Seit 17:30 Uhr Tacheles

Samstag, 30.05.2020
 
Seit 17:30 Uhr Tacheles

Kulturnachrichten

Donnerstag, 21. November 2019

Faschistische Namen: Rom benennt Straßen um

Die italienische Hauptstadt hat zwei Straßen und einen Platz umbenannt, die an zwei Wissenschaftler aus der Zeit des Faschismus erinnerten. Sie erhalten jetzt die Namen von drei verfolgten Wissenschaftlern, unter ihnen zwei Frauen, wie die Stadt Rom mitteilte. Die faschistischen Wissenschaftler hatten 1938 das "Manifest für die Rasse" unterzeichnet, das die Rassengesetze von Diktator Benito Mussolini unterstützte. Mit den Rassengesetzen war in Italien die systematische Diskriminierung der Juden eingeleitet worden. Rund 7000 italienische Juden fielen dem Holocaust zum Opfer.

Grütters fordert mehr Geld für EU-Kulturförderung

Kulturstaatsministerin Grütters fordert mehr Geld für die klassische Kulturförderung in Europa. Mit Blick auf die derzeit diskutierte Finanzplanung ab 2021 sagte die CDU-Politikerin in Brüssel, das Förderprogramm "Creative Europe" könne besser ausgestattet sein. Es sei zudem schade, dass der Fokus sehr stark auf der Kreativwirtschaft liege statt auf klassischen Kulturprofilen. In einer Zeit, in der man nach Identität suche, sei die Brückenbauerfunktion der Kultur wichtiger denn je, fügte Grütters hinzu. Deshalb "würde ich mir da einen stärkeren Fokus wünschen, und das geht natürlich auch nur mit entsprechend viel Geld". Sie äußerte sich am Rande eines EU-Ministertreffens.

Janosch beendet Kolumne im "Zeit-Magazin"

Janosch beendet seine Kolumne im Zeitmagazin. Er wolle mehr Zeit für seine privaten künstlerischen Arbeiten haben, begründete der 88-jährige Illustrator und Schriftsteller seine Entscheidung. Deswegen schicke er die Kolumnen-Figur Wondrak in Rente. Seit 2013 hatte Janosch wöchentlich Fragen der Leser beantwortet. Die letzte war: "Herr Janosch, wie sagt man Tschüss?" Antwort: "Man dreht sich um mit einer Träne im Auge und sagt: Ich geh dann mal."

Google schränkt Zielgruppen-Wahlwerbung ein

Das US-Internetunternehmen Google wird die politisch motivierte zielgruppengerichtete Wahlwerbung abschaffen. Google erklärte in einem Blogeintrag, dass das sogenannte Zielgruppen-Targeting nur noch auf Alter, Geschlecht und Postleitzahl beschränkt sei. Bisher konnten politische Werbetreibende auch Anzeigen mit Hilfe von Daten aus dem Nutzerverhalten generieren oder Wählerlisten hochladen, um ihre Werbung an ähnliche Gruppen zu richten. Allerdings können weiterhin kontextabhängige Zielgruppen verwendet werden, bespielweise Anzeigen für Personen, die über ein bestimmtes Thema lesen. Google kündigte die Umsetzung der neuen Regelungen für Großbritannien noch vor den Parlamentswahlen am 12. Dezember an. Ab Ende des Jahres soll es auch in der übrigen EU, ab 6. Januar 2020 dann weltweit in Kraft treten.

"Tim und Struppi"-Original für 394.000 Euro versteigert

Eine Originalzeichnung des belgischen Comic-Künstlers Hergé ist in Paris weit über dem Schätzpreis versteigert worden. Die Seite aus dem Werk "König Ottokars Zepter" aus dem Jahr 1938 erzielte beim Auktionshauses Christie's 394.000 Euro. Die Szene zeigt Tim und seinen Hund Struppi, die versuchen, Dieben das Zepter zu entreißen. "Tim und Struppi"-Originale brechen bei Auktionen immer wieder alle Rekorde. Bildtafeln und Cover erreichten bereits mehr als zwei Millionen Euro.

Amnesty sieht Gefahr in Google und Facebook

Amnesty International sieht im Geschäftsmodell von Google und Facebook eine Gefahr für die Menschenrechte. Die Bundesregierung und die EU müssten rechtsstaatliche Rahmenbedingungen schaffen, um die Grund- und Menschenrechte kommender Generationen in einer digitalen Welt zu wahren, forderte die Organisation in einem Bericht, der heute veröffentlicht wurde. Der Generalsekretär in Deutschland, Markus N. Beeko, sagte, genauso wie Regierungen die Rechte der Bevölkerung auf Nahrung, Kleidung und Unterkunft zu gewährleisten hätten, seien sie auch hier gefragt. Sie müssten dem unkontrollierten Überwachungskapitalismus ein Ende setzen.

