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Mittwoch, 21.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 21. November 2018

Offenbar Rembrandts Daumenabdrücke entdeckt

Bisher sind keine Fingerabdrücke des Malers bekannt

Auf einer Ölskizze aus dem 17. Jahrhundert sind offenbar zwei Fingerabdrücke von Rembrandt entdeckt worden. Restauratoren fanden die Daumenspuren in der unteren Farbschicht des Bildes. Es seien keine anderen Fingerabdrücke Rembrandts bekannt und somit ein Vergleich unmöglich, teilte das Auktionshaus Sotheby's in London mit. Wegen der Lage der Abdrücke in der Farbschicht sind sich die Experten aber trotzdem so gut wie sicher, dass sie von dem holländischen Künstler stammen müssen. Sotheby's versteigert die 25 Zentimeter große "Studie des Kopfes eines jungen Mannes", das Jesus darstellen soll, am 5. Dezember. Der Schätzpreis liegt bei sechs Millionen Britischen Pfund (etwa 6,7 Millionen Euro). Das Bild soll um 1650 entstanden sein.

Berliner East Side Gallery gerettet

Senat stellt Mauer-Teilstück unter Denkmalschutz

In Berlin haben der Senat und die Stiftung die Rettung der East Side Gallery besiegelt. Das mit 1,3 Kilometer längste noch erhaltene Teilstück der Mauer gehört seit dem 1. November zur Stiftung Berliner Mauer. Eine weitere Zerstörung der weltweit längsten Open-Air-Galerie ist damit laut Stiftungsdirektor Axel Klausmeier und Berlins Kultursenator Klaus Lederer ausgeschlossen. Das Teilstück steht unter Denkmalschutz, die dazugehörigen Grundstücke sind an die Stiftung Berliner Mauer übertragen worden, sagten Klausmeier und Lederer in Berlin. Für das Gelände am Spree-Ufer gebe es auch keinen Bebauungsplan und keine Bauvoranfragen mehr, versicherte Klausmeier. Er kündigte an, das Areal zu einer Gedenk-, Bildungs- und Kunststätte auszubauen. Geplant sei unter anderem eine Ausstellung über die Geschichte des Ortes. Bis zum Mauerfall 1989 trennte das Gelände den Ost-Berliner Stadtteil Friedrichshain vom West-Berliner Kreuzberg.

Anna-Seghers-Preis für Autoren aus Berlin und Brasilien

Auszeichnung wird in Akademie der Künste verliehen

Der mit je 8.000 Euro dotierte Anna-Seghers-Preis 2018 geht an die Berliner Autorin Manja Präkels und den brasilianischen Schriftsteller Julian Fuks. Die Auszeichnung wird am Freitagabend in der Akademie der Künste in Berlin verliehen, teilte die Einrichtung mit. Seit 1995 prämiert die Anna-Seghers-Stiftung Nachwuchsautoren aus deutschsprachigen und lateinamerikanischen Ländern, deren Werke im Sinne der jüdischen Schriftstellerin zu einer gerechteren Gesellschaft beitragen. Präkels schildert in ihrem Debütroman "Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß" ein rechtsextremes Milieu in Brandenburg. Fuks schreibt in seinem Werk "A resistencia" über Zwangsadoptionen und Exil während der argentinischen Militärdiktatur.

Zoll entdeckt altägyptische Figur in Postpaket

Käufer will Statuette im Internet erworben haben

Der Zoll in Hamburg hat eine 2500 Jahre alte Figur des altägyptischen Totengotts Osiris in einem Paket entdeckt. Die neun Zentimeter große Statuette sei beschlagnahmt worden, weil es keine Einfuhrgenehmigung dafür gegeben habe, teilte die Behörde mit. Der Käufer hatte sie nach eigenen Angaben für 150 Euro im Internet erworben und sich per Post aus dem Emirat Dubai schicken lassen. Der Anbieter habe auf seiner Homepage versichert, dass ein Kauf legal sei. Der Zoll erklärte dagegen, dass das Kulturgutschutzgesetz eine Genehmigung für den Im- und Export einer solchen Figur vorschreibt. Dies soll den illegalen Handel mit nationalen Kulturgütern verhindern. Die kleine Figur wurde dem Hamburger Staatsarchiv übergeben.

