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Kulturnachrichten

Montag, 19. November 2018

Sex mit Zeus als Schwan

Archäologen legen Fresko in Pompeji frei

In Gestalt eines Schwans hat der Göttervater Zeus in der griechischen Mythologie die Königstochter Leda verführt und geschwängert. Diese "Szene voller Sinnlichkeit" ist auf einem Fresko zu sehen, das Archäologen in Pompeji bei Neapel freigelegt haben, wie die Ausgrabungsstätte mitteilte. Im Laufe dieses Jahres sind etliche bedeutende Funde in Pompeji gemacht worden, neben Skeletten mehrerer Menschen wurden Überreste eines Pferdes gefunden. Inschriften deuten außerdem daraufhin, dass der Vulkan bei Neapel zwei Monate später ausgebrochen ist, als bisher angenommen. Pompeji ist eine der berühmtesten Ausgrabungsstätte der Welt und gehört zu den meistbesuchten Attraktionen in Italien.

Geschwister-Scholl-Preis für Historiker Götz Aly

Jury: Ermutigung zur Auseinandersetzung mit den Mitläufern

Der Historiker Götz Aly ist für sein Buch "Europa gegen die Juden. 1880-1945" mit dem Geschwister-Scholl-Preis 2018 ausgezeichnet worden. Aly belege in dem Buch eindrücklich, dass Antisemitismus nicht die Sache einer Minderheit von irrationalem Hass getriebener Fanatiker war, erklärte die Jury in München. Der Geschwister-Scholl-Preis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und der Landeshauptstadt München ist mit 10.000 Euro dotiert und wurde im Rahmen des Literaturfestes München zum 39. Mal vergeben. Aly ermutigte dazu, sich mehr mit den Mitläufern der NS-Zeit zu beschäftigen. Sich nur mit den Opfern und Helden wie Anne Frank oder der Weißen Rose zu identifizieren sei zu einfach, sagte er vor der Preisverleihung.

359 Titel für Preis der Leipziger Buchmesse eingereicht

Am 14. Februar stehen die je fünf Nominierten fest

Für den Preis der Leipziger Buchmesse 2019 haben die Verlage 359 Werke eingereicht. Eine Jury unter Vorsitz von Autor Jens Bisky wird die Titel nun in den nächsten Wochen und Monaten sichten. Am 14. Februar wird sie die fünf Nominierten in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung bekanntgeben, wie die Buchmesse mitteilte. Die Preisträger werden dann zum Auftakt der viertägigen Messe am 21. März geehrt. Die Auszeichnung ist mit rund 60.000 Euro dotiert. Die Sieger erhalten je 15.000 Euro und hinzu kommen jeweils 1000 Euro für die Nominierten.

Externe Berater beim Literaturnobelpreis

Damit kommt die Akademie einer Forderung der Nobelstiftung nach

Die krisengeschüttelte Schwedische Akademie will mit Hilfe von externen Beratern sicherstellen, dass der Literaturnobelpreis im nächsten Jahr nicht wieder abgesagt werden muss. Ein Komitee bestehend aus fünf Mitgliedern der Akademie und fünf externen, sachkundigen Beratern solle über die Gewinner der nächsten beiden Literaturnobelpreise 2019 und 2020 entscheiden. Damit kommt die Akademie der Forderung der Nobelstiftung nach, ein unabhängiges Gremium zur Ernennung der Preisträgerin oder des Preisträgers einzusetzen, das nicht direkt an der Krise beteiligt ist. Die Mitglieder der Akademie waren über einen Missbrauchs- und Korruptionsskandal in Streit geraten. Der Konflikt ist bislang nicht gelöst. Zum Beraterkreis zählen die Schriftsteller Gun-Britt Sundström und Kristoffer Leandoer, die Literaturkritikerinnen Rebecka Kärde und Mikaela Blomqvist sowie der Kritiker und Übersetzer Henrik Petersen. Aus der Akademie gehören der Vorsitzende Per Wästberg, Horace Engdahl, Kristina Lugn, Anders Olsson und Jesper Svenbro dem Komitee an.