Beste Kurzfilme mit "Goldener Lola" geehrt

In der Hamburger Elbphilharmonie ist am Abend die "Goldene Lola" für die besten Kurzfilme verliehen worden. Insgesamt wurden Preise in 13 Kategorien verliehen. So ging die "Goldene Lola" in der Kategorie "Bester Spielfilm bis 30 Minuten" an "Der Proband" von Hannes Schilling. "Blue Boy" von Manuel Abramovich wurde als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet und "Inside me" von Maria Teixeira erhielt die Auszeichnung für den besten Animationsfilm. Der Bund verleiht den Deutschen Kurzfilmpreis bereits seit mehr als fünf Jahrzehnten, er gilt als die bedeutendste und höchstdotierte Auszeichnung für Kurzfilme in Deutschland. Insgesamt werden etwa 275.000 Euro an Preisgeldern vergeben. Die Gewinnerfilme bekommen 30.000 Euro und die "Goldene Lola".

Deutschland wieder in Unesco-Exekutivrat gewählt

Deutschland ist erneut in den Exekutivrat der Unesco gewählt worden und bestimmt in den kommenden vier Jahren im wichtigsten Entscheidungsgremium der Weltkulturorganisation die Programmarbeit wieder aktiv mit. Damit übernehme die Bundesrepublik Verantwortung in einer weiteren wichtigen UN-Institution, erklärte Staatsministerin Müntefering. Die Unesco leiste einen entscheidenden Beitrag zum Schutz kultureller Vielfalt und zur Stärkung des Zugangs zu Kultur und Bildung weltweit. Im Mittelpunkt des deutschen Engagements stehen nach ihren Angaben die Erreichung des Nachhaltigkeitsziels Bildung der Agenda 2030, der Einsatz für Menschenrechte und Meinungsfreiheit sowie der Erhalt des Kultur- und Naturerbes im Einklang mit technischem Fortschritt. Der Exekutivrat der Unesco setzt sich aus 58 Mitgliedsstaaten zusammen. Alle zwei Jahre steht etwa die Hälfte der Sitze zur Wahl. Deutschland ist als eines von 31 neuen Mitgliedern für vier Jahre gewählt. Das letzte Mal war die Bundesrepublik von 2013 bis 2017 Mitglied und hatte seither Beobachterstatus im Exekutivrat. Deutschland ist drittgrößter Beitragszahler der Unesco.

Moderator Walter Freiwald gestorben

Der Moderator Walter Freiwald ist tot. Er starb bereits am vergangenen Samstag im Alter von 65 Jahren. Erst Anfang November hatte er öffentlich gemacht, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist. Freiwald war vor allem an der Seite von Harry Wijnvoord durch die Spielshow "Der Preis ist heiß" bekannt geworden. Später hatte er über viele Jahre bei RTL Shop moderiert und galt als Teleshopping-Urgestein.

Rapperin Lizzo ist für acht Grammys nominiert

Die Newcomerin Lizzo hat bei der Grammy-Verleihung 2020 die besten Gewinnchancen. Die 31-jährige US-Rapperin ist in acht Kategorien für den begehrten Musikpreis nominiert. Das gab die für die Verleihung verantwortliche Recording Academy bekannt. Lizzo veröffentlichte bereits 2013 ihr erstes Studioalbum. Ihren Durchbruch feierte sie jedoch erst mit ihrem aktuellen Album "Cuz I love you", das für die Grammy-Kategorie "Album des Jahres" einbrachte. Jeweils sechsmal nominiert wurden die Popsängerin Billie Eilish und der Country-Rapper Lil Nas X. Konkurrenz bei der Verleihung am 26. Januar haben die drei Newcomer unter anderem von Pop-Größen wie Beyoncé und Ariana Grande.

Hans Haacke als wichtigster Kunst-Akteur geehrt

Das Kultur-Magazin "Monopol" hat den 83 Jahre alten Künstler Hans Haacke zum wichtigsten Akteur des Kunstjahres 2019 erklärt. Der in Köln geborene und in New York lebende Haacke führt eine am Mittwoch veröffentlichte Top-100-Liste an. "Er ist unsere Nummer eins in diesem Jahr, weil er vorgemacht hat, was viele Künstlerinnen und Künstler heute bewegt: ein politisches Engagement, das Kritik am eigenen Umfeld ganz selbstverständlich mit einbezieht", begründete Chefredakteurin Elke Buhr die Entscheidung in Berlin. Haacke hatte in diesem Jahr eine Retrospektive in New York und war jüngst mit dem Arnold-Bode-Preis der "documenta"-Stadt Kassel ausgezeichnet worden. Haacke war fünfmal auf der "documenta" vertreten.

"Tagesschau" ist ab sofort auf "TikTok" vertreten

Die Tagesschau hat ihr Angebot auf der chinesischen Video-Plattform "TikTok" gestartet, die auch in Deutschland sehr erfolgreich ist. Nach eigenen Angaben will die Redaktion damit neben journalistischen Inhalten auch "einen humorvollen Blick hinter die Kulissen" bieten. Chefredakteur Bornheim erklärte, TikTok sei eine der am stärksten wachsenden Social-Media-Plattformen, vor allem bei jungen Nutzerinnen und Nutzern. "Wir haben den Auftrag, als Tagesschau die gesamte Gesellschaft zu erreichen - und sind daher auch auf Drittplattformen vertreten, die für unser Publikum relevant sind." Branchenangaben zufolge gehört "TikTok" zu den mobilen Apps, die sich am schnellsten verbreiten - mit weit über einer Milliarde Nutzern weltweit.

Kulturnachrichten hören

November 2019
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur