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Kulturnachrichten

Donnerstag, 22. November 2018

Dönhoff-Preis an Moschee-Gründerin Seyran Ates

Förderpreis für "Reporter ohne Grenzen"

Die Berliner Anwältin Seyran Ates, Initiatorin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, wird am 2. Dezember in Hamburg mit dem Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung ausgezeichnet. Alt-Bundespräsident Christian Wulff wird die Laudatio halten, wie die Wochenzeitung "Die Zeit" in Hamburg mitteilte. Der Förderpreis geht an die Organisation "Reporter ohne Grenzen". Laudatorin ist Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD). Die Auszeichnungen sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert. ARD-Moderatorin Pinar Atalay wird durch die Veranstaltung im Deutschen Schauspielhaus führen.

Bund gibt sieben Millionen für jüdische Akademie

Frankfurter Akademie soll zentrale Bildungseinrichtung werden

Der Weg scheint frei für den Bau einer jüdischen Akademie in Frankfurt am Main. Der Deutsche Bundestag habe für das Haushaltsjahr 2019 sieben Millionen Euro für das Projekt bewilligt, teilte der Frankfurter Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker (CDU) mit. Bereits im Februar dieses Jahres hatte der Magistrat der Stadt Frankfurt entschieden, das Projekt mit einem einmaligen Investitionskostenzuschuss von insgesamt 4,5 Millionen Euro zu unterstützen. Weitere drei Millionen Euro will das Land Hessen beisteuern. Die Akademie soll die zentrale Bildungseinrichtung der jüdischen Gemeinden in Deutschland werden.

Köln erhält 438 Werke des Malers Otto Schloss

Erster derartiger Bestand eines jüdischen Künstlers in der Stadt

Die Erben des jüdischen Malers Otto Schloss (1884 -1950) haben der Stadt Köln eine umfangreiche Sammlung von 438 Werken des Künstlers vermacht. Die Sammlung umfasse Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken - unter anderem mit Porträts, Landschaften und Darstellungen zu religiösen und sozialen Motiven, teilt die Stadt mit. Damit komme erstmals ein fast geschlossener Bestand von Werken eines jüdischen Künstlers nach Köln, der in den 1920er und 1930er Jahren entstanden ist. Schloss war in den frühen 1920er Jahren nach Köln gezogen und hatte als Illustrator von Zeitungen und Büchern gearbeitet. 1938 war er vor den Nazis nach Schweden geflohen.

Amsterdamer Anne-Frank-Haus wiedereröffnet

Ausstellung erzählt Geschichte für junge Besucher neu

Nach einem umfassenden Umbau ist das Amsterdamer Anne-Frank-Haus neu eröffnet worden. Im Beisein des niederländischen Königs Willem-Alexander präsentierte das Museum am Donnerstag auch die komplett umgestaltete Dauerausstellung. Im Hinterhaus an der Prinsengracht hatte das jüdische Mädchen Anne Frank im Versteck vor den Nazis von 1942 bis 1944 ihr weltberühmtes Tagebuch geschrieben. Das Versteck selbst blieb unverändert. Das Haus wird jährlich von mehr als 1,2 Millionen Menschen besucht. Die bisherigen stundenlangen Wartezeiten vor dem Haus sollen Vergangenheit sein. Künftig müssen Karten mit festen Zugangszeiten vorab im Internet gekauft werden. Der Umbau hatte zwei Jahre gedauert. Das Museum blieb dabei geöffnet.

Leipziger Buchpreis für Journalistin Masha Gessen

Auszeichnung für Buch über postsowjetische Gesellschaft

Die russisch-amerikanische Journalistin und Schriftstellerin Masha Gessen erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2019. Das hat die Stadt Leipzig mitgeteilt. Ausgezeichnet wird sie für ihr Buch "Die Zukunft ist Geschichte. Wie Russland die Freiheit gewann und wieder verlor" über die postsowjetische Gesellschaft. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung zählt zu den wichtigsten Literaturpreisen in Deutschland. Sie wird am 20. März 2019 zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse verliehen. 2017 erhielt Gessen für ihr Buch den amerikanischen National Book Award. Die Journalistin wurde 1967 in Moskau geboren und zog mit ihrer jüdischen Familie 1981 in die USA. 1994 kehrte sie für neun Jahre nach Russland zurück, ging aber wegen der zunehmenden Repression gegen Homosexuelle 2013 wieder in die USA.

