Seit 23:50 Uhr Kulturpresseschau
Sonntag, 29.11.2020
 
Seit 23:50 Uhr Kulturpresseschau

Kulturnachrichten

Sonntag, 29. November 2020

Britischer Kulturminister will Warnung für "The Crown"

Der Britische Kulturminister Oliver Dowden hat in einem Interview mit der "Daily Mail on Sunday" angekündigt, dass er Netflix schriftlich dazu auffordern werde, die Erfolgsserie "The Crown" als "Fiktion" zu deklarieren. Dies solle zu Beginn jeder Folge geschehen. Dowden nannte "The Crown" ein "wunderbar produziertes Stück Fiktion", warnte aber davor, dass ohne den von ihm angeregten Hinweis eine ganze Generation von Zuschauern, die die tatsächlichen Ereignisse nicht mehr persönlich miterlebt hat, die Fernsehserie mit der Realität verwechselt. Kritiker werfen Drehbuchautor Peter Morgan vor, ständig mit "alternativen Fakten" zu arbeiten, um die Spannung zu erhöhen. Die sozialen Netzwerke von Prinz Charles und seiner Ehefrau Camilla Parker-Bowles waren zeitweise mit Hassmails und auch Morddrohungen überschwemmt worden. Auch der Bruder von Prizessin Diana, Charles Spencer, hatte sich für eine Markierung der Serie als Fiktion ausgesprochen.

Grütters zeichnet "Beste Buchhandlungen" aus

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat 118 unabhängige und inhabergeführte Buchhandlungen mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet. Bei der im Livestream aus der Berliner Staatsbibliothek Unter den Linden übertragenen Preisverleihung gingen die drei ersten, mit jeweils 25.000 Euro dotierten Preise an die Buchhandlung "Buchstabe" in Neustadt in Holstein, an die Kinder- und Jugendbuchhandlung "Der kleine Laden" in Bonn und an "Wist - Der Literaturladen" in Potsdam. Der Preis wird seit 2015 jährlich in drei Kategorien an Buchhandlungen verliehen, deren Jahresumsatz in den vergangenen drei Jahren unter einer Million Euro lag. Es gehe dabei um kleine, inhabergeführte Buchhandlungen, "die ein anspruchsvolles und vielseitiges literarisches Sortiment oder ein kulturelles Veranstaltungsprogramm anbieten", hieß es. Auch innovative Geschäftsmodelle oder das Engagement im Bereich der Lese- und Literaturförderung für Kinder und Jugendliche würden berücksichtigt. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 850.000 Euro vergeben.

Ungarnischer Museumschef in der Kritik

Führende ungarische Oppositionspolitiker haben die Entlassung des Leiters des Budapester Literaturmuseums, Szilard Demeter, gefordert. Demeter hatte zuvor dem US-Investor und Philanthropen George Soros vorgeworfen, Europa zu seiner "Gaskammer" gemacht zu haben, und Ungarn und Polen als "die neuen Juden" bezeichnet. Demeter äußerte sich zum EU-Haushaltsstreit, bei dem Ungarn und Polen wichtige Budgetbeschlüsse im Umfang von 1,8 Billionen Euro mit ihrem Veto blockieren. Die beiden ost-mitteleuropäischen Länder wollen auf diese Weise verhindern, dass ein neuer Rechtsstaatsmechanismus wirksam wird. Auch der Verband ungarischer jüdischer Gemeinden hat Äußerungen des Museumsleiters entschieden verurteilt. Demeter hat mittlerweile mitteilen lassen, dass er seine Aussagen zurückziehen werde, weil "der Nazi-Vergleich das Andenken der Opfer unabsichtlich verletzen würde".

Ärger um Dior-Werbekampagne mit Johnny Depp

Ein Werbespot mit US-Schauspieler Johnny Depp für ein Aftershave der Firma "Dior" hat in Großbritannien für Aufregung gesorgt. Dies berichtet die Britische Zeitung "Guardian". Nach der Ausstrahlung im Fernsehsender "Channel 4" seien bei der Britischen Werbeaufsicht mehrere Beschwerden eingegangen. Die Beschwerden beziehen sich auf eine Gerichtsniederlage Depps vom Anfang November. Der 57-Jährige hatte wegen eines Artikels der Boulevardzeitung "Sun" geklagt, der detailliert beschrieb, wie er seine Ex-Frau Amber Heard körperlich misshandelt haben soll, und ihn einen "wife beater" (Ehefrauenschläger) nannte. Das Gericht wies seine Klage ab. Der Schauspieler war daraufhin von seiner Rolle als Zauberer Gellert Grindelwald in der Filmreihe „Phantastische Tierwesen“ zurückgetreten, weil ihn das Studio Warner Bros. darum gebeten hatte. Fans des Darstellers riefen indes zum Kauf des Aftershave auf, für das Depp seit 2015 wirbt.

