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Kulturnachrichten

Sonntag, 25. November 2018

NDR bekommt gestohlenen Nolde zurück

Ein weiteres Nolde-Gemälde bleibt weiter verschwunden

Der Norddeutsche Rundfunk hat das Ölgemälde "Sonnenblumen" von Emil Nolde zurückerhalten, das ihm 1979 in Hamburg gestohlen worden war. Im Mai 2017 habe sich die Besitzerin gemeldet und das Gemälde für 20.000 Euro "Finderlohn" an den NDR zurückgegeben, sagte NDR-Intendant Lutz Marmor. Der Wert des Bildes wird auf eine Million Euro geschätzt. Es soll erstmals im April 2019 in Hannover öffentlich gezeigt werden. Ungewöhnlich an dem Raub 1979 im Hamburger Funkhaus war, dass es keine Einbruchsspuren gab. Außerdem wurde das Nolde-Aquarell "Landschaft mit Bauernhaus" gestohlen, das bislang noch nicht wieder aufgetaucht ist. Eine Berliner Anwältin hatte sich im März 2017 beim NDR gemeldet, um über eine mögliche Rückgabe zu verhandeln. Angeblich soll die Besitzerin das Gemälde von einem Freund ihres verstorbenen Mannes geschenkt bekommen haben, der Mitarbeiter beim NDR war und ebenfalls verstorben ist.

Grundgesetz erscheint als Magazin

Jung und Alt und Arm und Reich sollten es lesen, so der Verleger

Das Grundgesetz erscheint in Magazinform. Der vollständige Originaltext kommt nächste Woche als Zeitschrift an den Kiosk, rechtzeitig vor dem Jubiläum am 23. Mai 2019: Dann wird die Verfassung der Bundesrepublik 70 Jahre alt. Die neue Ausgabe soll den Text des Grundgesetzes, ergänzt um Fotos und Infografiken, leicht lesbar und modern präsentieren, teilte der Journalist und Medienunternehmer Oliver Wurm in Hamburg mit. Er hat das Projekt "Das Grundgesetz als Magazin" zusammen mit dem Designer Andreas Volleritsch angeschoben. Die gedruckte Auflage beträgt zum Start 100 000 Exemplare. Für das Magazin gebe es keine spezifische Zielgruppe, sagt Wurm: "Jung und Alt sollten es lesen, Arm und Reich, Professoren und Arbeiter."

Carillons läuten europaweit für Klimaschutz

Komponist Klaus Wüsthoff hat dafür eine Klimaglocken-Melodie geschaffen

Carillons in ganz Deutschland und Europa sollen in den nächsten Wochen für den Klimaschutz läuten. Initiator der Kampagne ist der Berliner Komponist Klaus Wüsthoff, der dafür eigens eine Klimaglocken-Melodie geschaffen hat, kündigten der Deutsche Musikrat und der Deutsche Tonkünstlerverband in Berlin an. Der 96-jährige Komponist von Orchester- und Chorwerken und Erfinder von Werbemelodien der 60er und 70er-Jahre ist einem breiten Publikum als Schöpfer des Jingle der ZDF-"heute"-Sendung bekannt. Der 1922 geborene Wüsthoff habe in seinem Leben Krieg und Katastrophen überlebt. Nun möchte er dabei helfen, die absehbare Klimakatastrophe zu verhindern, heißt es. Ein Carillon (französisch: Turmglockenspiel) ist ein spielbares, großes Glockenspiel, das mittels einer Klaviatur durch einen Spieler oder mechanisch etwa über eine Walze gespielt werden kann. In Deutschland gibt es derzeit 43 Carillons.

Schuster bleibt Präsident des Zentralrats der Juden

Einstimmig für weitere vier Jahre gewählt

Josef Schuster bleibt Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Das Präsidium wählte ihn im Rahmen einer nicht-öffentlichen Versammlung in Frankfurt einstimmig für eine weitere vierjährige Amtszeit, wie der Zentralrat mitteilte. Schuster hat das Ehrenamt seit 2014 inne. "Auch in Zeiten eines wachsenden Antisemitismus lassen wir uns nicht entmutigen", erklärte Schuster nach seiner Wiederwahl. "Wir werden unseren Beitrag zu einem toleranten und weltoffenen Deutschland leisten." Als Vizepräsidenten wurden der Offenbacher Diplom-Ingenieur Mark Dainow und Abraham Lehrer aus Köln, der Geschäftsführer eines Softwareunternehmens ist, in ihren Ämtern bestätigt. Das Präsidium des Zentralrats hat neun Mitglieder, die für je vier Jahre gewählt werden.