Gerhard Richter bleibt wichtigster bildender Künstler

85-Jähriger führt seit 15 Jahren "Kunstkompass" an

Der deutsche Maler Gerhard Richter bleibt im Ranking "Kunstkompass" weiterhin der weltweit wichtigste Künstler. Der in Köln lebende Maler ist seit 15 Jahren die Nummer eins. Auf Platz zwei bleibt der US-Künstler Bruce Nauman. Dahinter haben Georg Baselitz und Rosemarie Trockel die Plätze getauscht: der Maler ist auf Rang drei vorgerückt, Trockel steht auf Rang vier. Dann folgen Cindy Sherman (USA), Anselm Kiefer (Deutschland), Olafur Eliasson (Dänemark), Tony Cragg (Großbritannien), William Kentridge (Südafrika) und Richard Serra (USA). Führende Kunstnation ist weiterhin Deutschland mit 28 Künstlern unter den Top-100, dicht gefolgt von den USA mit 27 Künstlern. Der "Kunstkompass" wurde am Donnerstag im Wirtschaftsmagazin "Capital" veröffentlicht. Es umfasst insgesamt 30 000 Künstler und basiert auf der Annahme, dass die Qualität von Kunst nicht messbar ist, wohl aber die Resonanz in der Kunstwelt.

Domstiftung in Speyer wählt neuen Kuratoriumschef

Früherer Ministerpräsident Beck folgt auf Gründungschef Kohl

Der ehemalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck (SPD), ist neuer Vorsitzender des Kuratoriums der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer. Das Gremium habe Beck am Mittwochabend einstimmig gewählt, teilte das Bistum Speyer am Donnerstag mit. Er folgt damit dem 2017 verstorbenen Gründungsvorsitzenden, Altbundeskanzler Helmut Kohl, im Amt nach. Beck gehört dem Kuratorium der Stiftung seit ihrer Gründung 1999 an. Das Kapital der Stiftung habe sich seit 1999 von 1,5 Millionen Mark auf 4,1 Millionen Euro erhöht, teilte der Vorstandsvorsitzende Peter Frankenberg in seinem Geschäftsbericht über das Haushaltsjahr 2017 mit.

Kanadische Medien erhalten Steuererleichterungen

Regierung will demokratische Funktion der Medien schützen

Die kanadische Regierung will die darbende Medienbranche mit Steuererleichterungen unterstützen. Damit solle die essenzielle Rolle geschützt werden, die unabhängige Nachrichtenmedien in der kanadischen Demokratie spielen, sagte Finanzminister Bill Morneau im Parlament. Die insgesamt 600 Millionen kanadische Dollar (400 Millionen Euro) sollen über fünf Jahre in die Arbeitskosten der Medien fließen und Steuererleichterungen für Online- Abonnenten ermöglichen. Mehr als 250 Medien haben in den vergangenen zehn Jahren in Kanada dicht gemacht. Die Umsätze von Zeitungen sind seit 2021 um 40 Prozent geschrumpft. Die konservative Opposition im kanadischen Parlament kritisierte, dass die Regierungspläne im Konflikt mit der Pressefreiheit stehen.

Laser-Drohnen vermessen tschechische Holzkirchen

Dreidimensionale Darstellung ermöglicht Reparatur der Gotteshäuser

Das mährisch-schlesische Bistum Ostrava-Opava (Ostrau-Troppau) lässt seine 15 wertvollen Holzkirchen mit Hilfe von Laser-Drohnen scannen. Die neue Technik ermöglicht laut tschechischen Medienberichten die dreidimensionale Darstellung der Gotteshäuser. Das erleichtere nicht nur Reparaturen oder den Wiederaufbau zerstörter Holzkirchen. Die digitalen Modelle könnten auch Feuerwehrleuten bei einem Brand helfen. Anstoß für die Aktion gab 2017 die Zerstörung der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Fronleichnamskirche in Guty durch Brandstiftung. Die meisten Holzkirchen Tschechiens stehen in den waldreichen Grenzgebieten zu Polen und der Slowakei. Als bedeutendster Bau gilt die Marienkirche in Broumov von 1436/37.

