Seit 20:03 Uhr Konzert

Freitag, 10.07.2020
 
Seit 20:03 Uhr Konzert

Kulturnachrichten

Freitag, 10. Juli 2020

Karl-Sczuka-Preis geht an Frédéric Acquaviva

Der renommierte Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst geht dieses Jahr an den Komponisten und Klangkünstler Frédéric Acquaviva. Der Franzose wird geehrt für das Hörstück "Antipodes for voices and dead electronics" - laut Jury "ein vielschichtiges Werk, das seine klanglichen Inspirationen aus heterogenen Kontexten der klassischen Avantgarden bezieht". Die Auszeichnung wird vom Südwestrundfunk vergeben und ist mit einem Preisgeld von 12.500 Euro verbunden. Die freie Autorenproduktion wurde bislang nur an einem Tag im Internet gestreamt. Der Karl-Sczuka-Preis gilt als international wichtigste Auszeichnung für Werke der Radiokunst. Die Verleihung ist am 18. Oktober 2020 in Donaueschingen vorgesehen.

Kulturschaffende demonstrieren für ihre Rettung

Einige hundert Kulturschaffende haben in Berlin unter dem Motto "Rettet die Veranstaltungsbranche" demonstriert. Der mit 350 Teilnehmern bei der Polizei angemeldete Zug bewegte sich vom Frankfurter Tor bis zum Oranienplatz. Auf Plakaten von Teilnehmern stand "Musik ist systemrelevant" und "The Show Must go on". Trotz zwischenzeitlicher Regenschauer waren nach Angaben eines dpa-Reporters 300 bis 400 Teilnehmer bei der Demo, die auf die prekäre Lage der Kultur-und Eventbranche aufmerksam machen sollte. Die Veranstaltungsbranche hat wegen den Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie große Verluste zu verzeichnen. Veranstaltungen mit bis zu 1000 Teilnehmern in geschlossenen Räumen sind bis Oktober verboten.

Bäumer vertritt katholische Kirche im ZDF-Fernsehrat

Beate Bäumer, Leiterin des Katholischen Büros Schleswig-Holstein, vertritt für weitere vier Jahre die katholische Kirche in Deutschland im Fernsehrat des ZDF. Sie wurde bei der konstituierenden Sitzung des Fernsehrates in Mainz auch zur Vorsitzenden des Ausschusses Telemedien gewählt, wie das Erzbistum Hamburg in Kiel mitteilte. Damit ist sie Mitglied im erweiterten Präsidium des Fernsehrates. Der aus 60 Mitgliedern bestehende ZDF-Fernsehrat stellt Richtlinien für die Sendungen des ZDF auf, wählt den Intendanten und berät ihn in Programmfragen. Das Gremium wird für vier Jahre gewählt und überwacht die Einhaltung der Programmrichtlinien und der im Rundfunkstaatsvertrag aufgestellten Grundsätze.

Hagia Sophia darf wieder als Moschee genutzt werden

Das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei hat den Status des berühmten Gebäudes Hagia Sophia in Istanbul als Museum annulliert. Damit ist der Weg zur Nutzung als Moschee frei. In türkischen Medienberichten heißt es, die Entscheidung der Richter sei einstimmig gefallen. Die Patriarchen der griechisch-orthodoxen und der russisch-orthodoxen Kirche hatten die Pläne scharf kritisiert. Nach ihrer Fertigstellung im Jahr 537 n. Chr. war die Hagia Sophia mehr als 900 Jahre lang die wichtigste Kirche des Christentums, wurde dann zur Moschee und ist seit 1935 ein Museum. Das zum Unesco-Weltkulturerbe zählende Gebäude wurde 2019 von 3,7 Millionen Touristen besucht.

Neuer Direktor der Reiss-Engelhorn-Museen

Der Kurator Wilfried Rosendahl soll neuer Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim werden. Das habe der Kulturausschuss Mannheims dem Gemeinderat empfohlen, teilte die Stadt mit. Die Entscheidung werde am 28. Juli getroffen. Rosendahl folge damit auf Alfried Wieczorek, der zum Ende des Jahres in den Ruhestand geht. Rosendahl ist schon seit 2004 im Museum tätig und seit 2017 stellvertretender Museums-Chef. Er studierte Geologie, Paläontologie, Ur- und Frühgeschichte sowie Zoologie in Köln.

Millionenförderung für Frankfurter Buchmesse

Die Frankfurter Buchmesse erhält vom Bund vier Millionen Euro Fördermittel aus dem Corona-Konjunkturprogramm "Neustart Kultur". Es gehe um eine Unterstützung der Verlags- und Buchbranche in schweren Zeiten, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters nach Angaben der Buchmesse. Sie begrüße es sehr, dass die Buchmesse vom 14. bis 18. Oktober stattfinden kann. Die Gelder sollen laut Buchmesse beispielsweise Verlage bei ihrem Messe-Auftritt unterstützen. So werden die Standgebühren für kleine und mittlere Verlage reduziert. Zudem sollen digitale Plattformen und Austauschinstrumente gefördert und teilweise kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Größter Sender auf den Philippinen erhält keine Lizenz

Der größte Sender der Philippinen ABS-CBN darf nicht weiter senden. Der zuständige Parlamentsausschuss lehnte mit großer Mehrheit eine Erneuerung der Sendelizenz für den regierungskritischen Sender ab. Als "schweren Schlag" für die Pressefreiheit kritisieren Journalisten und Menschenrechtsgruppen diese Entscheidung. Nach Ablauf der Sendelizenz am 4. Mai hatten die philippinischen Behörden ABS-CBN abschalten lassen. Der Sender ist seit langem vor allem wegen seiner kritischen Berichterstattung über den blutigen Drogenkrieg im Visier von Präsident Duterte.

