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Kulturnachrichten

Montag, 30. November 2020

Wörter des Jahres werden verkündet

Heute werden von der Gesellschaft für deutsche Sprache die Wörter des Jahres 2020 verkündet. Aus tausenden Vorschlägen wählte eine Jury in Wiesbaden zehn Begriffe aus, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben des Jahres sprachlich besonders prägten. 2019 war "Respekt-Rente" zum Wort des Jahres gekürt worden - die Grundrente für jene, die 35 Jahre lang berufstätig waren und eine Rente unterhalb des Existenzminimums beziehen. Die Gesellschaft für deutsche Sprache kürt bereits seit 1977 Wörter und Wendungen des Jahres. Nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks ist nach ihren Angaben für die Auswahl entscheidend, sondern seine Aussagekraft und Popularität.

Seltener Seeatlas steht zur Versteigerung

Ein wertvoller Seeatlas des Holländers Lucas Janszoon Waghenaer von 1586 kommt am Montag in Hamburg unter den Hammer. Der Schätzpreis des Werks liegt nach Angaben des Auktionshauses Ketterer Kunst bei 180 000 Euro. Bei dem "Speculum nauticum" handelt es sich um die erste lateinische Ausgabe des zuvor als "Spieghel der Zeevaerdt" (Spiegel der Seefahrt) erschienenen Buches. Das Objekt sei deshalb so besonders, weil es der erste gedruckte Seeatlas überhaupt sei, und das in einer frühen sowie sehr seltenen kolorierten Ausgabe, wie das Auktionshaus mitteilte. Zudem sei der Atlas vollständig und in einem guten Zustand. Er enthält eine Gesamtkarte von Europa und 44 Teilkarten, die nahezu lückenlos die Atlantik-, Nord- und Ostseeküsten Europas abbilden. Das "Speculum nauticum" war laut Experten für Jahrzehnte maßgebliches Vorbild für alle nachfolgenden Seeatlanten dieser Art.

Britischer Kulturminister will Warnung für "The Crown"

Der Britische Kulturminister Oliver Dowden will Netflix auffordern, die Erfolgsserie "The Crown" als "Fiktion" zu deklarieren-und zwar in jeder Folge. Das kündigte er in einem Interview an. "The Crown" sei ein "wunderbar produziertes Stück Fiktion". Ohne diesen Hinweis jedoch würde eine ganze Generation von Zuschauern, die die tatsächlichen Ereignisse nicht mehr persönlich miterlebt hat, die Fernsehserie mit der Realität verwechseln.
Kritiker werfen Drehbuchautor Peter Morgan vor, mit "alternativen Fakten" zu arbeiten, um die Spannung zu erhöhen. Die sozialen Netzwerke von Prinz Charles und seiner Ehefrau Camilla Parker-Bowles waren zeitweise mit Hassmails und auch Morddrohungen überschwemmt worden.

Grütters zeichnet "Beste Buchhandlungen" aus

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat 118 unabhängige und inhabergeführte Buchhandlungen mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet. Bei der im Livestream aus der Berliner Staatsbibliothek Unter den Linden übertragenen Preisverleihung gingen die drei ersten, mit jeweils 25.000 Euro dotierten Preise an die Buchhandlung "Buchstabe" in Neustadt in Holstein, an die Kinder- und Jugendbuchhandlung "Der kleine Laden" in Bonn und an "Wist - Der Literaturladen" in Potsdam. Der Preis wird seit 2015 jährlich in drei Kategorien an Buchhandlungen verliehen, deren Jahresumsatz in den vergangenen drei Jahren unter einer Million Euro lag. Es gehe dabei um kleine, inhabergeführte Buchhandlungen, "die ein anspruchsvolles und vielseitiges literarisches Sortiment oder ein kulturelles Veranstaltungsprogramm anbieten", hieß es. Auch innovative Geschäftsmodelle oder das Engagement im Bereich der Lese- und Literaturförderung für Kinder und Jugendliche würden berücksichtigt. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 850.000 Euro vergeben.

Ungarischer Museumschef in der Kritik

Führende ungarische Oppositionspolitiker haben die Entlassung des Leiters des Budapester Literaturmuseums, Szilard Demeter, gefordert. Demeter hatte zuvor dem US-Investor und Philanthropen George Soros vorgeworfen, Europa zu seiner "Gaskammer" gemacht zu haben, und Ungarn und Polen als "die neuen Juden" bezeichnet. Demeter äußerte sich zum EU-Haushaltsstreit, bei dem Ungarn und Polen wichtige Budgetbeschlüsse im Umfang von 1,8 Billionen Euro mit ihrem Veto blockieren. Die beiden ost-mitteleuropäischen Länder wollen auf diese Weise verhindern, dass ein neuer Rechtsstaatsmechanismus wirksam wird. Auch der Verband ungarischer jüdischer Gemeinden hat Äußerungen des Museumsleiters entschieden verurteilt. Demeter hat mittlerweile mitteilen lassen, dass er seine Aussagen zurückziehen werde, weil "der Nazi-Vergleich das Andenken der Opfer unabsichtlich verletzen würde".

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