Künstler Tony Cragg gestaltet Kirchenfenster

Bislang hat die Kirche in Großbadegast nur einfache Glasfenster

Der Künstler Tony Cragg will Fenster einer kleinen Kirche in Sachsen-Anhalt gestalten. Entwürfe dafür wurden nun in der Kirche in Großbadegast bei Köthen vorgestellt, wie ein Sprecher der Evangelischen Landeskirche mitteilte. Cragg, der bis vor wenigen Jahren Rektor der Kunsthochschule Düsseldorf war, ist international vor allem für seine Skulpturen bekannt. Die Fenster seien Teil der geplanten Neugestaltung des Kirchenraums. Dafür seien insgesamt rund 470.000 Euro vorgesehen. 2019 sollen laut Sprecher die ersten Fenster eingebaut werden. Bisher gebe es in dem Gotteshaus lediglich einfache Glasfenster.

"Polizeiruf 110": NDR entfernt Anti-AfD-Aufkleber

Dafür wird der Sender kritisiert

Nach der Ausstrahlung des "Polizeiruf 110" im Ersten am 11. November ist aus der Folge "Für Janina" ein kleiner Anti-AfD-Aufkleber entfernt worden. Für eine weitere Ausstrahlung sei er einer digitalen Bildbearbeitung unterzogen worden, schreibt das Erste im Internetauftritt der Krimiserie. "In Filmen mit einer frei erfundenen Handlung ist es üblich, keine real existierenden Parteinamen zu verwenden", teilte eine Sprecherin des NDR mit. Auf den Aufkleber sei der Sender durch eine Presseanfrage aufmerksam geworden. Beschwerden hatte es auch von der Jungen Union gegeben. Der kleine Anti-AfD-Aufkleber sei nur in einigen sehr kurzen Sequenzen unbeabsichtigt im Bild-Hintergrund aufgetaucht, schreibt der Sender.

Künstlerisches Erbe Sachsen-Anhalts nun online präsent

Werke damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich

Kunst aus Sachsen-Anhalt hat einen neuen Online-Auftritt. In der sogenannten Werk-Datenbank stehen nun die ersten Künstler-Verzeichnisse im Netz. Mit Hilfe dieses digitalen Fundus solle das kulturelle Erbe des Landes bewahrt und öffentlich zugänglich gemacht werden, teilte die Landesregierung mit. Das Verzeichnis wird seit Mai 2018 von Vertretern des Berufsverbandes Bildender Künstler Sachsen-Anhalt (BBK) aufgebaut. Die Datenbank enthält derzeit etwa Werke der Fotografin Eva Mahn, der Textilkünstlerin Ingrid Müller-Kuberski oder des Malers Hannes H. Wagner. Die Datenbank soll nicht der Öffentlichkeit, sondern auch Forschungseinrichtungen und Museen den Zugang zum künstlerischen Schaffen erleichtern. Bis 2021 sollen zunächst die Werke von 25 Künstlern aus unterschiedlichen Disziplinen und Generationen in die Datenbank aufgenommen werden.

Raubkunstwerk aus Sammlung Stern zurückgegeben

Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, lobte die Rückgabe

Ein Raubkunstgemälde aus der Sammlung des von den Nationalsozialisten verfolgten jüdischen Kunstsammlers Max Stern ist kurz vor dem Verkauf in Düsseldorf zurückgegeben worden. Das Bild "Seesturm" des Malers Johannes Hermanus Koekkoek (1778-1851) wurde ohne Gegenleistung an Vertreter der Erben übergeben. Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, lobte die Rückgabe des Bildes aus privatem Besitz als einen viel zu seltenen Fall. Denn noch immer sei keine Lösung für Privatsammlungen und -museen in Bezug auf Provenienzforschung und Restitution gefunden worden. Mit den Washingtoner Prinzipien von 1998 verpflichteten sich die unterzeichnenden Länder, Raubkunst in öffentlichen Museen aufzuspüren und gerechte Lösungen für die Erben der NS-Opfer zu suchen. Für Raubkunst aus Privatbesitz gilt die Selbstverpflichtung nicht.

