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Kulturnachrichten

Montag, 30. November 2020

Autoren kritisieren Bibliotheken-Schließung in Bayern

Die Autorenvereinigung PEN fordert die bayerische Staatsregierung auf, die beschlossene Schließung von Bibliotheken und Archiven "umgehend rückgängig" zu machen. "Wie kann es sein, dass Bayern im Rahmen der Corona-Maßnahmen als einziges Bundesland seine Stadt- und Gemeindebibliotheken schließen will, obwohl im Artikel 3 der Bayerischen Verfassung eindeutig geschrieben steht, 'Bayern ist ein Kulturstaat'?", heißt es in einem Offenen Brief des deutschen PEN-Zentrums an Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Die Schließungsanordnung der Staatsregierung mit Wirkung ab 1. Dezember stammt vom 26. November, ausgenommen sind nur Hochschulbibliotheken. Bibliotheken stellten einen unverzichtbaren Zugang zu Wissen und Bildung dar, so das PEN-Zentrum. Ihre Nutzung sollte "in einer freiheitlichen Demokratie unter keinen Umständen eingeschränkt werden".

US-Botschaft kritisiert ungarischen Museumsleiter

Die US-Botschaft in Ungarn hat einen antisemitischen Artikel verurteilt, der den amerikanisch-ungarischen Milliardär George Soros auf eine Ebene mit Hitler und den Nazis stellt. Der Leiter des Literarischen Museums Petofi in Budapest, Szilard Demeter, hatte in einem Meinungsbeitrag auf der Nachrichtenseite Origo am Samstag Europa unter anderem als "George Soros' Gaskammer" bezeichnet. Gegen Ungarn und Polen läuft bei der EU eine Untersuchung wegen des Vorwurfs, die Rechtsstaatlichkeit zu untergraben. Soros ist ein Holocaust-Überlebender. Der gebürtige Ungar wird häufig vom rechtspopulistischen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban kritisiert. Mehr als 12.000 Personen haben eine Petition unterzeichnet, die den Rücktritt von Demeter fordert. Demeter zog nach der Kritik den Artikel am Sonntag zurück. Er teilte mit, dass er sein Facebook-Konto löschen werde.

Dutzende Theater beteiligen sich an Aktionstag

Als Zeichen in der Corona-Pandemie haben sich Dutzende Häuser an einem Aktionstag der im Deutschen Bühnenverein organisierten Theater und Orchester beteiligt. In Dresden etwa spielten Bläser der Dresdner Philharmonie auf dem Turm der Kreuzkirche. Mitarbeiter des Hans Otto Theaters in Potsdam bildeten eine Menschenkette vor dem Haus. Die Vorpommersche Landesbühne in Anklam stellte ein Video auf seine Internetseite, in dem die "Weihnachtsgans Auguste" die Gäste auf einen virtuellen Theaterrundgang mitnimmt. Der Aktionstag soll laut Bühnenverein "in dieser gesellschaftlich so herausfordernden Zeit" ein "Zeichen von Zuversicht, künstlerischer Energie und Verbundenheit zu ihrem Publikum in die Kommunen senden".

Weihnachtskonzert in Kathedrale Notre-Dame

Der Chor von Notre-Dame wird an Heiligabend erstmals wieder ein Konzert in der schwer beschädigten Pariser Kathedrale geben. Es werde unter strikter Einhaltung der geltenden Gesundheitsmaßnahmen stattfinden und im Fernsehen übertragen, teilte die Erzdiözese am Montag mit. An der Veranstaltung sollen unter anderem 20 Sängerinnen und Sänger des Erwachsenenchors von Notre-Dame, zwei Solisten und ein Orgelspieler teilnehmen. Eine kleine Orgel wird für das Ereignis eigens gemietet, da die eigentliche Orgel des Gotteshauses restauriert wird. Die Kathedrale wurde im Frühjahr 2019 bei einem Brand schwer beschädigt. In der vergangenen Woche gelang ein Meilenstein der Sicherungsarbeiten: Das bei dem Brand geschmolzene Gerüst auf dem Dach der Kathedrale wurde entfernt. Kulturministerin Roselyne Bachelot sprach nach dem Abbau davon, dass Notre-Dame nun "gerettet" sei.