Antikes Kirchenmosaik nach Zypern zurückgekehrt

Ausstellung in Museum geplant

Das rund 1.500 Jahre alte Mosaik wurde nach Angaben des Byzantinischen Museums nach der Teilung Zyperns von einem türkischen Kunsthändler aus der Kirche der Jungfrau von Kanakaria gestohlen und ins Ausland verkauft. Es sei in Monaco aufgespürt und der zyprischen Botschaft übergeben worden. Das Mosaik zeigt den Evangelisten Markus und stammt aus der selben Zeit wie die berühmten Mosaiken in der Kirche San Vitale in Ravenna. Der Direktor des Byzantinischen Museums, Ioannis Eliades, sagte, sie hätten großen architektonischen und religiösen Wert. Das liegt auch daran, dass sie zu den wenigen Kunstwerken ihrer Zeit gehörten, die den Bildersturm in der orthodoxen Christenheit im 8. und 9. Jahrhundert überstanden haben.

Gesetze gegen Fake-News in Frankreich beschlossen

Rückendeckung für Präsident Macron

Die französische Nationalversammlung hat am Abend mit klarer Mehrheit für zwei Gesetze gegen die Verbreitung von Falschnachrichten gestimmt. Die Gesetze sehen vor, dass Parteien oder Kandidaten in den drei Monate vor einer landesweiten Wahl mit Hilfe eines Richters im Eilverfahren gegen öffentlich verbreitete Unwahrheiten vorgehen können. Zudem sollen sich soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter zu größerer Transparenz verpflichten, wenn sie Inhalte gegen Bezahlung verbreiten. Präsident Macron will so die Verbreitung von Gerüchten und Falschaussagen in Wahlkampfzeiten verhindern. Kritiker warnen vor einer Einschränkung der Meinungsfreiheit und vor Zensur. Sie sehen in den Gesetzen den Versuch, missliebige Informationen zu unterbinden. Der französische Senat hatte die Gesetzentwürfe abgelehnt. Das letzte Wort hatte aber die Nationalversammlung.

Offenbar Rembrandts Daumenabdrücke entdeckt

Bisher sind keine Fingerabdrücke des Malers bekannt

Auf einer Ölskizze aus dem 17. Jahrhundert sind offenbar zwei Fingerabdrücke von Rembrandt entdeckt worden. Restauratoren fanden die Daumenspuren in der unteren Farbschicht des Bildes. Es seien keine anderen Fingerabdrücke Rembrandts bekannt und somit ein Vergleich unmöglich, teilte das Auktionshaus Sotheby's in London mit. Wegen der Lage der Abdrücke in der Farbschicht sind sich die Experten aber trotzdem so gut wie sicher, dass sie von dem holländischen Künstler stammen müssen. Sotheby's versteigert die 25 Zentimeter große "Studie des Kopfes eines jungen Mannes", das Jesus darstellen soll, am 5. Dezember. Der Schätzpreis liegt bei sechs Millionen Britischen Pfund (etwa 6,7 Millionen Euro). Das Bild soll um 1650 entstanden sein.

Berliner East Side Gallery gerettet

Senat stellt Mauer-Teilstück unter Denkmalschutz

In Berlin haben der Senat und die Stiftung die Rettung der East Side Gallery besiegelt. Das mit 1,3 Kilometer längste noch erhaltene Teilstück der Mauer gehört seit dem 1. November zur Stiftung Berliner Mauer. Eine weitere Zerstörung der weltweit längsten Open-Air-Galerie ist damit laut Stiftungsdirektor Axel Klausmeier und Berlins Kultursenator Klaus Lederer ausgeschlossen. Das Teilstück steht unter Denkmalschutz, die dazugehörigen Grundstücke sind an die Stiftung Berliner Mauer übertragen worden, sagten Klausmeier und Lederer in Berlin. Für das Gelände am Spree-Ufer gebe es auch keinen Bebauungsplan und keine Bauvoranfragen mehr, versicherte Klausmeier. Er kündigte an, das Areal zu einer Gedenk-, Bildungs- und Kunststätte auszubauen. Geplant sei unter anderem eine Ausstellung über die Geschichte des Ortes. Bis zum Mauerfall 1989 trennte das Gelände den Ost-Berliner Stadtteil Friedrichshain vom West-Berliner Kreuzberg.

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