EU-Parlament fordert mehr Geld für Kultur

Abgeordnete des Europaparlaments haben angesichts der Coronavirus-Pandemie mehr finanzielle Unterstützung für den Kultursektor gefordert. Der geplante EU-Wiederaufbaufonds müsse mehr Mittel für die Kultur- und Kreativwirtschaft in Europa bereitstellen, betonten mehrere EU-Abgeordnete in einer Debatte mit Kommissionsvize Margaritis Schinas. Auch im mehrjährigen EU-Finanzrahmen, der in der kommende Woche bei einem EU-Gipfel verhandelt wird, müsste mehr Geld für die Kultur festgeschrieben werden. SPD-Europaabgeordnete Petra Kammerevert kritisierte, weder im Corona-Aufbauprogramm noch im mehrjährigen Finanzhaushalt finde die Kultur richtig Beachtung. In den bisherigen Verhandlungen zum EU-Haushalt hatte die EU-Kommission für den Kulturbereich die Bewilligung von Mitteln in Höhe von 1,5 Milliarden Euro für sieben Jahre vorgeschlagen. Im ursprünglichen Vorschlag von 2018 waren es 1,6 Milliarden gewesen. EU-Vizekommissar Schinas machte bei der Debatte keine großen Hoffnungen auf eine Erhöhung.

Papst beruft Mario Draghi in Akademie

Der frühere Chef der Europäischen Zentralbank Mario Draghi ist in die Päpstliche Akademie für Sozialwissenschaften berufen worden, teilte der Vatikan mit. Der aus Rom stammende Wirtschaftswissenschaftler und Experte für Währungspolitik stand von 2011 bis 2019 an der Spitze der Europäischen Zentralbank. Zuvor leitete er fünf Jahre lang die Italienische Nationalbank. Zu weiteren Ordentlichen Mitgliedern der Sozialakademie ernannte der Papst den chilenischen Soziologen Pedro Morande Court und die Soziologin und Anthropologin Kokunre Adetokunbo Agbontaen Eghafona von der Universität Benin in Nigeria. Die 1994 gegründete Akademie mit Sitz in den vatikanischen Gärten hat die Förderung der Sozialwissenschaften zum Ziel. Ihre Mitglieder werden ohne Rücksicht auf Nationalität oder Religionszugehörigkeit ernannt.

Grütters will neue Hygieneregeln für Kinos

Kulturstaatsministerin Monika Grütters plädiert für neue Hygieneregeln für den Besuch von Kinos. Momentan ist in Kinos ein Mindestabstand von 1,5 Metern vorgeschrieben. Kinobetreiber kritisieren, dass mit diesem Abstand zu viele Plätze frei bleiben müssten. Damit sei ein wirtschaftlicher Betrieb nicht möglich. Dem Fernsehsender ntv sagte Grütters, wenn Menschen wie im Theater und Kino nur nebeneinandersäßen mit Mundschutzmasken und nicht sprechen würden, könnte man sie auch näher aneinander gruppieren. In manchen Ländern gebe es bereits andere Regeln als in Deutschland. Sie wolle beobachten, welche Erfahrungen dort gemacht werden und prüfen ob solche Regelungen auch in Deutschland möglich seien.

Erfurter Domstufen-OpenAir beginnt mit Corona-Auflagen

Trotz Corona-Auflagen kann das Erfurter Domstufen-OpenAir stattfinden. Für eine der größten Kulturveranstaltungen Thüringens wurde extra eine große Klarsichtkuppel errichtet. Darunter werden die Orchestermusiker mit Abstand und durch Acrylscheiben getrennt sitzen, erklärte der Technische Direktor des Theaters, Christian Stark. Vieles bleibe dieses Jahr allerdings spartanisch, die Publikumsplätze wurden deutlich reduziert: Statt 2.000 Besuchern, dürften pro Vorstellung nur 500 kommen. Die ursprünglich geplante Aufführung der gesamten Oper "Nabucco" wurde vom Programm gestrichen. Stattdessen werden Programme mit Stücken aus verschiedenen Opern und Musicals geboten. Die Festspiele gehen bis zum 2. August.