Berliner AdK übernimmt Archiv von Elke Erb

Die Akademie der Künste Berlin hat das Archiv der Lyrikerin Elke Erb übernommen. Erb, vor wenigen Wochen für ihr "unverwechselbares" literarisches Lebenswerk mit dem diesjährigen Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, übergab ihren literarischen Vorlass an das Archiv der Akademie. "Erb ist eine der eigenwilligsten Lyrikerinnen ihrer Generation und zugleich Gesprächspartnerin zahlreicher jüngerer Autorinnen und Autoren", hieß es am Montag von Seiten der Akademie in Berlin. Von ihrem ersten Gedichtband "Gutachten" (1975) bis "Gedichtverdacht" aus dem vergangenen Jahr eröffneten die Texte "immer neue Perspektiven auf die Welt und die Sprache selbst". Das Archiv von Erb umfasst Werkmanuskripte und Korrespondenzen, etwa mit Sarah Kirsch. Erb war Teil der literarischen Subkultur der DDR. Ihre Texte erschienen häufig in inoffiziellen Literaturzeitschriften. Seit 2012 ist sie Mitglied der Akademie der Künste.

documenta-Laser strahlt bald wieder

Das documenta-Kunstwerk "Laserscape" in Kassel soll noch vor dem Jahresende wieder in seiner ursprünglichen Form mit grünem und rotem Strahl leuchten. Anlässlich ihres 90. Geburtstages schenkten die Städtischen Werke der Stadt einen roten Laser, teilte das Unternehmen am Montag mit: "Er soll noch vor dem Weihnachtsfest installiert und justiert werden." Seit gut 40 Jahren leuchtet das Kunstwerk an Kassels Nachthimmel. Der Künstler Horst Baumann hatte die Lichtinstallation anlässlich der Ausstellung documenta 6 im Jahr 1977 geschaffen. Der rote Laser war zwar Teil der ursprünglichen Installation, aber seit dem Jahr 2007 weggefallen.

Theater Magdeburg bringt Kunst per Telefon

Mit einer Telefonaktion will das Theater Magdeburg individuelle Einlagen von Gesangs- und Sprechkunst präsentieren. Nach vorheriger Buchung bekommen Interessierte einen etwa fünf Minuten langen Anruf eines Musikers oder Schauspielers, teilte das Theater mit. Demnach bieten die Künstler dann Gedichte, Arien und Lieder quer durch die Literatur- und Musikgeschichte dar. Die für den 5. Dezember 2020 geplante Aktion unter dem Titel "Bei Anruf: Kunst!" sei eine "poetisch-musikalische Telefonseelsorge für ausgehungerte Kulturinteressierte", teilte das Theater mit.

"Corona-Pandemie" ist "Wort des Jahres" 2020

"Corona-Pandemie" ist von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum "Wort des Jahres" 2020 gekürt worden. Auf dem zweiten Platz landete "Lockdown", teilte die Gesellschaft in Wiesbaden mit. Bei der Aktion wählt eine Jury regelmäßig zehn Wörter und Wendungen aus, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben. Die Begriffe stammen aus einer Sammlung von mehreren Tausend Belegen aus verschiedenen Medien und Einsendungen von Außenstehenden. Im vergangenen Jahr wurde "Respektrente" zum "Wort des Jahres" gekürt, 2018 war es "Heißzeit".

Antike Altarreste in Golanhöhen gefunden

Israelische Archäologen haben in einer Kirchenruine im Naturreservat Banias in den israelisch besetzten Golanhöhen Reste mehrerer Altäre gefunden. Die griechische Inschrift auf einem der Steine sei unter anderem ein Hinweis auf die Verehrung des griechischen Hirtengottes Pan, so die Forscher laut einem Bericht der Zeitung "Haaretz". Gleichzeitig weise die Entdeckung in dem Naturreservat am Fuß des Hermongebirges auf den im libanesischen Baalbek verbreiteten Zeuskult. Die Inschrift nennt ferner den Spender, einen Mann namens Atheneon aus Antiochien, heute das türkische Antakya, rund 330 Kilometer entfernt. Dies könnte laut Erlich ein Hinweis darauf sein, wie bedeutend der Ort für die Verehrung Pans gewesen sei. Der Name Banias geht zurück auf das griechische "Paneas", was darauf hindeutet, dass sich dort seit hellenistischer Zeit ein wichtiges Pan-Heiligtum befunden hat.

Schauspieler und Schriftsteller Peter Radtke gestorben

Der Schauspieler und Schriftsteller Peter Radtke ist tot. Er starb am Wochenende im Alter von 77 Jahren, teilte die von ihm gegründete Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien mit. Radtke wurde 1943 in Freiburg mit der Glasknochenkrankheit geboren. Von 2003 bis 2016 gehörte er dem Deutschen Ethikrat an. Außerdem schrieb er Theaterstücke und Hörspiele und hatte Erfolg als Schauspieler an den Münchner Kammerspielen. Er arbeitete u. a. mit George Tabori zusammen. In der Verfilmung des Romans "Die Rättin" von Günter Grass spielte Radtke den Matzerath. Er war Träger mehrerer Bundesverdienstkreuze.