Religionen planen gemeinsamen Karnevalsauftritt

Düsseldorfer Christen, Muslime und Juden auf einem Rosenmontagswagen

Beim Rosenmontagszug am 4. März in Düsseldorf wollen die Religionsgemeinschaften der NRW-Landeshauptstadt auf einem gemeinsamen Wagen mitfahren. Das kündigte der Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde, Michael N. Szentei-Heise, an, der das Vorhaben initiiert hat. In Zeiten von zunehmendem Antisemitismus wolle man damit "auch ein Zeichen setzen, dass wir zusammen Karneval feiern und gemeinsam jeck sein können". Einen gemeinsamen interreligiösen Wagen habe es im Karneval noch nie gegeben, sagte Szentei-Heise. Um ihn zu finanzieren, werde demnächst ein Crowdfunding gestartet. Im vergangenen Jahr fuhr im Rosenmontagszug erstmals ein Wagen der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf mit.

Schiefer Turm von Pisa richtet sich weiter auf

In 17 Jahren um 4 Zentimeter begradigt

Der Schiefe Turm von Pisa ist gerader geworden. Wie die Zeitung "Corriere della Sera" berichtet, hat er sich um weitere vier Zentimeter aufgerichtet. Seit Beginn der Rettungsmaßnahmen 1993 sei das weltberühmte Bauwerk um insgesamt 45 Zentimeter aufgerichtet worden, so das Blatt. Der Turm von Pisa steht auf einem lehmig-sandigen Untergrund, der sich unter dem Gewicht verformt. Nachdem Gegengewichte und provisorische Halteseile keine Abhilfe schufen, wurden ab Mitte der 1990er Jahre schräge, vier bis fünf Meter tiefe Löcher in den Boden gebohrt. Das darüber liegende Erdreich sackte langsam nach, schließlich auch der Boden des Turmes. Die Neigung des Turmes verringerte sich von 5,5 auf etwa vier Grad. Damit sei er wohl für die nächsten 300 Jahre gesichert, so der "Corriere de la Sera".

Gesetze gegen Fake-News in Frankreich beschlossen

Rückendeckung für Präsident Macron

Die französische Nationalversammlung hat am Abend mit klarer Mehrheit für zwei Gesetze gegen die Verbreitung von Falschnachrichten gestimmt. Die Gesetze sehen vor, dass Parteien oder Kandidaten in den drei Monate vor einer landesweiten Wahl mit Hilfe eines Richters im Eilverfahren gegen öffentlich verbreitete Unwahrheiten vorgehen können. Zudem sollen sich soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter zu größerer Transparenz verpflichten, wenn sie Inhalte gegen Bezahlung verbreiten. Präsident Macron will so die Verbreitung von Gerüchten und Falschaussagen in Wahlkampfzeiten verhindern. Kritiker warnen vor einer Einschränkung der Meinungsfreiheit und vor Zensur. Sie sehen in den Gesetzen den Versuch, missliebige Informationen zu unterbinden. Der französische Senat hatte die Gesetzentwürfe abgelehnt. Das letzte Wort hatte aber die Nationalversammlung.

Marx-Statue wird wieder in Neubrandenburg aufgestellt

Jahrelanger Streit beendet

Nach Angaben der Stadtverwaltung Neubrandenburg wird die 2,20 Meter hohe Bronzefigur am 29. November wieder aufgestellt. Sie soll dann unweit des mehrspurigen Friedrich-Engels-Ringes wieder enthüllt werden. Damit endet ein fast 17 Jahre langer Streit um die Wiederaufstellung des Denkmals. Es war 1969 als sozialistische Auftragskunst auf dem Marktplatz - dem damaligen Karl-Marx-Platz - errichtet worden. Nach 1990 musste die Statue erst ein Stück vor die Bibliothek im Zentrum weichen und wurde 2001 aus Sicherheitsgründen abgebaut. Seither lagerte sie in einem Depot. Einwohner und Linke-Politiker hatten immer wieder die Aufstellung gefordert.