Klopstock-Preis 2020 für Clemens Meyer

Sachsen-Anhalt vergibt den Klopstockpreis für herausragende neue Literatur in diesem Jahr an Clemens Meyer. Der 1977 in Halle/Saale geborene Schriftsteller erhalte den mit 12.000 Euro dotierten Hauptpreis für sein Gesamtwerk, teilten Staatskanzlei und Ministerium für Kultur in Magdeburg mit. "Seine Romane, Stories, Essays und politischen Wortmeldungen stehen in den großen Traditionen der klassischen Moderne und sind zugleich so gegenwärtig, wie Literatur es nur sein kann - ohne sich an die Gegenwart zu verraten", erklärte die Jury. Meyer hat für sein Werk ("Als wir träumten", "Die stillen Trabanten") bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem den Preis der Leipziger Buchmesse und den Deutschen Drehbuchpreis. Die Autorin und Bühnentexterin Josephine von Blueten Staub erhält den mit 3000 Euro dotierten Förderpreis. Der Klopstock-Preis soll am 1. September in Quedlinburg überreicht werden.

Zweitniedrigste Zahl an Priesterweihen

Die Zahl der katholischen Priesterweihen in Deutschland bleibt auch 2020 niedrig. Laut einer Umfrage der "Augsburger Allgemeinen" gibt es bundesweit insgesamt 57 Weihen in den 27 Bistümern. Das ist der zweitniedrigste Wert in der Geschichte nach nur 55 Weihen im Vorjahr. In den letzten 20 Jahren ist die Zahl damit um mehr als 60 Prozent gesunken. Im Jahr 2000 gab es noch 154 Weihen. Gleichzeitig zeige die Zahl der Neuaufnahmen in den Seminaren, dass es auch in den kommenden Jahren keine Trendwende geben dürfte, heißt es. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken nannte die Entwicklung alarmierend. ZdK-Präsident Thomas Sternberg fordert daher, die Zugangsbedingungen zu ändern und das Priesteramt auch für Frauen und verheiratete Männer, sogenannte Viri probati, zu öffnen.

Macron: Notre Dame soll originalgetreu aufgebaut werden

Frankreichs Präsident Macron hat einer möglichst originalgetreuen Rekonstruktion von Notre Dame zugestimmt. Dies erklärte der Elysée-Palast am Donnerstagabend nach einer Sitzung des Beratergremiums für den Wiederaufbau der Pariser Kathedrale. Auch der Spitzturm, der bei dem Brand im April 2019 in Flammen aufging und zusammenstürzte, solle wieder so weit wie möglich rekonstruiert werden, heißt es. Zuvor hatte Frankreichs neue Kulturministerin Roselyne Bachelot bekannt gegeben, dass es einen breiten Konsens für einen originalgetreuen Wiederaufbau der Kathedrale gebe. Bei der Wahl der Baumaterialien soll vor allem Nachhaltigkeit eine Rolle spielen. Macron hatte sich nach dem Brand zunächst für eine zeitgenössische Variante des Spitzturms ausgesprochen.

César-Filmakademie von nun an paritätisch

Fünf Monate nach dem kollektiven Führungs-Rücktritt im Zuge der Polanski-Krise hat die Akademie des renommierten französischen Filmpreises César neue Statuten verabschiedet. Zu den wichtigsten Veränderungen gehört die volle Parität innerhalb der Entscheidungsgremien. Diese werden von nun an zu gleichen Teilen von Männern und Frauen besetzt, für die Präsidentschaft ist ein Tandem vorgesehen. Das teilte die Akademie in Paris mit. Die Direktion der Akademie war rund zwei Wochen vor der Vergabe des französischen Filmpreises César am 28. Februar zurückgetreten. Einer der Gründe war die Mehrfachnominierung des Films "Intrige" von Roman Polanski, gegen den kurz zuvor neue Vergewaltigungsvorwürfe erhoben worden waren. Die Akademie stand aber schon länger in der Kritik. Ihr wurden verkrustete Strukturen, fehlende Parität und ein Mangel an Mitspracherecht der Mitglieder vorgeworfen.

Auch Grammy-Akademie will mehr Vielfalt

Rund eine Woche nach der Oscar-Akademie hat auch die für die Grammys verantwortliche Recording Academy neue Mitglieder eingeladen und dabei den Fokus auf Vielfalt gelegt. Von den mehr als 2.300 eingeladenen Musikern und Mitarbeitern der Musikindustrie seien rund die Hälfte weiblich, etwa ein Drittel gehöre unterrepräsentierten ethnischen Gruppen an, teilte die Recording Academy in Los Angeles mit. Die Eingeladenen haben nun bis zum 15. September Zeit zuzusagen, bevor sie dann über die nächsten Grammys abstimmen können. Die Verleihung soll Ende Januar 2021 in Los Angeles stattfinden. Die Grammys gelten als bedeutendste Musikpreise der Welt. Anfang Juli hatte bereits die Oscar-Akademie angekündigt, mehr als 800 neue Mitglieder einladen zu wollen - 45 Prozent davon weiblich, gut ein Drittel aus unterrepräsentierten ethnischen Gruppen. Beide Vereinigungen waren zuvor heftig für zu wenig Diversität kritisiert worden.

Kulturnachrichten hören

November 2020
MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 31 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 1 2 3 4 5 6

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur