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Sonntag, 31.05.2020
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 27. November 2019

Friedrichstadt-Palast erinnert an jüdische Wurzeln

Der Berliner Friedrichstadt-Palast will ein Zeichen für jüdisches Leben in Deutschland setzen. Er erinnert nun mit einer Fahne an seine Ursprünge. Am 29. November 1919 hatte Max Reinhardt das Große Schauspielhaus gegründet, aus dem später der Friedrichstadt-Palast hervorging. Während des Nationalsozialismus hätten Reinhardt und Theatermacher Erik Charell Deutschland verlassen müssen, sagte Intendant Berndt Schmidt. Die Fahne sei eine Erinnerung an die Wurzeln und ein Bekenntnis zu jüdischem Leben in Deutschland heute. "In diesen Zeiten - mit Anschlägen auf eine Synagoge in Halle und Angriffen auf Rabbiner - denke ich, dass wir es auch unseren Gründern schulden, auf diese Wurzeln hinzuweisen", so Schmidt.

LUX-Filmpreis geht an nordmazedonischen Film

Das EU-Parlament hat den Film"Gott existiert, ihr Name ist Petrunya" der nordmazedonischen Regisseurin Teona Strugar Mitevska zum Sieger des diesjährigen LUX-Filmpreises gekürt. Die Auszeichnung zeige deutlich, dass die Gleichbehandlung von Männern und Frauen die Gesellschaft weiterhin stark beschäftige, sagte die SPD-Abgeordnete Petra Kammerevert in Brüssel. Der LUX-Filmpreis wird seit 2007 jährlich vom EU-Parlament vergeben.
Aus drei Finalistenfilmen suchen die EU-Abgeordneten den Sieger aus. Sie werden in den 24 EU-Amtsprachen untertitelt und in den Mitgliedstaaten gezeigt.

Samuel Finzi wird nächste Berlinale-Gala moderieren

Der Film- und Theaterschauspieler Samuel Finzi wird neuer Moderator der Berlinale-Eröffnungsgala. Er löste die langjährige Moderatorin Anke Engelke ab. "Finzis Wortgewandtheit, sein Esprit und seine Improvisationskunst versprechen einen unterhaltsamen Festivalstart, erklären die neuen Festival-Leiter Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian. Der 53-Jährige Finzi dreht derzeit mehrere Kino- und Fernsehfilme und spielt Hauptrollen am Burgtheater Wien, am Deutschen Theater in Berlin und am Schauspiel Hannover. Die 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin werden am 20. Februar 2020 eröffnet. Sie lösen die Ära des langjährigen Festivalchefs Dieter Kosslick ab.

Berliner Kinemathek zeigt NS-Filmplakate

Die Deutsche Kinemathek in Berlin zeigt in einer neuen Ausstellung Filmplakate aus dem Reichsfilmarchiv der Nationalsozialisten. Unter dem Titel "Brandspuren. Filmplakate aus dem Salzstock" sind Motive beispielsweise mit Greta Garbo und Camilla Horn zu sehen. Die Plakate stammen aus dem Salzbergwerk Grasleben zwischen Braunschweig und Magdeburg. Dort wurden sie wegen der Bombardierung Berlins eingelagert. 1945 wurden sie durch ein Feuer beschädigt und erst 41 Jahre später geborgen. Experten der Kinemathek haben nun rund 70 Filmplakate restauriert. Etwa 20 davon sind ab diesem Donnerstag ausgestellt.

Bibelgesellschaft bringt Bibel als Wimmelbuch heraus

Die Deutsche Bibelgesellschaft hat eine neue Kinderbibel als sogenanntes Wimmelbuch auf den Markt gebracht. Die großformatige "Such-Bibel" mit Bildern von Marijke ten Cate und Texten von Tanja Jeschke sei für Kinder ab vier Jahren gedacht, teilte die Deutsche Bibelgesellschaft in Stuttgart mit. In acht Kapiteln werden einzelne Personen des Alten und Neuen Testaments vorgestellt. Auf je einer Doppelseite ist ein Wimmelbild zu sehen und zu erforschen, eine ausklappbare Seite liefere die Informationen. Auf einer weiteren Doppelseite werde die zugehörige Geschichte aus der Bibel nacherzählt.