Bremer Literaturpreis für Arno Geiger

Österreichischer Autor wird für seinen Roman über den 2. Weltkrieg geehrt

Der österreichische Schriftsteller Arno Geiger erhält den Bremer Literaturpreis 2019. Mit der mit 25 000 dotierten Auszeichnung würdigt die Jury Geigers Roman "Unter der Drachenwand". Dieser rage als überaus genaue, differenzierte und anschauliche Vergegenwärtigung des Kriegsjahres 1944 heraus, teilte die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung mit. Der mit 6000 Euro dotierte Förderpreis geht an den aus München stammenden Autor Heinz Helle für seinen Roman "Die Überwindung der Schwerkraft". Die Preisverleihung ist für den 28. Januar 2019 im Bremer Rathaus geplant. Vorhergehende Preisträger waren unter anderem Elfriede Jelinek, Marcel Beyer und Alexander Kluge.

Neue Leitung für Bundesjazzorchester

Ansgar Striepens wird Nachfolger von Jiggs Whigham

Das Bundesjazzorchester bekommt eine neue künstlerische Leitung. Der Jazzmusiker Jiggs Whigham wird die Leitung 2020 an Ansgar Striepens übergeben, wie das Orchester in Bonn ankündigte. Striepens wird dann als Dirigent das Ensemble zusammen mit Niels Klein leiten und künftig die musikalischen Programme festlegen. Der Deutsche Musikrat als Träger des Orchesters verpflichtete beide für vier Jahre. Der US-Amerikaner Jiggs Whigham leitet das Bundesjazzorchester seit 2011 gemeinsam mit Klein. Striepens, der von 1987 bis 1992 Schüler von Whigham war, ist Professor für Jazz-Posaune an der Folkwang Universität der Künste Essen und seit mehreren Jahren auch regelmäßig Gastdirigent und -arrangeur der WDR-Big-Band. Seit 2012 ist er auch Gastdirigent und Komponist des Bundesjazzorchesters. Das Orchester gilt als Talentschmiede für erfolgreiche Jazzmusiker. Der Trompeter Till Brönner und der Sänger Roger Cicero begannen dort ihre Karriere.

Magazin "Monopol" kürt einflussreichste Künstler 2018

Fotograf Wolfgang Tillmans auf Platz Eins

Der Fotograf Wolfgang Tillmans ist vom Magazin "Monopol" zur einflussreichsten Persönlichkeit der Kunstwelt 2018 gekürt worden. "Mit seiner politischen Dringlichkeit, seiner Weigerung, zynisch zu werden, und seiner ästhetischen Durchdringung der Welt ist der 50-jährige Fotograf das role model der Gegenwart", schreibt das Magazin zu seinem jährlichen Top-100-Ranking. Auf Platz zwei der Liste steht die britische Künstlerin Sonia Boyce, die im Januar in der Manchester Art Gallery als Teil einer Performance das Gemälde "Hylas and the Nymphs" von John William Waterhouse abhängen ließ. Sie wollte damit eine Diskussion über die Position von Frauen in der Kunst und über Macht in Museen auslösen. Unter die ersten zehn schafften es dieses Jahr auch Kurator Max Hollein, der US-Künstler Kerry James Marshall, die amerikanische Fotografin Nan Goldin sowie die Schweizer Sammlerin Maja Hoffmann.

Litauischer Regisseur Nekrosius gestorben

Theatermann starb einen Tag vor seinem 66. Geburtstag

Der international bekannte litauische Bühnenregisseur Eimuntas Nekrosius ist tot. Der Opern- und Theatermacher starb nach Angaben von Angehörigen am Dienstagmorgen in einem Krankenhaus in Vilnius. Präsidentin Grybauskaite und Regierungschef Skvernelis sprachen von einem großen Verlust für die litauische Kultur. Nekrosius galt als einer der renommiertesten Regisseure Litauens, dessen Theaterproduktionen auch international Anerkennung fanden. Für Aufsehen sorgte Nekrosius besonders Ende der 1980er Jahren mit Inszenierungen von Werken von Anton Tschechow, mit denen er durch eine Gastspielreise 1988 auch im Westen berühmt wurde.

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