"Kindertiger 2020" für Animationsfilm "Fritzi"

Das Drehbuch von Beate Völcker und Péter Palátsik (Co-Autor) für den Animationsfilm "Fritzi - Eine Wendewundergeschichte" ist mit dem "Kindertiger 2020" ausgezeichnet worden. Der Film blickt auf die friedliche Revolution 1989 aus der Perspektive eines Mädchens. Ein Lob der Jury gab es auch für die Drehbücher von "Als Hitler das Rosa Kaninchen stahl" und "Cleo". "Uns haben alle drei Drehbücher gefallen, weil sie echte Jungs und Mädchen zeigen, die nicht nur Klischees erfüllen. Am meisten beeindruckt hat uns dann doch die Geschichte eines selbstbewussten Mädchens, die für ihre Freundschaft viel riskiert", heißt es in der Begründung der fünfköpfigen Kinderjury mit Mädchen und Jungen im Alter zwischen neun und zwölf Jahren. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert.

Seltener Seeatlas steht zur Versteigerung

Ein wertvoller Seeatlas des Holländers Lucas Janszoon Waghenaer von 1586 kommt am Montag in Hamburg unter den Hammer. Der Schätzpreis des Werks liegt nach Angaben des Auktionshauses Ketterer Kunst bei 180 000 Euro. Bei dem "Speculum nauticum" handelt es sich um die erste lateinische Ausgabe des zuvor als "Spieghel der Zeevaerdt" (Spiegel der Seefahrt) erschienenen Buches. Das Objekt sei deshalb so besonders, weil es der erste gedruckte Seeatlas überhaupt sei, und das in einer frühen sowie sehr seltenen kolorierten Ausgabe, wie das Auktionshaus mitteilte. Zudem sei der Atlas vollständig und in einem guten Zustand. Er enthält eine Gesamtkarte von Europa und 44 Teilkarten, die nahezu lückenlos die Atlantik-, Nord- und Ostseeküsten Europas abbilden. Das "Speculum nauticum" war laut Experten für Jahrzehnte maßgebliches Vorbild für alle nachfolgenden Seeatlanten dieser Art.

Britischer Kulturminister will Warnung für "The Crown"

Der Britische Kulturminister Oliver Dowden will Netflix auffordern, die Erfolgsserie "The Crown" als "Fiktion" zu deklarieren-und zwar in jeder Folge. Das kündigte er in einem Interview an. "The Crown" sei ein "wunderbar produziertes Stück Fiktion". Ohne diesen Hinweis jedoch würde eine ganze Generation von Zuschauern, die die tatsächlichen Ereignisse nicht mehr persönlich miterlebt hat, die Fernsehserie mit der Realität verwechseln. Kritiker werfen Drehbuchautor Peter Morgan vor, mit "alternativen Fakten" zu arbeiten, um die Spannung zu erhöhen. Die sozialen Netzwerke von Prinz Charles und seiner Ehefrau Camilla Parker-Bowles waren zeitweise mit Hassmails und auch Morddrohungen überschwemmt worden.

Grütters zeichnet "Beste Buchhandlungen" aus

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat 118 unabhängige und inhabergeführte Buchhandlungen mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet. Bei der im Livestream aus der Berliner Staatsbibliothek Unter den Linden übertragenen Preisverleihung gingen die drei ersten, mit jeweils 25.000 Euro dotierten Preise an die Buchhandlung "Buchstabe" in Neustadt in Holstein, an die Kinder- und Jugendbuchhandlung "Der kleine Laden" in Bonn und an "Wist - Der Literaturladen" in Potsdam. Der Preis wird seit 2015 jährlich in drei Kategorien an Buchhandlungen verliehen, deren Jahresumsatz in den vergangenen drei Jahren unter einer Million Euro lag. Es gehe dabei um kleine, inhabergeführte Buchhandlungen, "die ein anspruchsvolles und vielseitiges literarisches Sortiment oder ein kulturelles Veranstaltungsprogramm anbieten", hieß es. Auch innovative Geschäftsmodelle oder das Engagement im Bereich der Lese- und Literaturförderung für Kinder und Jugendliche würden berücksichtigt. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 850.000 Euro vergeben.

Ungarischer Museumschef in der Kritik

Führende ungarische Oppositionspolitiker haben die Entlassung des Leiters des Budapester Literaturmuseums, Szilard Demeter, gefordert. Demeter hatte zuvor dem US-Investor und Philanthropen George Soros vorgeworfen, Europa zu seiner "Gaskammer" gemacht zu haben, und Ungarn und Polen als "die neuen Juden" bezeichnet. Demeter äußerte sich zum EU-Haushaltsstreit, bei dem Ungarn und Polen wichtige Budgetbeschlüsse im Umfang von 1,8 Billionen Euro mit ihrem Veto blockieren. Die beiden ost-mitteleuropäischen Länder wollen auf diese Weise verhindern, dass ein neuer Rechtsstaatsmechanismus wirksam wird. Auch der Verband ungarischer jüdischer Gemeinden hat Äußerungen des Museumsleiters entschieden verurteilt. Demeter hat mittlerweile mitteilen lassen, dass er seine Aussagen zurückziehen werde, weil "der Nazi-Vergleich das Andenken der Opfer unabsichtlich verletzen würde".

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Fazit

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