Britischer Theaterregisseur Jonathan Miller gestorben

Der britische Theaterregisseur Jonathan Miller ist tot. Der Star der satirischen Revue "Beyond the Fringe" starb im Alter von 85 Jahren an Alzheimer, wie seine Familie bekannt gab. Miller galt als einer der wichtigsten künstlerischen Persönlichkeiten Großbritanniens. In seiner Karriere war er in Theater, Fernsehen und in der Oper zu sehen. Einige der wichtigsten britischen Institutionen der Kunst und Kultur würdigten Miller für sein Schaffen, darunter das National Theatre und die Royal Opera.

Gerhard Polt erhält Ehrenpreis für sein Lebenswerk

Der Kabarettist Gerhard Polt erhält für sein Lebenswerk den Kulturellen Ehrenpreis der Stadt München. Der 77-Jährige gehöre zu München wie das Oktoberfest, die Frauenkirche oder der Viktualienmarkt, heißt es im Urteil der Jury. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung erhielten unter anderen Dieter Hildebrandt, Senta Berger, Jürgen Habermas, Uwe Timm, Werner Herzog, Herlinde Koelbl, Klaus Doldinger, Günter Rohrbach und zuletzt Antje Kunstmann. Gerhard Polt soll den Preis im März 2020 bekommen.

Proteste gegen Gründungsdirektor der Bauakademie

Rund 180 Architekten, Kuratoren und Museumsdirektoren haben gegen die Ernennung des SPD-Politikers Florian Pronold zum Gründungsdirektor der Berliner Bauakademie protestiert. Der Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär im Bundesumweltministerium besitze nicht die Qualifikationen für das Amt, heißt es in einem Offenen Brief an den zuständigen Bundesinnenminister Horst Seehofer und den Stiftungsrat der Bundesstiftung Bauakademie. Außerdem sei das Auswahlverfahren nicht transparent gewesen. Pronold war Mitte November ernannt worden. Zur Begründung hieß es damals, der 46-Jährige Bayer bringe große politische und fachliche Erfahrung aus seiner Tätigkeit als Bau- Staatssekretär mit.

Bayern gibt geraubte Freimaurer-Literatur zurück

Der Freistaat Bayern will mehr als 200 während des Nationalsozialismus geraubte Bücher dem Deutschen Freimaurermuseum in Bayreuth übergeben. Zwischen 1933 und 1936 seien die 203 Werke der Freimaurerliteratur unrechtmäßig beschlagnahmt worden, teilte das Ministerium für Wissenschaft und Kunst in München mit. Von der sogenannten SS-Schule Wewelsburg seien sie schließlich in den Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek gelangt. Zwei der geraubten Werke gehörten der Freimaurer-Großloge zur Sonne in Bayreuth. Die Besitzer der restlichen Werke konnten nicht mehr ermittelt werden. Im Freimaurermuseum werden die Bücher der enteigneten Logen gesammelt.

Dresdner Schloss nach Kunstraub wieder geöffnet

Zwei Tage nach dem spektakulären Einbruch ins Historische Grüne Gewölbe in Dresden haben die Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) das Residenzschloss wieder geöffnet. Allerdings bleibe das barocke Schatzkammermuseum vorerst geschlossen, sagte Generaldirektorin Marion Ackermann. Die Polizei setzt nach eigenen Angaben die Spurensicherung fort. Experten der SKD machen unterdessen eine Bestandsaufnahme der Verluste und Schäden, die die Juwelendiebe am Montagmorgen verursachten. Die SKD verteidigte das Vorgehen der beiden Wachleute. Wegen der brutalen Gewalt der Diebe hatten sie auf die Polizei gewartet und nicht selbst eingegriffen. Die Polizei sprach von einer "zielgerichteten und geplanten Tat".

Konferenz zur Museums-Sicherheit geplant

Als Reaktion auf den Raub im Grünen Gewölkbe in Dresden plant Kulturstaatsministerin Grütters gemeinsam mit dem Deutschen Museumsbund eine Konferenz zur Museums-Sicherheit. In den Museen lagerten Kunstschätze, die die kulturelle Identität Deutschlands ausmachten und deren Wert in die Milliarden gehe, sagte sie der "Rheinischen Post". Auf der Konferenz soll es laut Grütters darum gehen, wie Museen ihre Objekte künftig schützen können und sie gleichzeitig für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben.

Medienpreis für Comedy-Show "Pussy Terror TV"

Die Autorinnen und Autoren der Comedy-Show "Pussy Terror TV" mit Carolin Kebekus haben den Juliane Bartel Medienpreis gewonnen. Mit einem Emoji für Menstruation und einer Luxussteuer für Hygieneartikel breche Kebekus eine Lanze für alle Frauen, hieß es zur Begründung. Der Preis ist mit 15 000 Euro dotiert und wird an Medien-Beiträge verliehen, die gegen Geschlechterklischees ankämpfen. Er wird vom Land Niedersachsen, der Landesmedienanstalt und dem NDR vergeben und erinnert an die Journalistin Juliane Bartel (1945-1998). Als Schirmherrin der Initiative "Klischeefrei" würdigte die Frau des Bundespräsidenten, Elke Büdenbender, die Preisträgerinnen.