Zehn Bewerber für künstlerische Leitung der documenta

Der vergangene documeta machte 5,4 Millionen Euro Defizit

Die documenta hat bei der Suche nach einem künstlerischen Leiter für die nächste Schau im Jahr 2022 eine Vorauswahl getroffen. Zehn Kandidaten sollen ein Konzept vorlegen. Im Frühjahr will die documenta einen Nachfolger für Adam Szymczyk präsentieren, der die 14. Ausgabe der documenta im Jahr 2017 leitete.
Die vergangene documenta mit 5,4 Millionen Euro Defizit wirkt noch nach. Es gebe Befürchtungen, dass auf den künftigen künstlerischen Leiter Einfluss genommen werden könnte, um eine weitere Finanzierungslücke zu vermeiden, so die Generaldirektorin Sabine Schormann. Seit Anfang November arbeite nun auch ein Controller für die documenta und das Museum Fridericianum. Der genaue Etat für 2022 sei noch nicht festgelegt.

"Kunst auf Lager" hört nach fünf Jahren Förderung auf

Schätzung: 90 Prozent der Museumsbestände nur im Depot

Das Bündnis "Kunst auf Lager" beendet nach fünf Jahren seine gemeinsame finanzielle Unterstützung von Museen in Deutschland bei der Wiederentdeckung ihrer Kunstschätze aus Depots und Archiven. Ziel des Bündnisses war es, Kunstobjekte vor dem Verfall zu retten, sie digital zu erfassen und zugänglich zu lagern, damit sie der Öffentlichkeit wieder präsentiert werden können. In dem Zeitraum wurden mehr als 26 Millionen Euro in 292 Förderprojekte investiert. Außerdem habe das Bundesministerium für Bildung und Forschung 41 Forschungsvorhaben zu der Thematik mit mehr als 30 Millionen Euro bedacht. "Wir fordern die öffentliche Hand auf, zu seinem Eigentum zu stehen und die Rahmenbedingungen für die Museen zu verbessern", lautete der Schlussappell des Bündnisses vor allem an die Adresse von Städten und Kommunen. Geschätzt befände sich 90 Prozent der Museumsbestände im Depot.

Kleist-Museum wird ab 2019 Landesstiftung

Der Bund und das Land Brandenburg erhöhen die Förderung

Das Kleist-Museum Frankfurt (Oder) wird zum Jahresanfang eine Landesstiftung. Damit solle auch wissenschaftliche Arbeit der Einrichtung gestärkt werden, sagte Kunstministerin Martina Münch (SPD). Das Land verdoppelt seine finanzielle Unterstützung für das Museum auf 500 000 Euro. Auch der Bund stockt seine Hilfe von derzeit 253 000 Euro auf 357 000 Euro auf. Die Stadt wird hingegen durch die Stiftung um 20 000 Euro entlastet und muss nur noch 80 000 Euro jährlich beitragen. Mit dem Geld soll auch die Zahl der Stellen von derzeit 9 auf 12,5 erhöht werden. Heinrich von Kleist (1777-1811) wurde in der Oderstadt geboren. Er schuf Werke wie "Der zerbrochen Krug", "Michael Kohlhaas" oder "Das Käthchen von Heilbronn".

Medien: Explosion in Haus der Schwedischen Akademie

Die Polizei geht von Vandalismus aus

In einem Haus im Zentrum Stockholms, das Medienberichten zufolge der Schwedischen Akademie gehört, hat es eine Explosion gegeben. Nach Angaben der Polizei detonierte in der Nacht zu Montag etwas im Treppenhaus. Verletzt wurde niemand. Der Fall werde als gefährlicher Vandalismus betrachtet. Der Zeitung "Dagens Nyheter" sagte ein Polizeisprecher, vor der Eingangstür habe eine Autobatterie gestanden, von der aus Kabel ins Treppenhaus führten. Nach Informationen der Zeitung "Mitt I Stockholm" gehört das Haus der Schwedischen Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt und die wegen eines Missbrauchs- und Korruptionsskandals in die Schlagzeilen geraten ist. Einige Angestellte der Akademie seien unter der Adresse gemeldet. Die Akademie wollte das nicht kommentieren.