Seltener Seeatlas steht zur Versteigerung

Ein wertvoller Seeatlas des Holländers Lucas Janszoon Waghenaer von 1586 kommt am Montag in Hamburg unter den Hammer. Der Schätzpreis des Werks liegt nach Angaben des Auktionshauses Ketterer Kunst bei 180 000 Euro. Bei dem "Speculum nauticum" handelt es sich um die erste lateinische Ausgabe des zuvor als "Spieghel der Zeevaerdt" (Spiegel der Seefahrt) erschienenen Buches. Das Objekt sei deshalb so besonders, weil es der erste gedruckte Seeatlas überhaupt sei, und das in einer frühen sowie sehr seltenen kolorierten Ausgabe, wie das Auktionshaus mitteilte. Zudem sei der Atlas vollständig und in einem guten Zustand. Er enthält eine Gesamtkarte von Europa und 44 Teilkarten, die nahezu lückenlos die Atlantik-, Nord- und Ostseeküsten Europas abbilden. Das "Speculum nauticum" war laut Experten für Jahrzehnte maßgebliches Vorbild für alle nachfolgenden Seeatlanten dieser Art.

Adenauers Boccia-Kugeln für 1700 Euro versteigert

Bei einer Versteigerung von Gegenständen aus dem Nachlass des ersten deutschen Bundeskanzlers, Konrad Adenauer, sind am Samstag in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart über 55 000 Euro zusammengekommen, wie das Auktionshaus Eppli mitteilte. Ein Boccia-Set des CDU-Politikers fand demnach für 1700 Euro einen Abnehmer. Es besteht aus einem hochwertigen Futteral aus Leder, zwei Boccia-Kugeln aus Edelstahl und einer hölzernen Zielkugel. Für einen Portwein aus Adenauers Geburtsjahr 1876, den ihm der spanische Diktator Francisco Franco zum 90. Geburtstag geschenkt hatte, zahlt der erfolgreiche Bieter 1500 Euro. Eine farbige Radierung "Hommage à Konrad Adenauer" von Salvador Dalì gefertigt und signiert wurde für 1200 Euro versteigert. Die Gebote für die Auktionsstücke hatten ihre Startpreise zum Teil um ein Vielfaches überschritten. Alle Gegenstände stammten laut Eppli aus dem Nachlass von Adenauers jüngstem Sohn, der im Februar dieses Jahres gestorben ist.

BBC: Darth-Vader-Darsteller gestorben

Der britische Schauspieler David Prowse, bekannt geworden als Darsteller der finsteren "Star Wars"-Figur Darth Vader, ist Medienberichten zufolge tot. Er starb im Alter von 85 Jahren, wie etwa die BBC am Sonntag unter Berufung auf seinen Agenten Thomas Bowington meldete. Seine Statur mit rund zwei Metern Körperlänge soll Prowse zu seiner Rolle als Darth Vader verholfen haben, als 1977 der erste "Star Wars"-Film "Krieg der Sterne" herauskam. Darth Vader steht in der berühmten Filmreihe auf der dunklen Seite der Macht und ist Gegenspieler des Helden Luke Skywalker.

Kulturnachrichten hören

November 2019
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1

Fazit

50 Jahre "Tatort" im ErstenGeschichten vom Tatort
Das "Tatort"-Logo und Absperrbanderolen bei Dreharbeiten zum Freiburg-"Tatort" mit Heike Makatsch (picture alliance / dpa / Winfried Rothermel)

Am 29. November 1970 lief der erste "Tatort". Ein halbes Jahrhundert später wird die 1146. Folge der populären Krimireihe gezeigt: "In der Familie". Was dazwischen geschah, erzählt die sechsteilige DLF-Kultur-Reihe "Geschichten vom Tatort". Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

Bruce Lee zum 80.Unbesiegbar mit der Energie einer Katze
Kampfszene aus "Enter the Dragon" von 1973: Kung-Fu-Artist Bruce Lee (links) teilt gegen den Mann mit der Todeskralle aus. Lee starb drei Wochen, bevor der Film in die Kinos kam.  (picture alliance / United Archives)

Die Kampfkunst-Ikone Bruce Lee hat nur vier Spielfilme gedreht und damit eine weltweite Kung-Fu-Welle ausgelöst. "Wenn er in Rage gerät, ist er nicht mehr von dieser Welt", sagt der Filmkritiker Jörg Buttgereit. Vor 80 Jahren wurde Lee geboren.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur