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Kulturnachrichten

Sonntag, 1. November 2020

Staatstrauer für die Corona-Opfer in Mexiko

Die Regierung in Mexiko hat eine dreitägige Staatstrauer für die Opfer der Corona-Pandemie erklärt. "Gemäß der Tradition sind unsere Verstorbenen in diesen Tagen näher bei uns", sagte Präsident Andrés Manuel López Obrador. Indigene Volksgruppen aus dem ganzen Land bauten im Nationalpalast in Mexiko-Stadt ihre Altäre auf. Am 1. und 2. November gedenken die Mexikaner ihrer Verstorbenen. Sie glauben, dass die Seelen der Toten an diesen Tagen aus dem Jenseits kommen und ihren Familien im Diesseits einen Besuch abstatten. Der Día de Muertos verbindet präkolumbianische und christliche Rituale und wurde im Jahr 2008 von der Unesco in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

Schriftsteller und Orientalist Kermani erhält den Hölderlinpreis 2020

Der Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani ist mit dem diesjährigen Hölderlinpreis der Stadt Bad Homburg für sein Gesamtwerk ausgezeichnet worden. Bei Kermani "treffen philologische Genauigkeit und literarischer Enthusiasmus aufs Schönste zusammen", heißt es in der Jury-Begründung: "Furchtlos wandelt er auf dem schmalen Grat zwischen Inspiration und Reflexion, zwischen Intuition und analytischer Schärfe - ein literarisches Wagnis, das nur den Wenigsten gelingt." Wegen der Corona-Pandemie fand die Verleihung des mit 20 000 Euro dotierten Preises mit begrenzter Teilnehmerzahl statt und wurde im Livestream übertragen.

Madeleine Albright und Igor Levit geehrt

Die ehemalige US-Außenministerin Madeleine K. Albright und der Pianist Igor Levit sind mit dem "Preis für Verständigung und Toleranz" des Jüdischen Museums Berlin geehrt worden. Die Auszeichnungen wurden am Abend in Berlin von Museumsdirektorin Hetty Berg verliehen, wie das Museum mitteilte. Wegen der Corona-Pandemie fand die Festveranstaltung in diesem Jahr ohne Gäste statt und wurde live aus dem Glashof des Museums gestreamt. Albright erhalte den Preis für ihr leidenschaftliches Engagement, ihre politische Weitsicht und ihre streitbare Stimme, hieß es zur Begründung. Der Pianist Igor Levit positioniere sich mit mutigen Stellungnahmen klar gegen Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Frauenfeindlichkeit. Den "Preis für Verständigung und Toleranz" gibt es seit 2002. Zu den Trägern gehören der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily, die Verlegerin Friede Springer, der Sammler und Mäzen Heinz Berggruen, der ungarische Literaturnobelpreisträger Imre Kertész und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Georg-Büchner-Preis an Elke Erb verliehen

Die Schriftstellerin und Übersetzerin Elke Erb hat in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis 2020 erhalten. Die 82-Jährige werde mit der 50.000 Euro dotierten Auszeichnung für ihr "unverwechselbares und eigenständiges schriftstellerisches Lebenswerk" geehrt, begründete die Jury der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung die Ehrung. Erbs poetischer Sachverstand, der sich auch in ihrer reichen übersetzerischen Arbeit zeige, habe mehrere Generationen von Dichterinnen und Dichtern in Ost und West beeinflusst. Der Georg-Büchner-Preis gilt als bedeutendste literarische Auszeichnung im deutschen Sprachraum.

Richterin stoppt US-Pläne für Aus von Tiktok

Eine Richterin im Bundesstaat Pennsylvania hat eine Anordnung des US-Handelsministeriums ausgesetzt, die das komplette Aus für Tiktok in den USA zum 12. November bedeutet hätte. Zuvor hatte bereits ein Richter in Washington den für Ende September geplanten Download-Stopp für die Tiktok-App ebenfalls ausgesetzt. Die US-Regierung hatte Berufung eingelegt. Tiktok gehört dem chinesischen Konzern Bytedance. US-Präsident Donald Trump bezeichnet die App als Sicherheitsrisiko, weil chinesische Behörden über sie an Daten von US-Bürgern kommen könnten. Er will erzwingen, dass zumindest das US-Geschäft von Tiktok unter Kontrolle amerikanischer Besitzer kommt.

Schauspieler Sean Connery gestorben

Der schottische Schauspieler Sean Connery ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Das berichtet die BBC unter Berufung auf seine Familie. Connery wurde berühmt durch seine Rolle als britischer Geheimagent James Bond. Später etablierte er sich als Charakterdarsteller und erhielt zahlreiche Preise, darunter den Oscar und den British Academy Film Award. 2004 beendete Connery seine Filmkarriere und engagierte sich verstärkt für die schottische Unabhängigkeit und für verschiedene Umweltschutzorganisationen.

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