Ehren-Oscars in Kalifornien verliehen

Wegen Waldbränden in Kalifornien keine Fernsehkameras zugelassen

Bei der Gala für die sogenannten Governors Awards im Dolby Theatre in Hollywood am Sonntagabend erinnerten die Veranstalter an die Opfer der Katastrophe und an die Verluste auch für die Filmindustrie. Aus Respekt vor den Opfern durften keine Fernsehkameras die Stars auf dem Roten Teppich filmen. Fotografen waren dagegen zugelassen. Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood überreichte einen Ehren-Oscar an den 86-jährigen Komponisten Lalo Schifrin, der unter anderem die Filmmusik für "Mission: Impossible" schrieb. Ein weiterer Governors Award ging an die 93-jährige schwarze Schauspielerin Cicely Tyson. Sie sei "eine Königin" für alle Afroamerikaner, sagte der Schauspieler Tyler Perry, und ergänzte mit Blick auf die Rassendiskriminierung: "Sie musste zehn Mal härter arbeiten, um hundert Mal weniger zu verdienen." Der Komponist Quincy Jones sagte in seiner Hommage, Tyson habe "den Weg" für mehrere Generationen von Schauspielerinnen geebnet.

Scherz: Fund von gestohlenem Picasso-Gemälde

Schriftstellerin ist auf einen Werbegag hereingefallen

Die Schriftstellerin Mira Feticu räumte im niederländischen Sender NOS ein, auf einen "Werbegag" hereingefallen zu sein. Demnach wurde sie Opfer eines Kunstprojekts von zwei belgischen Regisseuren über den niederländischen Meisterfälscher Geert Jan Jansen. Der angebliche Fund des Picasso-Werkes "Tête d'Arlequin" (Harlekin-Kopf) in Rumänien hatte zuvor für Schlagzeilen gesorgt. Das Gemälde war neben anderen 2012 bei einem spektakulären Einbruch aus der Kunsthalle Rotterdam gestohlen worden. Die Täter konnten später gefasst werden, sie wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Werke aber blieben verschollen. Vor einigen Tagen erhielt die niederländische Schriftstellerin Feticu, die ein Buch über den Kunstraub geschrieben hat, eine anonyme Botschaft, wie sie der Nachrichtenagentur AFP sagte. Demnach lag das Picasso-Werk, dessen Wert auf 800.000 Euro geschätzt wird, begraben in einem Wald im Osten Rumäniens. Der vermeintliche Picasso wurde schließlich am Samstagabend gefunden. Der Kunstexperte Peter van Beveren äußerte allerdings sehr schnell Zweifel an der Authentizität des Gemäldes.

Das Museum El Prado feiert ein Jahr lang Geburtstag

Madrider Museum wurde am 19. November 1819 eingeweiht

König Felipe und Königin Letizia eröffnen heute die Ausstellung "Museo del Prado 1819 - 2019. Ein Ort der Erinnerung". Sie wird bis März 2019 geöffnet sein. Damit werden die Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen des Prado eingeläutet. Im Rahmen der Festivitäten wird es im kommenden Jahr in mehr als 30 Städten Spaniens zahlreiche Ausstellungen, Konferenzen, Kino-, Theater- und Tanzaufführungen sowie andere Veranstaltungen geben. Geplant sind unter anderem temporäre Ausstellungen von Künstlern wie Goya, Velázquez oder Rembrandt. Mit mehr als 8.600 Gemälden, Zeichnungen, Drucken und bis zu 700 Skulpturen ist der Prado eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt.

Michael Bloomberg spendet 1,8 Milliarden Dollar an Uni

Johns-Hopkins-Universität erhält die größte Spende an eine Hochschule überhaupt

Mit dem Geld sollen dauerhaft Stipendien der John-Hopkins-Universität für Studenten aus einkommensschwächeren Familien finanziert werden, sagte der frühere New Yorker Bürgermeister. Er selbst habe Glück gehabt und dank eines Studiendarlehens und eines Studentenjobs an der Eliteuni studieren können. Geldfragen sollten beim Zugang zu der Universität nie wieder eine Rolle spielen, schrieb Bloomberg in der „New York Times".

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