Robert Redford warnt vor Trumps Wiederwahl

Der US-Schauspieler und Regisseur Robert Redford hat US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert und dazu aufgerufen, seine Wiederwahl im nächsten Jahr zu verhindern. Redford schrieb auf der Website des Fernsehsenders NBC News, Trump führe "in der Art eines Diktators" eine Attacke auf "alles, wofür dieses Land steht". Unter diesem Präsidenten würden die USA nicht mehr als die Vereinigten Staaten, sondern als die "Gespaltenen Staaten von Amerika" definiert. Redford rief die US-Bürger auf, sich im Vorfeld der nächsten Präsidentschaftswahl im November 2020 politisch zu engagieren. Die Zeit sei knapp, um das "Schiff auf Kurs zu bringen" und das "vor uns liegende Desaster" abzuwenden, schrieb der 83-Jährige mit Blick auf eine mögliche Wiederwahl Trumps.

Hetty Berg neue Chefin des Jüdischen Museums Berlin

Die Entscheidung des Stiftungsrates war einstimmig: Am 1. April nächsten Jahres wird die Museums-Managerin Hetty Berg Chefin des Jüdischen Museums Berlin. Die 1961 geborene Niederländerin ist derzeit Chefkuratorin am Joods Cultureel Kwartier in Amsterdam. Der bisherige Direktor in Berlin, Peter Schäfer, war nach Kontroversen um die Ausrichtung von Veranstaltungen und Ausstellungen zurückgetreten. Das war weltweit kritisiert worden. Die Berufung von Hetty Berg wurde vom Zentralrat der Juden in Deutschland bereits begrüßt.

Berlin will Nationalen Bildungsrat notfalls mit 14 Ländern

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) will den Nationalen Bildungsrat notfalls ohne Bayern und Baden-Württemberg gründen. Deren Ausstieg sei nicht akzeptabel, sagte er dem "Spiegel". Gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen, sei Auftrag des Grundgesetzes. Die Solidarität der Länder sei nicht einseitig aufkündbar. Die Ministerpräsidenten der beiden Südländer, Söder und Kretschmann, scheinen zu meinen, dass der Föderalismus lediglich ein Zusammenschluss egoistischer Eigeninteressen sei, so Müller. Die Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag den Aufbau des Nationalen Bildungsrates vereinbart. Dieser soll Empfehlungen zu Bildungsthemen geben, unter anderem zur Vergleichbarkeit des Abiturs oder zur Frage, wie ein Umzug von Schulkindern von einem Bundesland in ein anderes erleichtert werden kann.

Comic-Zeichnerin Kreitz mit Wilhelm-Busch-Preis geehrt

Die Hamburger Comic-Zeichnerin Isabel Kreitz hat in Stadthagen den mit 10.000 Euro dotierten Wilhelm-Busch-Preis erhalten. Die 52-Jährige zählt zu den bekanntesten deutschen Comic-Autorinnen. Ihre Graphic Novels zu den Kinderromanen von Erich Kästner seien stilbildend geworden, teilte die Schaumburger Landschaft zur Begründung mit. Der Verband vergibt die Auszeichnung jährlich gemeinsam mit der Stiftung Sparkasse Schaumburg und den "Schaumburger Nachrichten". Frühere Preisträger sind Robert Gernhardt, F. W. Bernstein sowie Ralf König.

"Onleihe" schmälert Kaufbereitschaft am Buchmarkt

Die elektronische Ausleihe von Büchern in öffentlichen Bibliotheken - die sogenannte Onleihe - schmälert die Bereitschaft, Bücher zu kaufen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels vorgestellt hat. Onleihe-Nutzer gehörten zwar zu den aktivsten Käufern am Buchmarkt, aber knapp die Hälfte von ihnen kaufe weniger oder gar keine Bücher mehr, seit sie das Angebot der Onleihe nutzten. Den Angaben zufolge handelt es sich um die erste umfassende Untersuchung zur Onleihe-Nutzung in Deutschland. Demnach leihen insgesamt 2,6 Millionen Menschen in Deutschland über die Onleihe digital Bücher und andere Medien aus.

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