Zauberkünstler und Schauspieler Ricky Jay gestorben

Bond-Schurke und Zauberkünstler wurde 70 Jahre alt

Der Zauberkünstler und Schauspieler Ricky Jay ist in Los Angeles gestorben. Jay starb eines natürlichen Todes, wie sein Manager Winston Simone dem "Hollywood Reporter" sagte. Kinozuschauern ist Ricky Jay unter anderem als Techno-Terrorist Henry Gupta aus dem James-Bond-Film "Der Morgen stirbt nie" von 1997 bekannt. Auch in den Dramen "Boogie Nights", "Magnolia" und der Fernsehserie "Akte X" hatte er Auftritte. Jay begann früh mit Zaubertricks und trat damit bereits in den 1960er Jahren im "Electric Circus" in New York auf, wie das Magazin "New Yorker" in einem Porträt des Künstlers berichtet. Seine Spezialität waren Kartentricks und das Kartenwerfen. Laut dem Kinoportal imdb.com war es einer der spektakulärsten Tricks von Jay, Karten so geschickt zu werfen, dass sie sich durch die harte Schale von Wassermelonen bohrten.

Trojanow erhält Preis des Österreichischen Buchhandels

Ehrung anlässlich Europäischer Literaturtage in Spitz an der Donau

Zum Abschluss der Europäischen Literaturtage in Spitz an der Donau ist der Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln an den Schriftsteller Ilija Trojanow verliehen worden. Trojanow zählt zu den Unterstützern der Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union und ist Beisitzer im Präsidium des deutschen PEN-Zentrums. In seiner Dankesrede bezog sich der Ausgezeichnete auf die Formulierung des Preises. "Meine patriotische Energie reicht gerade aus für das Grätzel, in dem ich wohne", erklärte er. Intoleranz sei angebracht gegenüber Dummheit, Korruption und anderen Missständen. Toleranz allein sei zu wenig, wenn es um die Notwendigkeit von Empathie oder Solidarität gehe. Benedikt Föger, Präsident des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels, nahm die Preisverleihung vor und appellierte an den Glauben an die Utopie einer gerechten und friedlichen Gesellschaft.

Preise beim Filmfestival Mannheim-Heidelberg verliehen

Iranische Produktion bekommt drei Auszeichnungen

Die iranische Produktion "Orange Days" ist der große Gewinner beim 67. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg. Der Film erhielt nicht nur den Hauptpreis, sondern auch den Preis der Filmkritiker und den Preis der ökumenischen Kirchenjury, wie die Organisatoren am Wochenende mitteilten. Filmemacher Arash Lahooti erzähle "eine einzigartige und bewegende Geschichte über eine Familie, Liebe, Respekt - und Orangen", so die Jury. Der Preis für den besten unkonventionell erzählten Spielfilm ging an "The Fireflies Are Gone" aus Kanada, der Spezialpreis für eine außergewöhnliche Leistung an den Schauspieler Christian Malheiros in dem brasilianischen Film "Socrates". Für bedeutende Leistungen in Darstellung, Bildführung, Musik und Montage wurde die Schauspielerin Vivian Wu im chinesischen Beitrag «Dead Pigs" ausgezeichnet. Der Publikumspreis ging an den französisch-marokkanischen Film "Tazzeka".

Riesige orthodoxe Kathedrale in Bukarest geweiht

Großprojekt wegen Finanzierung mit öffentlichen Mitteln umstritten

Überschattet von Kritik an den hohen öffentlichen Ausgaben ist in Rumäniens Hauptstadt Bukarest eine gigantische orthodoxe Kathedrale geweiht worden. Zehntausende Menschen verfolgten auf Großbildleinwänden vor der Kirche die Zeremonie. Der Kirchenbau, der sich noch im Rohbau befindet und 2024 fertig sein soll, spaltet die Rumänen. Das 2010 gestartete Riesenprojekt hat bereits 110 Millionen Euro verschlungen, drei Viertel davon stammen aus der Staatskasse. Die Gesamtkosten dürften sich am Ende auf etwa 200 Millionen Euro belaufen. Sie würden damit doppelt so hoch liegen wie ursprünglich veranschlagt - und das im zweitärmsten Land der Europäischen Union. Die Kathedrale soll mit einem 120 Meter hohen Kirchturm das nach einem Wolkenkratzer zweithöchste Gebäude des Landes werden. 5000 Gläubige sollen darin Platz finden.

Ägypten enthüllt antikes Grab und Sarkophag

Archäologen entdecken Grab von Chef-Mumifizierer

Ägypten hat ein antikes Grab, einen Sarkophag und weitere Begräbnisartefakte in der Thebanischen Nekropole Al-Asasif in der Tempelstadt Luxor enthüllt. In der zwischen dem Tal der Königinnen und dem Tal der Könige gelegenen Totenstadt Al-Asasif wurden Adelige und hochrangige Beamte der Pharaonen bestattet. Unter den Funden in der Grabstätte sind Sarkophage, Statuen und etwa 1000 "Uschabtis", Begräbnis-Figürchen aus Holz, Lehm und Stein. Das Grab stammt aus dem Mittleren Reich (2137 bis 1781 vor Christus) und gehörte nach Angaben des Ministeriums Thau-Irchet-If, dem Chef-Mumifizierer am Mut-Tempel in der berühmten Karnak-Anlage in Luxor. Archäologen entdeckten zudem zwei Sarkophage aus der 18. Dynastie (gegen 1530 vor Christus). Einer der Särge enthält die gut erhaltenen Überreste einer Frau, deren Identität jetzt geklärt werden soll.

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