von einer perversen Geschmacklosigkeit. Die Zusicherung des Auktionshauses, die Käufer genau zu überprüfen, reiche ihm nicht.

Hitlers Geburtshaus wird künftig von Polizei genutzt

Das Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau am Inn in Österreich soll künftig von der Polizei genutzt werden. Das Bezirkspolizeikommando und die Polizeiinspektion Braunau sollen nach einer Umgestaltung des Gebäudes dort einziehen. Das teilt das Innenministerium mit. Damit solle verhindert werden, dass das Areal zu einer Pilgerstätte für Neonazis werde, erklärte Innenminister Wolfgang Peschorn. Der spätere Diktator Adolf Hitler (1889-1945) hatte seine ersten Lebensmonate in dem Gebäude verbracht. Das Hitlerhaus ist nach einer Enteignung seit Anfang 2017 im Besitz der Republik Österreich. Die Enteignung hatte zu einem längeren Rechtsstreit zwischen der früheren Besitzerin und dem Staat um die Höhe der Entschädigung geführt. Bisher flossen 812 000 Euro an die frühere Besitzerin. Für die Umgestaltung wird ein EU-weiter Architektenwettbewerb gestartet.

Goldene Lola wird an Macher von Kurzfilmen verliehen

Am Abend wird in Hamburg der Deutsche Kurzfilmpreis verliehen. Die Gewinner der fünf Kategorien werden in der Elbphilharmonie bekannt gegeben. Ins Rennen gehen zwölf Kurzfilme. Insgesamt stehen Preisgelder von bis zu 275 000 Euro zur Verfügung. Eine Goldene Lola wird für den besten Kurzfilm, die beste Dokumentation, den besten Experimentalfilm, den besten Animationsfilm und den besten Spielfilm bis 30 Minuten vergeben. Zudem kann es einen Sonderpreis geben. Der Deutsche Kurzfilmpreis, vergeben von der Staatsministerin für Kultur und Medien, gilt als die wichtigste und höchstdotierte Auszeichnung für kurze Filme in Deutschland. Zu den bisherigen Nominierten gehören Werner Herzog, Wim Wenders, Tom Tykwer und Nora Fingscheidt.

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